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Siedlung Westend

 

Über uns und unsere Siedlung Westend

 

Die ehemalige britische Siedlung Westend, im Eigentum der Eisenbahnsiedlungsgesellschaft mbH, verwaltet durch die Deutsche Wohnen Management GmbH, Mecklenburgische Str. 57, 14197 Berlin, soll nach den Vorstellungen der Muttergesellschaft Deutsche Wohnen AG abgerissen und danach verdichtet neu errichtet werden. Auch die Häuser Heerstr. 110 und 112 (heute das „Jugendgästehaus am Zoo“) gehören zum Ensemble der ursprünglichen britischen Siedlung Westend. Diese beiden Häuser sind nach unserer Kenntnis jedoch nicht von dem geplanten Abriss betroffen und gehören auch nicht zu den von der Deutsche Wohnen Management GmbH verwalteten Häusern.

Die von einem dänischen Architektenbüro neu konzipierte Bebauung wurde von dem Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Wohnen AG, Herrn Zahn, bereits dem Bauausschuss des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf zur Kenntnis gebracht.

Die von den britischen Alliierten konzipierte und in den 1950er Jahren für britische Unteroffiziere und ihre Familien erbaute Wohnsiedlung ist ein letztes Siedlung_Westend_03und ältestes und somit traditionsreichstes zusammenhängendes Gebiet, welches an die Zeiten des britischen Sektors im ehemaligen West-Berlin erinnert. Unter anderem sind bereits die für britische Offiziere – ebenfalls in den 1950er Jahren – erbauten Einfamilien- und Doppelhäuser z.B. in der Heerstr, 113/129, Kiplingweg 4/16, 13/15, 19/21, 20/36, 25/27, Kranzallee 40/54 ebenfalls in 14055 Berlin als Britische Siedlung zu Kulturdenkmälern ernannt worden.

Die Siedlung Westend wird durch eine zweigeschossige Bebauung mit familiengerechten und bisher auch relativ preiswerten Mietwohnungen in weitläufiger Bauweise auf drei Grundstücken mit sehr viel Grün und teilweise noch altem Baumbestand des Berliner Grunewalds – von dem ein Teil für die damalige Bebauung gerodet wurde – geprägt. Es gibt hier drei und vier Zimmerwohnungen, jedes Haus besteht aus vier Mietparteien. Die Ruhe und Beschaulichkeit der Siedlung ist ideal für Familien mit Kindern, die hier ohne die alltäglichen Gefahren der Stadt aufwachsen können. Ideal auch für Senioren die hier ihren wohlverdienten Lebensabend genießen können und die noch in Arbeit stehende Mieterschaft, die sich hier vom Alltag erholen kann. Vor allen Dingen sind die Mieten hier noch bezahlbar.

ASiedlung_Westend_01uf jedem der drei Grundstücke der Siedlung gibt es jeweils einen Spielplatz, der von den Kindern stark genutzt und auf dem generationsübergreifend miteinander gespielt wird. Wenn die vorhandenen Spielgeräte nicht ausreichen, werden einfach die eigenen Spielhäuser und Wippen für die Allgemeinheit zur aufgestellt.

Die Hilfsbereitschaft der Nachbarn untereinander ist einzigartig. Wird ein alleinstehender Mieter z.B. krank, wird er von der gesamten Nachbarschaft mit allem versorgt, was er benötigt. Für die Einkäufe müssen nur Bestellungen aufgegeben werden, ansonsten werden auch selbstgekochte Hühnersuppe, Pizza oder Kuchen vorbeigebracht.

Die Wäsche wird auf den noch vorhandenen Wäscheleinen im Freien hinter den Häusern getrocknet. Nicht nur die Hundebesitzer gehen miteinander spazieren, es gesellen sich auch junge Familien mit ihren Kindern zum Spaziergang dazu und wenn es nötig wird, gehen die jüngeren Nachbarn mit den Hunden der Älteren spazieren oder nehmen die Hunde auch einmal für ein paar Tage in ihre Obhut.

Vor die Wohnungstüren legt der Osterhase noch seine Ostereier, der Nikolaus füllt die geputzen Schuhe und zu Halloween gruselt sich die ganze Siedlung gemeinsam, weil die Kinder „Süßes“ einfordern sonst gibt es „Saures“.

Bei schönem Wetter sitzen die Nachbarn vor den Häusern und verbringen die Nachmittage oder Abende gemeinsam.

Insgesamt geben hier noch die Nachbarn wie selbstverständlich – besonders auf die vielen Kinder – aufeinander Acht, ohne dass dieses jedoch für den Anderen lästig ist.

Und es werden in der Siedlung Westend keine Unterschiede gemacht wegen der Hautfarbe, der Herkunft, der Sprache, des Alters, der sexuellen Identität oder des Einkommens.

Wir wollen auch nicht unsere tierischen Nachbarn vergessen und das funktionierende und über die Jahrzehnte gewachsene Ökosystem der Siedlung Westend. In der abendlichen Dämmerung kann man auf dem Balkon sitzend beobachten, wie die Fledermäuse blitzschnell von einem Dach zum anderen und von einem Baumwipfel zum anderen fliegen.

Es gibt hier Waldameisen, deren Zuhause von Mietern mit Absperrungen gegen wild parkende Autofahrer (bei Veranstaltungen des Olympiastadions und der Waldbühne) geschützt werden.

Die vielen EichhSiedlung_Westend_04örnchen finden hier Ihre Nistplätze und ein ruhiges Zuhause. Die Artenvielfalt der Vogelwelt, wie Amsel, Drossel, Fink und Specht, ob grün oder bunt, ist dem Grunewald und dem in unmittelbarer Nähe befindlichem „Natura 2000“ Schutzgebiet zu verdanken. Die Siedlung Westend gehört zum Jagdgebiet des Habichts und dieser ist daher hier regelmäßig zu beobachten.

Zu guter Letzt wollen wir nicht unsere Wildschweine vergessen, die wir zu allen Tages- und Nachtzeiten auf der Straße und in der Siedlung antreffen und die uns fleißig bei der Gartenpflege helfen indem sie regelmäßig die Grundstücke umgraben.

All diese Tiere und noch einige mehr haben hier ihren natürlichen Lebensraum, denn es war ja einmal ein Stück vom Grunewald, dem „Natura 2000“-Schutzgebiet.

Die Argumentation der Deutsche Wohnen AG, die Siedlung Westend sei nicht sanierbar, weil sie in einfacher Bauweise für die britischen Soldaten als Notunterkünfte erbaut wurde, stimmt nicht. Vielmehr hat die Deutsche Wohnen AG seit sie die Siedlung verwaltet, seit dem Jahr 2005, alles unterlassen was dem Erhalt der Siedlung Westend dienlich sein könnte.

Die von der Deutsche Wohnen AG geplaSiedlung-Westend_02nte Neugestaltung der Siedlung Westend dient ausschließlich der Optimierung wirtschaftlicher Interessen und würde die derzeitigen Mieter aus ihren jetzigen Wohnungen vertreiben. Dieses mittlerweile seltene soziale Miteinander gibt es kaum noch in Charlottenburg-Wilmersdorf und gilt es zu bewahren und zu schützen.

Unsere Bürgerinitiative fordert und kämpft daher dafür, dass das zerstörende Bebauungsplanverfahren 4-59VE eingestellt und zum Erhalt der Siedlung Westend, das über mehrere Jahrzehnte gewachsene einzigartige Sozialgefüge bewahrt und unter „Milieuschutz“ gestellt wird.

Internet: http://siedlung-westend.org