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Offenen Brief des Bündnis Junger Genossenschaften

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Offener Brief von ps wedding

es sieht nicht gut aus für unser Vorhaben zur Umnutzung und Erweiterung des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums und wir benötigen dringend Eure Unterstützung.
Zur Erinnerung: ps wedding befand sich im Sommer im Großen und Ganzen auf der Zielgeraden. Es waren nicht alle Fragen geklärt, aber sowohl Frau Senatorin Lompscher (SenStadt) als auch Herr Senator Kollatz (SenFinanzen) haben unser Vorhaben grundlegend unterstützt. Es gab ein erstes Treffen mit der BIM (Berliner Immobilienmanagement) zur Übertragung der Liegenschaft im Erbbaurecht an ps wedding.

BVV beschließt Abriss des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums!
Im Oktober hat der Bezirk Mitte jedoch einen Wasserschaden im leerstehenden Schulgebäude zum Anlass genommen, alle bisherigen ps wedding betreffenden Beschlüsse über den Haufen zu werfen und hat den Abriss des Gebäudes beschlossen. Auf der BVV-Sitzung mit thematischer Stunde zur Zukunft des Diesterweg-Gymnasiums am 18. Oktober 2018 haben die Stadträte Herr Spallek und Herr Gothe mithilfe aus dem Kontext gerissener, unvollständiger Zitate aus Senatsschreiben und ohne entsprechende transparente Datengrundlage dafür geworben, das gemeinsame Vorhaben von ps wedding und degewo zugunsten der Ausweisung der Liegenschaft als Schulstandort aufzugeben. Dieses Ersuchen wurde dann von einer Mehrheit aus SPD, CDU, AfD und FDP angenommen. Grüne und Linke unterstützen unser Vorhaben weiterhin. Vielen Dank dafür!

Wir hatten dem Bezirksamt auf der Sitzung knapp 200 Postkarten mit Wünschen aus der Nachbarschaft zur zukünftigen Nutzung des Gebäudes überreicht. Doch weder wir noch die anwesenden Unterstützer*innen und Nachbar*innen hatten eine Möglichkeit, sich zu äußern.

Wir halten das Vorgehen des Bezirks für einen politischen Totalschaden. Dieses widerspricht in jeder Beziehung dem von der derzeitigen Koalition formulierten Anspruch des guten Regierens. Wenn es der Politik nicht gelingt, ein verlässlicher Partner zu sein, und sich zivilgesellschaftliche, nachbarschaftliche Akteure und Initiativen nicht auf Absprachen mit der Politik verlassen können, ist das ein fatales Signal, das auch Auswirkungen auf vergleichbare Vorhaben in der Stadt hat und die Rot-Rot-Grüne Koalition grundlegend beschädigt.

Offenen Brief des Bündnis Junger Genossenschaften:

Legenden enden: DRUGSTORE, POTSE UND SYNDIKAT

Für mehrere linke Berliner Institutionen geht es derzeit um die Existenz. Den Schöneberger Jugendzentren Drugstore und Potse und der Neuköllner Kiezkneipe Syndikat drohen zum Ende des Jahres Räumungen. Aber kampflos geben sie nicht auf

Auf so viel Andrang ist der BVV-Saal im Rathaus Schöneberg nicht ausgelegt. Es ist der 17. Oktober, 17 Uhr, die Sitzplätze sind voll besetzt, hinter den Stühlen und am Saaleingang drängen sich weitere Schaulustige. Punk schallt von einer Bühne auf dem Vorplatz durch die Fenster, unten findet eine Kundgebung statt. Eine ältere Dame tritt ans Mikrofon: „Es tut mir leid, aber ich muss all diejenigen, die keinen Sitzplatz haben, bitten zu gehen. Der Raum hat nur eine begrenzte Kapazität.“ Beschwerden werden laut, jemand ruft: „Buh!“ Unter Protesten verlassen die Stehenden den Saal. Dann wird es ruhig – schließlich wollen alle hören, ob es Neuigkeiten zur Zukunft der Jugendzentren Potse und Drugstore gibt.

Konzert-Bühne in der Potse
Foto:Saskia Uppenkamp (Quelle https://www.zitty.de/drugstore-potse-syndikat-legenden-enden/)

Diese Zukunft ist derzeit sehr ungewiss. Bis spätestens 3. Januar 2019 sollen beide Einrichtungen aus der Potsdamer Straße 180 ausziehen. Nach 46 Jahren selbstverwalteter und ehrenamtlicher Jugendarbeit müssen sie Veranstaltungsbetrieb und Projektangebote womöglich einstellen. Und damit sind Drugstore und Potse nicht allein: Auch viele linke Kneipen bangen dieser Tage wegen auslaufender Miet- oder Pachtverträge um ihre Existenz – so zum Beispiel Syndikat, Meuterei oder K-Fetisch. Die Stadt wird immer enger. Anders als viele landeseigene Kulturinstitutionen sind die Orte der Alternativkultur kaum vor Verdrängung geschützt.

Drugstore und Potse teilen sich eine Etage im zweiten Stock der Potsdamer Straße 180. Die Wände sind mit verblichenen Plakaten vergangener Veranstaltungen und bunten Wandmalereien bedeckt, eine zeigt einen popelnden Punk. Abgewetzte Sofas stehen in den Räumen, hinter den Bars stapeln sich rote Kästen mit Sternburg-Bier. Die beiden unkommerziellen Jugendzentren sind echte West-Berliner Institutionen: Generationen von Teenagern erlebten hier ihre ersten Konzerte, immer kostenlos.

Soilent Grün, die Vorgänger-Band der Ärzte, oder Techno DJ Dr. Motte spielten hier bereits. 1972, vor 46 Jahren, bezog ein Teil des Kollektivs der damaligen Jugendkneipe „Hand Drugstore“ die leerstehenden Räume in der Potsdamer Straße, die dem Bezirk Schöneberg gehörten. Von Beginn an förderte der Bezirk das Projekt und zahlt bis heute dessen Miete. Anfang der 80er-Jahre zog das Potse-Kollektiv auf die andere Seite des Flurs. Beide Orte sind Legenden der Gegenkultur.

Punk beim Popeln über dem Drugstore-WC
Foto: Saskia Uppenkamp

Soso, Domi, Lothar und Paul sitzen auf zwei alten Sofas im Proberaum des Drugstore. Auf einem ausgefransten Teppich steht ein Schlagzeug, einige Verstärker liegen herum. Soso, Domi und Paul arbeiten ehrenamtlich hier, Lothar besucht das Jugendzentrum schon seit den Anfangstagen im Jahr 1972.

„Wir können die Schließung vielleicht nicht mehr aufhalten“, sagt Soso, blaue Haare, schwarzer Pulli. Seit sieben Jahren organisiert sie den Drugstore mit. Den Betrieb zu unterbrechen wäre fatal, fürchten die Ehrenamtlichen. „Jugendarbeit funktioniert über menschliche Bindungen. Häufig können Jugendzentren nach langer Unterbrechung ihre Arbeit so nicht mehr fortsetzen“, sagt Lothar. Einerseits verlieren die Jugendlichen einen wichtigen Treffpunkt, zu dem sie nach einer Wiedereröffnung vielleicht nicht zurückkehren – als Jugendlicher kann sich das soziale Umfeld schnell ändern. Andererseits können bei längerer Pause auch die Kollektive auseinanderbrechen.

Selbstverwaltet und einzigartig

Seit 2013 ist die Intown Property Management GmbH die Eigentümerin des Gebäudes. Im Jahr 2015 stellte sie eine 60-prozentige Mieterhöhung, der der Bezirk nicht nachkommen wollte. Daraufhin kündigte Intown den Mietvertrag. Die Räumung konnte zwar zunächst um drei Jahre aufgeschoben werden, jetzt müssen Drugstore und Potse aber definitiv ausziehen.

Soso, Paul, Lothar und Domi (v. l. n. r.) im Drugstore
Foto: Saskia Uppenkamp

Der Bezirk verhandelt derzeit mit landeseigenen Wohnunternehmen über zwei mögliche Ausweichquartiere. Mit der Gewobag, der Eigentümerin eines Objekts in der Potsdamer Straße 134, befinde man sich bereits in Absprache über den Mietvertrag, allerdings seien die Räume unsaniert und müssten ein halbes Jahr lang umgrebaut werden, so ein Vertreter der Bezirksverordnetenversammlung. Für das zweite Objekt, das der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) in der Potsdamer Straße 140 gehört, liege hingegen noch kein Vertragsangebot vor.
Im Haus der Gewobag wäre spätestens um 22 Uhr Schluss mit dem Musikprogramm. Bandproben und Punkkonzerte könnten in gewohnter Form nicht mehr stattfinden – denn hier gibt es auch Wohnungen. Außerdem sind beide Ausweichquartiere kleiner als die jetzigen Räume. Um ihre Angebote vollständig fortzuführen, wollen Potse und Drugstore daher andere Objekte.

Am Wochenende spielen im Drugstore lokale und internationale Punk- und Rockbands. Sonntags werden im „Katerkino“ Filme gezeigt. Die Jugendlichen organisieren auch Flohmärkte oder kochen gegen Spende für jeden, der mitessen will. Oder sie besuchen gemeinsam Demonstrationen, zum Beispiel für das räumungsbedrohte Hausprojekt Liebig34 in Friedrichshain. Außerdem proben hier regelmäßig Bands und Theatergruppen.

Mit ihrem selbstverwalteten und unkommerziellen Ansatz sind die Jugendzentren Drugstore und Potse in Berlin einzigartig. Die Zentren beschäftigen keine Sozial­arbeiter, daher kümmern sich die Jugendlichen mithilfe der älteren Ehrenamtlichen selbstständig um die Organisation von Konzerten, Kinovorstellungen, Küfas oder Siebdruckworkshops – und lernen so, Verantwortung zu übernehmen. Mit ihrem alternativen Stil ziehen Drugstore und Potse junge Menschen an, die sich für linke Themen oder Punkmusik interessieren. Sie beschäftigen sich mit sozialen und umweltpolitischen Fragen und lernen hier politisches Engagement.

Am 17. Oktober um 17 Uhr, gleichzeitig mit den BVV-Beobachtern in Schöneberg, versammeln sich auch vor dem Rathaus Neukölln viele Menschen. Sie warten auf die Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Die Besucher sind unterschiedlichen Alters, sie halten Fahrräder, Kinder oder Hundeleinen. Einige öffnen bereits die erste Flasche Sternburg. Auf einem weißen Banner steht in Großbuchstaben: „Syndikat bleibt!“ Denn auch die linke Kneipenikone an der Weisestraße hat zum Jahresende eine Kündigung erhalten – nach 33 Jahren im Neuköllner Norden.

Ein paar Tage später, vier Uhr nachmittags: Im Syndikat ist die Theke gewischt, die Stühle sind an die Tische geschoben. Die Wände sind rot, es riecht nach altem Rauch. Hinten steht ein Billardtisch, in der Ecke ein Kicker. Beide sehen aus, als stünden sie schon seit der Gründung im Jahr 1985 hier. Die Kaffeemaschine zischt leise. Christian stellt eine Tasse auf den Tresen und greift nach Milch und Zucker. Sein Kollege Lukas lehnt an der Wand neben dem Schnapsregal und beißt in ein Brötchen. „Das Syndikat ist unser Wohnzimmer”, sagt Christian. Es sei ein wichtiger Ort, um Freunde und Bekannte zu treffen – und ihr Lebensmittelpunkt.

Christian, 41, verbrachte vor 20 Jahren seinen ersten Abend im Syndikat. Zwölf Jahre ist es her, dass er die Tresenseite wechselte und Teil des Kollektivs wurde.

Altes gegen neues Berlin

Das Syndikat in der Weisestraß e
Foto: Saskia Uppenkamp

Der Kollektivgedanke bestimmt den täglichen Betrieb im Syndikat: In Plenen entscheiden die Mitglieder nach Mehrheitsprinzip, zum Beispiel über den Alltag in der Kneipe und wie sie Spendengelder einsetzen. In grundsätzlichen Fragen aber ist Einstimmigkeit nötig. Alle Mitarbeiter erhalten den gleichen Lohn. Häufig veranstaltet das Syndikat Soli-Partys, bei denen die Einnahmen und Trinkgelder gespendet werden, zuletzt an ein anarchistisches Radioprojekt in Berlin und das Weisestraßenfest. Sexismus und Rassismus lehnt das Kollektiv ab, es will einen offenen Raum für emanzipatorisches Denken bieten – und Bier für zwei Euro verkaufen.

An Samstagabenden liefern sich im Syndikat ab halb neun Startup-Mitarbeiter Kickerduelle mit bunt­haarigen Punks, Neuköllner Urgesteine unterhalten sich mit Berghain-Szenepublikum. „Unsere Kundschaft ist kunterbunt“, sagt Lukas, 29, der ebenfalls seit mehreren Jahren Teil des Kollektivs ist. Er hat sich mit Christian an einen der schwarzen Tische gesetzt, hinter ihm steht der alte Kicker. Lange lebte Lukas im Neuköllner Wohnprojekt Friedel54, dessen Kiezladen im letzten Jahr geräumt wurde.

Dass dem Syndikat nun womöglich das gleiche Schicksal droht, trifft ihn: „Langsam nehm ich’s persönlich“, sagt er, lacht dabei aber.

„Langsam nehme ich’s persönlich“: Lukas (l.) und Christian im Syndikat
Foto: Saskia Uppenkamp

Der Mietvertrag des Syndikats ist schon öfter ausgelaufen, bisher machte die Hausverwaltung Deutsche Immobilien Management GmbH aber jedes Mal ein Angebot zur Neuverhandlung. Vor dreieinhalb Monaten stellte sie wieder die Vertragserneuerung in Aussicht. Mitte September aber schickte sie plötzlich die Kündigung. Der Eigentümer ist eine Briefkastenfirma aus Luxemburg.

Als das Syndikat Mitte der 80er öffnete, war der umliegende Schillerkiez eine der ärmsten Gegenden Berlins, er lag mitten in der Einflugschneise des Flughafen Tempelhof. Sperrmüll, Hundekot und bröckelnde Hausfassaden prägten das Straßenbild. „Niemand wollte hier freiwillig hinziehen“, sagt Lukas.  …

kompletten Artikel lesen … Quelle … ZITTY

Drugstore und Potse suchen nach Ersatz-Objekten, Videomaterial für ein Doku-Projekt und Gründungsmitgliedern: www.drugstore-berlin.de

Siebdrucken, Brettspiele spielen, Proberaum oder Konzerte – alles kostenlos. Öffnungszeiten variieren, Veranstaltungen und Kontakt auf: www.facebook.com/SJZDrugstore

Demonstration „Let’s Get United Again“: 15.12.,  ca. 13.30 Uhr, Rathaus Schöneberg

Kontakt zum Syndikat-Kollektiv: syndikatbleibt@riseup.net

Pressemitteilung 26. 11. 2018: 3000 freie Plätze in „Tempo-Homes“ – Senat muss Soforthilfe für Wohnungslose leisten!

Der Bundes-Arbeitskreis Generationen & Soziales teilt mit:

In Berlin gibt es aktuell ca. 3.000 freie Plätze in sog. „Tempo-Homes“ die mindestens bis Sommer 2019 ungenutzt leer bleiben werden. Nach Expertenschätzungen müssen zwischen 1.500 und 6.000 Obdach- und Wohnungslose in Berlin über die nächsten Tage und Wochen eine Übernachtung suchen. Bereits jetzt liegen die Temperaturen zwischen 0 und -3 Grad in der Nacht in Berlin.

Ähnlich wie die Berliner S-Bahn wird aber auch der Senat von Berlin offenbar – wie jedes Jahr –von Frostnächten im Winter völlig überrascht und ist nicht in der Lage vorsorglich ein dauerhaft funktionsfähiges System für ausreichende (Winter-)Notunterkünfte in Berlin einzurichten, sondern will sich auch in diese Winter wieder von Improvisation zu Improvisation hangeln. Gleichzeitig hat der Senat aber keinerlei Ermessensspielraum, untätig zu bleiben, denn nach Artikel 1 Grundgesetz ist der Senat von Berlin als vollziehende Gewalt an die Grundrechte „als unmittelbar geltendes Recht“ gebunden, was das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit gemäß Artikel 2 GG mit umfasst. Gemäß Artikel 20 GG erstreckt sich die unbedingte Einhaltung der verfassungsgemäßen Ordnung nach Grundgesetz auch ausdrücklich auf die vollziehenden Gewalten in den Bundesländern. Der Senat von Berlin hat keinen Ermessensspielraum, einen notwendige vorsorgliche Bereitstellung bzw. kurzfristige zur Verfügungstellung ausreichender Notunterkünfte durch Untätigkeit zu unterlassen.

Die genannten „Tempo-Homes“ befinden sich ohnehin alle in einem mindestens mittelbaren Zugriff des Senats, wenn auch für eine andere Zweckbestimmung vorgesehen, eine Zweckbestimmung, die allerdings in den bevorstehenden Wintermonaten nicht stattfinden wird.

Uns, der Mieterpartei, ist es egal ob formal der Senat eigene „Tempo-Homes“ beschlagnahmen kann oder überhaupt erst beschlagnahmen muss. Uns ist es auch völlig egal wie ein mögliches anderes Verfahren in der Bürokraten-Sprache heißt.

Wir fordern den Senat von Berlin, die drei Koalitionsparteien und die Koalitionsfraktionen im Abgeordnetenhaus auf, ein aktives Handeln des Senats und der Verwaltungen herbeizuführen, die beheizbaren Schlaf- und Wohnmöglichkeiten, die in Berlin vorhanden sind, den Menschen, die in der Winterzeit mit den für diese Jahreszeit typischen Minustemperaturen vom Kältetod unmittelbar bedroht sind, zur Verfügung zu stellen.

Eine dauerhafte Lösung, um auch im nächsten Jahr nicht wieder von Frosteinbrüchen völlig überrascht nach neuen Improvisation-s-Möglichkeiten suchen zu müssen, muss anders als in den letzten Jahren durch den Senat ebenfalls endlich erarbeitet werden und darf auf keinen Fall durch Kompetenz-Rangeleien in der Senatskoalition verhindert werden.

Folgende Erstunterzeichner unterstützen diese Forderung:

Beni, Bergpartei

Initiative Altes Wasserwerk Tegel

Jan, Kollektiv Staub zu Glitzer und Kollektiv Freibeuter

Sonja, Verein Atelierhaus Australische Botschaft Ost e.V.i.G

Dr. Barbara Sahner

Eva Willig

Sabine Büttner

Angelika Paul

Gudrun Rogge

Gerhard


Bitte unterstützt die Pressemitteilung als Träger/Initiative oder Einzelperson um einen größeren Druck auf die Senatsverwaltung ausüben zu können und nutzt dazu die unten angegebene Mailadresse.
Auf Grund unserer letzten Presseschau sind die ersten Notunterkünfte schon jetzt überfüllt, obwohl  schon einiges für die Prävention und Beendigung der Wohnungslosigkeit in Berlin getan wurde, was aber offensichtlich nicht ausreichend ist.   Jetzt ist es kalt und Menschen müssen wegen der Überlastung der meisten Träger ihre Nächte auf der Straße verbringen. Die mindestens 3 Kältetoten in diesem Jahr, die es schon in Westdeutschland gegeben hat, geben Anlass das Berlin ein Beispiel dafür sein sollte, das den Schwächsten unter uns die Würde nicht genommen wird und die laut Artikel 28 (1) selbst auferlegte Fürsorgepflicht wichtig und wahrgenommen wird.

Hier die Pressemitteilung als PDF

Für den Bundes-Arbeitskreis:

Nicole Lindner                        Steffen Doebert

BundesAG-SoforthilfeWohnungslose@gmx.de

Tel. 0176 49 28 78 53

MIETERPARTEI Bundesverband

Postfach 750234

13132 Berlin

Scholz legt neues Konzept für Grundsteuer vor

Finanzminister Scholz will die Grundsteuer einem Zeitungsbericht zufolge künftig für jede Wohnung berechnen lassen. Grundlage sollen demnach Fläche und Alter der Immobilie sein – sowie die Höhe der Miete.

 

Das Bundesverfassungsgericht hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz unter Druck gesetzt und umfassende Änderungen bei der Grundsteuer verlangt. Das aktuelle System zur Berechnung sei verfassungswidrig, urteilten die Richter im Frühjahr. Nun hat der SPD-Politiker einem Medienbericht ein Konzept für die Reform erarbeitet.

Die Grundsteuer solle künftig für jede Wohnung individuell und nicht mehr je Immobilie berechnet werden, berichtet die “Bild”-Zeitung. Grundlage sollen demnach Fläche und Alter der Immobilie sein, aber auch die Höhe der Miete.

Wohnen durch Reform noch teurer?

Für Wohnungen mit hoher Miete würden die Pläne also eine steigende Steuerbelastung bedeuten, schreibt die “Bild”-Zeitung. Eigentümer, die ihre Wohnung teuer vermieten könnten demnach also stärker zur Kasse gebeten als andere.

So könnten Anreize für günstigere Mieten geschaffen werden, meldete das Blatt unter Berufung auf SPD-Kreise. Da Vermieter die Grundsteuer häufig auf die Miete umlegten, könnte das Verfahren allerdings vor allem in Großstädten Wohnen noch teurer machen, schreibt die Zeitung.

Bei selbst genutzten Immobilien solle die Höhe der Steuer anhand der Wohngeldtabelle ermittelt werden. Scholz will seine Pläne laut Bericht Mitte der Woche den Bundesländern vorstellen. Die Länder drängen darauf, dass das erforderliche Gesetzgebungsverfahren rechtzeitig abgeschlossen wird.

 

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Die ersten Notunterkünfte sind schon überfüllt – Wenn ein U-Bahnhof für Obdachlose die letzte Zuflucht ist

Wie in jedem Jahr ist die Berliner Kältehilfe in diesem Jahr pünktlich angelaufen, rund 1000 Notübernachtungsplätze sollen im Winter zur Verfügung stehen. Kälte- und Wärmebusse sind unterwegs, um Menschen mit Schlafsäcken oder heißen Getränken zu versorgen und sie, wenn nötig, in Notübernachtungen zu bringen. Diese sind seit Einsetzen des Frosts teils schon überbelegt, sagt Ortrud Wohlwend, Sprecherin der Berliner Stadtmission, die rund ein Drittel der Plätze stellt. Im Quartier an der Lehrter Straße seien in der Nacht zu Montag 175 Gäste aufgenommen worden, 50 mehr, als Schlafplätze zur Verfügung stünden. In der Traglufthalle hinter dem Bahnhof Frankfurter Allee mit 120 Plätzen seien nur noch einige Betten für Frauen frei geblieben.

Auch die City Station in Charlottenburg hat schon Gäste abgewiesen. Die Notübernachtung der Tagesstätte für Wohnungslose an der Joachim-Friedrich-Straße öffnet täglich um 21 Uhr. 19 Männer können im Gemeinderaum schlafen, sechs Frauen in einem anderen Raum, die Betten sind schlichte Matten auf dem Boden, dicht an dicht. Doch nicht alle Wartenden bekommen einen Platz, sagt Anna-Sofie Gerth, Leiterin der City Station. „Für die anderen bestellen wir auf Wunsch den Kältebus, um sie in andere Notübernachtungen zu bringen.“ Die City Station liegt direkt am Kudamm, doch auch hier gebe es Armut, sagt Anna-Sofie Gerth. „Zu uns kommen tagsüber viele ältere Frauen, die für 50 Cent eine Suppe essen, weil ihre Rente nicht ausreicht, um für sich selbst zu kochen.“ Manche Gäste kämen abends wieder, um hier zu übernachten. Schätzungsweise 4000 bis 6000 Menschen leben in Berlin auf der Straße. Wie viele es genau sind, weiß bisher niemand, auch wenn der Senat plant, eine Statistik zu erheben.

Gerade in U-Bahnhöfen wird Obdachlosigkeit mehr und mehr sichtbar. Menschen schlafen tagsüber an Bahnsteigen, versteckt unter Decken, Männer trinken und lärmen in großen Gruppen auf Bahnhöfen wie Gneisenau­straße oder Pankow. Bettler sind manchmal ohne Schuhe und in erbärmlichem Zustand unterwegs. Doch gerade obdachlose Frauen fallen in der Öffentlichkeit oft kaum auf.

Wie kann diesen Menschen geholfen werden? Zuletzt gerieten darüber die Senatsverwaltung für Soziales und die BVG aneinander. Es ging um die Frage der „Kältebahnhöfe“, die nachts offen gehalten werden für Obdachlose, die nicht in Notunterkünfte wollen oder können. Dort sind Hunde verboten, Drogen und Alkohol tabu. Der Umgangston ist teils rau. Zwar finanziert die BVG eine Sozialarbeiter-Stelle der Stadtmission und schult ihre Mitarbeiter „im Umgang mit problematischen Gruppen“. Doch die Zahl der Menschen, die sich nachts in den Bahnhöfen aufhalten, steige seit Jahren, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz. Und die Klientel werde durch Alkohol, Drogen, psychische Erkrankungen und auch die Vielfalt der Sprachen schwieriger. Die Sicherheit könne nachts nicht mehr gewährleistet werden, die sanitäre Situation sei problematisch. Und sie ergänzt: „U-Bahnhöfe sind für diese Aufgabe nicht geeignet.“

Während die Nachttemperaturen sanken, machte sich Empörung breit – in Berlin steigt nicht nur die Zahl der Obdachlosen, sondern auch der Blick dafür, wie man mit ihnen umgeht. Am Freitag gab es nun eine Lösung. Geöffnet bleiben die Zwischengeschosse der Stationen Moritzplatz und Lichtenberg. Streetworker der Stadtmission und des Vereins Karuna e. V. werden sich um die Obdachlosen kümmern. Außerdem werden Dixi-Toiletten bereitgestellt und an den Eingängen mobile, beheizte Warte- und Wärmehallen.

„Ich habe versucht, mich unsichtbar zu machen“

Reicht das? Kältebahnhöfe sind lebensnotwenig, sagt Stadtführer Uwe Tobias, der, wie Klaus Seilwinder, mehrere Jahre „Platte gemacht“ hat, wenn auch schon in den 90er-Jahren. „Für mich waren sie manchmal die letzte Zuflucht, denn ich konnte nie in eine Notunterkunft gehen. Dort bekomme ich Panik, ich habe Platzangst.“ Auf seinen Touren erklärt Uwe Tobias den Gästen die Gründe seiner Obdachlosigkeit und warum er es in der Enge nicht aushält. „Ich bin in Ost-Berlin aufgewachsen, kam immer wieder in Haft, weil ich mit dem Staat nicht klarkam. Es war ein Polizeistaat, auch wenn viele das nicht sehen wollten, der Menschen verfolgte und unterdrückte.“ Ein Versuch, in den Westen zu fliehen, misslang, wiederum kam er in Haft, wurde alkoholkrank. „1991 kam ich nach West-Berlin. Ich dachte, ich bleibe nur drei Tage auf der Straße, es wurden sieben Jahre.“

Die Touren von Klaus Seilwinder und Uwe Tobias führen an Orte, die damals für sie wichtig waren. Ein Mülleimer in Mitte, in dem Seilwinder besonders viele Pfandflaschen fand, weil Touristen das Pfandsystem oft nicht durchschauen. „Gebettelt habe ich nie“, sagt er. Oder sie gehen zu Häusern, die damals leer standen, und wo sie Unterschlupf fanden. Ihre Geschichten sind unterschiedlich, deshalb gehen sie nicht gemeinsam auf Stadtführung. Tobias berichtet, wie er selbst immer gleich­gültiger wurde. „Ich habe mich vielleicht alle acht Wochen mal gewaschen, und wenn jemand sagte, ‚du stinkst!‘, antwortete ich nur: ‚Ich riech’ nichts.‘“

Seilwinder beschreibt, wie er jahrelang sein Hab und Gut in einem Gebüsch an einem Spielplatz am Spittelmarkt in Mitte versteckte. „Ich versuchte, immer ordentlich auszusehen, mich als graue Maus unsichtbar zu machen.“ Als am Spittelmarkt Neubauten entstanden, musste er weg. Heute gebe es viel weniger Möglichkeiten als damals unterzukommen, sagt auch Uwe Tobias. Dadurch sei Obdachlosigkeit sichtbarer geworden. „Dass Menschen offen auf der Straße leben wie heute in der Friedrichstraße oder am Kudamm, das gab es damals nicht.“ Obdachlose fühlten sich in der Öffentlichkeit heute oft sicherer, sagt Seilwinder, der im Tiergarten von Neonazis überfallen wurde.

Der Brandanschlag auf zwei Obdachlose am Bahnhof Schöneweide im Sommer hat die Stadtführer fassungslos gemacht. Eines der Opfer ist kürzlich gestorben. „Ich kannte Andi persönlich, ich wohne in Schöneweide und kam oft bei ihm vorbei“, sagt Seilwinder. Aber er betont auch: Es sei eine Tat im Obdachlosen-Milieu gewesen, ohne politischen Hintergrund. Die Demonstrationen am Tatort, die laut vorgetragene Solidarität und die Vorwürfe an eine vermeintlich kaltherzige Gesellschaft machten ihn nachdenklich. „Da standen dann auch Menschen, die die Obdachlosen zuvor anspuckt und beschimpft hatten.“

Auch den Gabenzaun, der kürzlich am Bahnhof in Schöneweide errichtet und später mutwillig zerstört wurde, sehen die beiden skeptisch. „Es war sicherlich gut gemeint, aber von denen, für die der Zaun gedacht war, hat das Angebot niemand richtig verstanden“, so Uwe Tobias. „Ich sage bei den Führungen immer: Fragen Sie die Menschen lieber direkt, was sie brauchen. Bieten Sie nicht von oben herab irgendetwas an, von dem Sie meinen, es werde gebraucht. Das fühlt sich für das Gegenüber erniedrigend an.“ Wenn man jemandem Geld spende, solle man es demjenigen selbst überlassen, wofür er es ausgibt. „Man muss zum Beispiel wissen, dass Alkoholiker bei einem kalten Entzug gesundheitliche Probleme bekommen können, es geht ihnen dann sehr schlecht“, sagt Seilwinder. Heute leitet er eine Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.

Und noch einen Rat haben die beiden: „Wer helfen oder spenden will, sollte sich eine Einrichtung suchen, die direkt mit Obdachlosen arbeitet. Viele Kirchengemeinden tun das und wissen genau, was gebraucht wird: Geld, Kleider, sanitäre Artikel oder auch ehrenamtliche Hilfe.“ Die beiden gehen mit gutem Beispiel voran und bieten heute eine Benefiz-Führung an. Der Erlös soll der Hygienestation der Franziskaner in Pankow zukommen, die beide gut kennen – hier haben auch sie damals Unterstützung gefunden. Zwar ist die Veranstaltung ausgebucht, aber reguläre Führungen gibt es jeden Sonntag (Info: www.querstadtein.org).

Seilwinder hatte eine „Patenfamilie“, die ihm half

Wie haben die beiden es zurück ins Leben geschafft? Klaus Seilwinder erzählt von einem Freund, der zwar von Hartz IV lebte, aber eine Mietwohnung hatte – „er ließ mich im Winter bei sich wohnen, zu der Bedingung, dass ich anfing, meine Papiere zu beantragen. Er trug jede Woche in den Kalender ein, was ich schaffen sollte.“ Der Plan ging auf. Seilwinder hatte zudem eine „Patenfamilie“, so nennt er es und lächelt. „Es gibt auch Menschen, die von sich aus und über lange Zeit einem Obdachlosen helfen.“ Uwe Tobias dagegen sagt: „Ich habe das alles allein mit mir ausgemacht“. Und erzählt, dass er nach dem x-ten Alkoholabsturz schließlich doch einen Sozialarbeiter anrief. „Ich wusste, wenn ich so weitermache, werde ich sterben.“

Eine Stadtführung reicht nicht aus, um die Lebensgeschichten von Menschen auf der Straße komplett zu erzählen. Der Weg aus der Obdachlosigkeit ist lang und kompliziert. Klaus Seilwinder verbrachte Jahre in Übergangsheimen, im betreuten Wohnen, seit 2017 lebt er wie Uwe Tobias, in einer regulären Wohnung. Beide berichten von frustrierenden Ämterbesuchen, allein der Antrag auf Hartz IV bestehe aus 41 Seiten. Dazu kommt das Ringen mit der Sucht. „Man erlebt immer Rückschläge“, sagt Uwe Tobias. „Es bleibt ein täglicher Kampf.“

Wie man obdachlosen Menschen helfen kann

Die Berliner Verkehrsbetriebe öffnen auch diesen Winter jede Nacht zwei U-Bahnhöfe, in denen obdachlose Menschen Schutz finden können. Diese Kältebahnhöfe sind Moritzplatz (U8, Kreuzberg) und Lichtenberg (U5).

Um Menschen zu versorgen, die auf der Straße leben, sind im Winter verschiedene Organisationen nachts mit Kälte- und Wärmebussen unterwegs, die auch von Passanten gerufen werden können. Wichtig: Vor dem Anruf sollte man Hilfe suchende Personen zunächst ansprechen, ob und welche Hilfe sie benötigen. Der Kältebus der Stadtmission (tgl. 21 bis 3 Uhr) ist erreichbar unter Tel. 0178 523 58 38. Der Wärmebus des DRK (tgl. 18 bis 24 Uhr) unter Tel. 0170 910 00 42. Die Frostschutz­engel der Gebewo und der Caritas unterstützen auch obdachlose Menschen aus osteuropäischen Ländern in deren Sprachen: www.frostschutzengel.de.

Was tun, wenn eine Person hilflos wirkt, nicht ansprechbar ist, wenn sie sich oder andere möglicherweise in eine akute Gefahrensituation bringt? Bitte den Notruf der Polizei anrufen: Tel. 110. Bei drohender Lebensgefahr und akuten gesundheitlichen Gefährdungen alarmieren Sie bitte sofort den Rettungsdienst unter Tel. 112.

Welche Angebote sind ganzjährig offen? Wo gibt es Beratung? Wo finden nicht Versicherte medizinische Hilfe? Wo können Obdachlose ihre Kleider waschen und duschen? Alle Adressen der Berliner Kältehilfe, die Notübernachtungen, aber auch ganzjährige Angebote sind im Internet auf kaeltehilfe-berlin.de gezielt recherchierbar – nach Angebot oder auch nach Bezirken. Es gibt auch Hinweise in Fremdsprachen. Wer per Handy ein Angebot für Obdachlose sucht, kann sich auch die praktische Kältehilfe-App (AndroidiOS) kostenlos aufs Handy laden.

Viele Suppenküchen, Kleiderkammern, Notübernachtungen und Vereine sind auf ehrenamtliche Helfer angewiesen. Wer interessiert ist, mitzuhelfen, findet auf diesen Seiten ebenfalls viele Adressen.

Mehr zum Thema:

Zwei Bahnhöfe für Obdachlose geöffnet

Obdachlose freuen sich über Schlafsäcke

Kein Obdach in den U-Bahnhöfen

Flüchtlingsheime stehen trotz Wohnungsmangels leer

zitiert aus Quelle … Berliner Morgenpost

„Ich muss kämpfen, ich will weiterarbeiten!“ – Die Geschichte von Hassan Qadri und seinem Laden »Kamil Mode«

Ein Stück neuköllner Textilwirtschaft soll gehen Hassan Qadri ist ein Mann mit einem stechendem Blick hinter schwarzer Hornbrille. Seit 2002 führt er sein Geschäft für Bekleidung »Kamil Mode« am Kottbusser Damm 9, auf der westlichen Seite der belebten Verbindungsstraße von Neukölln und Kreuzberg 36. Wie viele kleine, Inhaber*innen-geführte Läden in Berlin ist er in Gefahr: der […]

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Neue Bauordnung in Wien – Fünf Euro pro Quadratmeter – so geht’s

Die Wiener Regierung geht drastisch gegen steigende Mieten vor. Eine neue Bauordnung macht Investoren strenge Vorgaben – und setzt für zwei Drittel aller neuen Wohnungen die Preise fest.

 

Nahezu in allen Metropolen der Welt steigen die Mieten. Und man kann nichts dagegen tun? Die rot-grüne Regierung der Stadt Wien will beweisen, dass das nicht stimmt. Sie beschließt an diesem Donnerstag eine neue Bauordnung, die einem Paukenschlag gleichkommt.

Mit der Neuregelung will Wien der Teuerung durch drastisch steigende Grundstückspreise entgegenwirken. Als Ursache macht die Politik vor allem Großinvestoren aus, die seit dem Finanzcrash 2008 und in Zeiten niedriger Zinsen in Immobilien ein sicheres und renditeträchtiges Investment sehen.

Diese Investoren will die Regierung in die Pflicht nehmen – oder auch vom Kauf abschrecken.

In der neuen Bauordnung wird es die Widmung “Gebiete für geförderten Wohnbau” geben. Demnach müssen zwei Drittel aller neuen Wohnungen, die künftig gebaut werden, in die Kategorie “geförderte Wohnnutzfläche” fallen, wie es bürokratisch heißt. Die Miete darf hier nicht mehr als fünf Euro netto pro Quadratmeter betragen.

 

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Brandbrief: Forderung Rekommunalisierung und Verhandlung über kombinierte Nutzungen mit den Nachbarschaften

Zusammen mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren der Nachbarschaft fordern wir die Rekommunalisierung der ehemaligen Kurt-Held-Schule in der Görlitzer Str 51. Um dieser Forderung argumentativ Nachdruck zu verleihen, haben wir diesen „Brandbrief“ veröffentlicht, woraus der dringende Bedarf für Raum für Bildung und Betreuung im Kiez hervorgeht.  Sehr geehrte Verantwortliche des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, des Berliner Senats, der Eigentümer-GmbH […]

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Lukrativ für Vonovia, bitter für Mieter

Wenn die Miete nicht mehr erhöht werden kann, hilft eine Modernisierung: Die Kosten darf ein Immobilienbesitzer auf seine Mieter umlegen. Deutschlands größter Vermieter Vonovia ist besonders kreativ.

 

Tief im Südwesten Deutschlands sitzt der vielleicht unbequemste von vielen unbequemen Gegnern des deutschen Wohnungskonzerns Vonovia. Zwischen Bodensee und Schweizer Grenze organisiert sich der Widerstand in zwei Konstanzer Plattenbauten mit insgesamt 252 Wohnungen. Die Mieter haben Parolen wie “Vonovia modernisiert, Miete explodiert” auf die Wege gemalt und eine Kampfansage: “Wir wehren uns!”

Was in der Konstanzer Schwaketenstraße passiert, ist beispielhaft für das, was Mieter in vielen deutschen Städten bewegt. Und es sieht aus, als sei es eine regelrechte Strategie von Vonovia. Eigentlich sind die Mieter hier so, wie ein Vermieter sie sich wünscht: Sie sind bescheiden, ordentlich und mit ihrer Wohnsituation absolut zufrieden. Werner Großmann lebt mit seiner Frau seit 1985 in einer Dreizimmerwohnung im ersten Stock.

“Der Ärger begann mit der Vonovia-Übernahme vor ein paar Jahren”, sagt der 75-Jährige, vor allem wegen der Steigerung der Betriebskosten, über die viele Vonovia-Mieter klagen. Seither kämpft Großmann gemeinsam mit seinen Nachbarn und mit tatkräftiger Unterstützung des lokalen Mieterbunds für verständliche Abrechnungen, Erklärungen, und für eine Rücknahme der Erhöhungen. Allein, das haben sie schnell festgestellt, sind sie schwach, deshalb haben sie eine Mieterinitiative gegründet.

Den Anstieg der Nebenkosten hätten sie vielleicht – wie Tausende Vonovia-Mieter – ohnmächtig akzeptiert. Während sie aber noch auf Antworten auf ihre Fragen warteten, schickte der Konzern erst eine Mieterhöhung und kurz darauf eine Modernisierungsankündigung.

 

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