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Kreuzberg meets „Bellevue“ Hamburg: Protest und Widerstand gegen die Räumung des Kreuzberger Spätkaufs  #Ora35

Am  8.8.19 fahren solidarische Gewerbetreibende, Anwohner*innen, Kund*innen und ein breites Unterstützungsnetzwerk aus Initiativen mit dem Solibus nach Hamburg, um ihrem Protest gegen die geplante Räumung des #Oranienspätis Ausdruck zu verleihen. Der Gerichtsvollzieher kündigte der Betreiberfamilie Tunc des Spätkaufs in der Oranienstraße  die Vollstreckung der Zwangsräumung zum 14.08.2019 an. Zekiye Tunc, die „Seele“ des Familienunternehmens, ist […]

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AirBnB lässt die Mieten steigen

Wissenschaftler belegt Effekte der Internetplattform zum Beispiel auf den Berliner Wohnungsmarkt.

»Ich habe versucht, die Anbieterstruktur bei AirBnB zu verstehen. Teilen die Leute nur nebenher freie Zimmer? Das trifft auf einen gewissen Anteil zu. Aber den Daten zufolge werden überraschend viele Unterkünfte angeboten, bei denen die Sharing-Absicht infrage gestellt werden kann«, sagt Felix Mindl.

In seinem Anfang des Monats erschienen Aufsatz »Home-sharing, ein Geschäftsmodell mit lokalen Nebenwirkungen«, nennt der Wirtschaftswissenschaftler auf Basis der auf der Internetseite insideairbnb.com zur Verfügung gestellten Daten sehr aufschlussreiche Zahlen. Demnach wurde in seinem Untersuchungszeitraum in der ersten Jahreshälfte 2015 etwas mehr als die Hälfte der Zimmer oder Wohnungen länger als 90 Tage vermietet. »Es ist nur schwer vorstellbar, sein privates Zuhause im Rahmen einer nichtgewerblichen Nebentätigkeit für mehr als 90 Tage im Jahr zu vermieten«, schreibt Mindl. In jenem Zeitraum waren auch 72 Prozent der fast 7000 angebotenen Unterkünfte komplette Wohnungen. Für ihn ist klar, dass es sich in dieser Form nicht um das Teilen von Wohnraum handelt und durch AirBnB mit großer Wahrscheinlichkeit Wohnungen vom normalen Mietmarkt genommen werden.

Die automatisiert vom Projekt insideairbnb.com gesammelten über 22 500 derzeit bei AirBnB gelisteten Angebote von AirBnB in Berlin. Rot: ganze Wohnungen, Grün: Einzelzimmer, Blau: Einzelbetten.
Foto: Screenshot: insideairbnb.com

Mindl hat noch klarere Belege dafür, dass die Zweckentfremdung von Wohnraum als Ferienunterkünfte ein Geschäftsmodell geworden ist. Über 200 der von ihm als professionell eingestuften Vermieter boten zwei Wohnungen an, weitere 66 sogar drei. Und 75 Gastgeber hatten vier oder mehr Wohnungen im Angebot – zusammengezählt 522 Stück. Es lohnt sich, an Touristen zu vermieten. Der durchschnittliche Jahresumsatz für eine ganze bei AirBnB angebotene Wohnung liegt bei fast 17 000 Euro – Das ist mehr als das doppelte der durchschnittlichen Langzeit-Jahresmiete. Im Einzelfall kann das noch sehr viel einträglicher sein. In einem Prozess, den eine Italienerin gegen das Berliner Bezirksamt Pankow führte, kam heraus, dass sie durch die Vermietung als Ferienwohnung nach Abzug der Kosten einen Reingewinn von 26 700 Euro in einem Jahr erzielt hatte. Eine Weile wurde es ausländischen Immobilienanlegern von entsprechenden Agenturen regelrecht schmackhaft gemacht, die Kreditraten für die teuren Eigentumswohnungen über die Vermietung an Touristen abzustottern. Ganze Häuser gehören so italienischen oder israelischen Kleinanlegern.

»Als Wirtschaftswissenschaftler finde ich den Grundgedanken der Sharing-Ökonomie, Effizienzgewinne zu ermöglichen, interessant. Das macht für mich Sinn«, so Mindl. Doch bei seiner Untersuchung wurde klar, dass die zahlreichen Kritiker von AirBnB recht haben und das Modell tatsächlich dem Markt Wohnraum entzieht.

»Um die These zu überprüfen, ob AirBnB spürbar den Wohnraum verknappt, habe ich die Entwicklung der Angebotsmieten untersucht«, sagt der Wissenschaftler. Er hat dafür die mit Kiezen vergleichbaren sogenannten Lebensweltlich orientierten Räume (LOR) als Basis genommen, in denen besonders viele Ferienwohnungen angeboten werden. Rund um den Oranienplatz in Kreuzberg standen zum Beispiel ganzen sechs Mietwohnungsinseraten 46 AirBnB-Angebote gegenüber.

Mindl verglich die Entwicklung der Angebotsmieten im Zeitraum von 2013 und 2015 in sehr touristischen Gegenden von Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg mit den Preisen in Spandau. Dort fand er eine vergleichbare Bevölkerungsstruktur vor. 16,8 Prozent aller Mietsteigerungen, also jede sechste, sind nach den Berechnungen des Wirtschaftswissenschaftlers durch AirBnB induziert worden. Das bedeutet: Vom Gesamtmietenanstieg von über 17 Prozent im betrachteten Zeitraum ist die Plattform für knapp drei Prozentpunkte verantwortlich. Um seine Erkenntnisse zu untermauern, verglich Mindl innerhalb der Touristenkieze die Entwicklung der Angebotsmieten für Wohnungen mit bis zu drei Zimmern und größeren Wohnungen, die praktisch nicht bei AirBnB angeboten werden.

Seit 2013 laboriert Berlin an einem Zweckentfremdungsverbotsgesetz. Im Mai 2018 wurde dieses verschärft, die entsprechende Ausführungsverordnung trat schließlich im Oktober in Kraft. Unter anderem können Vermieter illegaler Ferienwohnungen mit einem bis zu 500 000 Euro hohen Bußgeld belegt werden. Die für die Umsetzung zuständigen Bezirke haben dies seitdem 250 Mal getan. Zusammen 1,5 Millionen Euro mussten die Gastgeber dafür löhnen. Im Schnitt werden 6000 Euro fällig. In Lichtenberg und Steglitz-Zehlendorf wurden aber auch schon Bußgelder bis zu 37 500 Euro verhängt. Friedrichshain-Kreuzberg hat mit rund 950 000 Euro am meisten eingenommen.

Schätzungen gehen derzeit von etwa 20 000 angebotenen privaten Touristenunterkünften aus. Tatsächlich genehmigt sind von den Bezirken derzeit 1900 Ferienwohnungen, 3000 Registriernummern wurden vergeben. …

kompletten Artikel lesen … Quelle … Neues Deutschland

WOLLEN WIR DAS FÜR BERLIN? Wann handelt der Senat? Wann wird das Zweckentfremdungsverbot novelliert und die Schlupflöcher geschlossen? (siehe Artikel vom 17.07.2019 Mit möblierten Wohnungen Städtebau- und Mietpreisrecht aushebeln)

Hier zum Vergleich von AirBnB gelisteten Angebote in München

Foto: Screenshot: insideairbnb.com Rot: ganze Wohnungen, Grün: Einzelzimmer, Blau: Einzelbetten.

AirBnB gelisteten Angebote in London

Foto: Screenshot: insideairbnb.com Rot: ganze Wohnungen, Grün: Einzelzimmer, Blau: Einzelbetten.

 

AirBnB gelistete Angebote in Paris 

Foto: Screenshot: insideairbnb.com Rot: ganze Wohnungen, Grün: Einzelzimmer, Blau: Einzelbetten.

MIETENWAHNSINN Berlin: Haialarm an der Spree

Die Mietaktivisten von heute kämpfen nicht mit Steinen. Sondern mit Informationen. Sie enttarnen die Menschen und Firmen, die für den Mietenwahnsinn verantwortlich sind. Wir waren bei der Jahreshauptversammlung der Täter dabei – dem Tag der Immobilienwirtschaft

Horst Seehofer hat abgesagt. Man sieht ihn trotzdem tanzen. Er trägt einen schwarzen Anzug und wackelt lässig mit dem Hintern. Dann legt er einen Arm um Angela Merkel, die mit den Händen eine Raute macht. „I love Hai-Society“, steht auf dem Banner, das sie vor sich halten. Neben ihnen tanzt ein Hai.

Ein „lebendes Bild“ nennen die Miet­aktivisten, die unter den Masken von Seehofer, Merkel und dem Hai stecken, ihre Performance. Sie ist Teil einer Mahnwache am Rand des Mercedes-Platzes in Friedrichshain. Die Laternen hier leuchten auch tagsüber. In einige sind Kameras eingebaut. Drum herum ragt eine Retortenstadt mit bemüht modernen Fassaden in den Himmel. 

Die Aktivisten protestieren gegen den Tag der Immobilienwirtschaft, der am vergangenen Donnerstag in der Verti Music Hall, 150 Meter von ihnen entfernt, stattfindet. Dort treffen sich mehr als 2.000 Entscheider, die 37.000 Firmen, 19 Prozent der deutschen Bruttowertschöpfung und 10 Prozent der Arbeitnehmer repräsentieren, so die Eigenwerbung des Veranstalters ZIA – Zentraler Immobilien-Ausschuss. Mitglied in dem Verband sind neben Immobilien-Aktiengesellschaften auch Banken, Fonds, Vermögensverwalter und alle möglichen Unternehmen, die mit Immobilien Gewinn machen. Für sie zählt weit vor allen sozialen Fragen die Rendite, die sie erwirtschaften.

Ein großer Teil der Entscheider sitzt um 13 Uhr im Konzertsaal der Music Hall. Das Licht ist schummrig blau, die Luft klima­tisiert, die Sonne ausgesperrt. Andreas Mattner, der Präsident des ZIA, zeigt zu Beginn der Veranstaltung Fotos von Demos. „Mieten­wahnsinn“, ist auf einem Banner zu lesen. Ein ähnliches Plakat hängt auch draußen an der Mahnwache.

Gefahr fürs Geschäft

„Es steht nicht gut um das Image unserer Branche“, sagt Mattner zu den Kongress­teilnehmern. Angespanntes Schweigen im Saal. Mattner erzählt von Mitgliedern des Verbands, denen gedroht worden sei: „Seid froh, dass wir euch nur enteignen.“ Und er beschwört ein „Miteinander von Immobilienbranche, Politik und Gesellschaft.“ Es ist die Selbstvergewisserung der Verunsicherten. Mattner will den Mieter-Aufstand besänftigen. Es sei nur das Fehlverhalten einzelner Marktteilnehmer, das „zu Aktionismus ohne Folgenabschätzung führt“.

Eine der Folgen des Aktionismus, den er anprangert: Der Kurs der Deutsche Wohnen ist seit Beginn der Stimmensammlung für ihre Enteignung um rund 20 Prozent gefallen. Seit der Ankündigung des Mieten­deckels geht der ganzen Branche der Arsch auf Grundeis. Wohnen droht ein weniger lukratives Geschäft zu werden. Es ist die Macht der Straße, die hier wirkt.

Vor der Mahnwache, die die Aktivisten angemeldet haben, hängen Tafeln, auf denen Menschen gedacht wird, die nach Zwangsräumungen obdachlos verstarben oder sich vor der Räumung umbrachten. Tim Riedel vom Bündnis Zwangsräumung verhindern ist einer der Teilnehmer der Mahnwache. Er sagt: „Hinter uns treffen sich die Täter hinter dem Mietenwahnsinn. Wir sind nicht einverstanden damit, dass Profit aus Mieten geschlagen wird.“

Die Mietaktivisten wollen keine Ware sein. Sie wehren sich. Und zerren ihre Gegner in die Öffentlichkeit. Die Menschen und Firmen hinter dem Mietenwahnsinn werden gerade Schritt für Schritt bekannt gemacht. Seit Anfang des Jahres kursiert eine Broschüre der Berliner Mieter-Gemeinschaft mit dem Titel „Den Aktionären verpflichtet“, die die Kapitalströme hinter den in Deutschland börsennotierten Immobilienfirmen beleuchtet. Im März hat die Kostenschätzung für das „Deutsche Wohnen & Co enteignen“-Volksbegehren die zehn Immobilienunternehmen, die in Berlin mehr als 3.000 Wohnungen haben, offengelegt. 

Berlin weiß jetzt, wem der größte Teil der Stadt gehört. Im Mai wurde eine Recherche öffentlich, die zeigte, dass auch die britische Milliardärsfamilie Pears über ein Firmengeflecht mehr als 3.000 Wohnungen in Berlin besitzt. Ebenfalls im Mai wurde ein Multi-­AirbnB-Vermieter von Aktivisten mit einer Besetzung an den Pranger gestellt. 

Das Treffen der Täter

Und jetzt stehen die Aktivisten vor dem Jahreskongress aller, die mit Immobilien in Deutschland Geld verdienen. Sie skandieren: „Kündigung ins Klo – sowieso“ und „Hoch mit den Löhnen – runter mit der Miete“. Berlin ist in diesem Moment wieder geteilt. Diesmal zwischen oben und unten. Und die oben sind ein bisschen genervt.

Ein Balkon von herrschaftlichen Dimensionen. Die Tische sind weiß, die Sonnenschirme auch, an der Balustrade steht Bambus, an der Gebäudeseite ein Buffet. Die Drinks gehen auf dem Gastgeber. Hier werden Kontakte geknüpft und Deals besprochen. Die Gäste tragen ihre Uniform: schwarze oder dunkelblaue Anzüge, den obersten Knopf des weißen Hemdes gelöst, ein weißes Band um den Hals, an dem eine Plastikkarte hängt, auf die der Name und die Firma gedruckt sind. Von unten dröhnen Vuvuzelas hinauf. „Sind das die Autonomen?“, fragt ein Anzugmann. Ein anderer antwortet „Ja, ja.“ Er wirkt fast resigniert.

Rund 90 Prozent der Netzwerker sind mittelalte weiße Männer, rund 90 Prozent der Servicekräfte sind junge Frauen, diese tragen schwarze Hemden und Hosen. Sie wischen schnell durch, wann immer sich Lücken zwischen den Gästen auftun, sie bieten Getränke, Essen und Goodies an. Eine räumt hinter den Gästen her. Nimmt Müll und schmutziges Geschirr von den „Entscheidern“ entgegen. Was sagt sie zu dieser Veranstaltung im Kontext des Mietenwahnsinns, den die Demo vor der Tür anprangert? „Ich finde die Leute hier gruselig.“

Auf der Terrasse fliegen Gesprächsfetzen durch die Luft: „Ja, den hab ich demletzt im Soho-House gesehen.“ – „Mensch, grade noch auf Xing und jetzt live vor Ort.“ – „Und du hast jetzt Personenschutz?“ – „Ob wir das Gesamtkapital erhöhen, kann man separat nochmal schauen.“ – „An der Rendite, da müssen wir noch was machen.“ Und dröhnendes Männerlachen. Und dazwischen eine weibliche Stimme. „Darf ich ihnen einen etwas zu trinken anbieten?“

An einem der Stehtische auf dem Balkon geht es um den Mietendeckel, „geschäftsschädigend“, nennt ihn einer. Ein anderer Mann aus der Runde kennt einen Grund, weshalb die Berliner Politik das Instrument trotz aller Risiken erstmals in Deutschland einsetzt. „Damit gewinnst du halt Wahlen“, sagt er.

Es scheint gerade so, als wirke der Protest. In dem Maße, in dem die Mieter-­Widerstandsbewegung wächst und sich professionalisiert, geht Berlin in eine radikale Kehrtwende in der Mietenpolitik. Inzwischen nutzt die Hälfte aller Bezirke das Vorkaufsrecht und lässt zumeist landeseigene Wohnungsbaugesellschaften begehrte Häuser erwerben. Der Kampf gegen die Zweck­entfremdung von zum Beispiel AirbnB-­Wohnungen ist zumindest offiziell eröffnet. Und jetzt sollen, einem SPD-Vorschlag folgend, die Mieten berlinweit eingefroren und gedeckelt werden.

Und auch im Bund tut sich doch zumindest einiges: Vermieter dürfen jährlich nur noch acht statt wie bisher elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Mieter umlegen. Und die Mietpreisbremse soll noch einmal verschärft werden – bisher ist sie recht zahnlos geblieben. Vermutlich auch, weil in der Bundespolitik die Immobilienlobby ganz ungeniert ihre Finger im Spiel hat. Die Berliner Spitzenpolitik hingegen hat das Enteignen-Volksbegehren im Nacken und die Ausgestaltung des Mietendeckels vor sich. Von ihnen kommt keiner auf die Bühne des Immobilienkongresses.

Die Baulobbyisten kämpfen nicht nur gegen den Mietendeckel in Berlin, sondern auch gegen eine deutschlandweite CO2-Umlage, die im Bundesumweltministerium erarbeitet wird. Die zuständige Ministerin für die CO2-Steuer ist Svenja Schulze, SPD. Sie spricht auf der Bühne der Verti Music Hall von der Arbeitsgruppe, die den Gesetzentwurf ausarbeitet. Danach wird sie von Andreas Mattner, dem Präsidenten des ZIA, gefragt, ob seine Leute da nicht mit am Tisch sitzen könnten. Man habe doch Experten aus allen Bereichen. 

Die Ministerin lässt sich auch auf Nachfrage nicht zu einer Zusage bewegen. Noch hält sie tapfer gegen den Druck. „Preis­treiberei und Spekulation stehen ganz klar für ein Gegeneinander“, sagt sie. 

„Sag das mal einer den Spackos“

Der Job der hier versammelten Manager ist es, Gewinne zu machen. Und der ZIA, das Lobbyunternehmen, dem sie alle angehören, hat den Job, die politischen Bedingungen dafür zu schaffen. Er macht das ganz gut. Vier Bundesminister waren angekündigt, zwei Staatssekretäre, zwei Fraktionsvorsitzende. Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, sagt auf der Bühne: „Der ZIA ist eine große Nummer in Berlin, er nimmt politischen Einfluss.“ Wie viel, sieht man daran, wie der ZIA-Präsident Mattner mit Ministern umgeht. „Werter Herr Bundesverkehrsminister, lieber Andi“, begrüßt er den Verkehrsminister Andreas Scheuer, CSU, der als Baustaatssekretär lange ein guter „Weggefährte“ für den ZIA gewesen sei. „Wir haben viele Dinge gemeinsam erarbeitet, dafür sind wir dankbar“, sagt Mattner.

Ein anderes Foto, das Mattner bei seinem Einstiegsvortrag präsentiert, zeigt die „Fridays for Future“-Bewegung. Der ZIA sieht sich auf einer Linie mit den Klimaschützern, obwohl die Baubranche einer der größten CO2-Emittenten ist. Aber sie liebt die energetische Sanierung – eine zusätzliche Einnahmequelle. „Es muss doch endlich möglich sein, die steuerliche Förderung der energetischen Sanierung einzuführen“, sagt Mattner. Glücklichstes Verbandsmitglied wäre der Chemieriese BASF, Hersteller von Haus-Dämm-Styropor. Zum Thema Klimaschutz sagt Mattner noch: „Wir wollen uns da selbst in die Pflicht nehmen.“

Horst Seehofer ist dann doch nicht gekommen. Er hat kurzfristig abgesagt. Statt ihm redet seine Staatssekretärin Anne Katrin Bohle – die Nachfolgerin des „sehr geschätzten“ Gunther Adler, wie Mattner betont. Die Neue muss sich wohl erst noch bewähren bei dem Verband. „Ich glaube, dass viele von Ihnen eher die konstante Rendite im Kopf haben als die ganz schnelle“, sagt sie. Ein paar klatschen und hören bald wieder auf.

Eine Moderatorin führt durch den Tag, Kristina zur Mühlen. Sie trägt ein kurzes rotes Kleid und hohe Absätze, hat ein Physik-Diplom, arbeitet eigentlich als Journalistin. Sie erklärt das Motto der Veranstaltungen: „Miteinander statt gegeneinander, um bezahlbaren Wohnraum zu bekommen.“ Ein Mann im Publikum, zweite Reihe rechts, raunt zu seinem Nachbarn: „Sag das mal einer den Spackos da draußen.“

Für die Lobbyisten gibt es nur ein Mittel gegen die Mietenexplosion: Neubau. Die Aktivisten kritisieren, dass der Neubau in den allermeisten Fällen nur für Besserverdienende erschwinglich sei. Sie versuchen lieber, den Berliner Markt für Investoren ungenießbar zu machen, um so die Mietsteigerungen in den Griff zu bekommen.

„Und Sie sind artig heute?“ …

kompletten Artikel lesen … Quelle … ZITTY

Noch einmal kehren wir zurück zum Donnerstag, an dem man viel lernen konnte – beim #TDImmo19 und schließen unsere Reihe zu diesem Lobby- und Antilobby-Aktionstag damit ab (hier zum vorausgehenden Update, wir haben es aber auch unten angehängt).

Was war die Quintessenz dieses Tages? … (mehr …)

Urbane Kämpfe in der San Francisco Bay Area: eine Einleitung

Bei dem folgenden Text handelt es sich um die Einleitung aus dem Buch »Technopolis – urbane Kämpfe in der San Francisco Bay Area«, herausgegeben von Katja Schwaller. Es versammelt 13 von der Herausgeberin übersetzte Beiträge über den Zusammenhang von Aufwertung, Verdrängung und boomender Tech-Industrie in San Francisco und der umliegenden Metropolregion, der Bay Area. Zu dieser gehört […]

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Die Kiez-Kultur spricht für sich: Bericht von der 1. Kundgebung gegen die Räumung des Oranienspätis

Der Spätkampf beginnt kräftig! Bis zu 300 solidarische Menschen zeigten vergangenen Donnerstag, dass Familie Tunç und ihr Oranienspäti nicht alleine sind. Aufgelockert mit Musikeinlagen wurden mit vielfältigen Redebeiträgen verschiedene Aspekte des Kampfes gegen Verdrängung beleuchtet. Sicher ist: die widerständige und politische Kiez-Kultur ist längst nicht am Ende. Sie hat längst die Kraft ihrer eigenen Stimme entdeckt. […]

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Video: Moderierte Redebeiträge & Performances der Kundgebung #Ora35 – 04.07.2019

»Mit den Tunçs trifft es nicht irgendwen. Es trifft eine türkische Familie, deren Wurzeln in Kreuzberg zu den tiefsten gehören. Zekiye Tunç sagt es wieder und wieder, in jedem Interview: „Ich bleibe hier. Hier ist meine Heimat.“ In dieser Zeit der erstarkten Nationalismen, der rechten Heimatminister und der geschlossenen, tödlichen Grenzen, nennt eine Türkin einen […]

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Solidarisch mit Künstlergemeinschaft im Atelierhaus

Am 30.06. überreichte Eveline Lämmer vom Vorstand des Förderverein Stille Straße 10 e.V.

einen Unterstützerbrief an Sandy Schwermer von der Künstlergemeinschaft.
In Ihren Ausführungen übermittelte Eveline Lämmer den anwesenden Künstler*innen Mut, Kraft, Zusammenhalt und

Durchhaltevermögen.

Es sind Erfahrungen aus den 112 Tagen der Besetzung der Begegnungsstätte Stille Straße 10 im Jahr 2012.

Auf den Tag genau vor 7 Jahren, sollten die Senior*innen auch das Haus verlassen.