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Ein kleiner Sieg für Mieter oder Addi´s kleiner Gerichtsreport

07.01.2016

Neues aus der Kopenhagener 46

Richterin lehnte ein Ordnungsgeld wegen der Verweigerung einer Modernisierungsmaßnahme ab.

»Wo hängt es denn jetzt wieder?«, fragte die sichtlich genervte Richterin am Amtsgericht Mitte die beiden streitenden Parteien. Am Mittwoch wurde hier verhandelt, ob einer der letzten Mieter der Kopenhagener Straße 46 in Prenzlauer Berg, Sven Fischer, ein Ordnungsgeld aufgrund der Verweigerung einer angeblichen Modernisierungsmaßnahme zahlen muss. Konkret ging es um ein Lüftungsrohr, dessen Einbau – so wie von der Immobilienfirma Christmann Holding vorgesehen – von Fischer abgelehnt wurde. Der Anwalt der Firma warf Fischer eine Blockade der Bauarbeiten vor. »Unser Mandant ist nun gezwungen, eine Duldungsklage durchzuführen«, drohte er. Der nächste Schritt werde eine »komplett neue Modernisierung sein«.

 

Jestern wa ja ma wieda Treffen in lauschiger Runde beim Amtsjericht.

Die Richterin schaute ihre beiden Kläger und Beklagten schon een bisschen angepiekst an.

“Wat is denn nu schon wieda los mit Euch olle Dickköppe ?

Könnte euch denn nich eenma  miteinanda vertragen ?”

So oder ähnlich begann sie die Vahandlung vor vollem Saal.

Freundlich wa se diesma trotzdem.

Aba dit sieht der kleene Steinpilz Anwalt von die  Christ(o)mann Seite wascheinlich etwas anders.

Hat echt jekämpft wie nen Löwe, um den kleenen ADDI mit nem saftijen Ordnungsjeld belegen zu lassen.

Weil er die Handwerka nich rinjelassen haben soll  in seine Bude.

Nich rinjelassen ????

Wer dann dit Bad so demoliert hat, bleibt wohl ewig nen unjelöstet Rätsel.

Wahscheinlich war dit ADDI selba, damit er noch nen Quadrameter mehr Platz hat.

Bei z(uk)ünftigen 18,-€ Miete p/qm macht dit ja och Sinn.

Aussadem werden Klo, Waschbecken, Dusche, Strom Gas, Heizung und Kochmöglichkeit von uns Mietern im allgemeinen eh massiv übabwertet.

Nu hat die Richterin aba ma nen Einsehen jehabt und meinte  ooch, das der olle ADDI seinen Teil des Deals mehr als erfüllt hat.

Jetze wäre der Christ(o)mann endlich ma dranne, seine Versprechen  mit Bundesbahn ähnlicha Vaspätung zu erfüllen und die Wohnung wieda bewohnbar zu machen.

Bin ick ma jespannt, wat die nächsten Tage da oben passiert.

Ihr könnt mir ja jerne ma besuchen kommen, die neue energetisch optimierte, zwangsbelüftete und abhörsicher gedämmte Klingel-und Wechselsprechanlage funktioniert bereits!

Jeht aba vorher noch ma pinkeln und Händewaschen !

Ville Grüße von Euam

ADDI

ADDI`s kleiner Gerichtsreport

Juristischer Showdown im Landgericht

Die brutalste Entmietungsaktion in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland geht am kommenden Mittwoch auf einen juristischen Showdown im Landgericht zu. Der ursprünglich für den 21. Dezember 2015 anberaumte Termin wurde auf den 6. Januar 2016 – 11:30 Uhr im Saal 2/2804 des Berliner Landgerichts in der Littenstraße verlegt. Es ist das vermutlich letzte Gerichtsverfahren im Fall Kopenhagener Straße 46. Für die letzten Mieter ist es nach dem zweiten Weihnachten auch das zweite Jahr, das mit einem beispiellosen „juristischen Krieg“ verbracht wurde.

Der Fall der „Investorengruppe Christmann“ gegen die Familie von Sven Fischer übertrifft nun mit über 15 Monaten Dauer die alle bisher bekannten Fälle von Entmietungen. Die Investoren spielen auch in besonderer Weise „wirtschaftliche Macht“ gegen die verbliebenen Mieter aus, weil sie sowohl als Eigentümer, als Investor und aus Bauausführende gegenüber den Mieter auftreten, und in brutaler Weise deren Mieterrechte und das Recht auf körperliche Unversehrtheit mißachten.

Auch Interventionen des Bundesjustizministers wurden ignoriert, weder bezirkliche Bauaufsicht, noch behördlicher Arbeitsschutz und Brandschutz haben gegen Verstöße nachhaltig reagiert. Die Investoren haben praktisch mit der Bauaufsicht Katz und Maus gespielt, sodass der Baustadtrat Jens-Holger-Kirchner selbst seine Machtlosigkeit einsehen musste.

 

Weiter lesen  http://www.pankower-allgemeine-zeitung.de/2016/01/04/6-1-2016-juristischer-showdown-im-landgericht/

 

http://www.radioeins.de/programm/sendungen/der_schoene_morgen/_/prozess-um-kopenhagener-strasse-geht-weiter.html

 

Neue Funktion der Webseite: „Facebook-Neuigkeiten“

Es gibt im oberen Menü unter dem Punkt „Start“ einen Menüpunkt „Facebook Neuigkeiten„. Auf dieser Seite werden die Beiträge unserer Facebookseite aufgelistet und wiedergegeben. Wir haben die Facebook-Seite nun immer mehr mit Leben gefüllt und versuchen diese regelmäßig zu pflegen.

Die Beiträge auf dieser Seiten sind auch geteilte Beiträge andere Faebook-Seiten und betreffen ggf. nicht immer direkt unsere Siedlung Westend.

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„Stunde der Wintervögel“ – Bundesweite Zählaktion

Mitmachen bei der „Stunde der Wintervögel“
Bundesweite Zählaktion vom 8. bis 10. Januar 2016

Zum sechsten Mal rufen NABU und LBV zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa ziehen…

Quelle und weitere Informationen: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/

Da bietet unsere Siedlung Westend doch (noch) die beste Umgebung und sehr gute Möglichkeiten an der Aktion teilzunehmen.

Informationen zur Teilnahme gibt es hier: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/mitmachen/

Auf dieser Seite erhält man für das Zählen weitere Hilfsmittel zum Ausdrucken  und Informationen wie man seine Zahlen melden kann. Das Online-Meldeformular wird erst ab dem 08.01.2016 aktiv sein.

Downloadlinks:

Zählhilfe: https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/vogelschutz/sdw/151028-nabu-zaehlhilfe-stunde-der-wintervoegel2016.pdf
Flyer inkl. Zählhilfe: https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/vogelschutz/sdw/151028-nabu-flyer-stunde-der-wintervoegel2016.pdf

 

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Hausgeträumt !

 

…..Die Immobilienleiter hat mit einer richtigen Leiter mehr gemein, als ich geahnt hatte: Man kann von ihr auch herunterfallen….

 

Es gibt eine Maßzahl, mit der man die ökonomische Explosivität von Häusern beziffern kann. Um sie zu errechnen, setzt man die Immobiliendarlehen ins Verhältnis zur gesamten Kreditsumme in einer Volkswirtschaft. Je höher der Anteil der Immobilienschulden, umso desaströser wirkt sich ein Zusammenbruch des Marktes aus.

Bis in die achtziger Jahre hinein machten die Immobilienschulden nur 40 Prozent aller in den damaligen Industrieländern vergebenen Kredite aus, wie kürzlich ein Forscherteam um den Ökonomen Moritz Schularick von der Universität Bonn errechnet hat.

Heute aber beträgt diese Zahl schon 60 Prozent. Nach Schätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel liegt der Wert aller ausstehenden Immobiliendarlehen in den westlichen Ländern bei kaum vorstellbaren 24 Billionen Dollar – das ist mehr, als die Vereinigten Staaten in einem Jahr erwirtschaften. Verglichen damit, sind die Verbindlichkeiten Griechenlands eine Kleinigkeit.

Wenn also heute gelegentlich gesagt wird, die westliche Welt leide unter einer großen Schuldenlast, muss man hinzufügen: Ein großer Teil dieser Schulden sind Immobiliendarlehen.”

 

 

Der gesamte Artikel    http://www.zeit.de/2015/51/immobilien-eigentum-wirtschaft-investition-berlin

 

Die Fanfaren von Jericho oder auch das Turmblasen von Reinickendorf

 

Ein gut gemeinter Hinweis auf eine traditionsträchtige Veranstaltung in Berlin Reinickendorf.  Nicht allzuweit von unseren Freunden der Siedlung Am Steinberg entfernt. Gut zu erreichen mit der U-Bahn Linie 8 am Rathaus Reinickendorf.  Man freut sich schon.

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Ich will kein Eigenheim!

Die soziale Verantwortung wird für privates Profitstreben geopfert

 

Wir hätten versuchen können, einen Kredit aufzunehmen. Gesetzlich steht den Mietern ein Vorkaufsrecht zu. Aber ich bin gern Mieterin. Ich will gar kein Eigentum. Warum wollen Menschen besitzen, was sie im Grunde nur benutzen? Eigentum versaut das Miteinander. Wer besitzt, wohnt verbissen. Die meisten Mieter leben in einem Mietshaus so entspannt wie in einer offenen Beziehung, aus der man sich jederzeit verabschieden und gehen kann, no hard feelings. Eigentümer starten, wenn es dumm läuft, direkt ins zwölfte Jahr einer kaputten Ehe. Dein Nachbar ist ein Arschloch? Pech, dem gehört seine Wohnung ebenso wie dir, der bleibt. Scheidung impossible oder jedenfalls so gut wie .

Eigentum frisst Nerven und Zeit. Mieter nehmen schulterzuckend zur Kenntnis, wenn ihr Boiler jämmerlich verendet. Sie rufen dann ihren Vermieter an, der es richten muss. Eigentümer verbringen Abende bei Eigentümerversammlungen, und wenn eine Mehrheit auf die Idee kommt, dass das Haus dringend einen Hightech-Fahrradständer vor der Tür braucht, müssen alle mitzahlen, selbst wenn sie gar kein Fahrrad haben. Wer will so was? Ich würde Eigentümer gern verachten, aber ich weiß nicht, wen ich dann zu meiner nächsten Geburtstagsparty einladen soll. Lange Jahre über wurde der Finanzinvestor unsere Wohnung nicht los. Wenn er Kaufinteressenten vorbeischickte, gefiel es uns, die Fenster zur U 5 zu kippen und den Wert der Immobilie durch unsere bloße Existenz zu senken: Wir zahlten wenig Miete und teilten unaufgefordert mit, die Kündigungssperrfrist wegen Eigenbedarfs in vollem fünfjährigem Umfang ausnutzen zu wollen. Plus neun Monate regulärer Kündigungsfrist. Macht sechs Jahre, bis ihr unsere Butze in euer Schloss verwandeln könnt. Die meisten Kaufinteressenten lehnten dankend ab. Mieter mit Kündigungsschutz sind für Kaufinteressenten mit Eigenbedarf so was wie die Hausbesetzer des 21. Jahrhunderts.

Wie ist es überhaupt so weit gekommen? Früher waren Bausparverträge und Eigenheime was für Lutscher. Mittlerweile gelten Mieter im gesellschaftlichen Diskurs als Verlierer, die sich die Finanzierung der eigenen Wohnung nicht leisten können. Als Lappen, die nicht begriffen haben, wie krass sich das alles gerade rechnet. In Hamburg wirbt ein Kreditinstitut mit dem Claim “Meine Bank heißt Carsten” für günstige Finanzierungsmodelle. Ein Bankangestellter (Carsten) fordert im Kampagnenvideo: “Ich möchte, dass die Hamburger mehr besitzen statt mieten.” Nun, Carsten, ich hätte gern große Brüste und die Weltrevolution, aber das Leben ist halt kein Wunschkonzert.

Als in den neunziger Jahren alle anfingen, mit Aktien herumzuhampeln, konnte das uns, die es bleiben ließen, egal sein. Aber wenn jetzt jeder drittklassige Finanzberater zur Auskunft gibt, dass es bei der Kapitalanlage zum Immobilienerwerb kaum mehr Alternativen gebe, geht die Wertschöpfung der einen auf Kosten von etwas absolut Existenziellem anderer: der Wohnung, dem Zuhause, dem Lebensentwurf. Man muss ja von Glück sagen, wenn man zu denen gehört, die nur Mieter bleiben wollen. Was ist mit denen, die gar nicht anders können?

Auf dem Immobilienmarkt wird die soziale Verantwortung privaten Profitinteressen geopfert – und das gilt mittlerweile auch als vollkommen legitim. Makler rechnen ihren Kunden vor, wie machbar so eine Finanzierung ist – bei einem Eigenkapitalanteil von 25 Prozent. Das sind selbst bei der geringsten sechsstelligen Summe, für die man in Frankfurt nicht einmal drei Wände bekommt, 25.000 Euro, die nicht jeder auf dem Konto liegen hat. Ansparen können viele diese Summen ihr ganzes Leben nicht. Soll ich auf den Tod meiner Eltern hoffen, um möglichst bald zu erben? Oder mit den anderen Losern, die es nie zu einem Eigenheim bringen werden, nach Nietenhausen ziehen?

Es war nicht leicht, eine neue Wohnung zu finden. Wir haben lange etwas genügend Abgerocktes gesucht: unsanierter Altbau, wo die Vermieter ihre Immobilie nicht zuallererst als Renditequelle begreifen, gern auch eine Genossenschaftswohnung. Wir hätten sogar noch einmal Dielen geschliffen und Tapeten gepopelt. Aber da, wo man noch mieten kann, haben die Eigentümer gerade selbst frisch tapeziert. Raufaser. Im Badezimmer haben sie Fliesen verlegt, gegen die niemand was haben kann, es sei denn, er hätte gern etwas Charmantes. Architektonische Schrullen wie das Frankfurter Bad – oft türlose Nasszellen im Wohnzimmer, in der Küche oder im Flur, die jede Kleinfamilie in die WG-Knie zwingt – haben sie beseitigt. Wir alle kriegen: Zentralheizung, Laminat, E-Herd-Anschluss.

Vielleicht werde ich eines Tages eine Tonne an den Main rollen. Und nur noch wollen, dass man mir aus der Sonne geht.

 

http://www.zeit.de/2015/49/eigentumswohnungen-immobilien-kredit-zinsen-kaufen/seite-2