big-berlin.land

Neueste Nachrichten

Samstag 31.10. 16:00 – 19:00 Soli-Flohmarkt inna BAIZ

Samstag 31.10. 16:00 – 19:00 Soli-Flohmarkt [Einnahmen für Refugees]
Flohmarkt und Siebruck für illegalisierte Geflüchtete. Stand gerne anmelden bei killerkarpfen.berlin@freenet.de . Auf die Getränkepreise gibt es heute einen kleinen Soli-
Aufschlag, außerdem steht eine Spendenbüchse da. Wer heute keine Zeit hat oder sich anderweitig nützlich machen will: Unter der sehr umfassenden Seite http://www.fluechtlingsrat-berlin.de/mitarbeit.php bleibt fast keine Frage unbeantwortet…

Offener Brief an die Bezirks- und Landespolitiker

Bürgerinitiative SCHMARGENDORF BRAUCHT OEYNHAUSEN

 

Sehr geehrte(r) Frau / Herr,
mit Entscheidung vom 14.10.2015 hat die Senatsverwaltung für Inneres und Sport die von
der BVV erlassene Veränderungssperre zur Sicherung des Bebauungsplans IX-205a (Kleingartenkolonie
Oeynhausen) für nicht rechtmäßig erklärt.
Begründet wird dies damit, dass bei Festsetzung des Bebauungsplans hohe Entschädigungszahlungen
an den Investor fällig werden könnten.
Davon abweichende Rechtsauffassungen werden inadäquat oder – wie der wichtige Beschluss
des Bundesverfassungsgerichts zur Sonderopfer Regelung – gar nicht berücksichtigt.
Offenbar hofft der Senat, damit das Thema für den Wahlkampf untauglich zu machen.
Man wird sehen, ob die zu erwartenden Bilder von an Bäume geketteten Kleingärtnern, die
unter massivem Polizeieinsatz vertrieben werden, bis zum Wahltag wirklich verblasst sind.
Dreh- und Angelpunkt der skandalösen Affäre ist die von der Eigentümerin Lorac geforderte
Höhe der Entschädigung. Erworben hatte die Tochter eines US-amerikanischen Hedgefonds
mit Sitz in Luxemburg das Gelände im April 2008 von der Deutschen Post. Kaufpreis für das
das 93.000 m² große Areal waren 598.000 €. Offensichtlich hatte die Post das Gelände als
Grünland bewertet; schließlich war bereits im Jahr 2000 ein Bebauungsplan aufgestellt worden,
mit dem Ziel, die Kleingärten dauerhaft zu sichern.
Dem hat Lorac widersprochen und für den Fall, dass keine Baugenehmigung erteilt wird, für
entgangene Gewinne eine Entschädigung von 50 Mio. € gefordert.
Anstatt das stadtklimatische und ökologische Tafelsilber Berlins zu sichern, tragen die
politisch Verantwortlichen durch ihr Handeln und bewusstes Unterlassen dazu bei, es einem
Investor zum Fraß vorzuwerfen, der zusätzlich noch horrende Spekulationsgewinne einstreichen
darf.
Diese Vorgehensweise widerspricht nicht nur Ihrer Verpflichtung auf das Gemeinwohl, sie
ignoriert auch in bornierter Weise die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger:
bei einem im Mai 2014 durchgeführten Bürgerentscheid hatten sich 85.000 Wählerinnen und
Wähler für den Erhalt der Kolonie ausgesprochen, das entspricht einer Zustimmungsquote
von über 77%!

Offener Brief 27.10.15

Der Preis der Dämmung

Einige persönliche Gedanken eines Mieters.

Sie sagen, das Klima ändert sich. Die Pole schmelzen, weil es wärmer wird. Es wird wärmer, weil zu viele Treibhausgase in der Atmosphäre sind. Um genau zu sein: Zuviel CO². Kohlendioxid. Dieses Gas entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen (Kohle, Erdöl, Holz etc.) unter Sauerstoffzufuhr, aber auch beim Atmen verschiedener Organismen – auch dem von Menschen.

Und sie sagen, wir müssen etwas dagegen tun, sonst schwimmen eines Tages die Blauwale durch den Arc de Triomphe. Und die Seychellen sind nur noch eine ferne Sage aus alten Tagen. Sie sagen wir müssen Energie sparen, weniger Öl und Kohle verbrennen. Weniger Auto fahren, weniger heizen. Sie sagen, wir müssen Autos mit Batterien bauen. Oder solche die mit nachwachsenden Ressourcen wie Raps betrieben werden. Dafür roden sie in Südamerika den Wald. Und dass wir unsere Häuser besser isolieren müssen, um Heizenergie zu sparen. Deshalb produzieren sie aus Rohöl ein Material, das sie Polystyrol nennen. Der gemeine Bürger nennt es Styropor. Sie machen Platten und Quader daraus, tränken es mit Chemie, damit es nicht brennt, damit darin keine Vögel und Insekten wohnen, damit es sich nicht unter der Sonneneinstrahlung auflöst. Aber halten tut das Material nur dreißig Jahre lang. Dann muss es ersetzt werden.
Und natürlich muss jemand dafür bezahlen – der Mieter muss bezahlen. Der Vermieter darf ihm die Kosten der Wohlfahrt der Allgemeinheit aufbürden – schließlich tut der Vermieter das doch zum Wohl der Menschheit, damit sie nicht ertrinkt, am Treibhausgas erstickt.

Und deshalb darf der Vermieter giftiges Material an die Hauswände bringen, egal wie dick die sind, wie gut Stein und Beton von Natur aus isolieren. Und er darf, um die Sache abzurunden, auch noch Fenster mit Plastikrahmen verbauen. Plastik wird aus Erdöl gewonnen, dieser knappen, kostbaren Ressource die uns demnächst ausgehen wird. In den Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts sagten sie, das Erdöl reicht noch vierzig Jahre. Das behaupten sie jetzt jedes Jahr. Und sie behaupten auch, dass uns demnächst das Öl ausgeht, nicht erst in vierzig Jahren. Aber sie sagen auch, dass das Erdöl, in allen Erscheinungsformen, noch fünfhundert Jahre reicht. Aufgrund ungesicherter Daten werden Fakten geschaffen. Alles für die Allgemeinheit.

Und es ist egal, ob der Mieter sich das leisten kann. 80 oder 120 Euro im Monat mehr – für die Allgemeinheit. Und wenn er das nicht bezahlen kann, dann muss er eben um Unterstützung bitten, bei der Allgemeinheit – er wird ein Sklave der Gesellschaft. Und wofür? Für elf Euro Einsparung im Monat? Nein, das ist kein Witz – so hat man es uns vorgerechnet. Aber ganz sicher ist man sich mit der Einsparung nicht, es kann auch weniger sein. Vor allem, wenn man mit den Plastikfenstern dann falsch lüftet. Und lüften, das ist wichtig, weil sonst die Bude schimmelt. Dass man beim Lüften die Ausgasungen der Dämmstoffchemie in die Wohnung bekommt – das ist doch unerheblich. Dass empfindliche Menschen davon krank werden – uninteressant. Die Regierung hat das so angeordnet. Das ist ein Befehl. Ja – die Regierung hat das befohlen. Hat befohlen, dass der Vermieter Geld verdient, die Chemieindustrie Geld verdient, die Erdölförderer Geld verdienen. Und dass die Mieter das Geld ausgeben müssen, weil sie sonst nämlich nasse Füße bekommen und am Treibhausgas ersticken. Seltsam – man treibt den Teufel aus und bekommt den Beelzebub ins Haus. Am Treibhausgas ersticken oder doch lieber vom Schimmelpilz zur Strecke gebracht werden? Oder verhungern weil man alles Geld für die Miete aufwenden muss? Was soll das alles?

Wenn etwas knapp ist, dann reduziert man den Verbrauch. Der Gedanke ist richtig. Aber man verschleudert es nicht für Maßnahmen, deren Wirkung ungewiss ist. Konsequenterweise sollte man den Verbrauch weiter reduzieren. Der Mensch braucht Energie. Er braucht Heizung, Kleidung, Nahrungsmittel, Wohnstätten, Beförderungsmittel. Jeder Mensch braucht das. Je mehr Menschen, desto höher der Verbrauch. Wäre es nicht logisch die Anzahl der Menschen dem Vorhandensein der Ressourcen anzupassen? Absurderweise zahlt dieses Land eine Vermehrungsprämie. Man nennt das Kindergeld. Auch andere europäische Nationen zahlen das. Die Menschen werden dafür bezahlt, das sie weitere Menschen, die Ressourcen benötigen, auf den Planeten bringen. Wo ist die Logik hinter diesem Handeln?

Aber gleichzeitig führen sie einen Krieg gegen jene, die sich dafür entschieden haben, auf Nachkommen zu verzichten – weil sie schon lange gesehen haben, dass die Ressourcen unzureichend sind, um allen Menschen ein würdiges Dasein zu ermöglichen. Ja, man kann darum streiten, was man sich unter würdigem Dasein vorstellen darf. Zu gehen und zu kommen wie man möchte, nach eigener Entscheidung zu leben, ohne befürchten zu müssen, bei jeder Entscheidung als Feind der Gemeinschaft gebrandmarkt zu werden, eine Welle hysterischer Furcht auszulösen. Selbstverständlich gibt es gewisse Grundregeln die zu beachten sind. Alles darüber hinaus schränkt die Freiheit ein, die Würde des Menschen, degradiert ihn zu einem winzigen Zahnrad in einer riesigen Maschine. Nein, meinen Genen möchte ich das nicht antun – ein Zahnrad zu sein, ein Hamster im Laufrad. Ich habe auf Nachwuchs verzichtet – dafür presst mich der Staat aus, weil ich mich gegen das Wohl der Allgemeinheit vergangen habe. Das Wohl der Allgemeinheit? Ja, das Überleben der Art, dass der Mensch nicht ausstirbt. Aussterben?

In diesem Augenblick leben 7.280.683.100 Menschen auf diesem Planeten – 7 Milliarden 280 Millionen 683 Tausend .. ups 250 Menschen. Der Mensch vermehrt sich schneller als die Karnickel.
Wir sind weit entfernt davon, auszusterben. Und wir werden auch nicht aussterben, wenn die Pole schmelzen und es wärmer wird, wenn auf dem Kurfürstendamm Palmen wachsen und Tiger auf der Jagd nach Antilopen durch die Mark Brandenburg streifen. Was also soll die Angst? Wissen wir denn, dass es so kommt?

Die Erde ist etwa 4,5 Milliarden Jahre alt. Die Menschen, also die Gattung Homo, läuft angeblich seit 2,8 Millionen Jahren durch die Wälder, Wüsten und Savannen. Zwei Komma acht Millionen Jahre – weniger als ein Blinzeln im Vergleich zum Alter des Planeten auf dem wir wohnen. Was wissen wir also über diesen Planeten? Nichts. Die Erde erwärmt sich – das hat sie schon öfter getan. Sie ist auch wieder abgekühlt. Die Wissenschaftler sprechen von Hunderten von Abkühlungsphasen in den letzten 2,4 Milliarden Jahren – und entsprechender Erwärmung. Tatsächlich befinden wir uns gerade noch in der Aufwärmphase, nach der letzten Eiszeit die Europa betraf – der Würmzeit. Und niemand kann sagen, wohin die Reise geht. Wir wissen nämlich nichts. Am Ende ist es eine zyklische Erwärmung des Planeten und der menschliche Beitrag in diesem Zyklus ist kaum mehr als das Hüsteln eines Flohs.

Und alles was hier getan wird, von der Regierung befohlen wird, ist wilder, blinder Aktionismus – so unnötig wie der Versuch einen Lavastrom aufzuhalten der ohnehin ins Meer fließt. Die Vernunft verliert, wenn der Mensch Angst hat. Der Mensch ist leicht zu ängstigen – in diesem Zustand kann man alles mit ihm machen, er geht durchs Feuer, er springt durch Reifen, er leert seine Taschen. Im Mittelalter gaben die Menschen eifrig Geld – um in das Himmelreich zu gelangen. Man nannte das Ablasshandel. Heute gibt der Mensch Geld, um sich vor dem Klimawandel zu schützen. Wie nennt man das? Dummheit. Man kann sich nicht vor dem Leben schützen. Das Leben ist mächtiger als der Mensch. Das Leben, das ist der Planet. Respektieren wir ihn – am besten indem wir ihn nicht mit Abermilliarden Flöhen bedecken.

Das sind meine ganz persönlichen Gedanken zum „Klimawandel“ – meine Gedanken, niemandes sonst. Sie müssen nicht jedem gefallen und es gibt sicherlich Einwände, das ist in Ordnung. Niemand muss meinen Gedanken folgen – aber ich weigere mich den Gedanken jener zu folgen die aus Furcht um ihren Genpool mir das Leben vergällen wollen, mich mit ihrer Furcht traktieren.
Die Sorge um eure Nachkommenschaft ist nicht die meine – ich habe keine, aus gutem Grund. Einige werden meinen ich würde den Generationenvertrag brechen – er existiert schon lange nicht mehr. Er wurde gebrochen als die ersten vollautomatischen Werkhallen eingerichtet wurden ohne für eine Reduzierung der Geburtenrate zu sorgen.

Ich fühle mich nicht verpflichtet für das Überleben anderer Sorge zu tragen, jetziger oder künftiger Generationen. Egoistisch? Ja. Unmenschlich? Nein. Realistisch? Durchaus – ich zahle für das Überleben künftiger Generationen und bekomme am Ende einen Schlafplatz im Obdachlosenasyl und nen Schlag Erbsensuppe – weil mein „Vermögen“ vom Umweltschutz gefressen wurde.

Foto: CGP Greyhttps://www.flickr.com/photos/cgpgrey/4889462844/

Die Wohnungsfrage stellen

Ausstellung, Veranstaltungen, Buchvorstellung, Filmpremiere Das Haus der Kulturen der Welt (HKW), eine der größten Kulturinstitutionen Berlins, nimmt sich in einem aktuellen Projekt der Wohnungsfrage an. Vor dem Hintergrund unzähliger MieterInnenkämpfen bis zum Berliner Mietenvolksentscheid erweitert sich aktuell der Diskurs um die Frage des (bezahlbaren) Wohnens über das politische Feld hinaus, weit in den Kunst-, Kultur,- … Weiterlesen

Resümee der Mieterversammlung vom 09.10.2015

Mieterversammlung-091015Wir hatten leider niemanden als Protokollant bestimmt, daher kann ich nur ein kurzes Resümee von der Mieterversammlung vom 09.10.2015 aus meiner Sicht wiedergeben.

Die Diskussionsrunde mit den Bezirksverordneten(BV) war sehr offen und entwickelte eine schöne Eigendynamik. Es wurde kurz über die Veranstaltung der Deutsche Wohnen AG(DW) für die BV berichtet. Wie bereits bekannt basierten die präsentierten Daten der DW auf Notizen und Fragen aus Mietergesprächen und weniger auf einer einheitlichen Umfrage.

Die Ergebnisse unserer Mieterumfrage basierten auf Antworten von klaren und eindeutigen Fragen zum Abriss der Siedlung Westend. Es ist aus unserer Mieterumfrage eindeutig zu erkennen, dass die Mieter keinen Abriss der Siedlung wollen. Vermutlich zeigt die Auswertung der DW auf Grund der Interpretationen der Mietergespräche ein falsches Bild.

Es wurde seitens der BV mehrfach klargestellt, dass zum Zeitpunkt der Versammlung keine Anträge zur Änderung des Bebauungsplanes vorlagen. Daher wird ein Abriss in absehbarer Zeit nicht anstehen. Die anwesenden BV der unterschiedlichen Parteien haben auch mitgeteilt, dass die Bestandsmieter geschützt werden müssen. Solange die aktuellen Kaltmieten der Bestandsmieter für die Zukunft nicht gesichert sind, werden die BV einem Abriss auf Kosten der Bestandsmieter nicht zustimmen.

Die BV teilten außerdem Ihre großen Bedenken und Zweifel gegenüber den Verdichtungsplänen, die damit verbundene Verdreifachung der Wohnungen und dem Umgang mit den Bestandsmietern seitens der DW mit.

Die BV empfanden es auch wichtig wieder mit den Mietern in Kontakt zu treten, daher wird dies nicht die letzte Mieterversammlung gewesen sein.

Unsere nächsten Pläne sind es, die Arbeiten des Hausmeisters, der Hausreinigung, der Gartenpflege und des Winterdienstes zu kontrollieren und protokollieren. Für eine einfache Protokollierung der Mängel und den Austausch dieser Protokolle soll eine Internetseite in Anlehnung an die Leitungsbeschreibungen der beauftragten Firma „3B“ erstellt werden. Über diese Internetseite können dann neben den Mängelbeschreibungen auch entsprechende Fotos hochgeladen werden. Am Ende soll ein entsprechendes PDF generiert werden. Diese Mängelmeldungen können dann innerhalb der Mieterschaft ausgetauscht und an die DW gesandt werden. Ziel ist es die Mängel bei diesen Betriebskostenpositionen festzuhalten und ggf. entsprechende Kürzungen bei der Betriebskostenabrechnung zukünftig geltend zu machen.

Da die Protokollierung der Bäume sehr umfangreich sein wird, entstand in der Mailingliste die Idee der „Baumpaten“. Dazu gibt es hier zu gegebener Zeit weitere Informationen.

Wenn ich etwas nicht korrekt wiedergegeben habe, bitte ich um eine kurze E-Mail.

Vielen Dank.

Zur Auswertung unserer Mieterumfrage 2015 – Präsentation der Mieterversammlung

FacebookTwitterGoogle+

Krisenzeichen / orangotango musik! (Musik-Clip)

Einfach nur super!! *Krisenzeichen ist das erste Musikprojekt von orangtango http://orangotango.info/. Video und Lied thematisieren die aktuelle Berliner Stadtentwicklung im Kontext von neoliberalem Stadtumbau, Verdrängung, Flucht und Migration. An dem Projekt mitgewirkt haben: Benni Wellenbeck (Musik), Nico Baumgarten (Video), Saïdu (Rap), Papa P (Rap) und Aktivist*innen von Kotti&Co, CISPM, Bündnis Zwangsräumung verhindern, Berlin Refugee Movement … Weiterlesen

Von Fischen und anderem Getier

Nachdem heute Nacht der Mitschnitt des Live-Streams der gestrigen Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung vom 14.10.2015 gesichtet wurde, ist es wieder an der Zeit, das Wort zu ergreifen.

 

Da proklamiert der Reinickendorfer Bezirksstadtrat Martin Lambert (CDU) völlig unverhohlen einen bevorstehen, brachialen Eingriff in die vorhandene Biodiversität der Siedlung Am Steinberg.

 

Als Antwort auf eine Anfrage der Bezirksverordneten Frau Hiller-Ewers (SPD), teilte der Baustadtrat Martin Lambert den anwesenden Bezirksverordneten, Besuchern und Vertretern der Presse, unter wohlwollendem Nicken aus den Reihen seiner Reinickendorfer CDU-Fraktion mit, dass es in der Kalenderwoche 43 weitere Baumfällungen in der Siedlung Am Steinberg geben wird.

 

Hierbei soll auch die traditionsträchtige Tanne der Familie Lenz an der Straße Kehrwider 1, nicht vor den Kettensägen und Häckslern verschont werden und wird geopfert. Jahrzehnte lang wurde diese Edel-Tanne zum Weihnachtsfest in einen strahlenden Lichterglanz verwandelt. Weit über die Grenzen der Siedlung Am Steinberg hinweg, war dieser Baum bekannt und jedes Jahr kamen Besuchergruppen, Kindergärten und Kirchenkreise um sich an dem Bild zu erfreuen. Ja, selbst die neue Eigentümerin der Siedlung Am Steinberg nutzt in ihrem Logo zur Vermarktung der Siedlung Am Steinberg, eine Tanne vor einer stilistischen Darstellung des Doppelhauses Kehrwieder 1 und 2.

 

 

 

Vorangegangen ist nach unserem Kenntnisstand eine Forderung/Antragstellung der Eigentümerin auf Entfernung zahlreicher Bäume in den Vorgärten der Siedlung Am Steinberg. Bereits vor rund 2 Wochen soll es eine Begehung, wohl zur Abstimmung der Fällmaßnahme in der Siedlung Am Steinberg gegeben haben, an derer Baustadtrat Martin Lambert (CDU) nebst einem Mitarbeiter aus dem Bezirksamt, ein Vertreter der Eigentümerin und zur Überraschung aller Beobachter, der Reinickendorfer Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen Herr Torsten Hauschild und sein Stellvertreter Hinrich Westerkamp teilnahmen. Schnell war man sich einig. Argumentiert wurde, das eine Vielzahl der zur Fällung vorgesehenen Bäume „nicht hierher gehören“. Gehören nicht hierher? Was soll das bedeuten? Will man hier eine gezielte Selektion/Säuberungsaktion vornehmen? Fürchtet man sich vor einer Verfremdung des Deutschen Baumgutes? Werden bald Schlachtrufe laut „Sitzt nicht unter Neophyten“ – „Ein Volk das seinen Garten von Neophyten freihält wird ewig leben“.

 

Schwachsinn! Ein Baum ist Leben, er schenkt uns Luft und Schatten, er bietet einer Vielzahl von Tieren Schutz und Lebensraum. Es gibt keine richtigen oder falschen Bäume. Jeder Baum ist schützenswert. Wenn es allerdings so wäre, dass man Reinickendorf eine Selektion vornehmen wolle, müsste man das Bezirksamt auffordern, den Reinickendorfer Bestand an Platanen, Ginkgos und den vielen anderen „nichtdeutschen“ Bäumen im Bezirk umgehend zu vernichten. Vorsorglich könnte man auch das Ordnungsamt einbinden, die im Bezirk ansässigen Gärtnereien zu observieren, da sich diese ja unter Umständen, unwissend als Schlepper bei der Einwanderung von unerwünschten Bioflüchtlingen aus dem Mittelmeerraum oder Asien betätigen.

 

Aber Spaß beiseite, vielmehr erscheint es so, als wenn der Baustadtrat Martin Lambert wieder einmal als Waffe im Jahre andauernden Kampf des Eigentümers um die Vermarktung der Siedlung Am Steinberg eingesetzt wird. Wir erinnern uns an die offenkundige Verweigerungshaltung bei der von der Bezirksverordnetenversammlung gewünschten Umsetzung einer Umstrukturierungsverordnung, der immer noch offenen Fragen zum Sozialplanverfahren des Bezirksamtes und dem zweifelhaften Versuch des Baustadtrates mit Unterstützung seines Ordnungsamtes eine Unterlassung der genehmigten Demonstrationen in der Siedlung Am Steinberg zu erwirken.
Vielmehr wird hier mit Unterstützung des Bezirkes durch lichten und ordnen von bestehenden Grünflächen ein Erscheinungsbild geschaffen, welches sich vergleichbar zu den gestellten Abbildungen in den Verkaufsofferten der Eigentümerin darstellt. Wurde doch schon auf der letzten Begehung die Neubepflanzung mit kleinen Buchsbaumhecken auf öffentlichem Straßenland, sprich, den Vorgärten der Siedlung angeregt.

 

Natürlich stellt sich hier die Frage, wer bezahlt das eigentlich alles. Davon ausgehend, wir sprechen hier von Straßenland und das hier das Gartenbauamt die Fällungen durchführen oder zumindest beauftragen wird, vermutlich der Steuerzahler. Nach dem millionenschweren Steuergeschenk, das durch die Sonderabschreibungen gemäß §§ 7 i / 10 f ff EStG den Käufern der denkmalgeschützten Häusern offeriert wird, vermutlich nur kleiner Betrag.

 

 

Was hatte das jetzt alles mit Fischen zu tun?
Wikipedia schreibt hierzu:

„Bückling

Ein Bückling, auch Bücking oder Pökling, ist ein gesalzener und bei über 60 °C geräucherter, (früher nicht ausgenommener) Hering mit Kopf. „

Allerdings verweist Wikipedia auch auf die Mehrdeutigkeit des Begriffes Bückling als Synonym für eine Verbeugung, im Volksmund auch als Kratzfuß bekannt. Der Kratzfuß ist eine devote Verneigung des Untertanen vor seinem Herrn.

Egal wie man es auch drehen und wenden mag,

“Der Fisch beginnt immer am Kopf zu stinken!”

 

The post Von Fischen und anderem Getier appeared first on Siedlung am Steinberg.