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Diskussion zur Zunkunft der Wilhelmstraße & Umgebung – öffentliche Einladung an die Eigentümer Karl Tesmer, Thomas Katzuba von Urbisch und Oliver von Sachs

An Karl Tesmer, Thomas Katzuba von Urbisch und Oliver von Sachs Sehr geehrte Herren, die gemeinnützige Bürgerinitiative Wilhelmstraße Berlin Mitte e.V. lädt Sie herzlich ein, bei einer Begegnung mit den Bürgern Ihre Vorstellung zur Zukunft der Wohnanlage Wilhelmstraße und Umgebung darzulegen. Die Begegnung soll bei einer Bürgervesammlung stattfinden, die wir für Herbst dieses Jahr planen. […]

Klage gegen Bauvorbescheid eingereicht!

Nach der juristischen Auffassung der Senatsverwaltung darf die massive Investorenplanung der Bauwert Investment Group auf dem Freudenberg-Areal ohne Bebauungsplan entstehen – ein Skandal!
Nie zuvor wurde ein derart großes Gelände (2,6 Hektar) ohne Bauleitplanung entwickelt. Es ist die größte “Baulücke” der Welt.

Nur ohne Kläger wäre das möglich – wo kein Kläger, da kein Richter.

Der Naturschutzverband NaturFreunde Berlin hat am 18.02.2015 eine Verbandsklage eingereicht, um den vom Senat erteilten Bauvorbescheid aufzuheben. Zudem wurde ein Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt und ein Eilverfahren begonnen.

Die Verbandsklage soll verhindern,

  • dass ein so großes Grundstück ohne Bebauungsplanverfahren bebaut wird,
  • dass Baurecht nach dem Baulückenprinzip erteilt wird (§34 BauGB)
  • dass es dadurch weder einen städtebaulichen Vertrag noch eine Gewinnabschöpfung mittels der neuen  „Kooperativen Baulandentwicklung Berlin“ gibt,
  • dass dadurch jegliche Bürgerbeteiligung ausgeschaltet wird,
  • dass dadurch keine Umweltverträglichkeitsprüfung stattfindet,
  • dass der Notstand an sozialer Infrastruktur und an Grünflächen im Kiez durch solche Bauprojekte weiter drastisch verschlimmert wird.

Die Grundlage der Klage ist die Feststellung, dass eine Genehmigung ohne Umweltvorprüfung und ggf. auch Bebauungsplanverfahren auf Grund der Größe der Bauvorhaben (Freudenberg-Areal und Schreibfederpassage) und des geplanten Einzelhandels offenbar rechtswidrig ist. Zudem hat das Bauvorhaben schädliche Auswirkungen auf zentrale Versorgungsbereiche des Bezirks wie z.B. die Grünflächen-, Grundschul- und Kitaplatzversorgung.

Wir wollen erreichen, dass der im Sommer 2014 erlassene Bauvorbescheid aufgehoben wird. Für das Areal soll ein reguläres Bebauungsplanverfahren in Gang gesetzt werden, in dem eine deutlich weniger dichte Bebauung festgelegt wird – so, wie es 2010 vom Bezirksamt für die letzte große Freifläche in einem der am dichtest besiedelten Kieze Berlins beschlossen wurde. In einem Bebauungsplanverfahren würde auch unser laufendes Bürgerbegehren Berücksichtigung finden.

Die skandalöse Vorgehensweise zum Freudenberg-Areal hätte sonst gravierende Folgen für die künftige Stadtplanungspolitik in Berlin. Die Anwendung des §34 BauGB auf ein Bauvorhaben dieser Größenordnung hätte Vorbildcharakter, wodurch kommunale Steuerungsmöglichkeiten sowie Bürgerbeteiligung komplett ausgeschaltet werden. Daseinsvorsorgliche Stadtplanung soll in Berlin in Zukunft Investorenplanungen geopfert werden, die jeglicher sozialer Verantwortung entbunden sind? Dies wäre das Ende von geordneter Stadtplanung und Bürgerbeteiligung!

Alle Bäume sind gefällt…

Am Freitag, den 13.02.2015, wurden alle Bäume auf dem Freudenberg-Areal gefällt. Damit ist das “Wäldchen”, das so lange den Kiez an der Ecke Boxhagener Str./Holteistraße geprägt hat, Geschichte.

Die Bauwert Investment Group hat kurz zuvor die Baugenehmigung erhalten und dann “kurzen Prozess” mit den Bäumen gemacht. Wir als AnwohnerInnen bekommen das Ganze erst durch den Lärm von Kettensägen und umstürzenden Bäumen mitgeteilt. Noch drei Tage vor der Rodung hieß es telefonisch bei der Bauaufsicht, die den Bauantrag bearbeitet, die Baugenehmigung könne auch erst im nächsten Monat erfolgen – da war sie aber bereits erteilt…

Ein Papiertiger verirrt sich in der Wilhelmstraße, Berlin Mitte: Entmietungsspezialisten geben sich die Klinke in die Hand; Die Menschen jedoch bleiben & B L E I B E N

Die Bewohner der Häuser Wilhelmstraße 56 – 59 (10117 Berlin Mitte) werden zurzeit mit Briefen von Entmietungsspezialisten regelrecht bombardiert. In den letzten Wochen und Tagen waren es bereits mehrmals eine sogenannte „Beratungsfirma“, eine Hausverwaltung, die vorherigen Eigentümer, pfiffige Anwälte, die lukrative Provisionen zu kassieren hoffen und so weiter und so fort… Inzwischen wurde sogar ein […]

Besuch im Bundesrat

Die gemeinnützige BürgerinitiativeWilhelmstrasse Berlin Mitte e.V. hat den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, am 23. Januar 2015 den Bundesrat zu besuchen, ein Haus, welches schon seit 111 Jahren existiert. Die Gruppe wurde sehr freundlich von Herrn Dr. Harald Grüning empfangen, der auch in der Nachbarschaft wohnt, Mitglied der Bürgerinitiative ist und mehrere Teilnehmer persönlich kennt. Es […]

Alles Lug und Trug

Mit Versprechungen eines Bürgerzentrums, dem Bau einer Kita, billigen Wohnungen und eines angeblich großen Parks hat die Bauwert Investment Group den Bezirk überzeugt, die ursprünglich geplante Wohnungsanzahl von 230 auf nunmehr 659 fast verdreifachen zu dürfen.

  • Der Deal, der ohnehin zum großen Teil auf leeren Versprechungen und Übertreibungen beruhte, wurde über Bord geworfen, als es dem Investor 2014 nicht mehr schnell genug ging. Die Senatsverwaltung erteilte ihm im Widerspruchsverfahren einen Bauvorbescheid.
  • Nun bezahlt alles, was irgendwie sozial ist, das Land Berlin mit Förderungen (Steuergeldern) – den “bezahlbaren” Wohnraum, die Kita. Das versprochene Bürgerzentrum entfällt komplett, obwohl Bauwert mit dem Projekt bisher ca. 40 – jetzt sogar rund 50 Millionen Euro Gewinn machen wird.
  • Und die Kita ist im Bauantrag der Bauwert GmbH gar nicht enthalten – wenn sie gebaut wird, dann mit einer viel zu kleinen Freifläche, die zudem noch mit den BewohnerInnen des Hauses darüber (20 Wohnungen) geteilt werden muss.
  • Das Cafe-Restaurant am Innenhof, auch “Park” genannt, hat im Bauantrag eine Größe von nur 120 m² und soll um 18 Uhr schließen. Das wars mit dem Kulturangebot. Die Wohnungen werden teuer und haben Vorgärtchen. Das hat alles nichts mit dem Kiez zu tun.
  • Der sog. “Park” hat mitnichten eine behauptete Fläche von “knapp 6.000 m²”. Auf der tatsächlich nutzbaren Grünfläche von rund 3.000 m² sind 1.175 m² Spielplatzfläche ausgewiesen – als öffentliche Grünfläche verbleiben also nur 1.810 m². Entgegen vorausgegangener Versprechungen bleibt die Fläche nun Privatgrundstück und wird nicht dem Bezirk übertragen.

Wie das einmal im Kiez aussehen soll, hat Bauwert zwar auf der Infoveranstaltung des Bezirks am 19.01.2015 auf Fotomontagen dargestellt – Bauwert verbietet uns jedoch unter Androhung juristischer Schritte, Darstellungen daraus hier zu zeigen.
Wir empfehlen daher, sich notgedrungen über die übrigen Bauwert-Projekte ein Bild zu machen, wie es hier einmal aussehen soll: Link zur Bauwert-Seite HIER. Auf dem Freudenberg-Areal kann man sich auf Mieten von 13,50 Euro kalt/m² einstellen.

Hier ein Bild aus einer Broschüre der Senatsverwaltung (Arno Bonanni Architeken) – so soll es also einmal aussehen hier im Kiez:

 

Wohnen auf dem Friedhof

Eine Kuriosität ist auch, dass Bauwert auf dem ehemaligen städtischen Friedhof der Landgemeinde Boxhagen bauen will, wo auch das Erbbegräbnis der Familien Sonntag und Wühlisch liegt. Der Friedhof mit einer Fläche von 4.000 m² war noch 1960 in den Stadtplänen so eingezeichnet, wie rechts abgebildet. Bedauerlicherweise hat es irgendwann eine Privatisierung des Geländeteils gegeben, sonst stände heute eine öffentliche Fläche zur Verfügung.

Die Senatsverwaltung – nicht Bauwert – ist zuständig für die denkmalpflegerischen Maßnahmen. Die Gräbstätten wurden hinter weißen Sichtschutzwänden umgebettet.
Peinlich dabei: Bauwert fürchtet offenbar ein negatives Image und möchte davon nichts wissen bzw. gewusst haben – die seltsamen Äußerungen hier: Artikel in der Berliner Woche

Wie das auf dem Freudenberg-Areal aussah: