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Prenzlauer Berg Über Entmietung, Entwurzelung und Vertreibung

Schriftstellerin Annett Gröschner über Gentrifizierung in Berlin-Prenzlauer Berg: Entmietung, Entwurzelung und Vertreibung

 

Ich lebe mit einer kurzen Unterbrechung seit 33 Jahren in Prenzlauer Berg, 15 davon habe ich als freiberufliche Schriftstellerin am Rande des Volksparks Friedrichshain verbracht. Meine Wohnung war immer auch mein Arbeitsplatz, einschließlich Archiv und Bibliothek. Im Jahr 2000 war ich nicht freiwillig umgezogen, ich war wegen Sanierung umgesetzt worden, wie fast alle in der Gegend.

Wir sollten uns freuen über die neuen Bäder, die Balkone und die hellen Fassaden und das taten wir auch, schließlich hatten wir vor der Wende mit unserer Anwesenheit in Wohnungen ohne jeden Komfort dafür gesorgt, dass die maroden Häuser nicht zusammenfielen, verschimmelten oder abbrannten.

Bis vor ein paar Jahren noch Sanierungsgebiet

Das Viertel hatte bis vor ein paar Jahren den Status eines Sanierungsgebiets, damit sollte eine soziale Entmischung und die Verdrängung der geringverdienenden Alteingesessenen verhindert werden. Das ist nicht gelungen, im Gegenteil. Wir sind bis zur profitableren Vermarktung geduldet, mehr nicht. Denn die meisten Wohnungen bekamen mit der Sanierung Abgeschlossenheitsbescheinigungen, sie konnten zu Eigentumswohnungen umgewandelt werden. Meine Vereinbarung über die „Endumsetzung“ hatte ich mit einer GmbH namens Pluton abgeschlossen. Ich fragte mich damals, ob es Zynismus oder Dummheit war, eine Immobilienfirma nach dem antiken Herrscher der Unterwelt zu benennen. Inzwischen ist die Frage beantwortet.

2010 erfuhr ich, dass 2002 meine Wohnung ohne mein Wissen an einen Einzeleigentümer verkauft worden war. Das war nicht korrekt, aber der Vorgang war verjährt. Bis dahin gehörte das Wort Eigenbedarf nicht zu meinem aktiven Wortschatz, obwohl es wider Erwarten in der Leipziger Duden-Ausgabe von 1979 mit dem Zusatz Mietrecht steht.

An der Kleidung gespart

Lange gab es nichts zu beklagen, ich arbeitete in meinem Wunschberuf, ich war auch nicht erfolglos mit dem, was ich tat, aber es reichte oft nicht bis zum Ende des Monats, meistens sparten mein Sohn und ich an Kleidung und Vorsorge, um die Miete pünktlich zu überweisen.

Die Kaltmiete hat sich zwischen 2000 und 2014 verdoppelt, die Zeilenhonorare und Vorschüsse aber stagnierten, wenn die Zeitungen überhaupt überlebten. Einige Jahre bin ich Tausende Kilometer mit dem Zug gefahren, um außerhalb Berlins mein Geld zu verdienen. Was zu der paradoxen Situation führte, dass mein Arbeitszimmer vom Finanzamt nicht als steuerlich absetzbar anerkannt wurde, weil ich zu viel unterwegs gewesen war.

„Ich sehe doch die Angst in Ihren Augen“

2015 trat das 80er-Jahre-Klischee eines Maklers mit Goldkettchen und zu viel Rasierwasser in mein Leben und eröffnete mir, dass er von den Eigentümern beauftragt sei, die Wohnung zu verkaufen und ich den potenziellen Käufern meinen Wohnraum zur Besichtigung öffnen müsse. Sie kamen in Scharen, schauten in jede Ecke, einige verteilten schon lautstark ihre Möbel in meinen Zimmern. Einer sagte mir ins Gesicht: „Ich sehe doch die Angst in Ihren Augen.“

Der Makler wackelte nach mehreren Besichtigungstagen mit dem Kopf, es sei schwer, bei dem Preis einen Kapitalanleger zu finden. Nur die Russen wären bereit zu kaufen, aber die wollten dann auch drin wohnen. Er habe da nur noch ein Paar, das lebte im Ausland, die würde er überreden, sich die Wohnung anzusehen. Sie wirkten busy auf eine globalisierte Weise, selbstbewusst und von scheckbuchhafter Freundlichkeit. Ein Paar, wie sie inzwischen tausendfach in dem Viertel herumliefen. Leute, die jeden Job im mittleren Management machen konnten, ob sie nun Waffen verkauften, Prothesen oder Immobilien.

Sie sprachen mit dem Makler über die Rendite, die ihnen meine Mietzahlungen bringen würden und bekamen den Zuschlag. Kein Dreivierteljahr später war ich entmietet. Die Begründung des Paars, dass sie ganz plötzlich das dringende Bedürfnis hätten, in Berlin eine Familie zu gründen und das ginge nur in meiner Wohnung, war gerichtsfester als mein nicht weniger dringliches Bedürfnis, nicht von den Reproduktionsfantasien fremder Leute behelligt zu werden, die mich von der Arbeit abhielten.

Einkommen zu schlecht für den WBS-Schein

Als Freiberuflerin gibt es gute und schlechte Jahre. Die Eigenbedarfskündigung erreichte mich, als die letzte Steuererklärung von einem besonders schlechten Jahr erzählte, so schlecht, dass selbst das Wohnungsamt mir keinen Wohnberechtigungsschein gab. Ich sollte offenlegen, wovon ich wirklich gelebt hatte. So viel Zeit hatte ich nicht. Geholfen eine neue Bleibe zu finden, hat mir am Ende ein gut dotierter Vertrag, den ich vorzeigen konnte, mein deutsch klingender Name und die Tatsache, dass keine Kinder mehr in meinem Haushalt leben. Glücklich macht mich das nicht.

Oma Anni hätte nicht in ihre Situation kommen sollen

Die zunehmende Segregation ist politisch gefährlich und wird der Stadt langfristig teuer zu stehen kommen. Ich werde wütend, wenn ich in der Straße das Plakat der Linken hängen sehe: „Mietrebellin Oma Anni bleibt“.

Oma Anni wäre bei einer weitblickenden linken Politik, für die die rot-rote Regierung neun Jahre Zeit hatte, gar nicht in diese Situation gekommen. Statt Genossenschaften zu fördern, wurden Abrissgenehmigungen für Plattenbauwohnungen erteilt und kommunaler Wohnungsbestand an Heuschrecken verkauft. Heute balgen sich Niedriglöhner, Transferempfänger, Mindestrentner, Newcomer und alleinerziehende freiberufliche Künstlerinnen um die wenigen bezahlbaren Wohnungen. Es gibt im Moment keine Zusammenkunft von Künstlern in Berlin, bei der der Rausschmiss aus Wohnungen und Ateliers nicht Thema wäre. Und immer die Frage: Wo sollen wir hin? Was machen wir mit unseren Kunstwerken, unseren Archiven, Bibliotheken, wenn wir uns verkleinern müssen? Ziehen wir in die Uckermark?

Wut, Kränkung, Protest

Message / ALTES WASSERWERK TEGEL

Die Steinberger (MI Siedlung Am Steinberg aus Tegel) und die BI Altes Wasserwek Tegel, machen jetzt gemeinsame Sachen.

Gleimtunnel sucht Besitzer

Nach dem schweren Unwetter mit Überschwemmung des Gleimtunnels stehen auch bürokratische Aufräumarbeiten an. Der Gleimtunnel wurde zunächst wegen der ineinander verkeilten PKW´s gesperrt. Das abfließende Regenwasser im Tunnel hatte einen stark aufgeweichten Untergrund hinterlassen. Das Kopfsteinpflaster bot keine Stabilität mehr. Die Sperrung für den Autoverkehr war unerläßlich. Aucn die Statik der Stützen mußte angesichts der Bodenverhältnisse geprüft werden.

Die bis dato ungeklärte Eigentumsfrage am Bauwerk Gleimtunnel muß nun geklärt werden, denn entstehende Kosten und mögliche Sicherungsmaßnahmen müssen vom Eigentümer getragen werden.

Wer ist der Eigentümer des Gleimtunnels?

Das ehemalige Bahngelände des ehemaligen Alten Nordbahnhof befand sich von 1877 bis 1985 im Eigentum der Reichsbahn (ab 1945 – Deutsche Reichsbahn der DDR).
Mit der deutsche Wiedervereinigung ging das Gelände 1993 einschließlich des Gleimtunnels mit dem Übergang der Deutsche Reichsbahn der DDR ins Sondervermögen des Bundes (Einigungsvertrag) über. 1994 kam es zur Fusion von Deutscher Reichsbahn und Deutsche Bundesbahn zur DB AG.

Mit der Gründung der Vivico Real Estate GmbH für Vermarktung von nicht betriebsnotwendigen Bahnflächen im Jahr 2001 entstand ein neuer Eigentümer, der zu 94,99 % dem Bundeseisenbahnvermögen und zu 5,01 % der Bundesrepublik Deutschland zugeordnet war.

Unter Finanzminister Steinbrück wurde die Vivico Real Estate GmbH nach EU-Ausschreibung zur Privatisierung ausgeschrieben und für 1,03 Mrd. € an an die österreichische börsennotierte Gesellschaft CA Immo AG.

Doch der Gleimtunnel war in dem Verkauf ausdrücklich ausgenommen. Eine Ausnahmeklause in dem Vertrag nahm ausdrücklich alle Brückenbauwerke und Tunnel über öffentlichen Straßenland aus. So wurde der Gleimtunnel zu einem „hybriden immobilen Objekt“, das durch eine im öffentlichen Besitz des Landes Berlin befindliche Straße durchquert wird, und das zwei nicht vermessene dicke Tunnel-Seitenwände und Widerlager hat. Obendrein führt der Gleimtunnel auch noch über die Bezirksgrenze zwischen Berlin-Mitte und Pankow.

Da das „hybride Tunnelobjekt“ durch rechtsgeschäftliche Klauseln der Bahnprivatisierung definiert wurde, hat der Gleimtunnel auch kein eigenständiges ordentliches Grundbuchblatt. Eigentlich müssten für die jeweilichen Tunnelseitenwände und Widerlager zwei Grundbücher erstellt werden. Für die Tunneldecke müsste eine „Baulast“ über öffentlichen Straßenland eingetragen werden.

Bauhindernis Tunnelwiderlager

Der Verkauf an der Nordfläche des Mauerparks durch die CA-Immo-AG an die als „Investor“ eingesetzte „Groth u-Invest Elfte GmbH & Co Gleimstraße KG“ nahm natürlich auch den Gleimtunnel aus.

Das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk Gleimtunnel stellt bei der Erschließung der Baufläche ein Bauhindernis dar (Groth kreist am Gleimtunnel | 3.4.2014 | Pankower Allgemeine Zeitung).

Die Eigentumsfragen dürften sich aufgrund weiterer Grundstücksgeschäfte noch weiter kompliziert haben, denn die Groth-Gruppe ist mittlerweile mit der „Groth u-invest Fünfzehnte GmbH & Co. Wohnen am Mauerpark KG“ mit der Vermarktung der Wohnungen aktiv (www.so-berlin.de).

Klärung durch das Bundesverkehrsministerium?

Die Eigentumsverhältnisse am Gleimtunnel wird man nun wohl mit dem Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), Alexander Dobrindt (CSU) klären müssen. Seinem Ministerium ist das Bundeseisenbahnvermögen zugeordnet. Dienstsitz: Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 2 in 53175 Bonn.

 

Quelle : http://www.pankower-allgemeine-zeitung.de/2016/08/02/gleimtunnel-sucht-besitzer/

Friedelstrasse 54

Laufende Kaufverhandlungen

Wir stehen seit Mitte April in direkten, konstruktiven Kaufverhandlungen mit der CITEC und haben das erklärte Ziel, diese zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen und unser Haus künftig mit unserem Hausverein und als Teil des Mietshäusersyndikats selbst zu verwalten. Sollten die Verhandlungen scheitern bzw. ein anderer Kaufinteressent den Zuschlag erhalten, möchten wir an dieser Stelle betonen, dass wir auch zukünftig selbstverständlich unsere Rechte als Mieter*innen wahrnehmen werden. Bei aller Verschiedenheit der Menschen in diesem Haus, haben wir uns dennoch in den vergangenen zwei Jahren zu einer eingeschworenen, kämpferischen Hausgemeinschaft entwickelt. Bisher haben wir es erfolgreich geschafft, uns gegen ungewollte Modernisierungs-maßnahmen zur Wehr zu setzen und werden auch zukünftig in der Lage sein, öffentlich, juristisch und politisch für unsere Interessen einzustehen. Der Kauf unseres Hauses durch einen finanzstärkeren Investor zu einem Zeitpunkt, an dem wir selbst ein konkretes Kaufinteresse zwecks Selbstverwaltung haben, würde von Anfang an die Atmosphäre zwischen (Neu-)Eigentümern und Mieter*innenschaft des Hauses negativ prägen. Insofern hoffen wir weiterhin darauf, dass die derzeitige Eigentümerin CITEC uns soweit mit dem geforderten Preis entgegen kommt, dass wir einen Hauskauf sozialverträglich finanzieren können. Dies wäre mit Sicherheit die optimale Lösung für alle beteiligten Parteien.

Das Haus in die Hände der Mieter*innen!

Eure Hausgemeinschaft Friedelstraße 54,

Berlin-Neukölln am 27.5.2016

http://friedelstrasse54.blogsport.eu/

So wurde Wien zur Traumstadt aller Mieter

Wien ist eine der am schnellsten wachsenden Metropolen Europas. Dennoch schafft es die Stadt, genug bezahlbare und schöne Wohnungen zu bauen. Die Wünsche der Mieter sind dem Wohnbaurat sehr wichtig.

Die Sektgläser klirren. Im Foyer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft “Wiener Wohnen” stößt man auf den Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs für 120 geförderte Wohnungen im Südosten der Stadt an. Nachdem Herbert Pohl von NMBP Architekten seinen Siegerentwurf vorgestellt hat, ein elegantes Gebäude-Ensemble mit viel Grün und großzügigen Innenhöfen, will Wohnstadtrat Michael Ludwig wissen, welches Kriterium den Architekten bei ihrer Arbeit am wichtigsten war. “Die Wirtschaftlichkeit”, sagt Pohl. Eine erstaunliche Antwort. So etwas bekommt man bei Architekturwettbewerben in Deutschland so gut wie nie zu hören.

Doch in Wien ist alles anders. Die österreichische Hauptstadt ist so etwas wie die Welthauptstadt des sozialen Wohnungsbaus – ein Paradies für die 79 Prozent der Bewohner, die hier zur Miete wohnen. Sie müssen im Schnitt für eine Wohnung, privat oder staatlich finanziert, nicht mehr als einen Quadratmeterpreis von 7,50 Euro zahlen – ein für die meisten deutschen Großstädter unvorstellbar niedriger Preis.

Möglich ist das, weil sowohl der Wohnungsbestand als auch der Baugrund seit fast hundert Jahren zum größten Teil in städtischem Besitz ist. Während deutsche Städte aus Geldnot Grundstücke verkaufen oder keine eigenen Wohnungen errichten können, wurde in Wien der Preisspekulation sprichwörtlich der Boden entzogen. Der Anteil der geförderten Wohnungen liegt hier bei 62 Prozent – so hoch wie in keiner anderen Stadt der Welt.

Die städtische Bauherrin, die “Wiener Wohnen”, kann bei der Vergabe auf vermarktungsfördernden Pomp verzichten. Sie benötigt keine architektonische Exzentrik. Denn vom Wiener Konstrukteur werden Tugenden verlangt, die auch hierzulande eingefordert wurden, als der Architekt noch Baumeister sein durfte: Der vorgegebene Kostenrahmen darf nicht gesprengt werden, das Gebäude muss pünktlich den Nutzern übergeben werden und, das ist der wichtigste Punkt: Die architektonische Qualität muss sich zuallererst an den Bedürfnissen der Mieter orientieren.

Für die Amerikaner “echte Kommunisten”

Deren Wünsche sind Wohnbaurat Michael Ludwig besonders wichtig. Das wird er an diesem Abend nicht müde zu betonen. Zum Beweis hat er mit diesem Wettbewerb für die Fontanastraße ein schon eingemottetes Turbo-Instrument zur Mietsenkung aus der Versenkung geholt: den Gemeindebau. Dabei tritt die Stadt als Eigentümerin, Bauherrin und Vermieterin auf den Plan. “Für die Amerikaner sind wir echte Kommunisten”, amüsiert sich Ludwig, der kürzlich das Wiener Modell in New York vor staunenden Stadtplanern und Immobilieninvestoren präsentieren durfte. Der SPÖ-Politiker versteht allerdings die Titulierung nicht als Beleidigung. Er sieht sich in einer guten Tradition. Seit den 1920er-Jahren, als der Gemeindebau noch durch eine Wohnbausteuer finanziert wurde, gelten die von der ersten sozialistischen Regierung Wiens initiierten “Volkspaläste” als baukulturell und sozial herausragend.

Für architekturinteressierte Touristen und Stadtplaner aus aller Welt ist der monumentale, festungsähnliche zwischen 1927 und 1930 gebaute Karl-Marx-Hof im 19. Bezirk eine Art Prototyp für heutigen Wiener Gemeindebau. In deutschen Sozialbauten häufige Begleiterscheinungen wie Graffiti, abgeschlagene Türpfosten und Müll gibt es im “Versailles der Arbeiter” nicht. Rund 1270 Mieter wohnen heute in dem von Karl Ehn geplanten längsten Wohnhaus der Welt, inmitten einer wunderschönen gepflegten Parkanlage. Herrschaftliche Türme, Fahnenmasten, Torbögen und markante Balkone zeichnen das Gebäude aus. Diese offenbar gut verwaltete und friedliche Stadt in der Stadt mit ihren Gemeinschaftsräumen, Loggien, Stiegen und Höfen, die der sozialen Isolation entgegenwirken sollen, ist nun Vorbild für die Neuauflage dieses Wohnungstyps.

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http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article157448490/So-wurde-Wien-zur-Traumstadt-aller-Mieter.html?wtrid=socialmedia.socialflow….socialflow_twitter

Neuer Rekord bei Handel mit Immobilien

18 Milliarden Euro Umsatz verzeichnete der Berliner Immobilienmarkt im vergangenen Jahr. Für Mieter sind dies schlechte Neuigkeiten.

 

Und wieder gibt es Rekorde auf dem Berliner Immobilienmarkt: Die Bestmarke von 18 Milliarden Euro Umsatz im vergangen Jahr, vor allem aber die steigenden Preise in allen Teilen des Grundstücksmarktes, sind eine schlechte Nachricht für Wohnungssuchende. Denn höhere Preise schlagen sich früher oder später in höheren Mieten nieder. Und wegen des Rekordstandes bei den Grundstückspreisen muss der Neubau der dringend benötigten Wohnungen zu Mieten von weniger als zehn Euro je Quadratmeter mit noch höheren Fördermitteln erkauft werden.

Sogar bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung macht man keinen Hehl aus den Sorgen über die Entwicklung am Markt. Baustaatssekretär Engelbert Lütke Daldrup sagt es so: „Die dynamische Preisentwicklung im Bereich der Baulandgrundstücke zeigt, dass der Senat und die Bezirke bei der Aktivierung weiterer Baulandpotenziale nicht nachlassen dürfen.“

Auch der Berliner Mieterverein nannte die steigenden Umsatzzahlen „besorgniserregend“. Denn die große Nachfrage nach Kaufimmobilien veranlasst immer mehr Besitzer von Miethäusern, die Wohnungen in Eigentumsobjekte umzuwandeln, wodurch wiederum das Angebot an Mietwohnungen noch knapper wird. Um 50 Prozent stieg die Zahl solcher Umwandlungen.

In Pankow hat sich die Zahl der Umwandlungen im Vergleich zu 2014 verdoppelt

Vor dieser Entwicklung sind nicht einmal Bezirke gefeit, in denen die Verwaltung durch die Ausweisung von Milieuschutzgebieten Umwandlungen und Luxusmodernisierungen bremsen wollen. In Pankow, dem Bezirk mit den meisten Milieuschutzgebieten, hat sich laut Mieterverein die Zahl der Umwandlungen im Vergleich zu 2014 verdoppelt: 3179 wurden im vergangenen Jahr gezählt, im Jahr 2014 seien nur 1289 Wohnungen in Eigentumsobjekte umgewandelt worden. Auch in Friedrichshain-Kreuzberg, das neben Pankow die zweithöchste Anzahl an Milieuschutzgebieten aufweise, seien die Umwandlungszahlen noch einmal deutlich gestiegen.

Einen Anlass, an der Wirksamkeit von Milieuschutzgebieten im Kampf gegen die Verdrängung von Altmietern aus ihren Quartieren zu zweifeln, sieht der Mieterverein nicht. Vielmehr führen die Mieterschützer den Anstieg der Umwandlungen auf eine Sonderregelung zurück: Bietet der Hauseigentümer die umgewandelte Wohnung sieben Jahre lang nur dem Mieter zum Kauf an, erhält er oft trotzdem eine Genehmigung für diese Maßnahme. Diese Ausnahmeregelung gehöre abgeschafft, so der Mieterverein.

Dagegen ist der Andrang auf dem Berliner Immobilienmarkt für Grundbesitzer ein Segen. Wer ein Haus oder eine Wohnung besitzt, dem verhilft die Nachfrage unverhofft zu wachsendem Wohlstand: Der Wert von Ein- und Zweifamilienhäusern stieg innerhalb eines Jahres um 22 Prozent. Auch Eigentumswohnungen wurden mehr wert: plus 14 Prozent. Käufer von Miethäusern zahlten im Jahr 2015 rund 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Und weil Angebote in guten Lagen seltener werden, greifen Käufer nun auch „im unteren Preissegment“ und einfachen Lagen zu, schreiben die Gutachter. Schnäppchen sind schwer zu finden, sogar auf Zwangsversteigerungen, deren Zahl ohnehin „auf einen neuen Tiefststand“ gefallen ist. Und weil das Geschäft brummt, werden schlagartig mehr Mietwohnungen in Eigentumsobjekte umgewandelt: 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im ersten Quartal dieses Jahres gingen die Umsätze nach Angaben des Gutachterausschusses insgesamt leicht zurück (minus sechs Prozent), am stärksten beim Verkauf unbebauter Grundstücke, mutmaßlich wegen des Mangels an Bauland in Berlin.

 

Quelle : http://www.tagesspiegel.de/berlin/angespannter-wohnungsmarkt-in-berlin-neuer-rekord-beihandel-mit-immobilien/13966758.html

Experten warnen vor Blase auf Berliner Immobilienmarkt

Mehr Jobs, weniger Mieter, denen das Amt hilft, und ein boomender Immobilienmarkt: Ist das Berlins wirtschaftliche Wende? Es ist eher eine Blase, sagen Forscher.

 

Mit Berlin geht es aufwärts. Ende 2015 bezog ein Fünftel weniger Menschen Wohngeld als im Jahr zuvor, meldete das Statistische Landesamt am Dienstag. Gute Nachrichten gibt es auch aus den Bezirken: Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger, die von den Ämtern die Kosten der Unterkunft bekamen, nahm im vergangenen Jahr um 7000 ab. Feiern durfte sich der Berliner Senat vor wenigen Wochen außerdem für die vielen neuen Jobs, die entstehen – so viele wie seit sieben Jahren nicht, ein fast doppelt so starkes Wachstum wie im deutschen Durchschnitt.

Gelingt der deutschen Hauptstadt mit gebührendem zeitlichen Abstand nach der Einheit nun endlich auch die wirtschaftliche Wende zum Besseren? Der boomende Immobilienmarkt legt es nahe: Ein Koffer in Berlin reicht nicht mehr, ein Appartement muss es sein, besser noch ein ganzes Wohnhaus. Denn wer kräftig genug an den Mieten dreht, vergoldet sich so den Lebensabend.

Doch Anleger, aufgepasst: Nach der Bundesbank warnt nun auch das Berliner Forschungsinstitut Empirica erneut vor einer „Blase“ auf Berlins Immobilienmarkt. Die Hauptstadt zähle zu den zwölf deutschen Metropolen, in denen die Ampel auf Rot umschaltet. „Zu den Preisen, die üblicherweise in Mitte, Prenzlauer Berg, Kreuzkölln oder anderen zentralen Quartieren verlangt werden, würde ich nicht mehr kaufen“, sagt Reiner Braun von Empirica. Und der Forscher warnt vor einem „potenziellen Einbruch der Preise um 10 bis 20 Prozent in naher Zukunft“.

Markt auf Steroiden

Bange machen will Braun nicht, seine Warnung hängt mit der Feststellung zusammen, dass die Kaufpreise viel schneller stiegen als die Einkommen und auch schneller als die Angebotsmieten, über deren Höhe Wohnungssuchende schon lange klagen. Die Folge: Kaufmännisch rechnet sich der Immobilienerwerb oft nicht mehr. Der Markt ist gleichsam auf Steroiden, mit Kapitalspritzen aus billigen Zinsen aufgepumpt und gestürmt von Kapitalanlegern, die sich mangels Alternativen das Immobilieninvestment in der Hauptstadt schönrechnen.

Getrieben sind viele dieser Geschäfte – ähnlich wie an der Börse – von „Fantasien“ über einen ewig steigenden Markt. Spekuliert wird dabei nach Kräften auf den Austausch alter Mieter gegen neue, zahlungskräftigere, damit die neuen Mieten dann endlich reichen, um die teuren Kaufpreise zu finanzieren.

Beispiel gefällig? 1900 Wohnungen in Schöneberg, Wilmersdorf und Neukölln erwarb die Firma ADO jüngst für 200 Millionen Euro. Begründung: „Die Ist-Mieten“ lägen zwischen 6,20 und 6,90 Euro je Quadratmeter, bei Neuvermietung seien 7,30 bis 9,60 Euro drin – „Steigerungspotenzial“ bis 38 Prozent.

In Berlin gibt es eher einfache Jobs

 

Beflügelt werden solche Fantasien von einer insgesamt robusten Konjunktur. Dass sich Berlin gut entwickelt, „kann man nicht bestreiten“, sagt  Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Aber viele der neuen Jobs werden von Zuziehenden besetzt, deshalb sinke die Arbeitslosigkeit nur geringfügig. Und im ersten Halbjahr dieses Jahres stieg die Zahl der Wohngeld-Empfänger wieder. Außerdem wachse die „Produktivität“ in Berlin langsamer als im deutschen Durchschnitt. Soll heißen: Die Top-Posten werden hier nicht vergeben, eher einfache Jobs – etwa in Gastronomie, Gastwirtschaft und Tourismus.

Weiterlesen  http://www.tagesspiegel.de/berlin/wohnen-in-der-hauptstadt-experten-warnen-vor-blase-auf-berliner-immobilienmarkt/13961600.html

So sehen die neuen Billig-Wohnungen aus

Unter 2000 Euro pro Quadratmeter ist in Deutschland praktisch kein Neubau zu haben. Architekten in Den Haag zeigen nun, dass es auch für 1100 Euro geht – mit einem erstaunlichen Ergebnis.

Die Abendsonne spiegelt sich in der lang gestreckten Fassade des “Blocks 10” am Erasmusweg in Den Haag. Durch den Laubengang im Erdgeschoss toben ein paar Kinder, die Sekunden später durch die Tür nach draußen stürmen. Nichts sieht hier nach einem Ghetto aus, obwohl es sich bei dem Wohnblock um einen sozialen Wohnungsbau am Stadtrand handelt. Die Bewohner sind zufrieden, es gibt kaum Probleme, berichtet der städtische Vermieter Vestia.

Dem Architekten Kempe Thill scheint im Den Haager Stadtteil Moerwijk etwas gelungen zu sein, worüber in Deutschland noch viele rätseln: ein kostengünstiger Bau in einem Ballungsgebiet, in dem sich die Menschen wohlfühlen.

Thill entwarf einen Riegel mit eingeschossigen 95-Quadratmeter-Wohnungen hinter einer modernen Aluminium-Glasfassade. Um die Struktur aufzulockern und auch unterschiedliche Mieter anzuziehen, kamen einige dreigeschossige Maisonettewohnungen hinzu, mit offener Küche, Wohnbereich und drei Schlafzimmern. Alles beruht auf der Grundlage eines einheitlichen Wohnmoduls von 7,20 Meter Breite.

Gleicher Standard senkt die Kosten

Besonders interessant erscheinen die technischen Eckdaten. Alle 88 Apartments haben Fußbodenheizung und werden mit Wärmerückgewinnung be- und entlüftet. Das Gebäude entspricht dem Niedrigenergiestandard. Es wird mit Geothermie beheizt und hat einen Wärmespeicher im Boden. Man hat also stärker auf die Energieerzeugung und -Speicherung gesetzt und weniger auf eine dicke Dämmschicht, auch wenn damit nicht so strenge Energie-Werte erreicht werden, wie sie aktuell in Deutschland gelten.

Da alles dem gleichen Standard entspricht – selbst die Position der Waschbecken ist in jeder Wohnung gleich –, konnten die Baukosten auf einen beeindruckenden Wert gesenkt werden: 1100 Euro pro Quadratmeter wurden ausgegeben.

Ähnliche Beispiele in Frankreich und Belgien zeigen: Günstiger Wohnungsbau nach modernen Standards ist möglich.

Immer neue Vorschriften

In Deutschland dagegen tut man sich schwer damit. Die Stadtplaner versuchen, mehrgeschossige Gebäude am Stadtrand zu vermeiden. Käufer möchten nicht auf individuelle Schnitte und Formen verzichten, Bauträger nicht auf eine gewisse Gewinnspanne. Bauministerin Barbara Hendricks appellierte erst vergangene Woche wieder gegenüber der Bauindustrie, auch mal für 1500 Euro pro Quadratmeter zu bauen. Doch die Branche hat man schon Schwierigkeiten damit, die Kosten selbst unter 2000 Euro zu senken.

Seit sechzig Jahren werden immer neue Forderungen und Vorschriften an die Gebäude herangetragen. Allein die neueste Version der Energieeinsparverordnung hat die Baukosten um vier bis acht Prozent in die Höhe getrieben. Kältebrücken an der Fassade sollen vermieden werden und Dampfdiffusion soll trotzdem möglich sein.

Auf die Zweifachverglasung folgte die dreifache, dazu kommen Lärmschutz und Feuerschutz. Lüftung, Fahrstühle und Klimaanlagen werden installiert. Die Baukosten stiegen entsprechend: Zwischen 1958 und 2010 wurde der Wohnungsbau um 573 Prozent teurer, während die allgemeinen Lebenshaltungskosten um 289 Prozent stiegen.

“Die Standards immer weiter nach oben zu setzen macht das Bauen teuer”, sagt der Berliner Architekt Arno Brandlhuber und fordert deshalb: “Reden wir über Standards” – für schlichtere, preiswertere und günstigere Wohngebäude, die, wie in Den Haag, trotzdem gute energetische Eigenschaften erreichen. Insbesondere aus der SPD aber, so hat Brandlhuber beobachtet, gibt es Widerstände gegen die Absenkung der gesetzlichen Vorschriften: “Da heißt es: Endlich haben wir es geschafft, hohe Standards für alle zu schaffen, das wollen wir nicht über Bord werfen und Einfachstwohnungen für ein neues Proletariat errichten.”

Höherer Konsum verhindert Einsparungen

Aber könnten Lowtech-Wohnungen wirklich die Lösung sein für einen angespannten Wohnungsmarkt? “Wir sind doch alle in Altbauten oder Siedlungsbauten der fünfziger und sechziger Jahre aufgewachsen”, sagt dazu der Berliner Architekt, “das geht, und es hat uns nicht geschadet.”

Und die Energieverschwendung durch die dünnwandigen Behausungen? “Sämtliche Einsparungen aus den Energieeinsparverordnungen”, weiß Brandlhubers Architektenkollege Joachim Schultz-Granberg, “werden dadurch aufgefressen, dass die Menschen heute mehr Raum beanspruchen als noch vor Jahrzehnten.”

Wohnte ein Deutscher 1972 durchschnittlich auf weniger als 30 Quadratmetern, sind es heute 45 Quadratmeter, und die Fläche steigt weiter an, jedenfalls im breiten Durchschnitt. “Das Leben in den neuen Wohnungen ist dadurch nicht effizienter als in denen der 50er-Jahre”, rechnet Joachim Schultz-Granberg vor. Rebound-Effekt nennen Experten diese Entwicklung, die nicht nur im Wohnungsbereich für Kopfzerbrechen sorgt: Alle energetischen Einsparungen werden durch mehr Konsum ad absurdum geführt.

 

Weiterlesen  http://m.welt.de/finanzen/immobilien/article156304843/So-sehen-die-neuen-Billig-Wohnungen-aus.html

Verschwindet bald eine weitere Kiez Oase?

Kennen Sie das Gelände in der Trettachzeile 15, auf dem noch die alten Gebäude der Berliner Wasserbetriebe stehen? Wenn man hier zwischen den alten denkmalgeschützten Gebäuden über das Kopfsteinpflaster läuft, kommt man sich fast vor wie auf einem alten Dorfanger. Wir haben die Anwohner besucht und uns erzählen lassen.

Hier atmet man spürbar Geschichte und Geschichten ein und merkt, dass man an einem dieser wertvollen Orte ist, die noch eine starke natürlich Ausstrahlung der Ruhe haben. Eine der seltenen Selbsthilfewerkstätten für Motorräder ist hier untergebracht sowie eine Autowerkstatt. Der kleine urwüchsige Wald hinter dem Gelände mit seinem alten Flakbunker und dem Brunnen der Wasserwerke schirmt den Lärm der nahen Autobahn ab.

Da kann man sich gut vorstellen, wie es wohl wäre, wenn man dieses Gelände zukünftig für eine Mischung aus Handwerk, Kunst, Kultur und Wohnen nutzen würde. Kleine Konzerte könnten hier stattfinden, urige Flohmärkte und vieles mehr. Eine Oase der Ruhe. Das würde eine kulturelle Atmosphäre nach Berlin Tegel bringen, wie man sie sonst nur aus dem Prenzlauer Berg oder Mitte kennt. Reinickendorf hat in dieser Richtung bisher nicht so viel zu bieten. Ein echter Gewinn für alle.

So ungefähr sehen es auch Pläne vor, die die TWP Projektentwicklungsgesellschaft mbH als einer der potenziellen Käufer des Geländes gemeinsam mit einem Architekten entwickelt hat. Da ist eine Mischung aus Kultur und sozialem Wohnungsbau vorgesehen, der Wald soll als Erholungsgebiet mit Wegen erschlossen und um einen Teich ergänzt werden.

Ganz anderes scheint ein weiterer potenzieller Investor, die PI-Immobilien vorzusehen, bei dem laut Bericht der Anwohner der Wald gerodet werden soll (natürlich gibt es irgendwo Ersatzpflanzungen), dreigeschossige Eigentumswohnungen mit 100 Wohneinheiten á 80qm entstehen sollen und das Gelände mit einer Tiefgarage unterbaut werden soll. Laut Bericht der Anwohner sollen als “Goody für den Investor” auch die angrenzenden Gärten weichen, eine Umsetzung, wie man sie überall in gleichem uniformen Maße bereits kennt. Zwei der fünf denkmalgeschützten Gebäude sollen komplett abgerissen werden. Kiez und Atmosphäre sieht wahrscheinlich anders aus.

Dass die Gebäude saniert werden müssen, dass das Gelände ein tragfähiges Konzept für die Zukunft benötigt, sehen auch die Mitglieder der “Bürgerinitiative Altes Wasserwerk Tegel” und ihr Vorsitzender Heinz Jürgen Korte und unterstützen die Pläne der TPW zu einer denkmalgerechten Sanierung. “Es geht gar nicht darum, dass sich nichts ändern soll, sondern dass ein grüner Bereich erhalten bleiben soll, der auch kulturell interessant ist”, sagt Heinz Jürgen Korte.

Was die Bürgerinitiative jedoch nicht versteht, ist, dass sie den Eindruck bekommt, dass die Politiker sich gar nicht für ihre Interessen, Sorgen und Anliegen interessiert, sondern schon entschieden hat, dass derjenige Investor zum Zuge kommt, der das meiste Geld locker macht. Die alternativen Vorschläge wurden nicht einmal angesehen. Sowohl Bezirksstadtrat Martin Lambert (CDU) als auch Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU) haben den Anwohnern deutlich gemacht, dass die angedachte Bebauung durch PI-Immobilien befürwortet wird. Frank Balzer soll sich noch eindeutiger geäußert haben.

Bei der Veranstaltung “Rock meets Politics” der CDU im Kastanienwäldchen in Reinickendorf Ost hatte die Bürgerinitiative angefragt, wie es sich denn mit der Vergabe des Grundstücks Trettachzeile 15 verhalten würde. Nach etwas hin und her und einem bewußt übertriebenem und mit Augenzwinkern vorgebrachten Vorschlag der Bürgerinitiative, man könne ja auch das Brandenburger Tor abreißen, um Platz für Eigentumswohnungen zu schaffen, soll laut Bürgerinitiative Frank Balzer angeblich die Angelegenheit mit einem Vergleich mit einem “Sack Reis in China, der keinen interessiert” verglichen haben, den die fragenden dann doch beleidigend empfanden.

Es bleibt zu hoffen, dass im weiteren Planungsverfahren, beim Verkauf und der Umgestaltung des Grundstücks die an anderer Stelle so oft beschworene Bürgerbeteiligung und transparente Abwägung der Umstände erhalten bleibt und eine für Tegel und Reinickendorf nachvollziehbar nachhaltige Lösung gefunden wird, die nicht den Eindruck erweckt, hinter dem Rücken der Bürger durchgedrückt worden zu sein, nicht nur auf bestmöglichen Gewinn schielt und eventuell die Chance wahrnimmt, eine wertvolle kulturelle Oase zu erschaffen.

Frank Marten von der CDU (CDU Fraktion BVV Reinickendorf) hat uns auf Anfrage erläutert, dass nichts entschieden wäre und zum jetzigen Zeitpunkt auch gar nicht nicht entschieden sein könne und dass in einem entsprechend anzuwendenden Planungsverfahren sowohl die Bürger als auch die maßgeblichen Ämter und Verbände beteiligt würden. Von den anderen angefragten Parteien hat uns keine Stellungnahme erreicht.

 

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https://tegel.kiezekatze.berlin/2016/07/29/verschwindet-kiez-oase/