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Beitrag im rbb Inforadio über uns und die „Märkische Scholle“

Kürzlich war der rbb-Redakteur Wolf Siebert vom Inforadio bei unserem wöchentlichen Treffen anwesend und hat für einen Radiobeitrag Interviews mit mehreren Mietern geführt.

Als positives Beispiel energetischer Sanierung wurde in dem Zusammenhang eine Maßnahme der Genossenschaft „Märkische Scholle“ vorgestellt. Anders als bei uns belaufen sich die Mieterhöhungen hier auf sozial verträgliche 50 bis 70 Cent pro m² und die Maßnahmen leisten wirklich einen Beitrag zum Klimaschutz.

In unserer Schmargendorfer Gagfah-/Vonovia-Wohnanlage tendiert der energetische Effekt gegen null – bei voraussichtlich zwei Euro Mieterhöhung pro m². Irrsinn!

Den wirklich gelungenen Beitrag kann man sich hier anhören!

Arme raus, Reiche rein

Mietexplosion durch energetische Sanierung

 

Für die Mieter des Wohnkomplexes am Mainzer Sömmeringplatz bricht eine Welt zusammen. Ihr Vermieter, die Baugrund, will energetisch sanieren und legt dafür die Kosten auf die Mieter um. Für die Bewohner bedeutet das eine 50-prozentige Mieterhöhung – für viele nicht bezahlbar.

Die Baugrund betont, sich an geltendes Recht zu halten. Verbraucherschützer und Stadtsoziologen sehen hingegen einen besorgniserregenden Trend zur sogenannten “energetischen Gentrifizierung”, um zahlungsschwache Mieter zu vertreiben.

weiter unter:

http://www.swr.de/zur-sache-rheinland-pfalz/mietexplosion-durch-energetische-sanierung-arme-raus-reiche-rein/-/id=7446566/did=15466706/nid=7446566/osyhwe/index.html

 

 

 

Die Bebauung des Kleingartengeländes der Kolonie Oeynhausen

Ein als „Grün- und Freifläche“ von der Senatsverwaltung ausgewiesenes Areal wurde zu einem für Ackerland üblichen Preis verkauft. Dieser Preis liegt deutlich und ein Vielfaches unter dem Preis für Bauland. Verkauft wurde an einen sog. „Investor“. Investiert wurde und wird überhaupt nichts, sondern das Land soll nur vielfach teurer als Bauland weitergereicht werden und auch dann nochmals, fertig bebaut mit Luxuswohnungen, ein Vielfaches abwerfen.
Selbst erlebt habe ich mehrere theatralische, mit weinerlicher Stimme vorgetragene Auftritte des zuständigen Stadtrats Marc Schulte (SPD), der vor unglaublich hohen Entschädigungszahlungen warnte. Mir dagegen erscheint plausibel, dass dieses Land nur bebaut werden dürfte, wenn der Käufer eine Entschädigung an den Bezirk und die Einwohner in mindestens der Höhe eines Normalpreises für Bauland zahlen müsste. Gegen eine Bebauung spricht auch die von der Senatsverwaltung angegebene hohe stadtklimatische Bedeutung dieses Areals. Mindestens bis Anfang 2007 konnte man dies unter http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Umweltatlas/Klima) mit direkten Kartenzugriffen (http://www.stadtentwicklung.berlin.de/cgi-bin/GIS/ preStart?cmap=a06_07) bzw. http://www.stadtentwicklung.berlin.de/cgi-bin/GIS/start… &user=uis&coord=b09) einsehen. Diese Möglichkeit besteht nicht mehr, aber die alten Karten für den Bereich des Kleingartengeländes sind angefügt (jeweils mittig, rot umrandet befindet sich das Gartengelände).
Beim Bürgerentscheid 2014 hat sich eine deutliche absolute Mehrheit gegen die Bebauung ausgesprochen. Politiker sind gewählte Volksvertreter, die nach den Wünschen ihrer Wähler handeln sollten! Hier geschieht das Gegenteil! Ich kann nicht umhin, dass der Senat hier versagt hat, möglicherweise sogar Fehlentscheidungen bewusst geführt und gegen geltendes Gesetz verstoßen haben könnte. Mir zumindest bleibt die SPD in Zukunft unwählbar.
Dieses Thema spricht alle aktuellen Probleme von „Natur, Umwelt, Stadtklima und nachhaltige Stadtentwicklung“, „Klimaerwärmung“, „innerstädtisches Extremklima“ über „Schutz von wertvollen Flächen“, „Erhalt von Grün- und Erholungsflächen“ bis „Bauvorhaben ökologisch sinnvoll“, „bezahlbarer Wohnraum“ an.
Christian Stuhrmann
(M.Sc. Gartenbauwissenschaften)

#AGH Eingangskontrollen am Abgeordnetenhaus werden …

#AGH Eingangskontrollen am Abgeordnetenhaus werden verschärft, #CDU und #SPD sind sich Spinnefeind, die Lage droht zu eskalieren. Die #Stasi lässt Grüssen und liebe aus Steuergeldern bezahlte Politiker, lasst es doch bitte krachen!

Die Kleingärten Oeynhausen – reine Wehmut

 

http://www.berlingarten.de/die-kleingaerten-oeynhausen-reine-wehmut/

Veröffentlicht am 29. November 2015

Soll man einen Garten winterfest machen, der den Baggern geweiht ist? Packe ich Pflanzen mollig warm ein, die den nächsten Frühling nicht erleben werden? Einfach weitermachen, als wäre nichts? Inwieweit kann man sich selbst überlisten?

Mir kamen heute die Tränen, als ich Fotos von jedem Quadratmeter meines Gärtchens machte. Damit ich noch weiß, wo was in der Erde schlummert, wenn ich vor dem Kahlschlag zum letzten Treffen lade, an dem sich Pflanzenfreunde meine Schätze aus dem Boden buddeln dürfen. Mir war so weh ums Herz, als ich beobachten konnte, wie die Nachbarin Vlies um die zartesten Gewächse legte und „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ murmelte.

Aber Recht hat sie. Auch ich gärtnere noch, ernte unseren lila Grünkohl, sehe den Meisen beim Naschen am Vogelhäuschen zu. Seufze, wenn ich auf die Knie gehe, um die Christrosenblüten zu fotografieren. Und ich spaziere – wie all die Anwohner – noch immer durch die Gärten. Es kann doch nicht sein, dass ich innerlich den Garten schon aufgebe, bevor es wirklich zu Ende ist. Luft! Ich brauche Luft. Bewegung! Ich brauche Bewegung. Ausgleich! Ich brauche Ausgleich. Und die Schönheit unserer Kolonie mit all ihren Bäumen und noch immer blühenden Blumen brauche ich daher ganz besonders. Ein paar Fotos habe ich dir mitgebracht.

Bei meinem letzten Spaziergangsbericht aus dem Sommer war ich noch so hoffnungsfroh, dass unsere Gartenanlage überleben würde. Und nun ist jeder Tag einer der letzten. 93.000 qm stehen auf dem Spiel und Berlin wird nicht nur um die größte und älteste Anlage Wilmersdorfs ärmer. Diese Stadt beraubt sich auch sehenden Auges eines Stücks ihrer Identität und Attraktivität. Was weg ist, ist unwiederbringlich weg. (Oder hast du schon mal erlebt, dass aus ehemals Industrie- oder Wohnflächen Gärten und Grünflächen neu entstünden? Geplanterweise und politisch erwirkt?)

Paare wie wir, die beide hier studiert haben, Nachwuchs großziehen, Vollzeit arbeiten und sich trotzdem kein Haus mit Garten in der Stadt leisten können, werden an den Speckgürtel gedrängt, wenn sie als Ausgleich zu ihrem Job frische Luft und Betätigung im Freien suchen. Dabei will ich meine Steuern ja hier zahlen und hier einkaufen und die Wirtschaft am Laufen halten. Aber Berlin macht sich für Familien mit Kindern eben nicht sexy, sondern trist und grau. Nebenbei bemerkt: Auch die Wohnungen der auf unser Gartenfläche entstehenden Häuser kann sich das Gros der Bevölkerung sicher nicht leisten. „Bezahlbarer Wohnraum“ ist nicht das, was einem bei einem Quadratmeterpreis „ab 4.000 Euro“ einfällt.

„Hast du dich denn schon bei anderen Kolonien beworben?“, werde ich jetzt häufiger gefragt. Aber wo sollte ich das denn tun? Nach dem so genannten Stadtentwicklungsplan, der in Wirklichkeit nichts entwickeln lässt, sondern nur die Vernichtung von Grünflächen auflistet, sind neun Wilmersdorfer Gartenanlagen bedroht. Auch bei uns Oeynhausenern gibt es Gärtner, die schon mehrere Koloniezerstörungen an der eigenen Scholle miterlebt haben.

Beton statt Bäume – das ist das Motto unserer Regierung. Die eigene Legislaturperiode im Blick statt Nachhaltigkeit. Trocken heiße Sommer auf versiegelten Straßen statt Kinderlachen am Plantschbecken. Einen einzelnen Investor bedienen statt den Willen von 84.000 Wählern eines Bürgerentscheids durchsetzen. Ich bin echt fertig mit Berlin. Nun hoffe ich, dass wenigstens ein paar Gärten in den Verhandlungen mit dem Investor rauszuholen sind. Es kommt auf jeden Quadratmeter an.

Winter Arbeitseinsatz

Am Samstag, dem 28ten November, beim fünften und letzten Arbeitseinsatz des Jahres, haben fleißige Helfer den Platz von halb-gefrorenen Blätter befreit. Herr Kottusch und Herr Sasse vom Grünflächenamt kamen mit ihrem Wagen vorbei, voll bepackt mit Blumenzwiebeln, die dann von den Kindern und Erwachsenen auf dem ganzen Platz eingepflanzt wurden, damit der Frühling 2016 doppelt schön erblüht.
Die Kinder haben auch auf dem “Zählstab”, der den Platz markiert, wo ein neues Spielgerät entstehen soll, eine neue Zahl eingetragen: Es sind jetzt 3250 Euro zusammen gekommen. Ein größerer Betrag wurde von den Kindern beim Schulsponsorenlauf “zusammen gerannt” und vom Förderverein der Teuteschule großzügig gespendet.