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Vorkaufsrecht

Anfrage an das Abgeordnetenhaus zum Gestreckter Erwerb von Wohnungen in der Karl Marx Allee

Jeder Abgeordnete kann über bestimmte Vorgänge in einer Anfrage, die bei dem Präsidenten schriftlich einzureichen ist, vom Senat Auskunft verlangen.

Nach der spektakulären Übernahme von Wohnungen in der Berliner Karl-Marx-Allee mit Hilfe der Mieter könnte das Modell nun für ein weiteres Gebäude angewandt werden. “Aktuell wird überlegt, dieses Modell auch zum Schutz der Mieterinnen und Mieter eines weiteren verkauften Blocks in der Karl-Marx-Allee anzuwenden”, heißt es in der Antwort der Finanzverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage.

(zitiert aus Berliner Morgenpost)

Auf die Schriftliche Anfrage Nr. 18 /17492 vom 15.01.2019 kam folgende Antwort 

Über Gestreckter Erwerb von Wohnungen in der Karl-Marx-Allee

Frage 1
Wie viele Wohnungen aus dem Konvolut der Karl Marx Allee (Verkäufer eintragen) wurden im
gestreckten Erwerb an eine landeseigene Gesellschaft verkauft?

Frage 2
Um wie viel Fläche in m² handelt es sich dabei?
Frage 3
Welcher Kaufpreis wurde bezahlt?

Antwort zu 1, 2, und 3:
Da einige Mieterinnen und Mieter erst später über ihr Vorkaufsrecht nach § 577 BGB
informiert wurden und somit noch Zeit für die Entscheidung über die Ausübung ihres
individuellen Vorkaufs besteht, kann aktuell weder die Anzahl der Wohnungen noch
können die Flächen und der Gesamtkaufpreis abschließend beziffert werden.

Frage 4
Wurde bzw. wird doppelt Grunderwerbssteuer fällig und wer hat diese entrichtet bzw. wird diese
entrichten?
Frage 5
Welche zusätzlichen Notarkosten entstanden durch den gestreckten Erwerb und wer trägt diese
Kosten?

Antwort zu 4 und 5:
Beim Modell des „gestreckten Erwerbs“ beauftragen die vorkaufsberechtigten Mieterinnen
und Mieter einen Bevollmächtigten als Vertreter, um das Mietervorkaufsrecht für sie
auszuüben, die Wohnung an eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft
weiterzuverkaufen und eine Rückvermietung an die Mieterinnen und Mieter zu
vereinbaren. Jedem Wohnungsankauf der Wohnungsbaugesellschaft liegen somit zwei
grundsteuerpflichtige Rechtsgeschäfte zu Grunde. Es fallen für jedes Grundstücksgeschäft
gesondert Notargebühren an. Bei dem Modell des „gestreckten Erwerbs“ übernimmt die
Wohnungsbaugesellschaft die Pflichten, die sich für die Mieterinnen und Mieter aus der
Ausübung des Vorkaufsrechts ergeben. Zugleich sollen alle Rechte, die die Mieterinnen
und Mieter aus dem durch Ausübung des Vorkaufsrechts erlangten Vertrag erhalten, an
die Wohnungsbaugesellschaft weitergegeben werden. Die Mieterinnen und Mieter werden
von der Wohnungsbaugesellschaft vertraglich gesichert von allen Nebenkosten freigestellt.

Frage 6
Was geschieht mit den Wohnungen die nicht im gestreckten Erwerb verkauft wurden?
Antwort zu 6:
Die Mieterinnen und Mieter, die nicht ihr individuelles Vorkaufsrecht ausgeübt haben oder
kein individuelles Vorkaufsrecht hatten, bleiben Mieterinnen und Mieter – jetzt des
ursprünglichen Käufers.

rage 7
Warum kam es nicht zu den von Finanzsenator Kollatz angekündigten Wohnungskäufen durch
Mieter?
Frage 8
Wurde den Mietern durch die IBB eine Finanzierung angeboten und wenn ja wie vielen?
Frage 9
Kam es dadurch zu Käufen und wenn nicht, was stand dem entgegen?
Frage 10
Wie hat der Senat die Mieter bei Eigenerwerbsinteresse unterstützt?

Antwort zu 7, 8, 9 und 10:
Der Senat hat den vorkaufsberechtigten Mieterinnen und Mietern alternativ zum Modell
des „gestreckten Erwerbs“ zur Ausübung ihres individuellen Vorkaufsrechts ein
Finanzierungsangebot der IBB mit zehnjähriger Zinsbindung angeboten. Die fehlende
Besicherungsmöglichkeit wird durch Ausreichen von Landesbürgschaften überbrückt. Es
liegt aktuell noch keine Rückmeldung vor, wie viele Mieterinnen und Mieter das
Darlehensangebot der IBB in Anspruch nehmen wollen. Die Mieterinnen und Mieter, die
nicht ihr Vorkaufsrecht im Rahmen des Modells zum „ gestreckten Erwerb“ ausgeübt
haben, haben bei der IBB noch eine Frist bis zum 28.02.2019, um einen Darlehensvertrag
mit der IBB abzuschließen. Diese Mieterinnen und Mieter könnten auch noch eine
alternative Finanzierung mit einem anderen Darlehensgeber vereinbaren?

Frage 11
Welche Mietpreise pro m² werden derzeit in den durch landeseigene Gesellschaft übernommenen
Wohnungen bezahlt und wie wird sich die Miete nach dem Kauf entwickeln?
Antwort zu 11:
Zu den durchschnittlichen Bestandsmieten in den durch die landeseigene Gesellschaft
übernommenen Wohnungen liegen dem Senat keine Daten vor. Bei allen landeseigenen
Wohnungsbaugesellschaften findet die Kooperationsvereinbarung „Leistbare Mieten,
Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“ Anwendung. In dieser
Vereinbarung sind die Mieterhöhungsmöglichkeiten der Wohnungsbaugesellschaften
geregelt.

Frage 12
Plant der Senat weitere Wohnungen über den gestreckten Erwerb für Landeseigene
Immobiliengesellschaften zu erwerben, und wenn ja, werden dafür zusätzliche Haushaltsmittel in
welcher Höhe benötigt?
Frage 13
Werden oder wurden für den getreckten Erwerb Mittel aus den Rückstellungen für Vorkaufsrechte
verwendet? Wenn, nein plant der Senat diese Mittel zukünftig dafür einzusetzen?

Antwort zu 12 und 13:
Vorsorge für die entstehenden Kosten wurde im SIWANA sowie im Haushalt im
Zusammenhang mit dem Nachtragshaushalt getroffen.
Der Einsatz für den „gestreckten Erwerb“ ist eine Ausnahme. Es ist derzeit nicht geplant,
das Modell des „gestreckten Erwerbs“ auch bei anderen Wohngebäuden als der KarlMarx-Allee durchzuführen.

zitiert aus … Quelle… Abgeordnetenhaus Berlin

Erleichterung in der BoeThie Berlin Neukölln!

Der Bezirk will das Vorkaufs-Recht ziehen.  Nur noch 4 Wochen bangen, dann könnten die Mieter*innen aufatmen!

Quelle: Ausschnitt zitiert aus Berliner Abendschau vom 10.01.2019

 

Wir hoffen das dann die Bewohner*innen der Häuser vor Verdrängung sicher sind, da Städtische Gesellschaften immer noch Profite machen müssen, um zu überleben! Die Mieter*innen der #BöhmischeStraße und #Thiemannstraße wollen bleiben! Die #Mieterinitiative #BoeThie aus #Neukölln kämpft gegen ihre Verdrängung! HP: https://boethie.noblogs.org/?fbclid=I#Mietenwahnsinn #Gentrifizierung #Verdrängung #ZUSAMMEN #UNTEILBAR #Wohnen #Wohnung #Soziales

Mitte will Vorkaufsrecht ausüben – aber findet keinen Käufer

Mitte will per Vorkaufsrecht ein Haus kaufen, doch keine Wohnungsgesellschaft erklärte sich bereit. Das zeigt die Grenzen des Modells.

Die Bewohner der Waldstraße 37 hatten bis zuletzt gehofft. Sie wollten, dass das Land Berlin das Vorkaufsrecht für ihr Grundstück mit drei Wohnhäusern und rund 30 Wohnungen in Moabit wahrnimmt. Dazu kam es nicht. Bis zum Ablauf der Frist am Montagabend, 7.1. fand sich keine stadteigene Wohnungsbaugesellschaft, die die Häuser erwerben wollte. WBM, degewo und zuletzt die Gesobau lehnten einen Ankauf ab.

Das Haus wurde im vergangenen Jahr an einen Investor verkauft. Bei den Mietern löste das Sorgen aus. „Mit dem Kauf der Häuser durch einen Investor sind Modernisierungen, Mietsteigerungen und diverse Entmietungsstrategien programmiert“, sagte Anwohner Johannes Schwarz-Beutel. Um die Situation abzuwenden, startete er eine Petition, um die Senatsverwaltung für Finanzen dazu zu bringen, den Ankauf durch eine stadteigene Wohnungsbaugesellschaft finanziell zu unterstützen. Diese hatte einen Ankauf im November wohl zunächst verworfen. Nachdem sich im Internet schnell 1000 Unterzeichner der Petition fanden, ließ sich auch der Senat dazu bewegen, das Vorkaufsrecht finanziell per Zuschuss zu unterstützen.

WBM, degewo und Gesobau lehnten Erwerb per Vorkaufsrecht ab

Genützt hat es nichts. Der Reihe nach lehnten die stadteigenen Wohnungsbaugesellschaften ab. „Die Prüfungen der Wohnungsbaugesellschaften WBM, degewo und Gesobau haben ergeben, dass ein Ankauf trotz Förderkulisse finanziell nicht darstellbar ist“, teilte die Senatsverwaltung für Finanzen mit. Grund dafür sei „der äußerst hohe Sanierungsbedarf des Gebäudes“. …

kompletten Artikel lesen … Quelle … Berliner Morgenpost

Berlin Milieuschutz Es hakt beim Vorkaufsrecht

Rekord-Immobilienpreise behindern Bezirke beim Milieuschutz – wie gerade in Mitte

 

Die Hoffnung der Bewohner der Waldstraße 37 in Moabit könnte enttäuscht werden. Für den aus einem Vorderhaus und zwei Hinterhäusern bestehenden Komplex mit 30 Wohnungen konnte das Vorkaufsrecht bisher nicht ausgeübt werden. Denn die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) sah sich außerstande, in den Kaufvertrag einzutreten. Rund sieben Millionen Euro soll der Kaufpreis nach nd-Informationen betragen haben, gar nicht so weit weg vom Verkehrswert von 6,6 Millionen Euro. Käuferin ist eine luxemburgische GmbH, die vor nicht einmal einem Jahr von den Immobilieninvestoren Round Hill aus Großbritannien sowie Ivanhoé Cambridge aus Kanada gegründet wurde, wie aus dem luxemburgischen Handelsregister hervorgeht.

Die WBM selbst will sich nicht äußern, die Senatsverwaltung für Finanzen war jedoch am Freitag dazu bereit. »Tatsächlich ist der Sanierungsbedarf des Gebäudes sehr hoch«, heißt es dort auf nd-Anfrage. Die Modernisierung »würde die aktuellen personellen Kapazitäten der WBM deutlich übersteigen«, so die Finanzverwaltung weiter. Aus diesem Grund sei bisher kein Ankauf getätigt worden. Selbstverständlich spiele »auch der finanzielle Aspekt eine große Rolle«, erklärt ein Sprecher. »Trotz Förderkulisse ist der Ankauf für die WBM nicht zu stemmen.«

»Es wird noch mit hoher Intensität geprüft«, erklärt der zuständige Baustadtrat von Mitte, Ephraim Gothe (SPD) auf nd-Anfrage. Nachdem ein zweites landeseigenes Wohnungsunternehmen abgewunken hatte, prüft nun eine weitere Wohnungsbaugesellschaft auf Wunsch des Bezirks und der Finanzverwaltung den Ankauf, so Gothe weiter. Die Frist dafür endet nach Redaktionsschluss dieser Seite.

»Dass der Vorkauf zu scheitern droht, ist katastrophal«, sagt LINKE-Politiker Stephan Rauhut, der bei der letzten Bundestagswahl als Direktkandidat in Mitte angetreten war. Ihn verwundert, dass die WBM in ihrer Kalkulation der Wirtschaftlichkeit dem Vernehmen nach ein sogenanntes Mietausfallwagnis von sieben Prozent angenommen haben soll. »Das ist viel zu hoch«, sagt Rauhut. Bei dem Projekt REFO-Campus habe man mit zweieinhalb Prozent Leerstand gerechnet. »Die Kreditgeber hatten keine Einwände«, berichtet er. …

kompletten Artikel lesen … Quelle … Neues Deutschland

Paul-Robeson-Straße 17, Berlin Prenzlauer Berg: Vorkauf gescheitert – Stadtrat Kuhn „erfreut“

Das Hoffen der Bewohnerinnen und Bewohner der Paul-Robeson-Straße 17, dass ihr Haus mittels des kommunalen Vorkaufsrechts in die Obhut einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft genommen wird, war vergebens.

Denn kurz vor Weihnachten überraschte Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/ Die Grünen) die Mieter mit der Mitteilung, dass es keinen Vorkauf geben wird.

Schon der Zeitpunkt der Mitteilung ist bemerkenswert: Die Frist, innerhalb der ein Vorkauf möglich gewesen wäre, lief erst am 7. Januar aus. Und damit nicht genug: Statt die Niederlage in einem angemessen getragenen Ton zu verkünden, ließ Stadtrat Kuhn zu Beginn des neuen Jahres via Pressemitteilung eine Siegesmeldung verbreiten:

„Die Verhandlungen über eine Abwendungsvereinbarung zu der im sozialen Erhaltungsgebiet „Arnimplatz“ gelegenen Immobilie Paul-Robeson-Straße 17 wurden jetzt erfolgreich abgeschlossen.“

Die einen kaufen ganze Blöcke – die anderen nicht mal ein Haus

Das Vorkaufsrecht zugunsten einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft konnte, so Kuhn weiter „wegen des erheblichen Zuschussbedarfs seitens des Landes trotz erheblicher Unterstützung von politischer Seite und weitreichenden Zusagen seitens der Mieterschaft nicht erreicht werden.“

Das ist bemerkenswert, denn der Verkaufspreis befand sich mit insgesamt 7 Millionen Euro (5. Mio für Haus und Grundstück, 2 Mio Hypothek) in der selben Kategorie, wie bei dem ersten – und bisher einzigen – vorgekauften Haus Gleimstraße 56.

Egal, der Stadtrat freut sich dennoch:

„‚Ich freue mich darüber, dass wir nach mehreren Verhandlungsrunden nun zumindest eine gute Abwendungsvereinbarung erreichen konnten, mit der die Mieter*innen besser vor Verdrängung durch Luxussanierungen und Umwandlungen in Wohnungseigentum geschützt sind‘, sagt Vollrad Kuhn (Bü90/Grüne), zuständiger Pankower Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste. Die Käuferin verpflichtete sich zu weitreichenden Zusagen, wie den Verzicht auf Umwandlung in Wohn- oder Teileigentum für einen sehr langen Zeitraum sowie mietsteigernde Modernisierungsmaßnahmen wie den Ein- oder Anbau von Aufzügen und den Anbau von Balkonen in den Seitenflügeln. Beides wäre nach dem Erhaltungsrecht eigentlich zulässig.“

kompletten Artikel lesen … Quelle … Prenzelberger Stimme

Vorkauf abgewendet – Mieter*innen verkauft?

Das Wohnhaus Kollwitzstraße 2 / Saarbrücker Str. 17 ist nach jahrelangem Spekulations-Roulette mit Insolvenz, unbehelligtem massivem Leerstand und Zweckentfremdung nunmehr verkauft worden.

 

Das Bezirksamt Pankow hat eine Abwendungsvereinbarung mit dem Käufer abgeschlossen. Damit wurde der kommunale Vorkauf im Milieuschutzgebiet abgewendet. Der Käufer ist die Fa. Christmann-Immobilien. Ein einschlägig bekannter Plattsanierer und Wohnungsdealer, der sich durch rücksichtslose Vertreibung der Mieter einen üblen Ruf „verdient“ hat.

Was läuft falsch bei der Ausübung des kommunalen Vorkaufrechts in sozialen Erhaltungsgebieten des Bezirks Pankow? Was bleibt vom Schutz der Mieter*innen vor Verdrängung in sozialen Erhaltungsgebieten? Erreichen die Abwendungsvereinbarungen ihr Ziel? Wie wird deren Einhaltung kontrolliert? Was können die Mieter*innen zum Selbstschutz unternehmen?

Mit: Sebastian Scheel, Staatssekretär der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, (DIE LINKE), Andrej Holm, Sozialwissenschaftler, Sven Fischer (Kopenhagener Straße 46), Mieter*innen Kollwitzstraße 2 / Saarbrücker Str. 17

Wann: 17. Januar 2019, 19.00 Uhr
Wo: im BAIZ, Schönhauser Allee 26A, 10435 Berlin

Dieses Diskussionsforum ist eine gute Gelegenheit in entspannter Atmosphäre mit den Podiumsgästen ins Gespräch zu kommen und über wichtige stadtentwicklungspolitische Themen auszutauschen.zitiert aus Quelle … Mieterforum Pankow

Rentner fürchten Verdrängung: “Ich bin hier geboren”

Ein dänischer Fonds hat einen Wohnkomplex in Neukölln erworben. Den Mietern macht das Sorgen. Unter ihnen sind viele Rentner, die teils Jahrzehnte dort leben. 

Der dänische Pensionsfonds PFA kaufte im Sommer rund 3700 Wohnungen in ganz Deutschland – darunter auch den denkmalgeschützten Hauskomplex in der Thiemannstraße 16 bis 23 und Böhmische Straße 21 und 23 in Neukölln. Der Bezirk prüft aktuell das Vorkaufsrecht. Bis zum 7. Januar ist Zeit, einen Drittkäufer zu finden – oder eine Abwendungsvereinbarung mit den neuen Eigentümern zu schließen.

Was genau der Fonds mit den Wohnungen vorhat, ist unklar. Die Münchner Domicil Real Estate Group, die das Immobilienpaket für den PFA betreut, will sich auf Anfrage nicht äußern und verweist auf das laufende Verfahren. Auf seiner Webseite wirbt das Unternehmen mit einer „nachhaltigen Ertragsoptimierung“ bei gekauften Immobilien – und nennt als Maßnahmen etwa die „Auf- und Nachvermietung“.

Die mehr als 300 Bewohner der 140 Wohnungen in Neukölln fürchten nun ihre Verdrängung. Mitte Dezember demonstrierten mehrere hundert Menschen für die Erhaltung ihrer Wohnungen. Auch der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) und der Stadtrat für Stadtentwicklung, Jochen Biedermann (Grüne), waren anwesend und sicherten den Bewohnern ihre Unterstützung zu.

Unter den Bewohnern sind rund 60 Rentner, die zum Teil seit Jahrzehnten in ihren Wohnungen leben – und nun vielleicht verdrängt werden, um die Renten dänischer Senioren zu sichern. „Seit über 40 Jahren lebe ich in der Wohnung“, schreibt ein Bewohner in einem offenen Brief.

“Ich habe in der Wohnung meine Einschulung gefeiert”

„Ich bin hier geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen. Ich habe in der Wohnung meine Einschulung gefeiert. Meinen Schulabschluss. Meinen 18. Geburtstag. Den Abschluss meiner Berufsausbildung. Ich kenne hier jede knarzende Diele und jede quietschende Tür.“ Viele Nachbarn kenne er schon sein ganzes Leben lang. „Wenn Sie zulassen, dass aus den Wohnungen Eigentumswohnungen werden, dann nehmen Sie vielen Menschen wie meinen Eltern und mir ein Stück ihres Lebens, ein großes Stück der persönlichen Vergangenheit und die Zukunft, denn viele von uns Mietern wissen dann wohl nicht, wie es weitergehen soll.“ Denn, schreibt der Bewohner weiter, den Menschen ihre Wohnungen zu nehmen, würde heißen, ihre Leben durcheinanderzuwerfen – sie zu entwurzeln und zu einem Neuanfang zu zwingen, „den viele nicht verkraften würden“. 

kompletten Artikel lesen … Quelle … Der Tagesspiegel

Rentner fürchten Verdrängung: “Ich bin hier geboren”

Ein dänischer Fonds hat einen Wohnkomplex in Neukölln erworben. Den Mietern macht das Sorgen. Unter ihnen sind viele Rentner, die teils Jahrzehnte dort leben. 

Der dänische Pensionsfonds PFA kaufte im Sommer rund 3700 Wohnungen in ganz Deutschland – darunter auch den denkmalgeschützten Hauskomplex in der Thiemannstraße 16 bis 23 und Böhmische Straße 21 und 23 in Neukölln. Der Bezirk prüft aktuell das Vorkaufsrecht. Bis zum 7. Januar ist Zeit, einen Drittkäufer zu finden – oder eine Abwendungsvereinbarung mit den neuen Eigentümern zu schließen.

Was genau der Fonds mit den Wohnungen vorhat, ist unklar. Die Münchner Domicil Real Estate Group, die das Immobilienpaket für den PFA betreut, will sich auf Anfrage nicht äußern und verweist auf das laufende Verfahren. Auf seiner Webseite wirbt das Unternehmen mit einer „nachhaltigen Ertragsoptimierung“ bei gekauften Immobilien – und nennt als Maßnahmen etwa die „Auf- und Nachvermietung“.

Die mehr als 300 Bewohner der 140 Wohnungen in Neukölln fürchten nun ihre Verdrängung. Mitte Dezember demonstrierten mehrere hundert Menschen für die Erhaltung ihrer Wohnungen. Auch der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) und der Stadtrat für Stadtentwicklung, Jochen Biedermann (Grüne), waren anwesend und sicherten den Bewohnern ihre Unterstützung zu.

Unter den Bewohnern sind rund 60 Rentner, die zum Teil seit Jahrzehnten in ihren Wohnungen leben – und nun vielleicht verdrängt werden, um die Renten dänischer Senioren zu sichern. „Seit über 40 Jahren lebe ich in der Wohnung“, schreibt ein Bewohner in einem offenen Brief.

“Ich habe in der Wohnung meine Einschulung gefeiert”

„Ich bin hier geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen. Ich habe in der Wohnung meine Einschulung gefeiert. Meinen Schulabschluss. Meinen 18. Geburtstag. Den Abschluss meiner Berufsausbildung. Ich kenne hier jede knarzende Diele und jede quietschende Tür.“ Viele Nachbarn kenne er schon sein ganzes Leben lang. „Wenn Sie zulassen, dass aus den Wohnungen Eigentumswohnungen werden, dann nehmen Sie vielen Menschen wie meinen Eltern und mir ein Stück ihres Lebens, ein großes Stück der persönlichen Vergangenheit und die Zukunft, denn viele von uns Mietern wissen dann wohl nicht, wie es weitergehen soll.“ Denn, schreibt der Bewohner weiter, den Menschen ihre Wohnungen zu nehmen, würde heißen, ihre Leben durcheinanderzuwerfen – sie zu entwurzeln und zu einem Neuanfang zu zwingen, „den viele nicht verkraften würden“. 

kompletten Artikel lesen … Quelle … Der Tagesspiegel

Kampf um Wohnungen in der Berliner Karl-Marx-Allee weitet sich aus

Deutsche Wohnen greift nach weiterem Block

Die Kampfzone zwischen Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Senat und Deutsche Wohnen an der Karl-Marx-Allee in Berlin-Friedrichshain ist ausgeweitet. Der Konzern hat nun auch den an das Frankfurter Tor angrenzenden Block F-Nord übernommen, wie die Deutsche Wohnen am Mittwoch mitteilte.

In dem Schreiben wird versichert, dass der in Eigentumswohnungen aufgeteilte Block als Einheit im Grundbuch eingetragen werden soll. Damit könnte das individuelle Vorkaufsrecht der Mieter hinfällig sein. »Wir bleiben auch da dran«, erklärt Bezirks-Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) auf nd-Anfrage. »Die Deutsche Wohnen hat ja gemerkt, dass es keine ganz einfache Transaktion für die ist.«

Außerdem erklärte die Deutsche Wohnen, für den Block D-Süd mit 81 Wohnungen »am Montag fristgemäß eine Abwendungserklärung unterzeichnet« zu haben. Mit einer solchen Erklärung kann ein Käufer verhindern, dass der Bezirk sein gesetzliches Vorkaufsrecht wahrnimmt. Auch habe man erklärt, »bei Neuvermietungen von Wohnungen die gesetzlichen Regelungen zur Miethöhe in ihrer jeweils gültigen Fassung anzuwenden«, so die Deutsche Wohnen.

Plakate gegen den Verkauf von Mietwohnungen an die Deutsche Wohnen SE hängen an einer Gebäudefassade in der Karl-Marx-Allee. Immer öfter begehren Menschen in Berlin gegen steigende Mieten auf. Aktuell sind Bewohner der einstigen DDR-Prachtstraße Karl-Marx-Allee in den Schlagzeilen.

Plakate gegen den Verkauf von Mietwohnungen an die Deutsche Wohnen SE hängen an einer Gebäudefassade in der Karl-Marx-Allee. Immer öfter begehren Menschen in Berlin gegen steigende Mieten auf. Aktuell sind Bewohner der einstigen DDR-Prachtstraße Karl-Marx-Allee in den Schlagzeilen. Foto: dpa/Christoph Soeder (Quelle https://www.neues-deutschland.de/artikel/1108507.karl-marx-allee-deutsche-wohnen-greift-nach-weiterem-block.html)

Der Konzern hat allerdings nicht die vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg vorgelegte Abwendung unterzeichnet, sondern eine eigene formuliert. Diese wurde vom Bezirk nicht akzeptiert, auch weil er davon ausgeht, dass diese spätestens am Samstag hätte vorliegen müssen. Der Konzern will Widerspruch einlegen, der Fall wird wohl vor Gericht landen.

»Es ist bedauerlich, dass die Berliner Politik nicht auf unser – auch öffentlich geäußertes Angebot – eingegangen ist, miteinander ins Gespräch zu kommen, um die Situation an der Karl-Marx-Allee zu beruhigen«, erklärt Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn.

Der Verkauf der in Eigentum aufgeteilten Blöcke C-Nord und -Süd sowie D-Nord mit über 600 Wohnungen liegt nach einer Einstweiligen Verfügung einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft vom Montag derzeit auf Eis, übrigens auch für die Mieter, die ihr persönliches Vorkaufsrecht wahrnehmen wollten. Frühestens Ende Februar wird eine Gerichtsentscheidung in der Sache erwartet.

Hier hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zusammen mit dem Bezirk und der Finanzverwaltung ein Modell entwickelt, mit dem die Wohnungen rekommunalisiert werden könnten. Die entsprechenden Vorkehrungen laufen weiter. Der »durchsichtige juristische Kniff« suggeriere den Mietern kraftvolles Handeln, ätzt Zahn. »Tatsächlich ist das rechtlich fragwürdige Vorgehen jedoch eine Verschwendung administrativer und finanzieller Ressourcen.«

kompletten Artikel lesen … Quelle … Neues Deutschland

Fünf Berliner Bezirke gründen Allianz für Mieterschutz

Neukölln, Mitte, Pankow und andere haben einen “Arbeitskreis Vorkaufsrecht” gegründet. Ihre Idee haben sie jetzt vorgestellt – doch macht sie Sinn?

Die Ausübung des Vorkaufsrechts kommt Berlin gelegentlich teuer zu stehen. Zwar hatte der Senat im August 2017 beschlossen, Vorkaufsrechte in Milieuschutzgebieten möglichst rasch auszuüben, um eine mögliche Verdrängung der angestammten Mieterschaft aus ihren Häusern zu verhindern. Doch in der Praxis sind die Hürden hoch.

Die für die Prüfung zuständigen Bezirke haben nach dem Baugesetzbuch nämlich nur zwei Monate Zeit, alles unter Dach und Fach zu bringen. Was aber, wenn ein hochpreisiger Vertrag vorliegt, in den man einsteigen will? Was, wenn die den Bezirken zugewiesenen kommunalen Wohnungsbaugesellschaften müde abwinken, weil sich Ankauf und Betrieb über das Vorkaufsrecht auch in Jahrzehnten nicht rechnet, eine schwarze Null ohnehin erst einmal nicht zu erreichen ist?

Mit dabei: Mitte, Tempelhof-Schöneberg, Neukölln, Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg.

Dann – so denken jedenfalls fünf Berliner Bezirke – muss neues Geld beschafft werden. Zuschüsse müssen her. Bisher lief das so: „Wenn man 15 bis 20 Prozent mehr Geld braucht, versucht man im Gespräch mit dem Finanzsenator Matthias Kollatz eine Begründung für den Ankauf zu finden“, erzählt Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD): „Manchmal sagt er bei zehn Prozent ja, manchmal bei 20 Prozent auch nein.“ Alles in allem habe der Finanzsenator aber in gutem Einvernehmen viele Ausnahmen mitgetragen. Also zahlte das Land auch schon mal überteuerte Preise. „Doch es ist jedes Mal eine Gratwanderung“, sagt Mittes Gothe und wirbt nun für ein neues Modell – gemeinsam mit den Bezirken Tempelhof-Schöneberg, Neukölln, Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg.

Ein noch zu errichtender Fonds soll eingerichtet werden. Sofern der Senat dieser Idee folgt: „Diese Erweiterung der Handlungsoptionen ist dringend notwendig, um in der knappen Zwei-Monats-Frist zur Ausübung des Vorkaufsrechtes nicht nur auf die städtischen Wohnungsbaugesellschaften angewiesen zu sein“, argumentieren die fünf Bezirke, die die meisten Milieuschutzgebiete in Berlin haben.

“Bisher ist alles nur unsortiert” …

kompletten Artikel lesen … Quelle … Der Tagesspiegel