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Presseschau

Deutsche Wohnen – Bezirksamt sorgt für Entlastung von Kreuzberger Mietern

 

Mieter der Kreuzberger Spring-Siedlung sollen vor hohen finanziellen Belastungen nach der Modernisierung ihrer Häuser geschützt werden. Das geht aus einem Vertrag hervor, den der Vermieter, die Deutsche Wohnen, und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg geschlossen haben.

Vorgesehen ist laut einer Mitteilung des Bezirks, dass die Modernisierungsumlage für die Fassadendämmung auf 40 Prozent begrenzt wird. Die Mieter haben zudem zwei Monate Zeit, um nach Zugang der Modernisierungsankündigung einen finanziellen Härtefall geltend zu machen. Ein Härtefall liegt der Mitteilung nach dann vor, wenn die Warmmiete nach der Modernisierung 30 Prozent des monatlichen Haushaltsnettoeinkommens überschreiten würde.

 

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Mieter im Interview über den Kampf gegen die Deutsche Wohnen – am Freitag wird weiter verhandelt!

Der Kreuzberger Mieter Florian Hille (29) ist angehende Jurist  und wohnt seit 2013 in der Otto-Suhr-Siedlung. Dort ist er Teil der Initiative, die sich gegen die Mieterhöhungen der Deutschen Wohnen zur Wehr setzt. Er streitet sich vor Gericht mit der Deutschen Wohnen – mit hohem Risiko. Am Freitag wird vor dem Amtsgericht weiter verhandelt.

Florian Hille im Interview mit der taz.

taz: Herr Hille, wie viele andere Menschen aus der Kreuzberger Otto-Suhr-Siedlung haben auch Sie vor zwei Jahren eine Modernisierungsankündigung bekommen. Was hätten die Maßnahmen für Ihre Miete bedeutet?

Florian Hille: Meine Miete wäre von knapp 300 auf 450 Euro kalt gestiegen. Ich bin Jurist im Refendariat, da verdient man in Berlin rund 1.000 Euro netto – die Mieterhöhung wäre für mich also wirklich ein ­Problem.

War das der Grund, warum Sie sich entschieden haben, juristisch gegen die Modernisierung vorzugehen?

Nein, oder zumindest nicht nur. Um der Mieterhöhung zu entgehen, konnte ich mit meinem Gehalt einen Härtefallantrag stellen, das ist der übliche Weg. Mir ging es um etwas anderes: Ich war überzeugt, dass eine ganze Reihe der angekündigten Maßnahmen nicht nur nicht sinnvoll, sondern sogar schädlich sind.

Inwiefern?

Zum Beispiel habe ich auf Nachfrage hin erfahren, dass die Dämmung mit Styroporplatten gemacht werden soll, die mit einem sehr umweltschädlichen und gesundheitsgefährdenden Flammschutzmittel versehen sind. Das wollte ich nicht. Dann sind die neuen Fenster, die eingebaut werden, viel zu klein, die Wohnung wird dadurch dunkler. Und wegen der eingebauten Lüfter sind sie nicht richtig dicht – wenn es in der Nähe brennt, kann ich den Rauch nicht aus der Wohnung halten.

Sie haben sich also für einen ungewöhnlichen Weg entschieden und nicht der Miet­erhöhung, sondern der Modernisierung selbst widersprochen. Was ist dann passiert?

Die Deutsche Wohnen hat mich verklagt, und es kam zum Streit vor Gericht. Dort muss ich begründen, warum ich die Maßnahmen ablehne, während die Deutsche Wohnen mithilfe eines externen Gutachtens nachweisen will, warum die Maßnahmen gerechtfertigt sind.

Haben Sie in dem Verfahren anwaltlichen Beistand?

Nein, zuerst habe ich mich selbst verteidigt. Mittlerweile hat sich allerdings ein Anwalt gemeldet, der gerne übernehmen will, und dafür war ich schon dankbar, denn das erspart mir einiges an Arbeit.

Dass die Modernisierungsmaßnahmen der Deutschen Wohnen umstritten sind, ist bekannt. Warum geht kaum jemand diesen Weg und wehrt sich juristisch?

Das Problem sind vor allem die Kosten: Verliere ich, muss ich nicht nur die Prozesskosten tragen, sondern auch die des Gutachtens, das die Deutsche Wohnen in Auftrag gegeben hat – insgesamt sind das rund 5.000 Euro. Das schreckt ab, während solche Summe für die Deutsche Wohnen kein Problem sind.

Ist es denn wahrscheinlich, dass Sie den Prozess verlieren?

komplettes Interview lesen … Quelle … taz.de

Wohnungssuche für Obdachlose wird in NRW immer schwieriger

Obdachlose finden in Nordrhein-Westfalen immer schwerer wieder eine eigene Wohnung. Das berichten Beratungsstellen für Obdachlose. Selbst einfache Wohnungen seien fast nur durch glückliche Zufälle zu bekommen, sagte etwa ein Sprecher der Beratungsstelle Vringstreff in Köln.

Auch aus dem NRW-Sozialministerium hieß es, die Versorgung mit Wohnraum sei das zurzeit dringlichste Problem wohnungsloser Frauen und Männer. „Schlechte Erfahrungen und auch Vorurteile aufseiten der Vermieter erschweren häufig den erfolgreichen Abschluss eines Mietvertrages.” Das Land finanziert ein Programm „Hilfen in Wohnungsnotfällen” mit einer Million Euro im Jahr.

„Menschen mit sozialen Schwierigkeiten oder beispielsweise einem Schufa-Eintrag müssen sich häufig hinten anstellen”, berichtet Petra Fuhrmann vom Diakoniewerk Essen. Von den 1900 Wohnungslosen in der Ruhrgebietsstadt konnten 2017 immerhin 361 in Wohnungen mit eigenem Mietvertrag vermittelt werden. Einige Vermieter würden die problematische Lage der Menschen allerdings auch ausnutzen und ihnen kleinste oder heruntergekommene Wohnungen zu überhöhten Mieten anbieten, kritisierte Fuhrmann.

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Berlins Bezirke sollen künftig Schulen mieten

Die Rolle der Berliner Wohnungsbaugesellschaft Howoge beim Schulbau wird klarer. Nun sind die Bürgermeister gefragt. Die CDU spricht von “Knebelverträgen”.

Der Senat wirbt bei den Bezirken um Zustimmung zum Engagement der landeseigenen Howoge beim Schulbau. „Die Bauverpflichtung durch die Howoge stellt die Bezirke nicht schlechter, als wenn die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Maßnahmen vergeben oder übernommen hätte“, heißt es in der Modellkonzeption des Senats, die dem Tagesspiegel vorliegt, und die den Bezirksbürgermeistern zur Prüfung übergeben wurde.

Die Howoge selbst – keine Tochter

Demnach bleibt der Senat dabei, dass das landeseigene Wohnungsbauunternehmen eine Hauptrolle bei der 5,5 Milliarden Euro umfassenden “Berliner Schulbauoffensive” (BSO), also beim Neubau und der Sanierung von Schulen, übernehmen soll. Auf diese Weise soll die gesetzliche Schuldenbremse umgangen werden. Der Senat betont dabei aber, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Howoge „nicht durch unverhältnismäßige Risikoübernahme eingeschränkt werden darf“.

Um das Unternehmen nicht über Gebühr durch Sonderwünsche der einzelnen Bezirke zu belasten, soll eine Vorgehensweise „einheitlich für alle Bezirke festgelegt“ werden. Dies gelte „insbesondere für Qualitätsstandards und für die Instandhaltung während der Mietvertragslaufzeit“. Anders als zunächst geplant, soll aber keine Howoge-Tochter die Aufgabe übernehmen, sondern sie selbst.

Die Schulnutzung steht im Erbbauvertrag

Zu den Fragen des Erbbaurechts wurde den Bezirken mitgeteilt, dass die Festlegungen sowohl für Neubau als auch für Sanierung gelten: Die Schulnutzung muss als Zweckbindung im Erbbaurechtsvertrag festgelegt und im Grundbuch gesichert werden. Der Erbbauzins soll drei Prozent des Bodenwertes pro Jahr betragen.

Außerdem wurde den Bezirken in der Konzeption dargelegt, dass es notwendig sei, die Schulen dem wirtschaftlichen Eigentum der Howoge für die anvisierte Zeit von 25 Jahren – plus gegebenenfalls Verlängerung um sieben Jahre – zuzurechnen, „um die Abschreibung der Investitionen bei der Howoge bilanzieren zu können“. Dies werde aber „noch überprüft“, heißt es einschränkend in dem Papier.

Die Kritiker verstummen nicht

Die vorsichtige Ausdrucksweise des Senats ist möglicherweise eine Reaktion auf die vielen kritischen Stimmen, die zu hören waren, seitdem die SPD vor der Wahl im Herbst 2016 die beabsichtigte Einbeziehung der Howoge verkündet hatte. Allen voran äußerte die Initiative „Gemeingut in Bürgerinnenhand“ (GiB)Kritik, weil sie um die Sicherheit der Immobilien bangt, in dem Fall, dass die Howoge in eine wirtschaftliche Schieflage geriete. Dann, so die Befürchtung von GiB, wären auch die Wohnungen der Howoge gefährdet – und die Schulen sowieso. Darüber hinaus gibt es noch ungute Erinnerungen an das Schulbau-Engagement der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Degewo in den sechziger Jahren, als Schulen jahrelang über Baumängel klagten.

Die Bezirke prüfen das Konzept jetzt

Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) wollte sich am Dienstag nicht zum Konzept äußern: „Die Bezirke prüfen das Modell jetzt unter verschiedenen Aspekten“, sagte Kleebank auf Anfrage. Mit Ergebnissen aus Spandau sei nicht vor Ende der Woche zu rechnen. …

kompletten Artikel weiterlesen… Quelle … tagesspiegel

Gentrifizierung der Gräber in Prenzlauer Berg

In Prenzlauer Berg soll ein früherer Friedhof bebaut werden. Anwohner protestieren. Eine Geschichte über Nazis, DDR, Enteignungen und Gerechtigkeit.

Fast totenstill ist es, nur im Hintergrund rumpelt eine Straßenbahn vorbei. Anke Reuther bleibt stehen, „da hinten kommt wieder eine Kita“, sagt sie. Schweigend sieht sie zu, wie die Erzieherinnen den Wagen vor einem Grabstein parken. Die Kinder springen heraus und stürzen auf den von Bäumen umringten Spielplatz zu.

Der Friedhofspark in der Pappelallee wirkt wie ein unberührtes Idyll inmitten der tobenden Großstadt. Doch das grüne Kleinod ist vermutlich das am heftigsten umkämpfte Gebiet der Großkampfzone Prenzlauer Berg. Fast jeder Nachbar will ein Stück davon. In den Wirren der Nachwendezeit ließen sich die Nebenhäuser eigene Zugangstore vom Bezirk bauen, um dort Grillfeste feiern zu können.

Ein Musikstar wollte eine Stadtvilla bis über die Friedhofsmauer bauen lassen. Die Kitas beanspruchen das Gelände als exklusiven Spielplatz, der Bezirk wollte es mehrfach als öffentlichen Park erwerben. Gegen all diese Ansprüche wehrt sich die Freireligiöse Gemeinde Berlin als Eigentümerin seit Jahrzehnten. Doch nun will die Vorsitzende Anke Reuther den Park selbst bebauen. Und die Nachbarn laufen Sturm.

Inzwischen ist die Sache eskaliert

Auf der anderen Seite, am inzwischen versperrten östlichen Parkausgang, sitzen Thomas Reimer und Friedemann Vorbäumen in einem Café. Beide wohnen in der Lychener Straße, direkt vor ihrem Haus soll der Neubau errichtet werden. Reimer hörte vor zwei Jahren von den Plänen und trat daraufhin in die Gemeinde ein. Er ist dagegen, aber nein, er wolle den Verein nicht zerstören, sagt der Fotograf, ihm gehe es um das Interesse der Allgemeinheit.

Hier soll nach Willen der Gemeinde ein Wohnhaus gebaut werden.

Hier soll nach Willen der Gemeinde ein Wohnhaus gebaut werden.VISUALISIERUNG: TSP/US

Inzwischen ist die Sache eskaliert. Mitglieder der von Reimer gegründeten Initiative fühlen sich verfolgt und ausspioniert. Der Vereinsvorstand sieht sich von Reimer bedroht und rief zuletzt sogar die Polizei. Nun hat er Hausverbot, in der kommenden Woche soll er ausgeschlossen werden. „Dabei leiste ich mir nur das Recht einer eigenen Meinung“, sagt Reimer. „Ich bin also eigentlich ein Freidenker.“

Wer unter die Oberfläche des Konflikts blickt, befördert alle erdenklichen Widersprüche und Brüche der jüngeren deutschen Geschichte zutage. Als der erste Dissidentenfriedhof Berlins 1845 als Gegenpol zur Kirche und Keimzelle der Arbeiterbewegung gegründet wurde, da war er noch von Ackerland umgeben. Mehr als eineinhalb Jahrhunderte später liegt er im Herzen eines hochverdichteten und weltweit beliebten Metropolenviertels.

So viel ist seither geschehen, dass die Deutungshoheit über diesen kostbaren Ort und seine bewegte Geschichte kaum noch ohne Anmaßung zu erlangen ist. Die Frage, die sich an so vielen Stellen im Osten der Republik aufwirft, wird hier auf die Spitze getrieben. Kann es nach Monarchien, Diktaturen, Weltkriegen und Republiken, nach Enteignungen, Umwidmungen, Entschädigungen und Verkäufen überhaupt noch so etwas wie Gerechtigkeit geben?

“Wir fühlen uns wie bei der dritten Enteignung”

Ja, zumindest wenn es nach Anke Reuther geht. „Wir sind von zwei Diktaturen zweimal enteignet worden“, sagt die 76- Jährige. „Und wir fühlen uns wie bei der dritten Enteignung.“ Sie meint die Anwohnerinitiative, die nicht nur gegen die Baupläne kämpft, sondern das Grün endgültig zum Stadtpark umwidmen lassen will. „Wenn sie die Verstaatlichung fordern, stellen sie das in den historischen Kontext der vorherigen Enteignungen“, sagt Reuther. „Das ist eine Zumutung für uns.“

Reuther wuchs in Ost-Berlin auf, sie ist die Nichte des SPD-Idols Franz Neumann. Seit 1995 steht die SPD-Politikerin der Gemeinde vor. Sie hat in dieser Zeit kistenweise Akten studiert und die Geschichte der Freireligiösen bis ins kleinste Detail bis zum Ursprung rekonstruiert.

Das Grundstück sei ein aktiver Friedhof gewesen, als es durch die Nazis enteignet wurde. Die DDR habe das Unrecht fortgeführt, 1970 sei der Friedhof ganz stillgelegt worden, um ihn zum Park umzugestalten. 1955 hätten nachweisbar einstige Mitglieder den Verein in West-Berlin wiedergegründet, seit 1998 sei der Friedhof wieder in seinem Eigentum. Und nun wolle er eben wieder selbst darüber bestimmen.

PRENZLAUER BERG IM WANDEL DER ZEIT

Die Umwandlung in ein Gartendenkmal Anfang der 90er Jahre erscheint in diesem Narrativ als Fortführung der Enteignung. Während die Anwohner fürchten, der Verein wolle den „ursprünglichen Charakter“ des Parks zerstören, entgegnet der Verein, das sei schon vor langer Zeit geschehen.

“Ist Mülltonnengeklapper besser als Kinderlachen?”

Das Bezirksamt habe den durch Vandalismus und Verwilderung beschädigten Friedhof nach der Wende noch vor der Restitution abräumen lassen, sagt Reuther. Bedeutende Grabsteine seien im Müll gelandet, mit Billigung des Denkmalschutzes. Der habe nach der Umgestaltung zum Park mit Spielplatz erklärt, das Grün sei nun als Unikat unantastbar.

Der Kampf um die paar Quadratmeter Sand mit Schaukel und Wippe portiert den Konflikt ins Hier und Jetzt des Helmholtzkiezes. Seit Jahren liefert sich die Gemeinde einen Kleinkrieg mit Kitas aus der Umgebung. Anfangs habe man Schlüssel für das Tor an der Lychener Straße ausgehändigt, sagt Reuther. Doch bald sei die Lage außer Kontrolle geraten. Kinder seien auf Grabsteinen herumgeturnt, Erzieher nicht eingeschritten, Schlüssel kopiert und weitergegeben worden.

Die Kitas wiederum beklagen Schikanen durch die Gemeinde wie den Austausch des Schlosses und verweisen auf den Nutzungsvertrag mit dem Bezirksamt. Eine Kita versuchte in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) erfolglos, ihr Recht auf den Schlüssel zu erwirken.

Der Kinderladen Domino sieht sich nun selbst bedroht, da sein Bestand von einer geeigneten Freifläche abhängt. Es gehe für 30 Kinder „um eine Existenzberechtigung ihrer Kita“, sagt der ehemalige Kita-Vorstand Alexander Wassiltschenko. „Ist Mülltonnengeklapper besser als Kinderlachen?“, fragt Vorbäumen.

Die Biografie wird zur Waffe

2020 läuft der Vertrag für den Spielplatz mit dem Bezirk aus, dort ist der Neubau geplant. „Hier stand mal das Gartenhaus“, sagt Reuther. Dass der Südflügel des Hauses daneben auf einstigen Gräbern errichtet werden soll, hält sie für unproblematisch: „Auch die Kirche lässt auf entwidmeten Friedhöfen Häuser bauen.“

Der Verein betont die Bedeutung des Baus als „ideelle und materielle Grundlage für unsere Zukunft“, wie Anne-Kathrin Pauk sagt, die Reuther bald als Vorsitzende folgen soll. Derzeit hat die Gemeinde 30 Mitglieder, Pauk will sie sichtbarer und größer machen, vor dem Haus soll auch ein Konzertplatz entstehen. „Wir brauchen eine Heimat für unser weltlich-humanistisches Kulturleben, um in die Gesellschaft hineinwirken zu können. Deshalb müssen wir notgedrungen auf das verbliebene Grundstück zurückgreifen.“

Auf der Hauptversammlung habe er davon nichts gehört, sagt Reimer. „Es ging um finanzielle Motive, sie streben Einnahmen von monatlich 5000 Euro oder mehr an.“ Der Bau ist in der Tat als Wohnhaus geplant, das auf 99 Jahre verpachtet werden solle, der Verein will sich darin mietfreie Räume zusichern lassen. Der gedankliche Sprung zum renditeorientierten Investor ist kürzer als ein Spaziergang im Park.

Ein Großteil der Auseinandersetzung dreht sich auf beiden Seiten längst um die Diffamierung des Gegners. Es geht um „Verleumdung“ und „Verrat“, die Biografie wird zur Waffe. Vor ein paar Tagen stießen die Anwohner auf alte Vorwürfe des Journalisten Peter Kratz gegen die Gemeinde, eine „Nazi-Sekte“ gewesen zu sein.

kompletten Artikel weiterlesen … Quelle … der Tagesspiegel vom 17.02.2018

Ein Ministerium verschwindet

Einst hatte Bauen in der Bundesrepublik ein eigenes Ministerium. Kommt die GroKo, verschwindet es in Horst Seehofes neuem Super-Innenministerium. Und das in Zeiten neuer Wohnungsnot.

Horst Seehofer wird – immer vorausgesetzt, die Groko kommt tatsächlich zustande – der Minister eines Ressorts, das die Bundesrepublik Deutschland noch nicht gesehen hat. Innen, Bauen und „Heimat“ unter einem Dach – wenn, dann ist hier das Epitheton „Superministerium“ am Platz.

Über den Tätigkeitsbereich „Heimat“ wird aufs Heftigste lamentiert. Worüber nicht geredet wird, ist die Ansiedlung des Bereichs Bauen und Stadtentwicklung beim Innenressort. Dabei ist das der eigentliche Paukenschlag. Denn die Wohnungsproblematik – plakativer noch „Wohnungsnot“ – wird eines der zentralen Themen deutscher Politik der kommenden Jahre sein, in Bund, Ländern und Gemeinden gleichermaßen. 1949, zur Gründung der Bundesrepublik, herrschte bitterste Wohnungsnot. Folglich war das Bundesbauministerium eines der ersten mit Kabinettsrang, 1961 um Städtebau erweitert; 1972 auch noch um „Raumordnung“ – es war das sozialdemokratische Jahrzehnt der Planungsgläubigkeit.

Alles wird in ein aufgeblasenes Super-Innenministerium verlegt

Wie auch immer, an der Berechtigung und Notwendigkeit eines eigenen Ministeriums wurde nicht gezweifelt, und erst der allseits triumphierende Neoliberalismus rückte die staatliche Wohnungsvorsorge in den Hintergrund. Mit der zu Ende gehenden Regierung Merkel III musste sich das Bauwesen mit dem Umweltschutz die – in diesem Falle – Ministerin teilen. Jetzt aber, Anfang 2018, da die Versäumnisse der vergangenen zehn, fünfzehn Jahre in allen deutschen Städten schmerzlich spürbar sind, werden Bauwesen und Städtebau in ein aufgeblasenes Super-Innenministerium verlegt. Was immer man vom Wartestands-Minister Seehofer halten mag – und das muss überhaupt nichts Schlechtes sein –, als Verfechter staatlicher Bau- und Wohnungspolitik ist der eingefleischte Sozialpolitiker bislang nicht aufgefallen. Und als Innenminister eigener Machtfülle werden ihm Migrations- und Integrationsfragen allemal näher liegen und liegen müssen.

Kann das neue 3-Stufen-Modell in Berlin den Bau an Wohnungen beschleunigen?

In 3 Schritten will der Senat Konflikte um große Bauprojekte innerhalb von 5 Monaten lösen.

Zur Konfliktlösung wurde die erste Instanz, die schon vorhandene Wohnungsbauleitstelle, personell aufgestockt. Bei einem Scheitern nach 2 Monaten übernimmt der Steuerungsausschuss diese Aufgabe und hat ebenfalls 2 Monate Zeit. Falls Konflikte nach dieser Zeit nicht aufgelöst sind übernimmt der Senat die Entscheidung.

Zweckentfremdung Senat will Eigentümer enteignen – mindestens auf Zeit

 

Wer in Berlin Wohnraum besitzt, ihn aber aus Spekulationsgründen oder wegen Handlungsunfähigkeit leerstehen und herunterkommen lässt, kann demnächst auf Zeit gleichsam enteignet werden. Das sieht eine Änderung des Zweckentfremdungs-Verbotsgesetzes vor, die Wohnungs-Senatorin Katrin Lompscher (Linke) vorgelegt hat. Danach werden die bislang in solchen Fällen machtlosen Bezirke ermächtigt, Häuser von Treuhändern instand setzen zu lassen und die Wohnungen zu vermieten.
 
Ist das Haus saniert und vermietet, geht es an den Eigentümer zurück. Er muss die Mietverträge akzeptieren und dem Bezirk die Kosten erstatten. Zahlt der Eigentümer nicht, hat der Bezirk einen hohen Anspruch in einem Zwangsversteigerungsverfahren: Er hat Vorrang beispielsweise vor Hypotheken und Grundschulden.
 

Mietpreissteigerungen in Deutschlands Metropolen sind nicht aufzuhalten

Die Wohnraumkosten in Deutschlands Metropolen laufen aus dem Ruder. Doch die Pläne der Bundesregierung dagegen werden wohl ins Leere laufen.

Schon seit einer ganzen Weile erwarten Immobilienexperten, dass Mieten und Preise für Wohnraum weniger stark steigen. Im vergangenen Jahr war davon in den sieben größten Städten Deutschlands nichts zu spüren. Im Gegenteil. Der Gesamtindex Wohnen von vdp Research für jede einzelne Stadt zeigt für Berlin, Hamburg, München, Köln und Düsseldorf 2017 höhere Steigerungsraten als ein Jahr zuvor.

In Deutschlands sieben größten Städten leben mehr als zehn Millionen Menschen, also gut ein Achtel der deutschen Bevölkerung – Tendenz: steigend! Und würde vdp Research eine vergleichbare Auswertung für Städte in der zweiten Reihe durchführen, würde das Ergebnis in vielen Ballungsgebieten und Regionalzentren mit Universität nicht anders aussehen. Das zeigen Statistiken von F+B, dem Analysehaus, welches viele Mietspiegel in Deutschland erstellt.

 

Quelle – Kompletter Artikel

 

Mietpreissteigerungen in Deutschlands Metropolen sind nicht aufzuhalten

Die Wohnraumkosten in Deutschlands Metropolen laufen aus dem Ruder. Doch die Pläne der Bundesregierung dagegen werden wohl ins Leere laufen.

Schon seit einer ganzen Weile erwarten Immobilienexperten, dass Mieten und Preise für Wohnraum weniger stark steigen. Im vergangenen Jahr war davon in den sieben größten Städten Deutschlands nichts zu spüren. Im Gegenteil. Der Gesamtindex Wohnen von vdp Research für jede einzelne Stadt zeigt für Berlin, Hamburg, München, Köln und Düsseldorf 2017 höhere Steigerungsraten als ein Jahr zuvor.

In Deutschlands sieben größten Städten leben mehr als zehn Millionen Menschen, also gut ein Achtel der deutschen Bevölkerung – Tendenz: steigend! Und würde vdp Research eine vergleichbare Auswertung für Städte in der zweiten Reihe durchführen, würde das Ergebnis in vielen Ballungsgebieten und Regionalzentren mit Universität nicht anders aussehen. Das zeigen Statistiken von F+B, dem Analysehaus, welches viele Mietspiegel in Deutschland erstellt.

 

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