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Presseschau

Mieter in Berlin-Mitte sicher? Brandanschlag soll uns einschüchtern, damit wir wegziehen?

Zweimal wurde der Wohnblock in der Habersaathstraße in Berlin-Mitte verkauft. Der Bodenwert hat sich verzehnfacht. Jetzt sollen die letzten Anwohner weg. Wurde deswegen sogar ein Auto in Brand gesteckt?

Diekmanns Auto in Flammen. Bis heute wurde der Täter des Brandanschlags nicht gefunden Foto: Privat (Quelle: https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/brandanschlag-soll-uns-einschuechtern-damit-wir-wegziehen)

Der Autobrand

Die Tat ereignete sich am 21. September vergangenen Jahres. Gegen 13 Uhr ging in der Straße ein Volvo in Flammen auf. Das Auto gehörte Theo Daniel Diekmann (50). Es brannte komplett aus, zwei daneben parkende Wagen wurden ebenfalls beschädigt.

Obwohl sich der Anschlag direkt neben dem komplett mit Kameras bewachten BND-Neubau ereignete, gibt es angeblich keine Bilder. Seitdem lebt ein Teil der Anwohner in Unbehagen und Angst. Denn Diekmann ist Vorstand der Nachbarinitiative Habersaathstraße 40-48, die sich gegen Verdrängung durch einen Investor wehrt.

„Ein Auto brennt. Gleichzeitig fühlen sich die Mieter bedrängt. So darf es in unserem Bezirk nicht zugehen“, so Bürgermeister Stephan von Dassel (52, Grüne). Er sei auch heute, vier Monate nach dem Anschlag, bestürzt über die Tat, unterstützt die Mieter im Kampf gegen die drohende Entmietung.

Das Autowrack stand noch wochenlang vor der Tür des begehrten Wohnblocks in der Habersaathstraße (Foto: Privat) (Quelle: https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/brandanschlag-soll-uns-einschuechtern-damit-wir-wegziehen)

Hintergrund

Es geht um einen 1984 errichteten Plattenbau, den die Charité als Mitarbeiterwohnheim nutzte. 2006 wurde das Gebäude, 106 Wohnungen, 5100 Quadratmeter Wohnfläche, verkauft. Thilo Sarrazin (73, SPD), Berlins damaliger Finanzsenator, bekam rund 2 Millionen Euro dafür. „Weniger als 400 Euro pro Quadratmeter“, sagt Bezirksbürgermeister von Dassel. Aus heutiger Sicht ein Schleuderpreis.

Jetzt wechselte das Haus wieder seinen Besitzer. Neuer Eigentümer ist eine Neuköllner Immobilienfirma, die 20 Millionen Euro – das Zehnfache – gezahlt haben soll. Nachdem ein Teil der Mieter gegen Abfindungszahlungen ausgezogen sein sollen, sind aktuell nur noch 20 Wohnungen belegt.

Von Dassel: „Der neue Eigentümer wollte erst eine Luxussanierung durchsetzen. Jetzt plant er den Abriss des Gebäudes und hat den Mietern gekündigt.“ Doch nach dem neuen Zweckentfremdungsgesetz ist ein Abriss nur zulässig, wenn Ersatzwohnraum in angemessener Nähe und zu einer angemessenen Miete zur Verfügung steht.

„Das ist hier nicht der Fall. Und eine Abrissgenehmigung des Bezirks kann es daher nicht geben“, so von Dassel. Trotzdem soll der gleiche Bezirk schon im Februar eine Baugenehmigung für einen Neubau mit 91  Apartments und Tiefgarage erteilt haben.

Anwohner Theo Daniel Diekmann (50) sucht in seinem abgebrannten Auto nach Überresten (Foto: Privat) (Quelle: https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/brandanschlag-soll-uns-einschuechtern-damit-wir-wegziehen)

Und plötzlich brennt das Auto des Mannes, der in vorderster Front gegen die Pläne des Investors kämpft. Das LKA ermittelte, doch die Staatsanwaltschaft stellte den Fall jetzt ein.  …

kompletten Artikel lesen … Quelle … B.Z.

Mieter in Berlin-Mitte sicher? Brandanschlag soll uns einschüchtern, damit wir wegziehen?

Zweimal wurde der Wohnblock in der Habersaathstraße in Berlin-Mitte verkauft. Der Bodenwert hat sich verzehnfacht. Jetzt sollen die letzten Anwohner weg. Wurde deswegen sogar ein Auto in Brand gesteckt?

Diekmanns Auto in Flammen. Bis heute wurde der Täter des Brandanschlags nicht gefunden Foto: Privat (Quelle: https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/brandanschlag-soll-uns-einschuechtern-damit-wir-wegziehen)

Der Autobrand

Die Tat ereignete sich am 21. September vergangenen Jahres. Gegen 13 Uhr ging in der Straße ein Volvo in Flammen auf. Das Auto gehörte Theo Daniel Diekmann (50). Es brannte komplett aus, zwei daneben parkende Wagen wurden ebenfalls beschädigt.

Obwohl sich der Anschlag direkt neben dem komplett mit Kameras bewachten BND-Neubau ereignete, gibt es angeblich keine Bilder. Seitdem lebt ein Teil der Anwohner in Unbehagen und Angst. Denn Diekmann ist Vorstand der Nachbarinitiative Habersaathstraße 40-48, die sich gegen Verdrängung durch einen Investor wehrt.

„Ein Auto brennt. Gleichzeitig fühlen sich die Mieter bedrängt. So darf es in unserem Bezirk nicht zugehen“, so Bürgermeister Stephan von Dassel (52, Grüne). Er sei auch heute, vier Monate nach dem Anschlag, bestürzt über die Tat, unterstützt die Mieter im Kampf gegen die drohende Entmietung.

Das Autowrack stand noch wochenlang vor der Tür des begehrten Wohnblocks in der Habersaathstraße (Foto: Privat) (Quelle: https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/brandanschlag-soll-uns-einschuechtern-damit-wir-wegziehen)

Hintergrund

Es geht um einen 1984 errichteten Plattenbau, den die Charité als Mitarbeiterwohnheim nutzte. 2006 wurde das Gebäude, 106 Wohnungen, 5100 Quadratmeter Wohnfläche, verkauft. Thilo Sarrazin (73, SPD), Berlins damaliger Finanzsenator, bekam rund 2 Millionen Euro dafür. „Weniger als 400 Euro pro Quadratmeter“, sagt Bezirksbürgermeister von Dassel. Aus heutiger Sicht ein Schleuderpreis.

Jetzt wechselte das Haus wieder seinen Besitzer. Neuer Eigentümer ist eine Neuköllner Immobilienfirma, die 20 Millionen Euro – das Zehnfache – gezahlt haben soll. Nachdem ein Teil der Mieter gegen Abfindungszahlungen ausgezogen sein sollen, sind aktuell nur noch 20 Wohnungen belegt.

Von Dassel: „Der neue Eigentümer wollte erst eine Luxussanierung durchsetzen. Jetzt plant er den Abriss des Gebäudes und hat den Mietern gekündigt.“ Doch nach dem neuen Zweckentfremdungsgesetz ist ein Abriss nur zulässig, wenn Ersatzwohnraum in angemessener Nähe und zu einer angemessenen Miete zur Verfügung steht.

„Das ist hier nicht der Fall. Und eine Abrissgenehmigung des Bezirks kann es daher nicht geben“, so von Dassel. Trotzdem soll der gleiche Bezirk schon im Februar eine Baugenehmigung für einen Neubau mit 91  Apartments und Tiefgarage erteilt haben.

Anwohner Theo Daniel Diekmann (50) sucht in seinem abgebrannten Auto nach Überresten (Foto: Privat) (Quelle: https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/brandanschlag-soll-uns-einschuechtern-damit-wir-wegziehen)

Und plötzlich brennt das Auto des Mannes, der in vorderster Front gegen die Pläne des Investors kämpft. Das LKA ermittelte, doch die Staatsanwaltschaft stellte den Fall jetzt ein.  …

kompletten Artikel lesen … Quelle … B.Z.

Kreuzberg hat mich enttäuscht

Fick dich, Kreuzberg. Ja, so hart muss ich sein. Leider. Ich habe bei dir gewohnt, als diese Stadt noch von einer Mauer umgeben war. Du gabst mir, einem heimatlosen Migrantenjungen, das Gefühl von Heimat. Bei dir fand ich zu meiner Identität, mit dir wurde ich groß. Du warst ein Versprechen, Verheißung, Mythos und ich band mich an dich. Auf Gedeih und Verderb. Du warst einmal die Idee einer Alternative. Das ist eine Verantwortung. Deine Verantwortung.

So wie die „taz“ eine neue Tageszeitung sein wollte und die Grünen eine neue Partei, wolltest du eine neue Idee des Zusammenlebens sein. Zumindest dachte ich das, hoffte es. Bis zuletzt. Scheinbar war das aber alles nur Verklärung und Selbstbetrug. Hast du Dich einfach nur verstellt? Ich sah nach jeder Wahl auf die politische Landkarte und alles war schwarz und rot, nur du warst da anders, ein kleiner grüner Fleck. Und was ist jetzt? Auch in deinem Wahlkreis, dem mit der Nummer 83, der auch Friedrichshain und Prenzlauer Berg Ost umfasst, hat die AfD bei der letzten Bundestagswahl nicht wenige Stimmen geholt. 6,3 Prozent. Klar, auch die Grünen sind ja nicht mehr das, was sie mal waren, schau Dir doch nur diesen Tübinger Bürgermeister an. Aber wir sind doch hier nicht in Tübingen! Was ist mit dir passiert, was hat dich nur so ruiniert? Dich und deine ungeliebte Schwester Friedrichshain.

Vom Kottbusser Tor über die Schlesische Straße und die Oberbaumbrücke bis zum RAW-Gelände und rauf zur Simon-Dach-Straße seid Ihr doch nur noch ein einziger Ballermann fürs durchreisende Party-Proletariat. Am Fluss biedert Ihr Euch dem Großkapital an, in der Skalitzer Straße und am Oranienplatz lässt Du Dich mit Hotels bebauen. In jede Baulücke zwischen Ostkreuz und Yorckstraße presst du Appartement-Häuser für Besserverdiener und die Erbengeneration. Was aber tust du für uns alte Kreuzberger, wann wurde auf dir mal eine vernünftige Kita oder ein Park oder ein Schwimmbad oder eine neue Musikschule gebaut? Ja, das geht nicht, dafür ist kein Geld da, wirst du sagen. Das reicht mir nicht. Du lässt alles geschehen, Anwälte und Diplomaten lässt Du bei Dir wohnen, die mit dem Fahrstuhl in ihr Loft fahren. Expats, die sich über einer Line Koks auf der Berghain-Toilette die Startup-Jobs und Wohnungen zuschieben, fühlen sich bei dir wohl.

So ist die Wirklichkeit, wirst du sagen, geh mit der Zeit, sieh der Realität ins Auge. Das klingt so vernünftig. So kalt. Du wirst sagen, schau doch, Google ist weg, ich kümmere mich um Milieuschutz und Vorkaufsrecht und Mietpreisbremse. Aber schau Du mal der Realität ins Auge, das bringt alles nicht viel. Google kommt eines Tages doch, die Mieten steigen, die Alleinerziehenden, die Armen, die Türken und kleines Gewerbe müssen weg. Du hast dich für Gutverdiener und Lifestyle-Migranten aus Industrieländern entschieden und gegen mich. Du bist schlimmer als Charlottenburg und Schöneberg und Prenzlauer Berg zusammen, denn du hast mal etwas anderes versprochen und es nicht gehalten. Ja, du hast mir das Herz gebrochen, mir meinen Glauben genommen, mich der Heimat beraubt. Bei Dante heißt es: „Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!“ Ich würde gern Lebewohl sagen. Nur wo soll ich hin? Ach Kreuzberg!

Rentner fürchten Verdrängung: “Ich bin hier geboren”

Ein dänischer Fonds hat einen Wohnkomplex in Neukölln erworben. Den Mietern macht das Sorgen. Unter ihnen sind viele Rentner, die teils Jahrzehnte dort leben. 

Der dänische Pensionsfonds PFA kaufte im Sommer rund 3700 Wohnungen in ganz Deutschland – darunter auch den denkmalgeschützten Hauskomplex in der Thiemannstraße 16 bis 23 und Böhmische Straße 21 und 23 in Neukölln. Der Bezirk prüft aktuell das Vorkaufsrecht. Bis zum 7. Januar ist Zeit, einen Drittkäufer zu finden – oder eine Abwendungsvereinbarung mit den neuen Eigentümern zu schließen.

Was genau der Fonds mit den Wohnungen vorhat, ist unklar. Die Münchner Domicil Real Estate Group, die das Immobilienpaket für den PFA betreut, will sich auf Anfrage nicht äußern und verweist auf das laufende Verfahren. Auf seiner Webseite wirbt das Unternehmen mit einer „nachhaltigen Ertragsoptimierung“ bei gekauften Immobilien – und nennt als Maßnahmen etwa die „Auf- und Nachvermietung“.

Die mehr als 300 Bewohner der 140 Wohnungen in Neukölln fürchten nun ihre Verdrängung. Mitte Dezember demonstrierten mehrere hundert Menschen für die Erhaltung ihrer Wohnungen. Auch der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) und der Stadtrat für Stadtentwicklung, Jochen Biedermann (Grüne), waren anwesend und sicherten den Bewohnern ihre Unterstützung zu.

Unter den Bewohnern sind rund 60 Rentner, die zum Teil seit Jahrzehnten in ihren Wohnungen leben – und nun vielleicht verdrängt werden, um die Renten dänischer Senioren zu sichern. „Seit über 40 Jahren lebe ich in der Wohnung“, schreibt ein Bewohner in einem offenen Brief.

“Ich habe in der Wohnung meine Einschulung gefeiert”

„Ich bin hier geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen. Ich habe in der Wohnung meine Einschulung gefeiert. Meinen Schulabschluss. Meinen 18. Geburtstag. Den Abschluss meiner Berufsausbildung. Ich kenne hier jede knarzende Diele und jede quietschende Tür.“ Viele Nachbarn kenne er schon sein ganzes Leben lang. „Wenn Sie zulassen, dass aus den Wohnungen Eigentumswohnungen werden, dann nehmen Sie vielen Menschen wie meinen Eltern und mir ein Stück ihres Lebens, ein großes Stück der persönlichen Vergangenheit und die Zukunft, denn viele von uns Mietern wissen dann wohl nicht, wie es weitergehen soll.“ Denn, schreibt der Bewohner weiter, den Menschen ihre Wohnungen zu nehmen, würde heißen, ihre Leben durcheinanderzuwerfen – sie zu entwurzeln und zu einem Neuanfang zu zwingen, „den viele nicht verkraften würden“. 

kompletten Artikel lesen … Quelle … Der Tagesspiegel

Rentner fürchten Verdrängung: “Ich bin hier geboren”

Ein dänischer Fonds hat einen Wohnkomplex in Neukölln erworben. Den Mietern macht das Sorgen. Unter ihnen sind viele Rentner, die teils Jahrzehnte dort leben. 

Der dänische Pensionsfonds PFA kaufte im Sommer rund 3700 Wohnungen in ganz Deutschland – darunter auch den denkmalgeschützten Hauskomplex in der Thiemannstraße 16 bis 23 und Böhmische Straße 21 und 23 in Neukölln. Der Bezirk prüft aktuell das Vorkaufsrecht. Bis zum 7. Januar ist Zeit, einen Drittkäufer zu finden – oder eine Abwendungsvereinbarung mit den neuen Eigentümern zu schließen.

Was genau der Fonds mit den Wohnungen vorhat, ist unklar. Die Münchner Domicil Real Estate Group, die das Immobilienpaket für den PFA betreut, will sich auf Anfrage nicht äußern und verweist auf das laufende Verfahren. Auf seiner Webseite wirbt das Unternehmen mit einer „nachhaltigen Ertragsoptimierung“ bei gekauften Immobilien – und nennt als Maßnahmen etwa die „Auf- und Nachvermietung“.

Die mehr als 300 Bewohner der 140 Wohnungen in Neukölln fürchten nun ihre Verdrängung. Mitte Dezember demonstrierten mehrere hundert Menschen für die Erhaltung ihrer Wohnungen. Auch der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) und der Stadtrat für Stadtentwicklung, Jochen Biedermann (Grüne), waren anwesend und sicherten den Bewohnern ihre Unterstützung zu.

Unter den Bewohnern sind rund 60 Rentner, die zum Teil seit Jahrzehnten in ihren Wohnungen leben – und nun vielleicht verdrängt werden, um die Renten dänischer Senioren zu sichern. „Seit über 40 Jahren lebe ich in der Wohnung“, schreibt ein Bewohner in einem offenen Brief.

“Ich habe in der Wohnung meine Einschulung gefeiert”

„Ich bin hier geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen. Ich habe in der Wohnung meine Einschulung gefeiert. Meinen Schulabschluss. Meinen 18. Geburtstag. Den Abschluss meiner Berufsausbildung. Ich kenne hier jede knarzende Diele und jede quietschende Tür.“ Viele Nachbarn kenne er schon sein ganzes Leben lang. „Wenn Sie zulassen, dass aus den Wohnungen Eigentumswohnungen werden, dann nehmen Sie vielen Menschen wie meinen Eltern und mir ein Stück ihres Lebens, ein großes Stück der persönlichen Vergangenheit und die Zukunft, denn viele von uns Mietern wissen dann wohl nicht, wie es weitergehen soll.“ Denn, schreibt der Bewohner weiter, den Menschen ihre Wohnungen zu nehmen, würde heißen, ihre Leben durcheinanderzuwerfen – sie zu entwurzeln und zu einem Neuanfang zu zwingen, „den viele nicht verkraften würden“. 

kompletten Artikel lesen … Quelle … Der Tagesspiegel

Zeit für einen Abgesang?

Das Jahresende naht. Nur noch gut zwei Wochen verbleiben, bis auch in Berlin um Mitternacht Tausende Korken knallen. Für viele geht dieses Mal am 31. Dezember jedoch nicht nur das Jahr zu Ende. Sondern auch ganze Teile Kiezgeschichte. Denn sowohl die beiden ältesten selbstverwalteten Jugendzentren Potse und Drugstore sowie die seit mehr als drei Jahrzehnten bestehende Kollektivkneipe Syndikat müssen zum Jahresende ihre Räumlichkeiten verlassen. Sie stehen nur beispielhaft für viele alteingegessene Kneipen und Projekte, soziale Einrichtungen, kleine Geschäfte oder Kulturstätten. Viele von ihnen haben bereits ein Auszugsdatum, nur gehen die meisten von ihnen still und leise.

Berliner Jugendzentren: Zeit für einen Abgesang?

Foto: Imago/Juergen Hanel (Quelle: https://www.neues-deutschland.de/artikel/1107973.berliner-jugendzentren-zeit-fuer-einen-abgesang.html)

Nicht so Potse/Drugstore und das Syndikat. Sie kämpfen um ihren Verbleib und damit gegen Verdrängung in der ganzen Stadt. Auch jetzt, Tage vor dem Fristende, demonstrieren, protestieren, kämpfen sie. Und so aussichtslos es scheinen mag, die betroffenen Kollektive, ihre Freund*innen und Nachbar*innen zeigen: Es ist noch nicht Zeit für einen Abgesang!

Wenn wir es nicht zulassen, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Und selbst wenn am 1. Januar die Türen von Syndikat und Potse/Drugstore tatsächlich geschlossen bleiben, dürfen wir nicht aufgeben. Wir, das sind Linke, das sind Berliner*innen, Kiezverbundene, Alte, Junge – das sind alle, die in dieser Stadt leben und nicht mit ansehen wollen, wie ganze Kieze verschwinden, weil – vor allem linke – Infrastruktur verdrängt wird.

weiterlesen … Quelle … Neues Deutschland

 

Potse und Drugstore kurzer Einblick von der Demo am 15.12.2018

Video von Steffen Doebert, Mieter TV P2P

#Drugstorebleibt #Potsebleibt #Mietenwahnsinn #ZUSAMMEN gegen #Gentrifizierung #Verdrängung für #Freiräume und leistbare #Mieten #unserfreiraum #UNTEILBAR #Soziales #wohnen #Wohnung

 

 

Artikel und Film: Karl-Marx-Allee Senats-Vertreter erklären Mietern die Rettungsstrategie

Wer in den nächsten Tagen durch die Karl-Marx-Allee geht oder fährt, wird aus Fenstern gelbe, rote und orangefarbene Tücher hängen sehen.

Sie wurden am Freitagabend am Ende einer Mieterversammlung im Kino Kosmos verteilt – und fanden viele Fans. Die Tücher waren eine Idee des Mieterbeirats und sollen zeigen: „Die Karl-Marx-Allee glüht.“ Sie sollen nach Willen der Initiatoren ein leuchtend-sichtbares Zeichen für die Rekommunalisierung von mehreren hundert Wohnungen in der Straße darstellen. Für eine gemeinsame Zukunft in der einstigen Prachtstraße der DDR.

Film von Steffen Doebert – Mieter TV P2P

Seit Monaten sorgt der Kauf durch die private Deutsche Wohnen für Aufregung. Und auch in der zweistündigen Versammlung vor der Tuchverteilung hatte sich gezeigt, dass die Karl-Marx-Allee nicht nur glüht, sondern vor allem Fragen hat. Fragen zu einem Modell, mit dem der Senat die Wohnungen in kommunaler Besitz überführen will.

Es geht um die Zukunft von vier Blöcken mit 800 Wohnungen. Die Deutsche Wohnen hat sie gekauft, Mieterhöhungen drohen. Ein Block liegt im Milieuschutzgebiet. Am Freitag hat Friedrichshain-Kreuzberg von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht. Die rund hundert Wohnungen gehen an die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM.

Mieter der Wohnungen an der Karl-Marx-Allee hatten sich am Freitagabend versammelt. Foto: Andreas Klug (Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/berlin/karl-marx-allee-senats-vertreter-erklaeren-mietern-die-rettungsstrategie-31747526)

 

Das sind die Varianten des Senats für die Wohnungen in der Karl-Marx-Allee

Die anderen drei Blöcke liegen außerhalb des Gebietes. Für diese 700 Wohnungen hat der Senat zwei Varianten erarbeitet: In Variante 1 nutzen die Mieter ihr persönliches Vorkaufsrecht, in dem sie ihre Wohnung mit Hilfe eines günstigen Kredits der landeseigenen Investitionsbank Berlin (IBB) erwerben. Wie viele Bewohner das Angebot schon wahrgenommen haben, ist unklar.

In Variante 2 behalten die Käufer ihre per IBB-Kredit erworbene Wohnung nicht, sondern verkaufen sie sofort weiter an die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag. Das ist so noch nie angewendet worden, sagen Experten. Kaum verwunderlich, dass es am Freitagabend fast nur um Variante 2 ging.

Dem Anlass angemessen, hatte sich im Kosmos ein hochkarätig besetztes Podium eingefunden, das den rot-rot-grünen Senat abbildete: Neben Finanzstaatssekretärin Margaretha Sudhof (SPD) saß ihr Amtskollege von Stadtentwicklung und Wohnen, Sebastian Scheel (Linke), nebendran Friedrichshain-Kreuzbergs Baustadtrat Florian Schmidt. Im Saal saßen rund 500 Bewohner.

Erinnerung an die Geschichte

Florian Schmidt bewies einmal mehr, dass er nicht nur einen Ruf als Mister Vorkaufsrecht trägt, sondern auch die besten Pointen setzt. Während Sudhof und Schmidt sachlich argumentierten, brachte er Schwung in den Abend. Er erntete Beifall, als er sagte: „Es geht hier um ein Erbe – und das sage ich als Grüner.“ Er erinnerte daran, dass an der Karl-Marx-Allee Städtebau betrieben wurde „für eine soziale Stadt. Wir wollen diese soziale Infrastruktur absichern für die nächste Generation.“ Applaus!

Dennoch war das Unbehagen der Bewohner zu spüren, wenn auch nur für kurze Zeit, Wohnungseigentümer zu werden. Eine Frau fragte, ob tatsächlich jeder einen Kredit bekomme – egal wie alt oder vermögend. Was mit den Kellern sei, die in vielen Verträgen nicht vermerkt seien, die man aber dennoch gewohnheitsmäßig benutze, wollte einer wissen. Und: Bleiben Mietverträge aus DDR-Zeiten gültig?

Nicht alle Fragen waren an dem Abend zu beantworten. Ab Montag soll es dazu Informationsgespräche im Café Sybille in der Straße geben.

zitiert aus … Quelle … Berliner Zeitung

Bebauungsplanverfahren für das SEZ abgeschlossen

14.12.18, Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

Senatorin Lompscher hat nach Zustimmung des Abgeordnetenhauses am 13. Dezember den Bebauungsplan 2-43 für das Gelände des SEZ und unmittelbar angrenzende Teilflächen festgesetzt.

Grundstück Landsberger Allee 77 – SEZ – (ehem. Sport- und Erholungszentrum)
Foto: Dirk Laubner (Quelle: https://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/pressebox/archiv_volltext.shtml?arch_1812/nachricht6655.html)

Damit werden die städtebaulichen Ziele des Landes Berlin gesichert und die Grundlagen für eine städtebauliche Aufwertung geschaffen. Der B-Plan wird  kurzfristig im Gesetz- und Verordnungsblatt bekannt gemacht und tritt am folgenden Tag in Kraft.

Am gestrigen Donnerstag hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg außerdem über die Rechtmäßigkeit der 2015 von der Senatsverwaltung erlassene Veränderungssperre für das Grundstück Landsberger Allee 77 verhandelt und diese nach Beratung am Nachmittag als rechtmäßig bestätigt. Dies gilt auch für die 2016 und 2017 erlassenen Verlängerungen.

zitiert aus … Quelle … Homepage der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

Berliner Szenen: Die 11. Phase der Gentrifizierung

Eine Tasse Kaffee für 4 Euro? Das geht jetzt auch in Nordneukölln. Ein Besuch in The Barn, dem neuen Hipster Heaven in der Friedelstraße.

Es gibt die 5 Phasen des Sterbens, die 8 Phasen des Verkaufsgesprächs, die 12 Phasen bis zum Burn-out – und die 15 Phasen der Berliner Gentrifizierung. Die 11. dieser Phasen ist erreicht, wenn eine Filiale von „The Barn“ aufmacht.

Es ist perfekt ausgeleuchtet, aber etwas kalt Foto: M. Brake (Quelle: http://www.taz.de/!5555886/)

The Barn ist ein Pionier des „Third Wave Coffee“-Trends in Berlin. 2012 gab es mal einigen Ärger, weil in einer Barn-Filiale in Prenzlauer Berg keine Kinderwägen erwünscht waren. Nordneukölln hat seit Kurzem auch einen Barn. Ein Caffè Latte kostet hier vier Euro. Sogar R. aus dem Hipsterfriseurladen (7. Phase der Gentrifizierung) hasst den Laden.

Ich muss ihn unbedingt ausprobieren!

An der Decke hängt ein Mobile aus gelben Neonröhren, das den Raum unwirklich perfekt ausleuchtet. Darunter steht ein runder Tisch, an dem etwa ein Dutzend Menschen so sitzen können, als würden sie eine Séance abhalten. Das Personal ist jung, schlank, international, und ich glaube, es wurde geschult, auf eine ganz bestimmte leise, melodiöse Art zu sprechen. Ich bestelle einen Kaffee und ein Stück Kuchen. Dazu wird Wasser in Minimilchflaschen gereicht.

Ich setze mich mit an den runden Tisch. Es sind fünf Macbooks geöffnet. Eine Frau liest „Der Steppenwolf“. Der Mann neben mir hat zwei Moleskines vor sich, in das eine schreibt er mit schöner Handschrift, ins andere zeichnet er.

Ich lese in der ausliegenden New York Times über Weihnachtsbäume und Chinas Einfluss auf Hollywoodtwittere, arbeite ein wenig am Macbook, schicke einem Freund ein Foto. „Bin in Hipster Heaven“ – „Das sollen doch alle boykottieren, dachte ich.“ – „Wer sagt das?“ – „Die Leute aus der Friedelstraße, die die ganzen anderen Läden haben.“ – „Haben mich nicht informiert über den Boykott.“

Der Kaffee schmeckt gut, aber nicht nach vier Euro. Der Kuchen ist recht trocken. Die Musik ist elektronisch und ziemlich gut. Es ist etwas kalt, aber ich fühle mich insgesamt wohl. Einige Tage später werde ich darauf angesprochen, dass ich im The Barn saß. Man hat mich von draußen gesehen, weil der Raum so perfekt ausleuchtet ist. Es ist mir etwas peinlich.

zitiert aus … Quelle … TAZ

WBS-Berechtigte: Erwerbs von Geschäftsanteilen von Wohnungsbaugenossenschaften möglich!

Haushalte mit Wohnberechtigungsschein erhalten zinsloses Darlehen zur Förderung des Erwerbs genossenschaftlicher Geschäftsanteile

Pressemitteilung vom 10.12.18 der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt sind nun die Verwaltungsvorschriften zur Förderung des Erwerbs von Geschäftsanteilen von Wohnungsbaugenossenschaften in Kraft getreten.

Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt sind nun die Verwaltungsvorschriften zur Förderung des Erwerbs von Geschäftsanteilen von Wohnungsbaugenossenschaften in Kraft getreten. Damit kann – neben der Unterstützung des Neubaus sowie des Bestandserwerbs – ab sofort auch die dritte Komponente der Genossenschaftsförderung im Land Berlin in Anspruch genommen werden.

Mit der neuen Förderung erhalten Haushalte mit Wohnberechtigungsschein ein zinsloses Darlehen für den Erwerb von Genossenschaftsanteilen oder zur Zahlung projektbezogener Beteiligungen, die Voraussetzung für den Bezug einer Wohnung bei einer Genossenschaft in Berlin sind.

Senatorin Katrin Lompscher: „Genossenschaften leisten einen wichtigen Beitrag für die sozialverträgliche Wohnraumversorgung in unserer Stadt. Mit dem neuen Förderprogramm zur Unterstützung des Erwerbs genossenschaftlicher Geschäftsanteile bieten wir ab sofort auch einkommensschwächeren Haushalten die Möglichkeit, Mitglied in einer Genossenschaft zu werden und dort zu tragbaren Entgelten eine Wohnung zu beziehen. Das gilt insbesondere auch dann, wenn die Genossenschaftsanteile – wie etwa bei jüngeren und neuen Genossenschaften beziehungsweise mit Bezug auf ein konkretes Bauvorhaben – höher ausfallen. Dieses Angebot ergänzt die Genossenschaftsförderung im Land Berlin sinnvoll.“

Die Darlehenshöhe kann je förderberechtigtem Haushalt bis zu 50.000 Euro betragen (Mindestbetrag 2.000 Euro). Sofern der Haushalt auch nach drei Vierteln der Darlehenslaufzeit noch Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein hat, gewährt das Land Berlin einen Zuschuss in Höhe von 25 Prozent auf den ursprünglichen Darlehensbetrag. Die Inanspruchnahme des Darlehens ist verknüpft mit dem erstmaligen Bezug einer Wohnung bei der Genossenschaft, von der Geschäftsanteile erworben werden.

Mit dem Doppelhaushalt 2018/19 hat das Abgeordnetenhaus von Berlin 20 Millionen Euro für die Genossenschaftsförderung zur Verfügung gestellt. Wie im Handlungsprogramm zur Beschleunigung des Wohnungsbaus vom Senat beschlossen, werden die Mittel für eine attraktivere Förderung genossenschaftlicher Neubauvorhaben, den Erwerb bestehender Wohngebäude durch Wohnungsbaugenossenschaften und die Förderung des Erwerbs von Geschäftsanteilen durch Privathaushalte verwendet. Die Richtlinie zur Förderung des Neubaus sowie des Bestandserwerbs trat bereits im September in Kraft.

zitiert aus … Quelle … Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen