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Presseschau

Oxfam-Studie zu Vermögen: Alle zwei Tage ein neuer Milliardär

Vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat die Organisation Oxfam einen Bericht zur sozialen Ungleichheit vorgestellt. Das Ergebnis: Der Reichtum der Reichen wächst rasant.

Die neuen Zahlen, mit denen Oxfam-Aktivist Nick Bryer hantiert, mögen bei den einen Achselzucken und bei den anderen Wut auslösen: Seinen Worten zufolge kommt alle zwei Tage irgendwo auf der Welt ein neuer Dollar-Milliardär hinzu. Inzwischen seien es mehr als 2000. Eine Näherin in Bangladesch müsse ihr ganzes Leben arbeiten, um so viel zu verdienen wie der Chef eines führenden Modekonzerns in vier Tagen. Und allein 42 Menschen besäßen zusammen so viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

Die Schere zwischen Arm und Reich öffne sich, beklagt Bryer. “Wenn wir uns nur die jüngsten Vermögenszuwächse anschauen, dann gehen 82 Prozent davon – also vier von fünf Dollar – an das reichste ein Prozent”, sagt er. “Während der Wohlstand der unteren Hälfte der Menschheit, dreieinhalb Milliarden Menschen, gar nicht gewachsen ist.”

Kritik an der Datengrundlage und Interpretation

Die britische Hilfsorganisation Oxfam musste in der Vergangenheit Kritik einstecken: an der Grundlage der Daten und an deren Interpretation. Bryers Vergleiche beruhen zum einen auf der Milliardärsliste des US-Magazins “Forbes”, die teils Schätzwerte angibt. Zum anderen basieren sie auf dem “Globalen Wohlstandsreport” der Schweizer Bank Credit Suisse, der für viele Länder nur eine schwache Datenbasis hat.

Nach der Oxfam-Methodik gilt etwa ein angehender Harvard-Jurist, der sich fürs Studium verschuldet, als arm – obwohl er später die Chance hat, viel Geld zu machen. Bryer verteidigt jedoch die Botschaft des neuen Berichts. “Es ist die zuverlässigste Schätzung, die sich ermitteln lässt”, sagt er. “Aber natürlich: Ohne einen globalen Zensus haben wir keine wirklich wissenschaftlichen Daten. Das Muster ist aber klar: Wohlstand häuft sich bei denen an der Spitze an, während die meisten Menschen auf der Welt zurückgelassen werden.”

Erfolge der Globalisierung anerkannt

Oxfam verteufelt indes nicht die Globalisierung, sondern erkennt an, dass sich auch dank ihr der Anteil jener Menschen, die in extremer Armut leben, in den vergangenen 20 Jahren halbiert hat. Und es gibt Bryer Hoffnung, dass Regierungschefs und Konzernlenker aufgewacht sind, aufgeschreckt durch die Erfolge der Populisten. Sie registrieren die Ungleichheiten innerhalb eines Landes und auf der Welt nun immerhin als Problem.

Aber auch zuletzt seien etwa Löhne und Gehälter geringer gestiegen als die Produktivität. Den wohlfeilen Worten, die auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos wieder zu hören sein werden, müssten jetzt Taten folgen, fordert Bryer. “Regierungen sollten gesetzliche Mindestlöhne einführen und kontrollieren. Sie sollten die Arbeitnehmerrechte stärken, vor allem für Frauen”, erklärt er. “Sie sollten exzessive Managergehälter und Ausschüttungen an Aktionäre begrenzen. Und sie sollten die Steuervermeidung in großem Stil von Konzernen und Superreichen bekämpfen.”

Kritik an US-Steuersenkungen

Die auch von der ARD veröffentlichten “Paradise Papers” haben gezeigt, mit welchen Tricks Firmen und vermögende Prominente ihre Einnahmen in Steuerparadiese verschieben. Die Steuersenkungen von US-Präsident Donald Trump für Unternehmen kritisiert Bryer – auch wenn er es einen “Schritt in die richtige Richtung” nennt, dass Apple nun seine Milliardenreserven aus dem Ausland in die USA transferiert und dort versteuert.

weiterlesen … Quelle …tagesschau.de

Was Berlin mal war und was es bald sein könnte! Für Jonny Knüppel geht es um alles!

Seit Sommer wird auf dem Gelände des Underground-Clubs Jonny Knüppel zwischen Kreuzberg und Treptow nicht mehr gefeiert, Kunst geschaffen oder diskutiert. Für eine Betriebsgenehmigung muss Geld her. Die vermutlich letzte Chance: eine Crowdfunding-Kampagne.

Es ist eine dieser Geschichten, bei denen es darum geht, was Berlin mal war und was es bald sein könnte. Der Inhalt: ein Club, der gleichzeitig Freiraum für vieles bot, behördliche Auflagen und die Gentrifizierung Kreuzbergs. 2015 war Jonny Knüppel auf die nördliche Lohmühleninsel gezogen, den kleinen Streifen Land zwischen Treptow und Kreuzberg, zwischen Flutgraben und Landwehrkanal, wo dieser in die Spree mündet. In Sachen Clubkultur eine illustre Nachbarschaft: Gleich nebenan liegen Birgit & Bier , Chalet , Ipse und der Club der Visionäre .

Jonny Knüppel war nie nur Club, sondern immer auch Kunst, Freiraum, Spielplatz. ©Jonny Knüppel

Jonny Knüppel wollte von Anfang an nie nur ein Techno-Club sein. Hier spielten schon Bands aus der Wüste Malis mit renommierten Berliner Jazz-Ensembles zusammen. Für Kunst ist auf dem Gelände ebenfalls Raum. Man könnte auch von einem Gesamtkunstwerk sprechen, das dort aus alten Überseecontainern und wiederverwendetem Material entstanden ist. Die Macher überließen Jonny Knüppel darüber hinaus auch vielen zivilgesellschaftlichen Initiativen als Treffpunkt und Ort für Diskussionen. Der Freiraum sollte durch die Einnahmen aus dem Clubbetrieb querfinanziert werden. Einen Haken hatte die Sache: Konzerte und Clubnächte fanden am Rande der Legalität statt. So wie es im Berlin der Nachwendezeit eher die Regel als die Ausnahme gewesen war.

Ein Wohnhaus und ein Kabelbrand

Die Hauptpersonen des offenen Kollektivs hinter Jonny Knüppel hatten das Gelände von einem Investor gemietet, der nach und nach weitere Grundstücke auf der Lohmühleninsel kaufte – so erzählt es uns Johannes, einer der Macher. Seinen Worten nach ist der nördliche Teil der Insel als Gewerbegebiet ausgewiesen. So sei es den Club -Gründern zumindest am Anfang versichert worden. Das Problem: Auf dem Gebiet befindet sich ein einzelnes Wohnhaus, das auch nach wie vor bewohnt ist. Genaugenommen dürfe es dort nicht stehen, es genieße aber Bestandsschutz, so Johannes. Entsprechend höhere Schallschutzauflagen muss der Nachbar Jonny Knüppel eigentlich erfüllen.

Im Sommer soll es im Jonny Knüppel weitergehen – doch das klappt nur, wenn die nötigen Umbauten zu stemmen sind. Foto: externe Quelle – ©Jonny Knüppel

Zum aus eigener Kraft unüberwindlichen Hindernis wurde das aber erst durch ein Ereignis im Sommer 2017. In einem der Container brach ein Kabelbrand aus, verursacht durch Personen, die nicht zum Kreis der Club-Macher gehörten. Laut Johannes blieben Brand und Schaden klein, es gab keine Verletzten, aber beträchtliche Qualmentwicklung. Polizei und Feuerwehr mussten anrücken. Vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg gab es nach dem Brand eine klare Ansage: Bis Jonny Knüppel eine vollständige Betriebsgenehmigung habe und alle Auflagen erfüllt seien, dürften keine unbefugten Personen mehr das Gelände betreten – das vorläufige Aus für öffentliche Veranstaltungen aller Art.

Ohne Party kein Geld

Seither ruht also der Betrieb, aber die Betreiber blieben nicht untätig. Ein Bauantrag ist gestellt, um die nötigen Umbauten in Angriff nehmen zu können. Die betreffen neben dem Schall- auch den Brandschutz, sowie etwa eine neue Heizungsanlage . Doch die entstehenden Kosten kann das Jonny Knüppel-Kollektiv ohne die Einnahmen aus dem Club-Betrieb nicht stemmen. Und ohne Betriebsgenehmigung wird es auch mit Krediten schwierig. Als vermutlich letzte Chance auf eine Wiedereröffnung haben die Macher eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Startnext initiiert. Mindestens 60.000 Euro sollen damit erzielt werden – wie üblich gibt es dafür diverse Dankeschön-Geschenke. Zwei Wochen vor Ende der Kampagne am 5. Februar sind schon knapp 35.000 Euro zusammengekommen. Unerreichbar scheint das Ziel also nicht.

weiterlesen …. Quelle …quiez.de

Die Seite der Crowdfunding-Kampagne für Jonny Knüppel findest du hier. Weitere Infos gibt es auch auf der Webseite des Clubs.

Wohnungen statt Kleingärten an der Wiesbadener

Das Bezirksamt sah keine Möglichkeit, die Kleingärten an der Wiesbadener zu schützen. Bauantrag für rund 100 Wohnungen ist bereits gestellt.

Die Baggerfahrer haben nur noch Restarbeiten in der früheren Kleingartenkolonie an der Wiesbadener Straße zu erledigen, der Hauptteil der Fläche ist bereits frei. 20 der 33 Parzellen sind abgeräumt, die Reste liegen, sortiert nach Materialart auf großen Haufen. Wenn Wolfgang Besser auf die Brache blickt, wo bis vor wenigen Tagen seine Laube stand, schießen ihm die Tränen in die Augen: „Wir hatten unsere Laube 37 Jahre lang, sie gehörte zu unserem Leben“, sagte der 77-Jährige im Gespräch mit der Berliner Morgenpost am Freitag.

„Alles ging ruckzuck, wir wurden nicht vorgewarnt“

Im Februar des vergangenen Jahres seien die Kleingärten an der Wiesbadener Straße Ecke Franz-Cornelsen-Weg in Wilmersdorf gekündigt worden, im Oktober mussten sie geräumt sein. „Wir wurden nicht vorgewarnt, als die Bagger vor Kurzem die Lauben abgerissen haben, ging alles ruckzuck“, berichtet Jutta Scheel. Es sei einfach nur traurig, dass so viel Grün „sang- und klanglos niedergemacht wird, und jetzt nur Beton dorthin kommt“, sagt die 79-Jährige. Sie besitzt ihren Garten noch, hat aber schon gehört, dass auch der und zwei weitere noch bebaut werden sollen. Außerdem fürchtet sie, auch ihre Wohnung zu verlieren, denn auch das Telekom-Haus könnte aufgegeben werden.

Quelle – Kompletter Artikel

Wohnungsbau in Berlin – Grüne und Linke warnen vor SPD-Plänen

Die harsche Kritik der SPD-Fraktion an Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) hat eine Debatte über die Wohnungsbaupolitik in Berlin ausgelöst. Im Kern geht es dabei um die Frage, wie der Bau insbesondere preisgünstiger Wohnungen gegen Widerstände von Bürgern und Bezirken beschleunigt werden kann.

Mit dem Beschluss vom Wochenende fordert die SPD-Fraktion unter anderem, deutlich mehr Bauflächen auszuweisen und private Wohnungsunternehmen stärker beim Neubau einzubeziehen. Außerdem soll ein Lenkungsgremium unter Federführung des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) eingerichtet werden, das Konfliktfälle im Wohnungsbau lösen soll – was einer Entmachtung von Stadtentwicklungssenatorin Lompscher gleichkäme.

Die Wohnungswirtschaft begrüßt den SPD-Vorstoß. Die Grünen, Koalitionspartner der SPD, gehen dagegen auf Distanz. „Wir alle wissen, nicht alles läuft gut beim Neubau. Es ist aber unfair und nicht zielführend, dies nur unserer Stadtentwicklungssenatorin zuzuschreiben“, sagte die Grünen-Abgeordnete Katrin Schmidberger.

Es geht nur schleppend voran

Kampf um Freiflächen Start-ups konkurrieren immer häufiger mit Kulturmachern

Es ist, als hätten Berlins Kulturmacher die Nachricht, die am Montagmorgen die Runde macht, eigens zu diesem Termin bestellt: Der Bassy Club an der Schönhauser Allee wird zum Sommer schließen. Eine Mieterhöhung und ausbleibende Gäste machen dem alteingesessenen Rocklokal den Garaus. „Wir werden uns dem Verlangen des Marktes nicht beugen“, kommentiert Betreiber Tammi Torpedo. Um dieses Verlangen – explodierende Mieten, Investorengier und die Verantwortung von Eigentümern gegenüber der Kultur – geht es am Montagmorgen auch im Kreuzberger Privatclub. Auch hier droht einer Institution des Nachtlebens das Aus durch Verdrängung.

„Wenn Orte wie Bassy und Privatclub wegfallen, hat Berlin bald keine Bühnen mehr, auf denen sich junge Musiker ausprobieren können“, sagt Katja Lucker, Geschäftsführerin des Musicboards Berlin. Die landeseigene Gesellschaft zur Förderung von Popmusik hat am Montag zusammen mit der Clubcommission, dem Zusammenschluss der Macher aus dem Nachtleben, in den Privatclub geladen. Adressaten ihrer Botschaft sind Start-ups, die in Berlin immer schärfer mit Kulturschaffenden um Gewerbeflächen konkurrieren – und dabei oft höhere Preise bieten können.

Quelle – Kompletter Artikel

Berliner Senat eröffnet Tauschbörse für Wohnungen! Ist das ein Weg um den Wohnungsproblem entgegen zu wirken?

Mit einer neuen Tauschbörse will der Berliner Senat vor allem Familien zu größeren, bezahlbaren Wohnungen verhelfen. Zu DDR-Zeiten gab es Ähnliches schon einmal.

Wohnungsnot in Berlin? Muss nicht sein. Vielleicht müssten noch nicht einmal massenhaft Wohnungen gebaut werden, um Familien eine bezahlbare Bleibe zu sichern und Menschen mit geringen Einkünften nicht aus den bunten Quartieren der Hauptstadt zu verdrängen. Der Tausch bezahlbarer Wohnungen kann eine Lösung sein: Der Umzug von Eltern, deren Kinder das Haus verlassen haben, in eine kleinere Wohnung. Oder auch der Tausch von Senioren mit jungen Eltern, die sich wegen des Nachwuchses vergrößern müssen.

Genau da will die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ansetzen. Bereits im „zweiten Halbjahr 2018“ will die Verwaltung von Katrin Lompscher (Linke) eine Online-Plattform für den Wohnungstausch in Betrieb nehmen und wechselwillige Berliner außerdem mit Umzugsprämien belohnen. „Die Einrichtung einer Wohnungstauschbörse wird derzeit konkret umgesetzt“, sagt Sprecherin Katrin Dietl. Durchgeführt wird das Projekt von der neuen Anstalt öffentlichen Rechts „Wohnraumversorgung Berlin“. Zunächst sollen nur die sechs landeseigenen Wohnungsgesellschaften eingebunden werden. Private Eigentümer sollen aber nicht ausgeschlossen werden.

Berliner sollen Wohnraum effizienter nutzen

„Rein rechnerisch könnte Berlin ohne den Bau einer neuen Wohnung seine Wohnungsprobleme lösen“, hatte Martin Burth (SPD), Bezirksverordneter in Charlottenburg-Wilmersdorf, auf der Tagesspiegel-Veranstaltung „Liquid City“ erklärt. Forscher hätten errechnet, dass jeder Berliner eine durchschnittliche Wohnfläche von mehr als 38 Quadratmetern zur Verfügung habe. Das deckt sich mit Angaben im Wohnungsmarktbericht der landeseigenen Förderbank IBB. Verglichen mit London oder mit Paris, deren Bewohner sich mit 22 Quadratmetern begnügen müssen, ist das knapp doppelt so viel. Für Burth ist es „Ressourcenverschwendung“, zumal viele Alleinlebende in großen Wohnungen nur einen Teil der Fläche nutzen, aber auch die „überschüssigen, kaum betretenen Räume“ einrichten, mit Möbeln ausstatten, heizen und beleuchten müssen.

Aus ökologischer Sicht sei das jedenfalls kaum zu verantworten, findet Burth. Mit einem Verlust an Komfort muss der Wechsel aus einer großen Wohnung in eine kleinere nicht einhergehen: „Die Niederländer wohnen auf weniger Fläche pro Person – keineswegs schlechter, sondern durchdachter und effizienter“, sagt Lamia Messaria-Becker, Professorin an der Universität Siegen. Burth fordert eine entsprechende Modellstudie durch das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie am Klausenerplatz in Charlottenburg, wo besonders viele Wohnungen in kommunaler Hand sind. Ein Projektantrag liegt vor. Burth will nun, dass der Senat das Projekt finanziert.

Schon in der DDR gab es eine Wohnungstauschbörse

Davon dass Wohnungsnot durch eine gut organisierte Tauschbörse gelindert werden kann, erzählen Bewohner der einstigen „Hauptstadt der DDR“. In den Bezirken gab es damals einen staatlichen „Wohnungstausch-Dienst“. …..

weiterlesen … Quelle … Der Tagesspielgel vom 22.01.2018

Das neue Werkzeug soll unter der Adresse www.inberlinwohnen.de zu finden sein, sobald es in Betrieb geht.

Berliner Senat eröffnet Tauschbörse für Wohnungen! Ist das ein Weg um den Wohnungsmangel entgegen zu wirken?

Mit einer neuen Tauschbörse will der Berliner Senat vor allem Familien zu größeren, bezahlbaren Wohnungen verhelfen. Zu DDR-Zeiten gab es Ähnliches schon einmal.

Wohnungsnot in Berlin? Muss nicht sein. Vielleicht müssten noch nicht einmal massenhaft Wohnungen gebaut werden, um Familien eine bezahlbare Bleibe zu sichern und Menschen mit geringen Einkünften nicht aus den bunten Quartieren der Hauptstadt zu verdrängen. Der Tausch bezahlbarer Wohnungen kann eine Lösung sein: Der Umzug von Eltern, deren Kinder das Haus verlassen haben, in eine kleinere Wohnung. Oder auch der Tausch von Senioren mit jungen Eltern, die sich wegen des Nachwuchses vergrößern müssen.

Genau da will die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ansetzen. Bereits im „zweiten Halbjahr 2018“ will die Verwaltung von Katrin Lompscher (Linke) eine Online-Plattform für den Wohnungstausch in Betrieb nehmen und wechselwillige Berliner außerdem mit Umzugsprämien belohnen. „Die Einrichtung einer Wohnungstauschbörse wird derzeit konkret umgesetzt“, sagt Sprecherin Katrin Dietl. Durchgeführt wird das Projekt von der neuen Anstalt öffentlichen Rechts „Wohnraumversorgung Berlin“. Zunächst sollen nur die sechs landeseigenen Wohnungsgesellschaften eingebunden werden. Private Eigentümer sollen aber nicht ausgeschlossen werden.

Berliner sollen Wohnraum effizienter nutzen

„Rein rechnerisch könnte Berlin ohne den Bau einer neuen Wohnung seine Wohnungsprobleme lösen“, hatte Martin Burth (SPD), Bezirksverordneter in Charlottenburg-Wilmersdorf, auf der Tagesspiegel-Veranstaltung „Liquid City“ erklärt. Forscher hätten errechnet, dass jeder Berliner eine durchschnittliche Wohnfläche von mehr als 38 Quadratmetern zur Verfügung habe. Das deckt sich mit Angaben im Wohnungsmarktbericht der landeseigenen Förderbank IBB. Verglichen mit London oder mit Paris, deren Bewohner sich mit 22 Quadratmetern begnügen müssen, ist das knapp doppelt so viel. Für Burth ist es „Ressourcenverschwendung“, zumal viele Alleinlebende in großen Wohnungen nur einen Teil der Fläche nutzen, aber auch die „überschüssigen, kaum betretenen Räume“ einrichten, mit Möbeln ausstatten, heizen und beleuchten müssen.

Aus ökologischer Sicht sei das jedenfalls kaum zu verantworten, findet Burth. Mit einem Verlust an Komfort muss der Wechsel aus einer großen Wohnung in eine kleinere nicht einhergehen: „Die Niederländer wohnen auf weniger Fläche pro Person – keineswegs schlechter, sondern durchdachter und effizienter“, sagt Lamia Messaria-Becker, Professorin an der Universität Siegen. Burth fordert eine entsprechende Modellstudie durch das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie am Klausenerplatz in Charlottenburg, wo besonders viele Wohnungen in kommunaler Hand sind. Ein Projektantrag liegt vor. Burth will nun, dass der Senat das Projekt finanziert.

Schon in der DDR gab es eine Wohnungstauschbörse

Davon dass Wohnungsnot durch eine gut organisierte Tauschbörse gelindert werden kann, erzählen Bewohner der einstigen „Hauptstadt der DDR“. In den Bezirken gab es damals einen staatlichen „Wohnungstausch-Dienst“. Den nutzten beispielsweise Familien, deren erwachsene Kinder daheim ausziehen wollten. Sie tauschten ihre große Wohnung gegen zwei kleine und überließen eine davon dem aus dem elterlichen Haushalt ausziehenden Kind. Ebenso wurde älteren Menschen geholfen, ein seniorengrechtes Zuhause zu finden, wodurch wiederum größere Wohnungen für Familien frei wurden; Behördengänge und Umzüge wurden vom Tauschdienst organisiert. Geld als Anlass fürs Umziehen spielte angesichts des allgemein niedrigen Mietniveaus allerdings nicht die Hauptrolle.

Den neuerlichen Vorstoß des Senats begrüßt Berlins größter Wohnungsverband BBU, der auch die landeseigenen Firmen vertritt: „Der BBU befürwortet den Wohnungstausch“, sagt der Bevollmächtigte David Eberhart. Allerdings habe die Erfahrung gezeigt, „dass insbesondere ältere Menschen offenbar nicht mehr so gerne umziehen“, was nachvollziehbar sei. Eine Wohnungstauschbörse gebe es bei den Städtischen schon seit Längerem.

Das neue Werkzeug soll unter der Adresse www.inberlinwohnen.de zu finden sein, sobald es in Betrieb geht.

weiterlesen … Quelle … Der Tagesspielgel vom 22.01.2018

“Bauzombies” Wieso stehen so viele Gebäude in Berlin leer und sind ungenutzt?

Berlin ist voller, teilweise seit Jahrzehnten nicht mehr genutzter Gebäude. Doch was wird aus ihnen?

Seit über zwei Jahren hakt das “Guten Morgen Berlin”-Team von RBB bei Ämtern und Eigentümern nach. Deren Reporter lassen sich nicht abwimmeln und bleiben am Ball. Oft bekommen sie einen exklusiven Einblick hinter sonst verschlossene Türen.

Den Link zu Videos, Fotos, die wichtigsten Antworten sowie eine interaktive Karte zu den Bauzombies finden Sie hier.

Mieterversammlung – Grüne werfen Deutsche Wohnen aggressiven Lobbyismus vor

Die Deutsche Wohnen, größter privater Vermieter in Berlin, steht immer wieder in der Kritik von Mieterschützern. Für Unmut sorgen die Höhe der Mieten und der Zustand der Wohnhäuser. Zum ersten Mal wird nun der Umgang der Immobiliengesellschaft mit Politikern zum Thema. Katrin Schmidberger, wohnungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, wirft dem Unternehmen aggressive Lobby-Praktiken vor.

Während einer Mieterversammlung in Spandau berichtete sie am Donnerstag von einem Anruf, den sie vor der Veranstaltung bekommen habe. Die Deutsche Wohnen habe versucht, eingeladenen Politikern die Teilnahme auszureden, so Schmidberger. Auch sie selbst sei betroffen. Die Mitteilung der Abgeordneten löste in der Diskussionsrunde im Klubhaus Falkenhagener Feld viel Nicken auf dem Podium aus.

Nach Recherchen der Berliner Zeitung hatte die Deutsche Wohnen mindestens vier Politiker aus dem Abgeordnetenhaus, dem Bundestag und der Spandauer Bezirkspolitik kontaktiert. Während der „3. Kiezversammlung der Deutsche Wohnen/GSW-Mieter“ sollten unzufriedene Kunden des Unternehmens die Möglichkeit erhalten, mit gewählten Volksvertretern ins Gespräch zu kommen. Eingeladen hatte der Alternative Mieter- und Verbraucherschutzbund. Das Wohnungsunternehmen hatte eine Teilnahme abgelehnt.

Wieder hat sich die Deutsche Wohnen keinen Gefallen getan

Quelle – Kompletter Artikel

Mieterversammlung – Grüne werfen Deutsche Wohnen aggressiven Lobbyismus vor

Die Deutsche Wohnen, größter privater Vermieter in Berlin, steht immer wieder in der Kritik von Mieterschützern. Für Unmut sorgen die Höhe der Mieten und der Zustand der Wohnhäuser. Zum ersten Mal wird nun der Umgang der Immobiliengesellschaft mit Politikern zum Thema. Katrin Schmidberger, wohnungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, wirft dem Unternehmen aggressive Lobby-Praktiken vor.

Während einer Mieterversammlung in Spandau berichtete sie am Donnerstag von einem Anruf, den sie vor der Veranstaltung bekommen habe. Die Deutsche Wohnen habe versucht, eingeladenen Politikern die Teilnahme auszureden, so Schmidberger. Auch sie selbst sei betroffen. Die Mitteilung der Abgeordneten löste in der Diskussionsrunde im Klubhaus Falkenhagener Feld viel Nicken auf dem Podium aus.

Nach Recherchen der Berliner Zeitung hatte die Deutsche Wohnen mindestens vier Politiker aus dem Abgeordnetenhaus, dem Bundestag und der Spandauer Bezirkspolitik kontaktiert. Während der „3. Kiezversammlung der Deutsche Wohnen/GSW-Mieter“ sollten unzufriedene Kunden des Unternehmens die Möglichkeit erhalten, mit gewählten Volksvertretern ins Gespräch zu kommen. Eingeladen hatte der Alternative Mieter- und Verbraucherschutzbund. Das Wohnungsunternehmen hatte eine Teilnahme abgelehnt.

Wieder hat sich die Deutsche Wohnen keinen Gefallen getan

Quelle – Kompletter Artikel