big-berlin.land

Presseschau

Mieter in Tiergarten kämpfen gegen teure Modernisierung

Wolfgang Hoth, 81, steht im Hof seines Wohnhauses. Nein, der geplanten Modernisierung seiner Wohnung habe er nicht zugestimmt, sagt er. Und das habe er auch künftig nicht vor. Von knapp 800 auf fast 1250 Euro solle seine Miete steigen, sagt der Rentner empört. „Zum Schluss soll ich fast 450 Euro mehr bezahlen.“

Das Haus steht an der Lützow-/ Ecke Genthinerstraße, eine zentrale Lage, das mögen Investoren. Foto: Frank Senftleben Quelle: https://www.bz-berlin.de/media/frank-senftleben-1070

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, hört aufmerksam zu. Sie ist am Montagvormittag zu dem Wohnhaus an der Lützowstraße/Ecke Genthiner Straße in Tiergarten gekommen. Die Immobilie gilt als Beispiel für teure Modernisierungen, durch die Mieter zum Auszug gedrängt werden. Der Vermieter hat den Bewohnern vor gut einem Jahr mitgeteilt, was er vorhat. Geplant seien etwa eine Fassadendämmung, die Erneuerung der Fenster und die Modernisierung der Heizanlage. Auch Asbest müsse entfernt werden. In einem separaten Schreiben teilte der Eigentümer mit, dass er sich dazu entschlossen habe, die Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umzuwandeln. „Leben heißt Veränderung“, heißt es dazu in dem Brief an die Mieter.

Komplex mit 96 Sozialwohnungen wurde 2016 verkauft

Einige Bewohner der 96 Wohnungen seien mittlerweile weggezogen, sagt Wolfgang Hoth. Er jedoch will bleiben. Mit einer Gruppe weiterer Mieter. Göring-Eckardt stärkt ihnen am Montag den Rücken. Sie sei dankbar, sagt sie zu Wolfgang Hoth, dass er geblieben ist. Der Fall zeige, dass sich was ändern muss. Es sei eine „richtig krasse Zumutung“, was hier geschehe.

Das ZDF-Magazin Frontal 21 hat die Mieter des Hauses Lützowstraße/Ecke Genthiner Straße über ein Jahr im Kampf gegen den Investor begleitet. In dem Beitrag, der an diesem Dienstag von 21 Uhr bis 21.45 Uhr im ZDF läuft, schildern die Reporter Hintergründe des Falls. Nach den Recherchen des Magazins wurde der in den 70er-Jahren errichtete Komplex mit 96 Sozialwohnungen im Jahr 2016 verkauft – kurz bevor die Sozialbindung auslief. Neuer Eigentümer wurde danach eine Firma mit dem schillernden Namen „Bluerock Opportunities 3 Limited Partnership“. Ihr Sitz laut Grundbuch: im englischen Manchester.

An der dortigen Adresse fanden die Reporter zwar eine Klingel. Gesteuert wird die Bluerock-Gruppe ihren Nachforschungen zufolge aber aus Liechtenstein und der Schweiz. In Zürich sammele Bluerock das Geld internationaler Investoren und reicher Familien ein. Im Netz fanden die Reporter ein Angebot für einen Fonds. Der werbe damit, Mehrfamilienhäuser in Berlin zu kaufen, daraus Eigentumswohnungen zu machen und diese zu verkaufen. Genau das, was in der Lützowstraße/Ecke Genthiner Straße gerade passiert.

Ein Makler soll dem Bericht zufolge leere Wohnungen mit 75 Quadratmetern für 425.000 Euro angeboten haben – mit Mietern sollten sie 345.000 Euro kosten. Also 80.000 Euro weniger. Kein Wunder, dass manche Eigentümer ihre Wohnungen lieber unbewohnt verkaufen.

Modernisierungsumlagen müssen reduziert werden

Die Bauarbeiten an dem Wohnhaus haben bereits begonnen. Manche Mieter sind in leerstehende Wohnungen in dem Komplex untergebracht worden, wo noch nicht gearbeitet wird. Die Hausverwaltung hatte vor Beginn der Arbeiten erklärt, dass sie versuchen werde, Übergangswohnungen zu finden. Jedoch müsse sie den Bewohnern „schon jetzt mitteilen“, dass ihr das „nicht für alle Mieter“ gelingen werde. Die Verwaltung bat die Mieter prompt, „sich Gedanken zu machen, ob Sie eine Unterbringungsmöglichkeit für etwa 2 bis 3 Monate zum Beispiel bei Verwandten haben“ – oder ob sie sich „aufgrund der enormen Baumaßnahmen“ mit dem Gedanken tragen, ganz aus der Wohnung auszuziehen.

kompletten Artikel lesen … Quelle … Berliner Zeitung

Mieterverein schlägt Alarm – Dänische Investoren kaufen Hunderte Wohnungen in Berlin

Ausländische Investoren decken sich immer stärker mit Immobilien in Berlin ein. Wie am Dienstag bekannt wurde, hat der dänische Pensionsfonds PFA ein Immobilien-Paket für mehr als eine Milliarde Euro von der Industria Wohnen, einer Tochter der Degussa-Bank, mit Sitz in Frankfurt am Main erworben. Das Paket mit dem Namen „Century“-Portfolio umfasst rund 3700 Wohnungen und ein Gewerbeobjekt an 15 Standorten in Deutschland, darunter Berlin.

Für die Mieter ist die Nachricht vom Verkauf eher beunruhigend. Denn vonseiten der Beteiligten wurde am Dienstag verbreitet, es gebe ein „zusätzliches Mietsteigerungspotenzial“. Im Klartext: Sie sehen die Möglichkeit, die Mieten zu erhöhen. Wie viele der Wohnungen in Berlin liegen, wurde offiziell nicht mitgeteilt, doch dürfte es eine große Zahl sein. Denn mehr als die Hälfte der Mieterträge des Portfolios werden den Angaben zufolge in München und Berlin erzielt.

„Nur Nachteile für Mieter“

 

Quelle – Kompletter Artikel

Grundstückspreise steigen sprunghaft

Bauland in Berlin war noch nie so teuer: fast 700 Euro je Quadratmeter. Die Preise stiegen 2017 um 75 Prozent. Das treibt Mieten und Wohnungspreise in die Höhe.

 

Schlechte Nachrichten für Mieter und Bauwillige: Bauland wird in Berlin sprunghaft teurer. Innerhalb nur eines Jahres stieg der Quadratmeterpreis um mehr als 77 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Quadratmeter Bauland kostete im Jahr 2017 im Berliner Durchschnitt 695 Euro – im Vorjahr waren es “nur” 393 Euro gewesen. Die Grundstückskosten sind ein wichtiger Teil der Gesamtkosten von Wohnungsbauten und gelten als “Preistreiber” für Mieten von Neubauten und deren Kaufpreise.

Ausreißer in Friedrichshain-Kreuzberg

Der enorme Anstieg ist nach Angaben des Amtes für Statistik, das die Preise auf Grundlage tatsächlich verkauften Grundstücken errechnet, allerdings auch einem “Ausreißer” zu schulden: Ein besonders teuer verkauftes Grundstück im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Tatsächlich vervierfachte sich der Quadratmeterpreis in dem beliebten innerstädtischen Bezirk. Wurden im vergangenen Jahr 16 Grundstücke verkauft mit einem durchschnittlichen Kaufwert je Quadratmeter von 4889 Euro, waren es im Jahr zuvor 17 Grundstücksgeschäfte bei einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von nur 1025 Euro.

 

Quelle – Kompletter Artikel

Mieter fürchten teure Sanierung

Politiker statten der Gleimstraße 56 einen Hausbesuch ab

 

Die Mieter des Hauses Gleimstraße 56 hoffen auf die Unterstützung der Bezirkspolitik. Ihr Haus wurde verkauft. Sie befürchten, dass es nun kostenintensiv modernisiert wird und sie sich die höhere Miete nicht mehr leisten können.

Die Befürchtung ist nicht unbegründet. Immer wieder werden Mieter in Prenzlauer Berg nach derartigen Modernisierungen verdrängt. Um sich davor zu schützen, gründeten 20 Hausbewohner inzwischen den Mieterverein Gleim 56. Dieser möchte die Interessen aller Hausbewohner mit einer Stimme vertreten, sagt dessen Sprecher Lothar Gröschel.

 

Quelle – Kompletter Artikel

Der Umbau des Fraenkelufers beginnt im August

Nachdem nun auch die Straßenverkehrsbehörde ihr Okay gegeben hat, beginnen im August die Baumaßnahmen am Fraenkelufer. Der Gegenwind ist abgeflaut. Im März hat die Bürgerinitiative, die den Umbau verhindern wollte, ihre Aktivitäten offiziell eingestellt.

 

Ein breiterer Gehweg, um Nutzungskonflikte zwischen Radlern und Fußgängern zu vermeiden, eine Rampe als barrierefreier Zugang zum Landwehrkanal, mehr Sitzgelegenheiten, ein Wegbelag aus Granit, mehr Stein, glatt und gepflegt. Das wird das neue Fraenkelufer sein, wenn es fertig ist. Bis dahin dauert es aber noch. Wie lange genau, das steht nicht fest.

 

Quelle – Kompletter Artikel

Betongold sozialisieren

Nicolas Šustr über die Abschöpfung von Vermögen

Mit der verstärkten Vermögensabschöpfung realisiert Rot-Rot-Grün ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag, nämlich Wirtschafts- und Organisierte Kriminalität stärker bekämpfen zu wollen. In der Bilanz noch nicht enthalten ist die Sicherstellung von 77 Immobilien einer Großfamilie im Wert von 9,3 Millionen Euro. Sie soll die Beute aus einem Bankraub in Betongold umgesetzt haben, dem Vernehmen nach soll es sich hauptsächlich um Eigentumswohnungen handeln. Ob das Land diese Reichtümer wirklich einziehen kann, muss sich noch zeigen. …

kompletten Artikel weiterlesen … Quelle … Neues Deutschland

Informationen zur die Schriftliche Anfrage Nr. 18/15675 vom 17. Juli 2018 über Umwandlungen in Milieuschutzgebieten von Miet- in Eigentumswohnungen einer Abgeordneten an den Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin über Senatskanzlei – G Sen –

über Umwandlungen in Milieuschutzgebieten

 

Meuterei von Schließung bedroht

Der Vertrag des linken Kneipenkollektivs wird nicht verlängert, die Zukunft damit ungewiss

 

Über dem Tresen hängt eine Uhr, die anzeigt, wie viele Tage der Mietvertrag der Meuterei noch läuft. Es sind nur noch knapp 300, dann scheint Schluss zu sein für das Kneipenkollektiv in der Reichenberger Straße 58 in Berlin-Kreuzberg.

Vor über neun Jahren mietete das Kollektiv die Ladenräume an, um daraufhin einen Kneipenbetrieb mit politischen und kulturellen Verunstaltungen aufzubauen. Neben dem regulären Betrieb finden in der Kneipe regelmäßig Veranstaltungen, Lesungen, Plena oder Mal- und Spielesonntage statt. Ebenso werden Rechtsberatungen angeboten. Die Meuterei ist mit anderen Kiezstrukturen vernetzt, so dass regelmäßig Stadtteilversammlung mit Bewohner*innen des Bezirks stattfinden. Daraus entwickelte sich später das eigene Projekt Café Reiche mit seinen Stadtteilversammlungen und Aktionen.

2011 wurde das Haus in der Reichenberger Straße im Auftrag der »Zelos Properties GmbH« an die »Vivum Consulting GmbH« weiterverkauft. Vielen Berliner*innen werden diese Firmen noch ein Begriff sein. Sie traten auf im Zusammenhang mit den Mietkämpfen um das Haus in der Torstraße 69, in der die linke Traditionskneipe Baiz bis 2014 ihre Räumlichkeiten hatte, und um das Haus am Lausitzer Platz 17. Die Meuterei organisierte nach dem Verkauf des Hauses Mieter*innenversammlungen, um die Bewohner*innen zum Widerstand zu motivieren – leider erfolglos, denn viele Mieter*innen ließen sich aus den Verträgen kaufen und verließen das Haus. Die Meuterei blieb und klagte auf Verlängerung um weitere fünf Jahre. Daraufhin kam es zur Kündigung und zu einem Rechtsstreit, den die Meuterei gewann.

 

Quelle – Kompletter Artikel

14.000 Berliner Mietwohnungen in Eigentum umgewandelt

Innerhalb der letzten zwölf Monate sind in Berlin erneut Tausende Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt worden.

Von Juli 2017 bis Ende Juni 2018 wurden nach einer ersten Auswertung rund 14.000 Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt. Das geht aus einer Antwort von Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) auf eine Anfrage der Abgeordneten Gaby Gottwald (Linke) hervor.

Gentrifizierung am schnellsten in Friedrichshain-Kreuzberg

Das passierte vor allem in Friedrichshain-Kreuzberg (rund 3300), Charlottenburg-Wilmersdorf (2800 Wohnungen) und Mitte (rund 2400).

Dass es jährlich Tausende Umwandlungen gibt, zeigte zuletzt auch eine andere Erhebung: Nach Daten der Gutachterausschüsse, die Kaufverträge auswerten, wurden im Gesamtjahr 2017 rund 16.500 Mietwohnungen zu Einzeleigentum. Zuletzt war etwa jede vierte Wohnung in Berlin eine Eigentumswohnung. Mehr als die Hälfte der Eigentumswohnungen wird von den Besitzern bewohnt (60 Prozent), der Rest wird vermietet.

Milieuschutz zieht nicht

Der Immobilienmarkt in Berlin boomt seit geraumer Zeit: Viele Menschen ziehen in die Stadt, suchen Mietwohnungen, von denen es immer weniger gibt. Da steigen die Mieten. In manchen Kiezen – sogenannten Milieuschutzgebieten – gelten für Modernisierungen oder auch Umwandlungen daher strengere Regeln.

Allerdings werden auch dort in der Praxis noch Häuser in einzelne Wohnungen aufgeteilt, wie Lompscher in ihrer Antwort eingestehen musste. Innerhalb dieses Jahres seien „lediglich zwei“ Anträge auf Umwandlung untersagt worden.

Lückenhaftes Gesetz ermöglich Verdrängung von Mietern …

kompletten Artikel lesen … Quelle … Berliner Zeitung

Landflucht, Einsamkeit, Gentrifizierung – dieses Minidorf löst unsere 3 großen Wohnprobleme.

Berlin ist die Hauptstadt der Freiheit, so sagt man. Wer zur Stoßzeit in der randvollen S7 steht, einen Aktenkoffer im Rücken und die Achselhöhle seines Nachbarn im Gesicht, spürt davon wenig. Es ist ein ganz normaler Montagmorgen. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich heute nicht mit all den Aktenkoffern und Schwitzachseln aussteige, sondern sitzenbleibe. Heute mache ich das, was die meisten Berliner selten tun: Ich fahre nach (nein, nicht durch) Brandenburg, genauer gesagt zum Uferwerk in Werder an der Havel. Dort treffe ich Menschen, die die Hauptstadt der Freiheit bewusst verlassen haben – und zwar für immer.

 

Heute wohnen rund 100 Erwachsene und 60 Kinder im Uferwerk. Die ersten Bewohner zogen Anfang 2015 ein, die letzten vor etwa einem Jahr. Sie sind nicht nur Bewohner, sondern auch Mitglieder der Genossenschaft Uferwerk eG. In einer Genossenschaft sind sie unabhängig von Vermietern sowie Hausverwaltungen und können ihren Wohnraum selbst gestalten, weil sie selbst die Rolle der Verwaltung einnehmen. »Zweck der Genossenschaft ist es, ihren Mitgliedern dauerhaft gesicherten Wohnraum […] zur Verfügung zu stellen.« Durch die Organisation in einer Genossenschaft gibt es kein Machtgefälle zwischen Mietern und Hausverwaltung; alle Mitglieder haben die gleichen Rechte und Pflichten.

 

Quelle – Kompletter Artikel

Kein Wohnbau statt Gewerbe

Es soll »grundsätzlich keine weiteren Umwandlungen« von Gewerbe- und Industrieflächen »zugunsten von Wohnungsbau und sozialer Infrastruktur« mehr geben. Das hat der Rat der Bürgermeister auf seiner letzten Sitzung beschlossen. In dem längeren Beschluss wird der Senat aufgefordert, »verlässliche Rahmenbedingungen« für die Stärkung kleiner und mittlerer Unternehmen in der Hauptstadt zu schaffen. Das vierseitige Beschlusspapier liegt »nd« vor.

Es liest sich wie eine Reaktion auf die kürzlich unter Vermittlung des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD) zustande gekommene Einigung über die Umwidmung von Teilen des Gewerbegebietes des ehemaligen Knorr-Bremse-Werks unweit des S-Bahnhofs Marzahn zu Wohnungsbauflächen.

 

Quelle – Kompletter Artikel