big-berlin.land

Presseschau aktuelle Politik

Ein Wohngipfel reicht nicht aus

Von der „Sozialen Frage“ hat Angela Merkel nicht gesprochen. Aber die Bundeskanzlerin sagte zum Abschluss des Wohngipfels, dass es auch um den „Zusammenhalt“ der Gesellschaft gehe. Machte die CDU-Chefin deshalb die verzweifelte Suche von Familien nach einer bezahlbaren Wohnung in Deutschlands Innenstädten zur Chefsache?

Merkel hat sich des Themas angenommen. Auf ihre Weise. Mit dem Hinweis auf leere Wohnungen auf dem Lande auch etwas heruntermoderiert, weichgespült. Gegner werden sagen, der Gipfel diene nur als Wahlkampfhilfe für Bauminister Horst Seehofer (CSU) in Bayern. Doch diese Bewertung kommt zu früh. Berlins Regierender Bürgermeister sagte ganz richtig: Der „Anfang“ ist gemacht, das sei ermutigend – aber die Partner der „Wohnungsbauoffensive“ müssten „nachlegen“.

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

Aufwerten, verdrängen, abkassieren „Akelius“: Der Angriff der Miet-Haie

Können Sie sich eine Mietwohnung für 30 Euro den Quadratmeter leisten? Nein? Dann geht es Ihnen wie dem Großteil der Hamburger. Und doch finden sich im Netz immer häufiger Inserate mit exorbitanten Preisen – besonders dann, wenn der Vermieter „Akelius“ heißt.

 

Der Immobilien-Gigant aus Schweden hat sich in Hamburg und anderen Großstädten längst einen Namen gemacht. Aber keinen guten Ruf. Und das liegt am Geschäftsmodell. „Akelius“ selbst bezeichnet sich als Weltmarktführer im Aufwerten von Wohnungen. Konkret bedeutet das: Verdrängung durch Luxussanierung!

Sanierungskosten werden auf Mieter umgeschlagen

Das läuft in der Regel wie folgt: Das Unternehmen kauft schlichte, etwas in die Jahre gekommene Wohngebäude auf, saniert die Fassade – und schlägt einen Teil der Kosten auf die Miete um. Wer sich seine Wohnung dadurch nicht mehr leisten kann, muss ausziehen. Die leeren Wohnungen werden dann modernisiert – und für ein Vielfaches der ursprünglichen Miete wieder auf den Markt gebracht.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

 

 

“Wohnen ist die neue soziale Frage”

“Die Versorgung mit Wohnraum ist eine wesentliche Aufgabe des Wohlfahrtsstaats. Wird das Wohnen für einen wachsenden Teil der Bevölkerung unbezahlbar, fördert dies gesellschaftliche und sozialräumliche Spaltung und bedroht letztlich auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt” – Dieser Satz steht in der Präambel einer Stellungnahme von 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fakultäten, die in der Fachzeitschrift Suburban veröffentlicht wird.

Damit reagieren die Akademiker auf ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Dort wird mehr Markt in der Wohnungspolitik gefordert und selbst die völlig zahnlose Mietpreisbremse schon als Verstoß gegen den heiligen Markt verworfen.

Die Wissenschaftler wollen mit ihrem Text wenige Tage vor dem Wohnungsgipfel der Bundesregierung im Bundeskanzleramt und dem Alternativgipfel von Mieterverbänden und sozialen Initiativen andere Akzente setzen. Dabei docken sie auch an die aktuellen Debatten über die Spaltung der Gesellschaft an und stellen sie in neue Zusammenhänge.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

Rentnerin stürzte sich während einer Zwangsräumung aus dem Fenster

Suizid bei Zwangsräumung

Die Verzweiflung war offenbar groß: Bei der Zwangsräumung einer Wohnung hat sich eine 70-jährige Frau aus Porta Westfalica aus dem Fenster ihrer Wohnung gestürzt.

„Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen … nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.“ sagte einmal Bertolt Brecht.

Laut Polizeiangaben hat sich eine 70jährige Frau am Mittwochnachmittag aus dem Fenster ihrer Wohnung gestürzt. Laut Polizeibericht sprang die veramte Rentnerin aus dem 7. Stockwerk eines Mietshauses in Porta Westfalica. Die Frau erlag noch an Ort und Stelle. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

Trotz 87% Gegenstimmen – In Friedrichshain entsteht eine neue US-Kleinstadt

Berlin-Friedrichshain –

Als Sandra Zilliges ihrem Großvater vor eineinhalb Jahren erzählte, wo sie bald arbeiten würde, stutzte er: Dort stehen mittlerweile Häuser? Der alte Mann, der Berlin schon als Kriegsstadt kannte, hatte nichts mitbekommen von der Bebauung der bekannten Bahnbrache zwischen Warschauer Brücke und Ostbahnhof.

Hier, wo vor zehn Jahren, am 10. September 2008, eine Veranstaltungshalle auf einer grünen Wiese eröffnete, umringen heute Neubauten die Mercedes-Benz Arena. Ein Quartier ist gewachsen aus Büros und schicken Wohnungen. Weitere Hochhäuser sind im Bau – aber Leben herrscht bisher kaum.

Das blühende Leben

„Wir verlieren die Stadt“ – mit diesen Worten habe ihr Opa ihren neuen Job kommentiert, berichtet Zilliges. Die 30-Jährige ist bei Zalando beschäftigt, aus großen Bürofenstern guckt sie auf die Spree. Sie arbeitet gern hier, die Verkehrsanbindung ist gut, zum Mittagessen überquert sie die Brücke nach Kreuzberg. Trotzdem versteht sie ihren Opa: „Zu seiner Zeit gab es in Berlin noch keine Büroviertel.“

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

“Es herrscht in den Städten die nackte Wohnungsnot”

Im 21. Jahrhundert hingegen gehe es nicht mehr um das Wie des Wohnens – sondern um das Ob. Der Staat hat sich seit den 90er Jahren aus dem Wohnungsbau zurückgezogen, Flächen und Häuser verkauft. Er hat also nicht einmal mehr schlechte Varianten des Wohnens im Angebot. “Es herrscht in den Städten die nackte Wohnungsnot”, sagt Mayer. “Einkommensschwache Menschen werden verdrängt und vertrieben. Die Nachbarschaften verändern sich.” Erst seitdem der Boom der Städte und die Folgen der Gentrifizierung unübersehbar sind, versucht die Politik gegenzusteuern. Viele sagen: zu spät.

Die Proteste werden dadurch größer und breiter, sprechen Schichten bis weit in die Mitte der Gesellschaft an. Sie äußern sich außerdem in Formen, die früher selten genutzt wurden. “Dass es jetzt zum Beispiel so viele Referenden zum Thema Wohnen gibt, liegt daran, dass auch zutiefst bürgerlich geprägte Schichten beteiligt sind”, sagt Mayer.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

Bezahlbarer Wohnraum – “Für viele geht es um die Existenz”

Bezahlbarer Wohnraum ist knapp – in keiner anderen Großstadt ist es so schlimm wie in München. Wie lässt sich das ändern? Fünf Beteiligte geben Antworten.
n München steigen Mieten und Immobilienpreise seit Jahren. Inzwischen kostet der Quadratmeter Neubau am Rande der Stadt mindestens 8.000 Euro. Die Mieten fangen bei 17 Euro an und liegen bei Neubauten oft bei 25 Euro pro Quadratmeter. Am Samstag werden Tausende Münchner und Münchnerinnen zu einer Demonstration für bezahlbaren Wohnraum erwartet. Wie konnte es so weit kommen? Was muss sich ändern, damit Krankenschwestern und Friseure nicht aus der Stadt verdrängt werden? Wir haben fünf Beteiligte gefragt: einen Aktivisten, einen Bauträger, einen Politiker, eine Stadtplanerin und einen Immobilienforscher.

Tausende Münchner demonstrieren gegen Mietwucher

In München sind Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Mietpreis-Explosion in der Stadt zu protestieren. Die Demonstranten forderten mehr bezahlbaren Wohnraum. Das Motto der Veranstaltung lautete “#ausspekuliert”.

 

In der Münchner Innenstadt haben am Samstag Tausende Menschen für bezahlbare Mieten demonstriert. Die Polizei München sprach am Abend von 10.000 Demonstranten. Diese prangerten Mietwucher, Luxussanierungen und Wohnungsnot an.

Auf Plakaten waren Aufschriften zu lesen wie etwa “Wohnst Du noch oder suchst Du schon?”, “Immobilienhaien die Zähne ziehen – wir bleiben!” und “3.000 Euro Miete, ihr habt doch eine Meise”. Die Demonstranten marschierten durch die Innenstadt zum Siegestor. Dort fand die Abschlusskundgebung statt.

Gegen Luxussanierungen

Unter dem Motto “#ausspekuliert” hatte ein Bündnis aus mehr als 90 Mietergemeinschaften, Gewerkschaften und Parteien zu dieser Kundgebung aufgerufen. Die Initiatoren sprachen von einer zügellosen Gier der Investoren und von Gesetzen, die Steilvorlagen für Entmietung seien. Sogar der Oberbürgermeister der Stadt, Dieter Reiter (SPD), hatte zur Teilnahme aufgefordert.

Kommenden Freitag findet im Kanzleramt ein Wohngipfel statt: Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen, die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, der Mieterbund, die Gewerkschaften und die Bauwirtschaft wollen über die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen beraten.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

Bauen nach Wiener Art?

Für viele Menschen in Deutschland ist die Wohnungsfrage inzwischen zu einem fast unlösbaren Problem geworden. Mehr als eine Million Wohnungen fehlen. Mögliche Lösungsansätze gibt es unter anderem in Wien.

 

Manche der kleinen Häuschen haben schon ziemlich detaillierte Fassaden, andere sind flächig, wirken unfertig – reine Entwürfe eben. Das raumfüllende Architekturmodell zeigt Wohnhäuser, Einkaufszentren, Schulen und Kitas. In der Mitte liegt ein künstlicher See, es gibt breite Wege und weite Plätze, Fußgänger haben Vorfahrt. “Seestadt Aspern” heißt der Wiener Vorort, der zu drei Vierteln noch Vision ist.

20.000 Menschen sollen hier einmal leben, am Rande der boomenden österreichischen Metropole Wien. 3000 Wohnungen sind bereits gebaut, fast alles kommunaler oder geförderter Wohnungsbau. Am Ende sollen etwa 75 Prozent der Wohnungen hier zu günstigen Mieten zu haben sein.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

Regierungsberater fällen vernichtendes Urteil über Wohnungspolitik

Regierungsberater haben ein vernichtendes Urteil über die Wohnungspolitik des Bundes gefällt. Sowohl die Mietpreisbremse als auch der soziale Wohnungsbau würden nicht viel gegen Mietwahnsinn und Wohnungsnot helfen, teilte der Wissenschaftliche Beirat des Wirtschaftsministeriums bei der Vorstellung eines neuen Gutachtens (hier das PDF) in Berlin mit.

Mieter können demnach froh sein, dass die Mietpreisbremse immer noch nicht funktioniert. “Würde die Mietpreisbremse wirken, wäre die Wirkung verheerend”, sagt der Konstanzer Ökonom Friedrich Breyer, der das Gutachten federführend betreut hat. Die Nachfrage nach jeder einzelnen Wohnung würde durch die gebremsten Mieten umso größer, und obendrein gebe es weniger Anreiz zum Bau neuer Wohnungen – weil die ja nicht so viel abwerfen würden. Für “Randgruppen” werde es damit noch schwerer, Wohnungen zu finden. Dies sei einmütige Meinung im Beirat. Ihm gehören insgesamt 34 Ökonomen an.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel