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MIETERPARTEI aktiv

Gegen Obdachlosigkeit – Aktivisten wollen vor Rotem Rathaus Tag und Nacht protestieren

 

 

Dietlind Schmidt steht am Mittwochabend vor dem Roten Rathaus in der bitteren Kälte. Seit zehn Jahren ist 59-jährige Berlinerin wohnungslos. Sie erzählt, dass sie manchmal irgendwo unterschlüpft, oft muss sie aber auch draußen schlafen. Nun will sie, dass das Grundrecht auf Wohnen ins Grundgesetz aufgenommen wird. „Es ist furchtbar, wenn immer das Geld gegen einen entscheidet“, sagt sie.

Dietlind Schmidt ist zu einem bunten Protest am Mittwochabend vor dem Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters gekommen. Die einen halten dort eine Mahnwache ab für einen am Wochenende gestorbenen Obdachlosen. Die anderen protestieren mit große Pappkreuzen gegen die „Todesopfer von Hartz IV“.

 

Das Grundgesetz ändern

Seit ein paar Tagen ist es kalt, und so wird es wohl auch weitergehen. Für alle Nächte der nächsten Woche muss mit Dauerfrost gerechnet werden. Für jene Menschen, die auf der Straße leben, ist das eine Herausforderung. „Was kalt ist, wissen wir alle, aber das zu fühlen, ist was anderes“, sagt Nicole Lindner von der Mieterpartei, einer politischen Organisation, die sich nicht weniger zum Ziel gesetzt hat, als das Grundgesetz zu ändern. Ein Recht auf Wohnen soll dort verankert werden, findet Nicole Lindner.

Die Mieterpartei hat sich etwas ausgedacht, um ihren Forderungen ein wenig Nachdruck zu verleihen. Vor dem Roten Rathaus werden in den nächsten Tagen Wohnungsaktivisten ausharren. In der Kälte. Tag und Nacht. Bis Freitag.

Die Mahnwache wird unterstützt vom Mieterverein und anderen Organisationen, die sich für die Vermeidung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit einsetzen.

„Obdachlosigkeit geht uns alle an. Wir setzen uns für das Recht auf ein menschenwürdiges Zuhause für jedermann und jede Frau ein“, sagt Franziska Schulte vom Berliner Mieterverein. „Schon gar nicht wollen wir akzeptieren, dass selbst Kinder von Wohnungslosigkeit betroffen sind.“ Der Mieterverein kämpfe vorwiegend für die Vermeidung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit. Aber auch die Rückkehr von wohnungslos gewordenen Menschen in menschwürdige und leistbare Wohnungen sei ein wichtiges Ziel des Vereins geworden.
Bei der Mahnwache gibt es zum Auftakt eine Schweigeminute für den am Moritzplatz verstorbenen Obdachlosen

Rollende Unterkünfte als erster Schritt der Integration

Nach Angaben der Mieterpartei hat es von 1990 bis 2016 genau 290 Kältetote in Deutschland gegeben, und seit Oktober 2018 seien nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe neun Menschen auf deutschen Straßen erfroren. „Es muss endlich sichtbar gemacht werden, dass in einem wirtschaftlich reichen Staat die Menschenwürde derer, die sich nicht wehren können, mit Füßen getreten wird“, heißt es bei der Partei.

Bei der Mahnwache wird am Donnerstag ein Bündnis aus Wohnungslosenparlament, Bundesarbeitsgemeinschaft Soziales und Generationen, dem Verein Little Home, dem Arbeitskreis Wohnungsnot sowie zahlreichen Vereinen ein kleines Holzhaus an einen Obdachlosen verschenken. Auch das ist eine eher plakative Aktion, die die Notwendigkeit von Veränderung aufzeigen soll.

„Die rollenden Unterkünfte sind nur ein erster Schritt der Integration. Aber die konkrete Arbeit des Vereins Little Home hat uns sehr beeindruckt und überzeugt“, sagt Franziska Schulte vom Mieterverein. Das Little Home ist ein kleines Holzhaus. Es besteht aus Leimholzplatten, die auf Europaletten so zusammen geschraubt werden, dass ein Raum entsteht, drei Quadratmeter groß, mit Dach und verschließbar, genug Platz für eine Person zum Übernachten.

„Hundehütte“ für Wohnungslose

Ausgedacht hat sich dies ein Kölner Verein, der die Hütten nicht nur in Köln, sondern auch an anderen Orten aufstellt. Das Projekt hat nicht nur Unterstützer. Die Diakonie spricht von „Hundehütten“, die keine Sozialarbeit ersetzen könnten. Nicole Lindner von der Mieterpartei findet solcherlei Bedenken unangemessen, denn hier ginge es ja mehr um eine Übergangslösung.

Derweil ist der Kältebus jede Nacht in Berlin unterwegs – und bei den aktuellen Temperaturen gut ausgelastet. Jede Nacht steigen etwa 25 Menschen zu, die die Mitarbeiter dann in Kältehilfeeinrichtungen bringen – meist in die Notübernachtung am Hauptbahnhof. Weitere 20 Menschen werden an ihren Schlafplätzen mit Decken, Schlafsäcken und heißem Tee versorgt, damit sie die Nacht überstehen. „Wenn die Kälte länger anhält, gehen die Zahlen hoch“, sagt Martina Rogasch von der Stadtmission. So ist es jedes Jahr.

 

Weitere Rodungen des Hambacher Forstes für Kohleabbau?

Während die Kohlekommission mit Vertretern der Politik und Energiewirtschaft sowie Umweltschützern und Wissenschaftlern tagt und über einen Ausstieg aus der Kohleverstromung nachdenkt, deren Ergebnis sie Ende Oktober 2018 vorlegen will, versucht der Energiekonzern RWE Fakten zu schaffen, um weiterhin für viele Jahre den Klimakiller Kohle abbauen zu können und mit der Vernichtung der Natur Teile unserer Lebensgrundlagen sowie mit der Abbagerung von Dörfern die Heimat der dort lebenden Menschen zu zerstören. Es ist ein politischer Kampf zwischen einem Großkonzern und führenden Politikern des größten CO2-Emittenten unter den Bundesländern, Nordrhein-Westfahlen (NRW) auf der einen und Bürgerinnen und Bürgern auf der anderen Seite.

Die Mieterpartei unterstützt die Proteste und Demonstrationen im Hambacher Forst. Hambi, wie das ökologische Wald-Kleinod liebevoll von Braunkohlegegnerinnen und -gegnern sowie deren Unterstützerinnen und Unterstützern genannt wird, befindet sich zwischen Köln und Aachen. 4.100 Hektar war die jetzige Sperrzone vor Beginn der Kohleförderung groß. Es war der größte Wald im Rheinland. Seit 1978 wird er Stück für Stück für den Braunkohletagebau gerodet. Bis dato wurden nach Angaben des Tagebau-Betreibers RWE Power 3.900 Hektar für den Kohleabbau gerodet. Von den verbliebenen 200 Hektar Wald sollen nun noch einmal mehr als 100 Hektar gerodet werden. Das wollen couragierte Menschen verhindern und haben den Wald seit sechs Jahren besetzt.

 

 

Hambacher_Forst_Proteste_gegen_Abholzung_Endfassung

Warum Wiener besser wohnen: Das Wiener Modell 28.07.2014

Warum Wiener besser wohnen: Das Wiener Modell

Was ist das Geheimnis für eine Nettokaltmiete von durchschnittlich drei Euro pro Quadratmetern in Wien und wie und was könnte Berlin von der Wiener Stadtentwicklung lernen?
Deutschland im Sommer 2014: Die meisten Menschen wollen in die Großstädte. Die Jungen, die Arbeitssuchenden, die Aufstrebenden, die, die auf dem Land wohnen, die, die sich lieber in Deutschland aufhalten als in ihren teureren Heimatländern, die, die in Speckgürteln wohnen und pendeln müssen.

Deutsche Mietpreisspiegel zu lesen ähnelt der Erfahrung, die man beim lesen der Lektüre lernt, die in gentrifizierten Städten spielt: die arme Peripherie läuft Sturm gegen die superreichen Innenstädte – wie schon in Paris geschehen…

Es mehren sich die Rufe, dass die Mietpreisbremse, wie vom Justizminister Heiko Maaß verordnet, da auch nichts reißen wird. Auch wenn der heute ankündigte, noch mal hier und da nachzubessern. Dabei könnte man doch von Wien lernen – wie man es nicht hätte machen sollen und was man jetzt noch machen muss.

Wir sprachen darüber mit dem Wiener Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig. 28.07.2014

Interview Wiener Baustadtrat

Wir solidarisieren uns mit Eltern und Erziehern zur Überwindung der Kitakrise!

Über 3500 Eltern, Kinder, Erzieher*innen, Tagespflegeeltern und solidarische Eltern/Großeltern haben sich für gute (frühe) Bildung für alle Kinder, die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sowie die bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen von Erzieher*innen und Tagespflegeeltern eingesetzt!

Schnelle Hilfe ist jetzt notwendig! So schnell wie dieser kurze Film!

Langfilm siehe Youtube

Mitglieder der MIETERPARTEI sind unterstützend auf der Demo, siehe Quelle Ausschnitt  zitiert aus dem heute journal vom 26.05.2018.

 

Hier findest du den Link zur Petition an Sandra Scheeres (Bildungssenatorin) und Michael Müller (Berlins Bürgermeister).