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Aufruf zur solidarischen Demonstration in Berlin am 6. April 2019, 12 Uhr ab Alexanderplatz

Der Mietenwahnsinn wird immer schlimmer. Nach wie vor werden Menschen durch steigende Mieten verdrängt und zwangsgeräumt. Kiezläden, Gewerbe und Nachbarschaften werden zerstört. Menschen erfrieren während Häuser leer stehen. Doch das letzte Jahr stand auch im Zeichen zahlreicher Proteste und Aktionen, die uns Mut machen: 25.000 Menschen haben im April 2018 in Berlin kämpferisch gegen hohe Mieten und Verdrängung demonstriert, unzählige Mieter*innen organisieren sich in Hausgemeinschaften, Leerstand wurde besetzt und Zwangsräumungen wurden blockiert. In Kreuzberg verhinderten Kiezinitiativen weltweit zum ersten Mal einen Google Campus. Gestärkt durch diese Erfolge mobilisieren wir dieses Jahr erneut zu einer Demonstration in Berlin. Auch in vielen anderen Städten wird an diesem Tag gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung demonstriert!

MARKT MACHT ARMUT – WOHNEN IST MENSCHENRECHT

Die soziale Ungleichheit der Wohn- und Lebensverhältnisse ist kein Naturgesetz. Sie ist das Ergebnis der Vermarktung unserer Grundbedürfnisse. Deshalb ziehen wir gemeinsam zur Berliner Immobilienmesse, um zu zeigen, dass Wohnen keine Ware ist – sondern ein Menschenrecht!

Der Stadt der steigenden Mieten, in der wenigen gehört, was alle brauchen, setzen wir unseren Zusammenhalt, unsere Vielfalt und Solidarität entgegen. Wir wollen eine Stadt:

  • die kein Geschäftsmodell ist, sondern Lebensraum für alle – unabhängig von Herkunft, Sprache, Geschlecht, Alter oder Gesundheitszustand
  • in der die Häuser fürs Wohnen und nicht für den Profit gebaut werden,
  • in der niemand in Notunterkünften, Heimen oder auf der Straße leben muss,
  • und in der Wohnraum, Boden und Natur Allgemeingut sind.

Daher fordern wir einen radikalen Kurswechsel in der Wohnungspolitik und die Enteignung von profitorientierten Wohnungsunternehmen. Wir unterstützen gemeinwohlorientierte Lösungen der Wohnungsfrage.

Die Aktionstage vor der großen Mietenwahnsinn-Demo beginnen am Mittwoch, den 27.3. anlässlich des „Berliner Immobilienkongresses. 
Zu einem der unzähligen Immobilienkongresse und Messen kommen dort „die
entscheidenden Akteure der Berliner Immobilienwirtschaft zusammen!“ So
in der Ankündigung. Das diese „entscheidenden Akteure“ nicht im Sinne
von uns Mieter*innen sondern ihres Profits agieren ist uns schon lange
klar.
Oder wie Andreas Hofer, Chef der Internationalen Bauausstellung 2027 in
Stuttgart, in der Süddeutschen Zeitung vom 29.01.2019 ganz unverblümt
sagt: „Wenn man den Kapitalismus ernst nimmt, wird er Wohnungsnot
produzieren, das ist seine Logik.“
Genau diese Logik wollen wir angreifen. Während der Aktionstage vom
27.3. bis 6.4. und mit der Demo „Gemeinsam gegen Verdrängung und
Mietenwahnsinn“ am Samstag den 6.4., 12 Uhr, Alexanderplatz.
Kommt zu den Aktionstagen und zur Demo! Macht selber Aktionen,
veröffentlicht sie, haltet euch auf dem laufenden. Eine genauere
Beschreibung der Aktionstage und die Möglichkeit eure einzutragen gibt’s
hier:
BISHERIGE AKTIONEN:
Auftaktevent zu den Aktionstagen & der Groß-Demo am 6.4.
Mittwoch. 27. März @ 13:00
dbb forum berlin, Friedrichstraße 169
Gemeinsam gestalten wir einen bissig-satirischen Event – in
Konfrontation mit Gedenktafeln für die verstorbenen Opfer des
Mietenwahnsinns agieren prominente Protagonist*innen der
Immobilienbranche und kämpferische Mieter*innen & Demonstrant*innen
gegeneinander. Suchen wir die Verantwortlichen heim – an ihren
Treffpunkten … und halten wir ihnen einen Spiegel vor.
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Solilesung & Diskussion in & mit der Großbeerenstr. 17A
Mittwoch. 27. März @ 19:00 – 22:00
Haus Großbeerenstrasse 17a, Großbeerenstraße 17a
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2. Demo im Grunewald: Späti Ora 35 soll bleiben!
Donnerstag. 28. März @ 16:00 – 18:00
Roseneck – Hohenzollerndamm Ecke Teplitzer Strasse, Grunewald
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Veranstaltung: Artikel 28 der Berliner Landesverfassung „Jeder Mensch
hat das Recht auf angemessenen Wohnraum“ Endlich Umsetzen!
Donnerstag. 28. März @ 19:00
Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4
Berlin, 10405
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Kundgebung: 40,- warm / qm – Nein Danke! Auch Akelius muss enteignet
werden!
Freitag. 29. März @ 15:00 – 18:00
Akelius Zentrale, Erkelenzdamm 11-13
Berlin, 10999
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Kundgebung: UnvermietBar
Freitag. 29. März @ 18:00 – 22:00
Unvermietbar, Friedelstrasse 54 12047
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Aufstand der Huren >> live und in Farbe <<
Freitag. 29. März @ 18:00 – 20:30
Kultstätte Keller Neukölln, Karl-Marx-Str. 58
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Veranstaltung: Immobilienkonzerne enteignen?!
Freitag. 29. März @ 19:00
Frei-Zeit-Haus e.V., Pistoriusstraße 23
Berlin, 13086
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Diskussion: Wie sieht’s aus mit Wohnen als Geflüchtete? // Discussion:
Comment ça se passe, la recherche d‘appartement en tant que réfugié.e?
Freitag. 29. März @ 20:00 – 23:00
Galerie ORi, Friedelstrasse 8 12047
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Kundgebung: Das Häuserballet tanzt den Mietenblues
Samstag. 30. März @ 11:00 – 14:00
vor der DM Drogerie, Karl-Marx-Straße 92-98
Berlin-Neukölln, 12043
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Erzählcafé: Geschichten der Verdrängung
Samstag. 30. März @ 12:00 – 17:00
Leopoldplatz/ Nazaretzkirchstraße, Leopoldplatz
Berlin, 13347
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Antifaschistischer Fahrradkorso an Orte der Zwangsarbeit,
Gentrifizierung und Spekulation in der Tempelhofer Vorstadt
Samstag. 30. März @ 14:00
Fontanepromenade 15, Fontanepromenade 15
Berlin, 10967
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Kundgebung „Markthalle 9 für alle!“
Samstag. 30. März @ 15:00
vor der Markthalle, Eisenbahnstraße 43
Berlin-Kreuzberg
Zaster für Zimmer 3 – Feiern gegen Verdrängung
Samstag. 30. März @ 21:00
Supamolly, Jessnerstr. 41
Berlin, 10247
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Kundgebung: Stoppt Zwangsräumungen – Wohnen ist Menschenrecht!
Sonntag. 31. März @ 14:00 – 17:00
Französische Botschaft, Wilhelmstraße 69
Berlin, 10117
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Spaziergang im Schillerkiez
Sonntag. 31. März @ 15:00 – 18:00
Weise Str. 56 12049
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UNSER BLOCK BLEIBT SITZT AUF DER STRAßE!
Sonntag. 31. März @ 15:00
Framstraße, Nansen-, Pflüger- und Pannierstraße
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Schilder herstellen für die Mietenwahnsinndemo
Dienstag. 2. April @ 18:00 – 21:00
Offenes Wohnzimmer Moabit, Waldenserstr. 15
Berlin, 10551
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Veranstaltung: Befragung künstlerischer temporärer Zwischennutzung
Mittwoch. 3. April @ 16:30 – 21:30
nGbK – neue Gesellschaft für bildende Kunst, Oranienstraße 25
Berlin, 10999
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Veranstaltung: Eigenbedarf kennt keine Kündigung
Mittwoch. 3. April @ 19:00
Aquarium, Skalitzer Straße 6
Berlin, 10999
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Veranstaltung: Wie wohnen Geflüchtete in Friedrichshain-Kreuzberg?
Information und Diskussion
Donnerstag. 4. April @ 10:00
Aquarium, Skalitzer Straße 6
Berlin, 10999
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Basteltag (Mit dem Kunstblock Banner, Kostüme und anderes Material für
die Demo gestalten)
Donnerstag. 4. April @ 15:00 – 19:00
Vierte Welt, Adalbertstrasse 96
Berlin, 10999
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Informationveranstaltung – Rechte von Mieter*innen (Mieter*innenberatung
, Inventionsmöglichkeiten und Millieuschutz) – Nachbarschaftshaus
Urbanstraße e.V. & Kiez-Bündnis Solidarische Stadt
Donnerstag. 4. April @ 19:00 – 22:00
Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V., Urbanstrasse 21 10961
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Schilder und Transpis malen für Mietenwahnsinn-Demo
Freitag. 5. April @ 14:00
Platz vor Edeka, Gegenüber vom Antonplatz, Max-Steinke-Straße
Berlin, 13088
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Miethai-(Ab)Grillen im Kosmosviertel
Freitag. 5. April @ 15:00 – 18:00
Forum Kosmosviertel, Ortolfstr. 196
Berlin, Berlin 12524
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Vortreffpunkt zur Mietenwahnsinnsdemo
Samstag. 6. April @ 11:00
Leopoldplatz/ Nazaretzkirchstraße, Leopoldplatz
Berlin, 13347
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Große Demo: Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn
Samstag. 6. April @ 12:00 – 17:00
Alexanderplatz
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KlangSubsTanz meets Art & Culture
Samstag. 6. April @ 20:00 – Sonntag. 7. April @ 4:00
Herzbergstraße 53, Herzbergstraße 53 10365
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Eine genauere Beschreibung der Aktionstage und die Möglichkeit eure
einzutragen gibt’s hier:
Die Seite wird laufend aktuelisiert.

MieterInnen müssen draußen bleiben – drinnen spricht die Immobilienlobby!

Im #Adlon treffen sich Immobilienentscheider zum 29. Jahresauftakt am 18.02.2019 in #Berlin. Bei Eintrittspreisen von ab € 3000 können die Betroffenen nur vor der Tür demonstrieren. Der mit Transparenten geschmückte PKW durfte nur kurz vor dem Hoteleingang stehen – klar, Botschaften wie “Wuchermieten oder Sharewölfe” gefallen den anwesenden Immobilienplayern nicht. VertreterInnen von verschiedenen Initiativen/Gruppen machten auf dem von der Polizei zugewiesenen #Pariserplatz klar, das pure Renditeorientierung MieterInnen-Schicksale produzieren. Gemeinwohlorientierung muss wieder zum Hauptthema werden, Wohnen ist keine Ware und die Menschen sind keine Ware. Sie sind MieterInnen in jedem Alter und haben ein Recht auf ein Zuhause verdient!

Quelle: Ausschnitte zitiert aus rbb24 und Berliner Abendschau vom 18.02.2019

Unter anderem haben folgende Initiativen am Protest teilgenommen:

#Mietenwahnsinn #BizimKiez #Kunstblock#BerlinerMieterverein #WohnraumVerteidigungsLiga#Zwangsräumungverhindern #Ostkreuzbleibt #PadoviczMieter*innen #Syndikat #Liebig34 #Habersaathstraße #BoeThie #AltesWasserwerkTegel #Potse #Drugstore #Freibeuter #GedenkortFontanepromenade #ELWE44#Emdener23 #SanderElf #Gleim56 #Friedel54 #WemgehörtKreuzberg #Wohnungslosenparlament #PankowerMieterprotest

SAFE THE DATE:

6. APRIL Demonstration: Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn in verschiedenen Städten!!!

Info: www.mietenwahnsinn.info

Pressemitteilung 26. 11. 2018: 3000 freie Plätze in „Tempo-Homes“ – Senat muss Soforthilfe für Wohnungslose leisten!

Der Bundes-Arbeitskreis Generationen & Soziales teilt mit:

In Berlin gibt es aktuell ca. 3.000 freie Plätze in sog. „Tempo-Homes“ die mindestens bis Sommer 2019 ungenutzt leer bleiben werden. Nach Expertenschätzungen müssen zwischen 1.500 und 6.000 Obdach- und Wohnungslose in Berlin über die nächsten Tage und Wochen eine Übernachtung suchen. Bereits jetzt liegen die Temperaturen zwischen 0 und -3 Grad in der Nacht in Berlin.

Ähnlich wie die Berliner S-Bahn wird aber auch der Senat von Berlin offenbar – wie jedes Jahr –von Frostnächten im Winter völlig überrascht und ist nicht in der Lage vorsorglich ein dauerhaft funktionsfähiges System für ausreichende (Winter-)Notunterkünfte in Berlin einzurichten, sondern will sich auch in diese Winter wieder von Improvisation zu Improvisation hangeln. Gleichzeitig hat der Senat aber keinerlei Ermessensspielraum, untätig zu bleiben, denn nach Artikel 1 Grundgesetz ist der Senat von Berlin als vollziehende Gewalt an die Grundrechte „als unmittelbar geltendes Recht“ gebunden, was das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit gemäß Artikel 2 GG mit umfasst. Gemäß Artikel 20 GG erstreckt sich die unbedingte Einhaltung der verfassungsgemäßen Ordnung nach Grundgesetz auch ausdrücklich auf die vollziehenden Gewalten in den Bundesländern. Der Senat von Berlin hat keinen Ermessensspielraum, einen notwendige vorsorgliche Bereitstellung bzw. kurzfristige zur Verfügungstellung ausreichender Notunterkünfte durch Untätigkeit zu unterlassen.

Die genannten „Tempo-Homes“ befinden sich ohnehin alle in einem mindestens mittelbaren Zugriff des Senats, wenn auch für eine andere Zweckbestimmung vorgesehen, eine Zweckbestimmung, die allerdings in den bevorstehenden Wintermonaten nicht stattfinden wird.

Uns, der Mieterpartei, ist es egal ob formal der Senat eigene „Tempo-Homes“ beschlagnahmen kann oder überhaupt erst beschlagnahmen muss. Uns ist es auch völlig egal wie ein mögliches anderes Verfahren in der Bürokraten-Sprache heißt.

Wir fordern den Senat von Berlin, die drei Koalitionsparteien und die Koalitionsfraktionen im Abgeordnetenhaus auf, ein aktives Handeln des Senats und der Verwaltungen herbeizuführen, die beheizbaren Schlaf- und Wohnmöglichkeiten, die in Berlin vorhanden sind, den Menschen, die in der Winterzeit mit den für diese Jahreszeit typischen Minustemperaturen vom Kältetod unmittelbar bedroht sind, zur Verfügung zu stellen.

Eine dauerhafte Lösung, um auch im nächsten Jahr nicht wieder von Frosteinbrüchen völlig überrascht nach neuen Improvisation-s-Möglichkeiten suchen zu müssen, muss anders als in den letzten Jahren durch den Senat ebenfalls endlich erarbeitet werden und darf auf keinen Fall durch Kompetenz-Rangeleien in der Senatskoalition verhindert werden.

Folgende Erstunterzeichner unterstützen diese Forderung:

Beni, Bergpartei

Initiative Altes Wasserwerk Tegel

Jan, Kollektiv Staub zu Glitzer und Kollektiv Freibeuter

Sonja, Verein Atelierhaus Australische Botschaft Ost e.V.i.G

Dr. Barbara Sahner

Eva Willig

Sabine Büttner

Angelika Paul

Gudrun Rogge

Gerhard


Bitte unterstützt die Pressemitteilung als Träger/Initiative oder Einzelperson um einen größeren Druck auf die Senatsverwaltung ausüben zu können und nutzt dazu die unten angegebene Mailadresse.
Auf Grund unserer letzten Presseschau sind die ersten Notunterkünfte schon jetzt überfüllt, obwohl  schon einiges für die Prävention und Beendigung der Wohnungslosigkeit in Berlin getan wurde, was aber offensichtlich nicht ausreichend ist.   Jetzt ist es kalt und Menschen müssen wegen der Überlastung der meisten Träger ihre Nächte auf der Straße verbringen. Die mindestens 3 Kältetoten in diesem Jahr, die es schon in Westdeutschland gegeben hat, geben Anlass das Berlin ein Beispiel dafür sein sollte, das den Schwächsten unter uns die Würde nicht genommen wird und die laut Artikel 28 (1) selbst auferlegte Fürsorgepflicht wichtig und wahrgenommen wird.

Hier die Pressemitteilung als PDF

Für den Bundes-Arbeitskreis:

Nicole Lindner                        Steffen Doebert

BundesAG-SoforthilfeWohnungslose@gmx.de

Tel. 0176 49 28 78 53

MIETERPARTEI Bundesverband

Postfach 750234

13132 Berlin

Öffentliche Anhörung zur Schulbauoffensive im Abgeordnetenhaus – Ein Stimmungsbild

30.402 Menschen haben mit Ihrer Unterschrift die öffentliche Anhörung zur Schulbauoffensive erzwungen. Zu dieser gibt es ein Wortprotokoll und Videoaufzeichnungen, die wir noch von GiB (Gemeingut in Bürgerhand) erhalten.

Ich berichte Euch nun von meinen Eindrücken.

Die Angemeldeten wurde auf 3 Orte verteilt: den Anhörungsraum, Saal 311 im 3. Obergeschoss, den Presseraum Nr. 190 im 1. Stock sowie dem Medienraum im Erdgeschoss. Anhand von Listen stellte das Personal fest, ob man in den jeweiligen Raum gehörte.

Ich selber war dem Raum 190 mit Blick auf den Martin-Gropius-Bau zugeteilt. Vor den Fenstern stand ein großer Flachbildschirm. Von Anwesenden wurden die Fenster geöffnet, um die abgestandene Luft auszutauschen.

199 Personen hatten sich nach meinen Informationen angemeldet. Später merkte die Ausschussvorsitzende süffisant an, dass nur 170 gekommen sind.

Die Ausschussvorsitzende leitete die Anhörung in einer Form, dass man Partizipation nur in ferner Zukunft erwarten kann.

Auf dem Bildschirm wurde nur ein Standbild vom Podium übermittelt, niemals jedoch von sprechenden Personen außerhalb dieses Ausschnitts. Von den 4 Sprecherinnen und Carl der Bürgerinitiative sah man teilweise die Hinterköpfe.

Diese anzuhörenden Personen schienen für die Vorsitzende (auf dem Podiums-Foto rechts im roten Kleid, ganz links Senator Kollatz) keine Menschen zu sein, sondern Namen, die es alphabetisch zu sortieren gilt. Die “Namen” einigten sich darauf, sich nicht auf eine solche Choreographie einzulassen, sondern trugen ihre im Saal und auch von uns im Extraraum stark beklatschten Argumente in selbstbestimmter Reihenfolge vor, was die Vorsitzende sichtlich irritierte. Immerhin ließ sie meistens die Vortragenden ausreden.


Geräusche aber schienen sie mächtig zu stören. Als mehrmals im Saal 311 geklatscht wurde, untersagte sie die Beifallsäußerungen. Sie störte auch, dass einige Personen im Saal miteinander wisperten (wir hörten nichts, obwohl die Übertragungslautstärke auch Schwersthörige ohne Hörgeräte  alles verstehen ließ). Auch Knistern beanstandete sie. Vielleicht hätten oben im Saal lieber ausdruckslose Puppen die Anhörung rahmen sollen, um die Atmosphäre nicht zu stören. Nur das untereinander Sprechen auf dem Podium wurde nicht gerügt.

Gerlinde war die letzte der 5 der anzuhörenden Bürgerinnen. Sie führte in einer flammenden Rede u.a. den Nachweis, dass die Abgeordneten vom Finanzsenator Kollatz(-Ahnen) mit der ihnen tags zuvor überlassenen Beschlussvorlage zur Schulbauoffensive getäuscht wurden. Dies rügte die Vorsitzende als Herabwürdigung des Finanzsenators als Lügner.

Herr Kollatz ergriff als erster das Wort und machte gleich am Anfang seiner Ausführungen klar, dass die Angehörten samt und sonders unglaubwürdig sind und bei ihnen wesentliche Aspekte nicht zur Sprache gekommen sind oder falsch dargestellt wurden. So sollten wohl seine Ausführungen einen höheren Rang haben und glaubwürdiger sein. Er bestritt jegliche Privatisierung der Schulen (die ja schon mit der Übertragung von Schulen an die HoWoGe GmbH beginnt). Nach seiner Aussage genießt die Wohnungsbaugesellschaft in öffentlicher Hand hohes Ansehen bei den Mieterinnen und Mietern. Und das beweist ihre Glaubwürdigkeit.

Vertreter der LINKEn und GRÜNEn erkannte man nicht wieder. Sie stießen voll in das Horn des SPD-Senators. Mir zog es fast die Schuhe aus, als eine LINKE die Möglichkeit der Partizipation, nicht nur für die heute vom Volk erzwungene, beanstandete. Mit dem Argument, dass das die Realisierung der Planungen und deren Umsetzung nur verzögere. Ich habe den Beteuerungen geglaubt, dass die LINKE sich FÜR Partizipation stark macht! Die LINKE verstieg sich sogar in der Behauptung, dass allein die Koalition aus SPD, LINKE und GRÜNE ein Garant dafür sei, dass Schulen NICHT privatisiert werden. In der Antwort wurde daran erinnert, dass der SPD-LINKE-Senat die GSW privatisiert hat und damit einen Teil zur heutigen Wohnungsmisere beigetragen hat.

Ganz anders verhielten sich die Vertreter der Oppositionsparteien CDU, AfD und FDP, nämlich eher im Sinne der Initiative für Schulen in öffentlicher Hand statt in privater.

Die Fragen, die Politiker an die Vertreterinnen und -vertreter der Initiative stellten, die ihre Vertreter NICHT frei bestimmen durfte, sondern auf die Sprecherinnen und Sprecher reduziert wurde, antworteten souverän, wobei die Vorsitzende aus Zeitgründen nicht die Beantwortung aller Fragen der Abgeordneten zuließ. Wieder wehrten sie sich erfolgreich gegen die Alphabetisierung ihrer Namen und damit die Reihenfolge ihrer Beiträge. In unserem Raum wurde weiterhin Beifall geklatscht, denn sie sagten Überzeugendes. Hier konnte uns die Vorsitzende nicht hören und uns wie Puppen erstarren lassen.

Viele Zuhörende aus dem Publikum verließen den Raum, als die Politiker ihre (verlogenen?) Meinungen äußerten. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, dass sie sich das nicht anhören können. Ihnen wurde schlecht, oder sie wurden wütend.

Es bleibt zu hoffen, dass Ausschuss-Abgeordnete nachdenklich werden und sich trauen, NICHT die Zustimmung zu der Schulbauoffensive, die aus Schulen Marktprodukte macht, ihre Zustimmung zu verweigern.

Herzlichen Dank an die Initiative und den mutigen Auftritt ihrer Vertreterinnen und Carl!

Angelika

Siedlung am Steinberg mit eigenem Waagen beim “Schollenfest”

Anonymität, Monotonie und soziale Vereinzelung sind Phänomene, denen die Baugenossenschaft “Freie Scholle” zu Berlin eG als Alternative gemeinschaftsorientierte und solidarische Lebensformen gegenüberstellt. Die Genossenschaft wurde 1895 in Tegel, damals noch weit vor den Toren der Stadt Berlin, ins Leben gerufen. Viele Träume und idealtypische Leitbilder mussten über die 100 Jahre zwangsläufig Korrektur und Anpassung an reale Möglichkeiten erfahren. Das ursprünglich anvisierte Experiment der reinen Selbsthilfe “kapitalloser Arbeiter” erwies sich, ohne die Unterstützung von außen, als nicht zu realisierende Vision.

Dennoch blieb die Maxime, unter der eine Schar von Idealisten um den Erfinder und Baumeister Gustav Lilienthal, Bruder des berühmten Flugpioniers Otto, aus der grauen Mietskasernenstadt Berlin in die grüne Tegeler Fließlandschaft floh, ein dauerhaftes Programm.

Der Name ihrer Genossenschaft “Freie Scholle” bedeutete sowohl die Freiheit vor spekulativer Ausnutzung des Bodens wie auch zur Verwirklichung selbstbestimmter Wohn- und Lebenskonzepte.

Über hundert Jahre hat sich die Freie Scholle ihre programmatische Ausrichtung lebendig erhalten. Sie steht als ein richtungsweisendes Beispiel für die heutige Suche nach gemeinschaftsorientierten und demokratischen Wohn- und Lebensformen in unserer Gesellschaft. Die “Freie Scholle” ist nach einer aktuellen Erhebung des BBU (das ist unser Genossenschaftsverband) weiterhin eine der Genossenschaften ihrer Größenordnung in Berlin mit den niedrigsten Nutzungsgebühren und den höchsten Instandhaltungsaufwendungen je m² Wohnfläche.

Das  diesjährigen Schollenfest (ältestes Volksfest seit 1895) findet zum 116. mal statt, diesmal unter dem Motto: “Ein bisschen Spaß muss sein!”

Auch die seit 8 Jahren kämpfenden Mieter*innen der Siedlung am Steinberg haben mit der Energie der gewonnen Gerichtsprozesse (BGH – Urteil vom 21. November 2017) an dem diesjährigem Fest-Umzug mit einem eigenen Waagen teilnehmen können! Bei ihrer Dauerdemo, die schon ca. 1500 Tagen andauert, kämpfen  die meist aus Senior*innen bestehende Initiative gegen die Verdrängung aus ihrem Zuhause und haben es sich mehr als verdient auch einmal ein „bisschen Spaß“ zu haben.

Grüner und heller Innenhof oder ein verdunkelndes Hochhaus?

Der Senat will bis zum Jahr 2021 30.000 neue Wohnungen bauen lassen und setzt dabei vor Allem auf Nachverdichtung auf den Flächen der Landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften, da die Bodenpreise auf dem freien Markt zu hoch sind.

Sind die Sorgen der Mieter*innen wegen des neuen Bauprojekts berechtigt?

Im Fall der Landberger Allee 62 – 72, will die WBM ein 8-stöckiges Hochhaus mit 32 Wohnungen bauen. Kann man das intelligente Stadtplanung nennen, wenn die Nachverdichtung die Lebensqualität stark einschränkt und viele Bäume geopfert werden müssen? Wie wird die Infrastruktur belastet, wenn unter anderem Parkplätze vernichtet werden?

Das die verschiedenen Interessen in Einklang gebracht werden müssen, ist sowohl dem Senat als auch der Wohungsbaugesellschaft klar. Deshalb soll es ab August Workshops geben um die betroffenen Mieter*innen vom Neubau, der 2020 beginnen soll, zu überzeugen.