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Blog – MIETERPARTEI

Demo: WIDERSETZEN – Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn sowie berlinweite Aktionstage vom 4. bis zum 14. April 2018

Quelle: http://mietenwahnsinn.info/

AUFRUF zur gemeinsamen DEMO  AM SAMSTAG 14. APRIL UM 14 UHR AM POTSDAMER PLATZ

WIDERSETZEN – Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn

In Berlin werden Menschen durch steigende Mieten verdrängt. Mietwohnungen werden in Eigentum umgewandelt. Nachbarschaften werden zerstört. Soziale Einrichtungen und Gewerbetreibende finden keine bezahlbaren Räume mehr. Die Obdachlosigkeit wächst. Rassismus und Diskriminierung erschweren zusätzlich die Wohnungssuche. Selbst am Stadtrand gibt es kaum noch bezahlbaren Wohnraum. 74% sehen in den hohen Wohnkosten eine Gefahr, die Wohnung zu verlieren oder zu verarmen.* Fast die Hälfte der Berliner Mieter*innen befürchten, sich in den nächsten 2 Jahren die Wohnung nicht mehr leisten zu können.**

Diese Misere hat System!

In dieser Gesellschaft wird mit Wohnungen und dem öffentlichen Raum Geld gemacht. Wohnungen werden wie Waren gehandelt, die den Profit steigern sollen. Immer mehr Einkommen geht für die Miete drauf. Mieter*innen konkurrieren um sogenannten günstigen Wohnraum oder Sozialwohnungen, die Mangelware geworden sind. Aber menschenwürdiges Wohnen ist ein Grundbedürfnis und Menschenrecht. Deshalb muss das Prinzip „Profit vor Menschen“ abgeschafft werden.

Für eine solidarische Stadt,

  • die kein Geschäftsmodell ist, sondern Lebensraum für Alle – unabhängig z.B. von Herkunft, Sprache, Alter, Behinderung oder Einkommen,
  • in der die Häuser fürs Wohnen und nicht für den Profit gebaut werden,
  • in der Menschen nicht mehr in Notunterkünften und Heimen leben müssen,
  • und in der Wohnraum Allgemeingut wird.

Wir fordern einen radikalen Kurswechsel in der Wohnungs- und Mietenpolitik!

Widersetzen wir uns!

Für diese Stadt wollen wir gemeinsam kämpfen! Seite an Seite, solidarisch – schon betroffen oder nicht. Immer mehr Menschen wehren sich selbstorganisiert in Hausgemeinschaften, Initiativen, vor Gericht oder auf Demonstrationen. Sehr oft mit Erfolg: Widerstand lohnt sich!

Kommt zur DEMONSTRATION AM SAMSTAG 14. APRIL UM 14 UHR AM POTSDAMER PLATZ
Setzt euch in euren Kiezen zusammen zu den berlinweiten AKTIONSTAGEN VOM 4. BIS ZUM 14. APRIL 2018.

Quelle http://mietenwahnsinn.info/

In ganz Berlin werden viele Gruppen eigene Veranstaltungen in den 10 Tagen vor der Demo veranstalten.

Wir laden alle ein, selbst weitere Aktionen zu planen und durchzuführen. Zeigt öffentlich, dass Verdrängung und Mietsteigerung auch in eurem Kiez Probleme sind. Sprecht mit euren Nachbar*innen und mobilisiert zur Teilnahme an der Demo am 14. April.

Zur Unterstützung eigener Veranstaltungen haben wir kleine Plakate zum Ausdrucken erstellt, die ihr von dieser Website herunterladen könnt, genau wie das andere Kampagnen-Material.

In Berlin werden Menschen durch steigende Mieten verdrängt. Mietwohnungen werden in Eigentum umgewandelt. Nachbarschaften werden zerstört. Soziale Einrichtungen und Gewerbetreibende finden keine bezahlbaren Räume mehr. Die Obdachlosigkeit wächst. Rassismus und Diskriminierung erschweren zusätzlich die Wohnungssuche. Selbst am Stadtrand gibt es kaum noch bezahlbaren Wohnraum. 74% sehen in den hohen Wohnkosten eine Gefahr, die Wohnung zu verlieren oder zu verarmen.* Fast die Hälfte der Berliner Mieter*innen befürchten, sich in den nächsten 2 Jahren die Wohnung nicht mehr leisten zu können.**

Kampf um die letzte Wiese von Schmargendorf

Seit Jahren kämpft eine Bürgerinitiative gegen die Bebauung der Cornelsenweg-Wiese. Ein einfacher Kniff könnte sie retten.

 

Von Carolin Brühl

Mittendrin liegen ein paar Findlinge. Ein Wilmersdorfer Baustadtrat hat sie vor Jahren dorthin schaffen lassen, um fußballspielende Kinder auszubremsen. Viel genutzt hat es nicht. Die Cornelsen-Wiese war nie eine gepflegte Grünanlage mit Blumenrabatten oder Zierrasen. Sie wurde und wird dennoch heiß geliebt und gern genutzt von den Menschen, die um sie herum wohnen. Wie so viele Freiflächen soll nun auch auch die Schmargendorfer Wiese dem Neubau von Wohnungen weichen. Eine ungewöhnlich Allianz aus Linke und CDU in der Bezirksverordneten-Versammlung (BVV) will das aber verhindern. Eines ihrer Argumente:  Das erfolgreiche Volksbegehren zum Erhalt innerstädtischen Grüns.

Retten könnte die Wiese die schlichte Tatsache, dass der Bezirk für die Cornelsen-Wiese eine Grunddienstbarkeit in Form eines Wegerechts aus dem Jahr 1961 besitzt. Bestünde der Bezirk auf seinem Recht, wäre eine Bebauung vom Tisch. Doch in der Bezirksverwaltung scheint man dieser Idee nichts abgewinnen zu können. Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) hat den Vorgang deshalb nun mit Unterstützung von SPD und Grünen an die Wohnungsbauleitstelle zur Prüfung weitergeleitet.

Massiver Verlust von Grün im Süden Wilmersdorfs

 

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Plattenbauten am Stadtrand werden zum Spekulationsobjekt

Der Senat verhandelt über den Ankauf von 400 Wohnungen am südöstlichen Stadtrand. Doch der Eigentümer ist gierig.

 

Das Rauskaufen von Mietern aus dem heiß gelaufenen Immobilienmarkt gehört zum Programm von Rot-Rot-Grün. 2017 wurden insgesamt 1772 Wohnungen von den städtischen Wohnungsbauunternehmen angekauft, nach einer internen Bilanz des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU). Das größte Einzelgeschäft waren die Blöcke am Kottbusser Tor mit knapp 300 Wohnungen. Sie gingen an die Gewobag.

Seit Januar verhandelt der Senat nun über ein weiteres Großprojekt. Es geht um Plattenbauten am südöstlichen Stadtrand von Berlin, insgesamt 400 von 1500 Wohnungen, die einem Unternehmer aus München gehören. Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) reagierte damit auf Proteste von Mietern gegen die energetische Sanierung der Blöcke aus den 80er Jahren. Die Kaltmieten sollen nach Angaben der Mieter um 80 bis 120 Euro steigen. Das klingt moderat, doch das Mietniveau der bislang unsanierten Wohnungen ist gering. Viele Bewohner zahlen zwischen 300 und 400 Euro kalt.

Ein gieriger Eigentümer

 

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Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg: 2. Entwurf des Landesentwicklungsplanes

Von der Berliner Hauptstadtpresse noch kaum bemerkt, wurde eine weitere wichtige Weichenstellung für die Zukunft der Hauptstadtregion-Berlin Brandenburg vorgenommen. Mit Veröffentlichung am 26.Januar 2018 im Amtsblatt Berlin (S. 477) startet die
„Öffentliche Auslegung und Beteiligung zum 2. Entwurf des Landesentwicklungsplanes Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg (LEP HR)“. Grundlage ist ein Kabinettbeschluß, der den Start der Bürgerbeteiligung am 5. Februar 2018 festgelegt hatte. Stellungnahmen zum Planentwurf sind noch bis zum 7. Mai 2018 möglich.

 

Ausweitung der Siedlungsachsen und Gestaltungsräume Siedlung

Pankow ist in besonderen Maße betroffen. Die Ziele der Raumordnung sehen dabei den Ausbau des Mittelzentrums Bernau bei Berlin vor, und eine Ausweitung der nordöstlichen Siedlungsachse entlang der Stettiner Bahn. Der 2. Entwurf des Landesentwicklungsplanes unterstreicht damit auch die Pläne zur Urbanisierung des Stadtraums zwischen Pankow Heinersdorf, Blankenburg und Berlin-Buch.

Eine schmalere Siedlungsachse soll sich künftig zwischen Niederschönhausen, Wandlitz und Groß Schönebeck entwickeln, wobei die Schienentrasse der Regionalbahn die grundlegende Verkehrsinfrastruktur bildet.

Die grundlegenden Ziele der Landesentwicklungsplanung sind seit Mitte der neunziger Jahre bekannt, und gelten praktisch für alle weiterführenden Planungen, für die Festlegung von Flächennutzungen und großen Entwicklungsgebieten und Baugebieten.

Mit dem Projekt „Blankenburger Süden“ werden nun die langfristigen Entwicklungsziele in Berlin-Pamkow weiter konkretisiert ( Ein kommentierender Beitrag über die Ziele der Landesplanung insgesamt ist in Vorbereitung).

 

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Prenzlauer Berger Schlachteplatte

Problemkind „Alter Schlachthof“: Ein Hauptgewinn ist das Areal nicht, entsprechend zögerlich baut der Investor. Trotz vermeintlicher Vertragsverstöße denkt der Senat nicht an Rückkauf – zur Empörung einer Bürgerinitiative.

 

Es ist aber auch wirklich ein undankbarer Standort. Hier die laute, stinkende Landsberger Allee, da die S-Bahn, und dann ist auch noch der S-Bahnhof Landsberger Alle auf der falschen Seite, ein Übergang, geschweige denn eine Ampel, nicht in Sicht. Auf der Straße vor den Backsteinhallen des Alten Schlachthofes: niemand. Das hierher dereinst die Massen zum Einkauf strömen, ist schwer vorstellbar. Vermutlich auch für den Investor des ehemaligen „Central Vieh- und Schlachthofes“, der seine Pläne bereits im Juni an den Nagel gehängt hat.

 

Ein unattraktiver Standort

Die Bürgerinitiative „nichtnochncenter“, die sich gegen die Pläne der Eigentümerin „UBX 2 Objekt Berlin GmbH“ stemmte, in den denkmalgeschützten Hallen Gastronomie und Einzelhandel unterzubringen sowie auf der Brache daneben ein Kongress- und Shoppingcenter zu errichten, besang die Unattraktivität des Standortes schon vor einem Jahr.

 

„Der Investor findet keine Mieter“, sagt Stahl.  Und vermutet, dass diese für die nun geplanten Büroflächen ebenso wenig zu finden sein werden. Den Prenzlauer Berg Nachrichten gegenüber wollte sich die UBX 2 am Donnerstag nicht äußern. Stahl glaubt eher, diese wolle mit den Planänderungen und der damit verbundenen Neuauflage des Bauantrags Zeit schinden.

 

Quelle – Kompletter Artikel

 

 

Gentrifizierung am Rande Berlins

Gentrifizierung am Rande Berlins

Im Kosmosviertel in Köpenick sollen 1500 Wohnungen energetisch saniert werden. Etwa 5000 Mieter sind dadurch von deutlichen Mieterhöhungen betroffen. Das ganze Viertel ist von großen sozialen Veränderungen bedroht, denn hier leben viele einkommensschwache Familien und Alleinerziehende sowie Rentner, die sich etwas dazu verdienen müssen.

Etliche von ihnen sind bereits vor Jahren vor den hohen Mieten in der Innenstadt geflohen. Trifft sie nun hier ein ebenso hartes Schicksal? Was kann die Politik machen? Am Donnerstagabend traf die Bezirksverordnetenversammlung zu diesem Thema zusammen. Man wollte darüber abstimmen, ob dem Eigentümer auferlegt werden kann, die Sanierungen sozialverträglich zu gestalten.

Quelle … zibb, Fr 02.03.2018 | 18:30

 

Die Mieter aus dem Kosmosviertel in Köpenick haben berechtigte Sorgen und Ängste verdrängt zu werden! 

In diesem Fall soll die Miete um circa 30% ansteigen. Diese Belastung ist für viele Anwohner nicht mehr zu stemmen! PeterSchmidt vom Mieterprotest kümmert sich um diese Mieter!

Achtung!Es geht hier nicht um eine einfache Sanierung, sondern um eine Modernisierung die mit 11% der Gesamtbaukosten als Modernisierungspauschale pro Jahr und ohne Ende auf die Miete umgeschlagen werden kann!

Das ist ein gravierender Unterschied und der Mietpreistreiber Nummer Eins! Der § 559 BGB macht es möglich eine zweite Miete als Modernisierungspauschale getarnt zu verlangen!

Diese zweite Miete schwankt erfahrungsgemäß zwischen 30 und 300 Prozent der eigentlichen Kaltmiete.

Ein Herr MartinSchulz aus der SPD sagte vor den Bundestagswahlen: „ Das ist ja offensichtlich Wucher, das ist sittenwidrig, das ist unzulässig, usw.“ 

Wohnungslosigkeit in Berlin – Wenn eine Familie ihr Zuhause verliert

 

 

Nie ist es vor Mitternacht mal ruhig

In den ersten Nächten kann Anna Nowak nicht schlafen, die Wände sind dünn. Zwei Männer nebenan würfeln die ganze Nacht. Gerade rennen Kinder durch den Flur, kreischen, machen Musik an. „Ey, du kriegst gleich eine auf die Fresse!“, ruft einer. Eine Tür wird zugeknallt. Manchmal schlägt ein Mann seine Frau. Erst heult sie, dann er. „Hier ist es nie vor Mitternacht ruhig“, sagt Anna Nowak.

Alex gähnt. Er und seine Geschwister wachen nachts oft auf, haben Albträume, weil die Kinder aus Syrien ihnen Grausames vom Krieg erzählt haben. Paulina macht, seitdem sie hier sind, wieder in die Hose. Bartosz schaut auf die Uhr und sagt: „Mama, es ist acht Uhr, wir müssen jetzt schlafen.“ Er weiß, sonst fallen ihm im Unterricht wieder fast die Augen zu.

Früher haben Alex und Bartosz ihre Hausaufgaben immer in der Schule schon fertig gemacht. Heute sind sie oft zu erschöpft, erledigen die Arbeit hier auf dem dunkelbraunen Fußboden. Auf dem einen Tisch, den sie haben, stehen ja das Geschirr und die Zahnbürsten in einem Becher. Wenn die Jungen besonders still sind, weiß ihre Mama, sie wurden wieder geärgert. Wie vor einigen Tagen, als ein Mitschüler Bartosz auslachte, weil er immer die gleichen Sachen trägt.

Senat verdoppelt Ausgaben für Wohnungslosenhilfe

Vom Jugendamt heißt es: Kinder werden nicht automatisch aus der Familie genommen, wenn Obdachlosigkeit droht oder eingetreten ist. Die Behörden prüfen den Einzelfall. Viola Schröder, die eng mit dem Jugendamt zusammenarbeitet, erklärt, dass es nur dann so weit kommt, wenn andere schwerwiegende Probleme hinzukämen – wie eine Suchterkrankung oder Missbrauch.

 

Quelle – Kompletter Artikel

 

START Mieterpartei Mannheim WV

Offizieller Start der Mieterpartei Mannheim Wählervereinigung.
Ihr sucht eine soziale Gruppe, die sich vehement für preiswerten Wohnraum in Mannheim einsetzt? Die auch möglichst viele andere soziale Fragen wirklich anpackt? Dann seid Ihr hier richtig! Bis zur den Kommunalwahlen im Mai 19 gibt es viel zu tun! Lsst uns diese neue Wählervereinigung gemeinsam gestalten.
Mehr Infos zum Programm an diesem Abend hier baldmöglichst. Merkt Euch schon mal den Termin vor!

13.03.2018

19:30 – 21:30

COHRS

Lange Rötter Str.60, 68167 Mannheim

Der geplante Westkreuzpark – ein Glück für Berlin?

Fußläufig vom berühmten Berliner Einkaufsboulevard Kurfürstendamm liegt eine 14.000 Quadratmeter große Brache in der Nähe des Bahnhofs Westkreuz, die der Deutschen Bundesbahn gehört. Das ehemals gemeinwohlorientierte Unternehmen, das heute Aktiengesesellschaft ist, verscherbelt in großem Stil ehemals öffentliche Flächen – meistens für Gewerbe oder hochpreisigen Wohnungsbau.

Doch dieses Mal soll aus dem Bahngelände zwischen Rönnestraße im Norden und der Heilbronner Straße im Süden ein Park werden. Oder nicht? Die Mehrheit der Bezirksverordnetenversammlung in Charlottenburg-Wilmersdorf aus SPD und Grünen, in dem die Brache, also ein ökologisch äußerst wertvolles Gelände und Frischluftschneise für den dicht bebauten Bezirk,  liegt, möchte das Gelände zum Park umgestalten und keinen Wohnungsneubau darauf zulassen. Die Deutsche Bahn AG möchte das Gelände lieber einem Investor überlassen. Einem der Bieter schwebt eine Randbebauung mit 900 Wohnungen in mehreren acht- und drei 16stöckigen Häusern sowie zwei Kopfbauten mit 20 Etagen auf 6.000 Quadratmetern, neben dem Autobahn- und Eisenbahnlärm vor. Dazu sollen Kita, Radweg, Teich und ein öffentlich zugänglicher Park kommen.

Ob diese Pläne vom Tisch sind, ist fraglich, auch wenn die öffentliche Hand das Grünland ankaufen will. Es ist nicht bekannt, wer die Parkanlage bewirtschaften wird. Die bezirklichen Verwaltungen wurden dermaßen ausgeblutet, dass sie diese Aufgabe kaum stemmen können. Da geplante Radwege dem übergeordneten Fahrradwegesystem eingegliedert werden sollen, deren Betreuung der Grün Berlin Gruppe zugeschlagen wurde, ist zu vermuten, dass diese geplante Parkanlage wie fast alle bedeutenden und großen Anlagen in Berlin der privaten Gesellschaft in öffentlicher Hand überlassen werden. Die Grün Berlin Stiftung, der bis zum Ende des Jahres 2017 sämtliche Parkanlagen der Grün Berlin GmbH übertragen werden sollen, ist zwar eine gemeinnützige, d.h. steuerbefreite, aber keinesfalls eine gemeinwohlorientierte Stiftung. Soviel ist klar. Wie sie genau firmiert, was sie genau für eine Stiftung ist, bleibt – noch – das Geheimnis des Senats. Vermutlich ist sie eine Finanzstiftung ähnlich den Aldi-Stiftungen.

Kleingärtner dürften keineswegs begeistert sein, denn in der Planung ist der Wegfall von 120 der 280 Kleingärten in der Nachbarschaft vorgesehen. Stattdessen sollen Grün-, Spiel- und Sportflächen und – vor allem! – Gemeinschaftsgärten entstehen. Im Prinzip eine gute Sache. Den Kistengärtnern ist allerdings gemein, dass sie nicht langfristig planen können, sondern jährlich kündbar sind, und keine Obstbäume und Sträucher, die Insektenmagneten sind, anpflanzen dürfen. Selbst wenn sie künstliche Nisthilfen wie Insektennisthölzer oder Vogelnistkästen anbringen, so ist diese Art Wohnraumbeschaffung für die Tierwelt möglicherweise nicht von Bestand und trägt darum wenig zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Man könnte auch die bestehenden Kleingärten erhalten und darin Gemeinschaftsgärtnern praktizieren. Warum also zuerst gewachsene Strukturen mit ihrem ökologischen Reichtum zerstören? Trotz 80 Prozent Bestandsrückgangs bei Insekten und massiven Schwund bei den Vögeln, was bedrohlich für die Erhaltung der biologischen Art Mensch und seine Gesundheit werden kann, werden ökologische Lebensbedingungen kaum berücksichtigt.

Die Erfahrung der letzten Jahre lehrt, dass auch Wohnungsneubauten großenteils keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt für ärmere Bevölkerungsschichten bringen, so dass die „Berliner Mischung”, das Wohnen von Arm und Reich Tür an Tür, die für den sozialen Frieden sorgt, mehr und mehr verloren geht. Auch ein geplanter Park dient der Aufwertung des Kiezes mit in der Folge steigenden Mieten und Verdrängung der sozial Schwachen, wozu inzwischen selbt der Mittelstand mit z.B. Ärzten gehört.

Bleibt zu hoffen, dass der Bezirk, der ein vorgezogenes Beteiligungsverfahren durchgeführt hat, die Ideen und  Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger in die konkreten Planungen, die erst im kommenden Jahr stattfinden sollen, einfließen lässt.

Angelika Paul

Der geplante Westkreuzpark – ein Glück für Berlin?

Fußläufig vom berühmten Berliner Einkaufsboulevard Kurfürstendamm liegt eine 14.000 Quadratmeter große Brache in der Nähe des Bahnhofs Westkreuz, die der Deutschen Bundesbahn gehört. Das ehemals gemeinwohlorientierte Unternehmen, das heute Aktiengesesellschaft ist, verscherbelt in großem Stil ehemals öffentliche Flächen – meistens für Gewerbe oder hochpreisigen Wohnungsbau. Doch dieses Mal soll aus dem Bahngelände zwischen Rönnestraße im Norden und der Heilbronner Straße im Süden ein Park werden. Oder nicht? Die Mehrheit der Bezirksverordnetenversammlung in Charlottenburg-Wilmersdorf aus SPD und Grünen, in dem die Brache, also ein ökologisch äußerst wertvolles Gelände und Frischluftschneise für den dicht bebauten Bezirk, liegt, möchte das Gelände zum Park umgestalten und keinen Wohnungsneubau darauf zulassen. Die Deutsche Bahn AG möchte das Gelände lieber einem Investor überlassen. Einem der Bieter, dem Projektentwickler Christian Gérôme, schwebt eine Randbebauung mit 900 Wohnungen in mehreren acht- und drei 16stöckigen Häusern sowie zwei Kopfbauten mit 20 Etagen auf 6.000 Quadratmetern, neben dem Autobahn- und Eisenbahnlärm vor. Dazu sollen Kita, Radweg, Teich und ein öffentlich zugänglicher Park kommen. Ob diese Pläne vom Tisch sind, ist fraglich, auch wenn die öffentliche Hand sie ankaufen will. Es ist nicht bekannt, wer die Parkanlage bewirtschaften wird. Die bezirklichen Verwaltungen wurden dermaßen ausgeblutet, dass sie diese Aufgabe kaum stemmen können. Da geplante Radwege dem übergeordneten Fahrradwegesystem eingegliedert werden sollen, deren Betreuung der Grün Berlin Gruppe zugeschlagen wurde, ist zu vermuten, dass diese geplante Parkanlage wie fast alle bedeutenden und großen Anlagen in Berlin der privaten Gesellschaft in öffentlicher Hand zugeschlagen werden. Die Grün Berlin Stiftung, der bis zum Ende des Jahres 2017 sämtliche Parkanlagen der Grün Berlin GmbH übertragen werden sollen, ist zwar eine gemeinnützige, d.h. steuerbefreite, aber keinesfalls eine gemeinwohlorientierte Stiftung. Soviel ist klar. Wie sie genau firmiert, was sie genau für eine Stiftung ist, bleibt – noch – das Geheimnis des Senats. Vermutlich ist sie eine Finanzstiftung ähnlich den Aldi-Stiftungen. Kleingärtner dürften keineswegs begeistert sein, denn in der Planung ist der Wegfall von 120 der 280 Kleingärten in der Nachbarschaft vorgesehen. Stattdessen sollen Grün-, Spiel- und Sportflächen und – vor allem! – Gemeinschaftsgärten entstehen. Im Prinzip eine gute Sache. Den Kistengärtnern ist allerdings gemein, dass sie nicht langfristig planen können, sondern jährlich kündbar sind, und keine Obstbäume und Sträucher, die Insektenmagneten sind, anpflanzen dürfen. Selbst wenn sie künstliche Nisthilfen wie Insektennisthölzer oder Vogelnistkästen anbringen, so ist diese Art Wohnraumbeschaffung für die Tierwelt möglicherweise nicht von Bestand und trägt darum wenig zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Trotz 80 Prozent Bestandsrückgangs bei Insekten und massiven Schwund bei den Vögeln, was bedrohlich für die Erhaltung der biologischen Art Mensch und seine Gesundheit werden kann, werden ökologische Lebensbedingungen kaum berücksichtigt. Die Erfahrung der letzten Jahre lehrt, dass auch Wohnungsneubauten großenteils keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt für ärmere Bevölkerungsschichten bringen, so dass die „Berliner Mischung”, das Wohnen von Arm und Reich Tür an Tür, die für den sozialen Frieden sorgt, mehr und mehr verloren geht. Auch ein geplanter Park dient der Aufwertung des Kiezes mit in der Folge steigenden Mieten und Verdrängung der sozial Schwachen, wozu inzwischen selbt der Mittelstand mit z.B. Ärzten gehört.

Bleibt zu hoffen, dass der Bezirk, der ein vorgezogenes Beteiligungsverfahren durchgeführt hat, die Ideen und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger in die konkreten Planungen, die erst im kommenden Jahr stattfinden sollen, einfließen lässt.