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Blog – MIETERPARTEI

Das Matrjoschka-Prinzip

Der Kudamm-Komplex Teil II: Wie russische Investoren ihr Geld am Kudamm investieren, was wir über die Hintermänner wissen und welche dubiosen Firmengeflechte dahinter stecken.

 

Martin Woelffer ist noch ahnungslos, als an einem Tag Anfang Dezember 2014 sein Telefon klingelt: Die Morgenpost ist dran, sie will eine Reaktion auf den Verkauf seiner Theater. Woelffer, Leiter der Theaters am Kurfürstendamm in dritter Generation, hat noch nichts von der Sache gehört, nicht von dem Deal und auch nicht von den Käufern.

Es sind turbulente Zeiten auf dem Berliner Immobilienmarkt, und Woelffer hat schon öfter als einer der Letzten erfahren, wenn der Eigentümer der Bühnenhäuser mal wieder wechselte. Sie gehörten dem Immobilienfonds DB Real Estate Investments, dem amerikanischen Hedgefonds Fortress und einem irischen Immobilienentwickler, der in die Pleite steuerte: Ballymore Properties.

Die Finanzkrise als Dauerzustand, Woelffer ist mittendrin. Ballymore, sein letzter Vermieter, verschwand ohne Abschied, wie er jetzt hört. Seither ist nichts mehr wie zuvor.

Die beiden Theater am Kurfürstendamm galten einmal als Leuchttürme Westberlins, Prachtbauten aus der Weimarer Republik, die nach wie vor erfolgreich laufen. In der Geschichte, die mit ihrem Abriss am 27. Mai enden wird, geht es um die exponentiell steigenden Preise auf dem Immobilienmarkt, um Investoren, die ihre Identität hinter verschachtelten Firmenkonstrukten verbergen und um Geld, sehr viel Geld.

 

Der Senat ignorierte alle Warnungen

Ein Beamter des LKA sagt der Berliner Zeitung, ein Anzeichen für Geldwäsche sei, dass deutlich überhöhte Preise gezahlt würden. Betrugsexperten beziffern die „Kosten“ einer Geldwäsche auf rund 25 Prozent des Investments. Millionen spielen besonders bei einer Klientel kaum eine Rolle, sagt der Kriminalbeamte aus Hamburg: bei Russen.

Angesichts der Bedeutung des Filetgrundstücks am Kudamm wüsste man gerne mehr über den Ursprung der Gelder. Wer recherchiert, stößt schnell auf Gerüchte über dubiose Geldquellen. Der Name Arkady Rotenberg fällt. Ein Milliardär und enger Freund von Putin.

 

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Der Deal hinter der Bühne

Der Kudamm-Komplex Teil I: Wie Berlin ein Filetgrundstück und ein historisch bedeutsames Theater an ausländische Investoren verscherbelt.

 

In das verlassene Foyer tritt der Intendant, ein ruhiger Mann im Reißverschlusspulli, mit grauen Haaren und rosigem Gesicht, 55 Jahre alt. Es ist Vormittag, das Theater hat er für sich. Er setzt sich auf einen der roten Plüschsessel. Martin Woelffer  muss aufpassen, was er sagt. Er hat sich auf einen Deal mit dem Investor eingelassen. Der will ihm ein neues Theater bauen, und das will er nicht aufs Spiel setzen. Die beiden historischen Häuser am Kurfürstendamm, Komödie und Theater, die wird es bald nicht mehr geben.

In den kommenden Wochen planieren Baumaschinen, was drei Generationen der Wölffers mitgeprägt haben. Martins Großvater Hans hatte die Theater in den 1930ern übernommen, Martin, der Enkel,  führt sie seit 2004. Als er die Nachfolge seines Vaters antrat, brach in Berlin die Phase des großen Geldes an. Neue Eigentümer kamen und gingen, gaben große Pläne bekannt, und verkauften das Areal dann schnell weiter.

Das Theater stand schon öfter kurz vor dem Abriss und Woelffer lebt seit vielen Jahren in einem Provisorium. „Die einzige Chance, die es für uns gab, war immer die Öffentlichkeit, sagt er. „So ist über die Jahre hinweg ein Patt entstanden. Aber es war immer nur ein Patt, es war immer nur Krieg, 15 Jahre lang.“

 

 

Der letzte Investor ist der geheimnisvollste: Neben der Firma Cells Bauwelt soll das ein Russe mit Namen Michail Opengeym sein, über den so gut wie keine Informationen vorliegen.

Ende 2014 wechselten das Kudamm-Karree und damit die Theater den Besitzer. Nach Recherchen der Berliner Zeitung floss ein großer Teil des Kapitals für den Kauf über ein schwer durchdringliches Geflecht von dutzenden Firmenhüllen, hinter denen jeweils weitere Firmenhüllen stecken. Ein Matrjoschka-Prinzip.

 

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Was bringen Milieu-Schutz-Gebiete? Vorsitzender des Regionalverband Südwest der MIETERPARTEI Frankfurt im Interview

Ein spannender Bericht in der Sendung defacto vom 30.04.2018 mit unserem Vorsitzender des Regionalsverband Südwest Roberto Stojanoski in Frankfurt am Main.

 #Vonovia und Co betreiben weiterhin das Konzept der Raus-#Modernisierung von Bestands-Mieter*innen! Da die Gewinnorientierung die größere Rolle für Investor*innen spielt, wird aufgrund der Kostenübertragung meist die Modernisierung von ihnen bevorzugt. Normale Reparaturen oder Sanierungen, die für viele Bewohner vollkommen ausreichend wären, bedeuten weniger Gewinne für die Vermieter. Es geht nicht um die Wirtschaftlichkeit für Mieter*innen!

Das erlaubt der § 559 BGB! Deswegen fordern wir die bedingungslose Abschaffung dieses Paragrafen, um leistbaren Wohnraum zu erhalten!

Mietendemo in Berlin „Wer mit Immobilien handelt, handelt mit Menschen“

Als freie Philosophin beschäftigt sich Sandrine Woinzeck mit wichtigen Fragen des Zeitmanagements: Sie bietet Einzelberatungen bei Zeitproblemen an, erstellt mit ihren Klienten Wochenpläne und spricht über das Verlieren und Genießen von Zeit, im philosophischen Sinne.

Zurzeit muss auch die 40-jährige Philosophin ihre eigene Zeit sehr gut planen und effektiv einteilen. Denn gemeinsam mit den Bewohnern ihres Wohnhauses in Moabit bereitet Sandrine Woinzeck für den nächsten Sonnabend die wohl größte Demo gegen steigende Mieten vor, die es in Berlin gegeben hat.

Gegen Mieterhöhungen durch Modernisierungen

Unter dem Aufruf „Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“ stehen zurzeit die Namen von knapp 170 Berliner Initiativen, Gruppen und Verbänden. Selbstverwaltete Hausprojekte sind ebenso vertreten wie Mieter-, Sozial- und Berufsverbände.

„Es ist beeindruckend, welche Dynamik die Vorbereitung der Demonstration entwickelt hat“, teilten die Veranstalter am Freitag mit. „In den letzten Jahren haben sich immer mehr Mieterinnen und Mieter zusammengeschlossen.

Sie wehren sich gegen Mieterhöhungen durch Modernisierungen, den Verkauf ihres Hauses an einen Investor, Zwangsräumungen oder die Verdrängung des kleinen Ladens nebenan.“ Jeden Tag melden sich weitere Gruppen, die den Aufruf unterschreiben.

74 Prozent der Deutschen in Sorge

Greifswalder Straße – Wie der Zoff um den Güterbahnhof Wohnungsbau verhindert

Prenzlauer Berg –

Jeder gegen jeden, alle gegen alle: Um den alten Güterbahnhof an der Greifswalder Straße tobt ein Grabenkampf. Senat, Bezirk, Investor und Anwohner: Alle haben ihre Wünsche, was aus dem Gelände werden soll, aber am Ende passiert nur eines – gar nichts. Die Streitparteien werfen sich wechselseitig vor, eine Lösung zu blockieren. In der Zwischenzeit vergammelt der Güterbahnhof zusehends.

Seit sieben Jahren bröckelt und bröselt es. Aber so hätte es nicht kommen müssen, als Investor Christian Gérôme das 28.000-Quadratmeter-Areal im Jahr 2011 kaufte. Denn damals gab es den Plan, rund 600 Wohnungen zu errichten, einen Teil davon als Sozialwohnungen für die landeseigene Gewobag. Günstige Wohnungen kann Berlin wirklich gut gebrauchen, aber nach Anwohner-Kritik an der Bebauung hatte es die Politik nicht mehr so eilig, das Projekt durchzuwinken.

Und heute? Baustadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) würde die Wohnungen ja gern errichten, aber die Mehrheit in der BVV Pankow lehne das ab. Der Planungsprozess sei derzeit ausgesetzt. Kuhn hofft, „dass wir hier irgendwann noch weiterkommen, gerade weil der Standort nicht ewig so bleiben kann“, sagte er den Prenzlauer Berg Nachrichten.

Eine Schwierigkeit besteht darin, dass die Linke in Pankow die größte BVV-Fraktion und mit Sören Benn auch den Bürgermeister stellt. Die Partei hat rund um den Güterbahnhof und im nahen Ernst-Thälmann-Park viele angestammte Wähler, die lieber neue Grünflächen als eine bauliche Verdichtung wollen.

 

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Das Leid der Studenten – Preise für WG-Zimmer steigen in Berlin am stärksten

Für Studenten hat sich in Berlin der Wohnraum in den vergangenen sieben Jahren so stark verteuert wie in keiner anderen Universitätsstadt – um 39 Prozent. Das geht aus einer jetzt präsentierten Mietpreisanalyse von 2011 bis 2018 für WG-Zimmer und Wohnungen hervor.

In Berlin kostet ein WG-Zimmer danach heute im Durchschnitt 363 Euro, für eine 30 Quadratmeter große Wohnung müssen 438 Euro Miete bezahlt werden. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Preise damit um sechs Prozent, heißt es in der Mietpreisanalyse des Internetportals wg-suche.de.

Unter den 160 untersuchten Universitätsstädten bewegt sich Berlin im oberen Mittelfeld. Absoluter Spitzenreiter ist München mit einer durchschnittlichen Warmmiete von 616 Euro für ein WG-Zimmer. Für eine 30 Quadratmeter große Single-Wohnung werden in der bayerischen Hauptstadt 785 Euro gezahlt. In München sind die Preise in den vergangenen sieben Jahren um 35 Prozent gestiegen. Auf Platz zwei folgt Stuttgart mit 485 Euro für ein WG-Zimmer.

Einige Städte sind noch preiswert

Ohne Zuhause – Wohnungslos in Berlin

Eine eigene Wohnung – das ist ein Grundrecht, aber immer mehr Menschen können sich dies nicht mehr leisten, werden wohnungslos. Das lässt die Zahl der Obdachlosen explodieren.

 

Die “ZDF.reportage” trifft Menschen, die ihr Zuhause verloren haben, zeigt ihren Alltag und ihren meist aussichtslosen Kampf zurück in die eigenen vier Wände. Denn in Berlin fehlen Wohnungen. Und der Mangel treibt die Mieten höher.

Jahrzehntelang wurde es politisch versäumt, gegenzusteuern. Nun hat die Wohnungsmisere die untere Mittelschicht erreicht. Familie Rüscher konnte die Nebenkostenabrechnung nicht begleichen. Dann kam die Kündigung. Aufgefangen wurden die alleinerziehende Mutter und ihre zwei Kinder in einer Notunterkunft für Familien. Ihr Leben, ihre Dinge stehen nun verpackt in Kisten in einem Keller. Es tut weh, keinen Ort zu haben, sagt Frau Rüscher. Ob sie jemals wieder eine bezahlbare Wohnung in Berlin findet, richtig glaubt sie nicht daran.

So landen immer mehr Wohnungslose am Ende auf der Straße, werden obdachlos. In Berlin, so Schätzungen, sollen es rund 5000 sein. Etwa 30 Prozent davon Frauen und Kinder – das ist neu.

Anja kommt mal da und mal dort unter, in die Notunterkünfte will sie nicht. Eigentlich hat sie einmal studiert, ist gebildet – bis sie in eine Lebenskrise geriet. Nun dreht sich ihr Leben um das Überleben ohne Wohnung. In Berlin, so sagt sie, gibt es dafür eine gute Infrastruktur, Suppenküchen, Kleiderkammern. Eine bezahlbare Wohnung, diesen Traum hat auch sie aufgegeben.

Zunehmend auffällig in den Straßen Berlins sind obdachlose EU-Bürger wie Karoly. Er stammt aus Rumänien und hat in Berlin Billigjobs. Für eine Wohnung reicht das nicht. Er kampiert mit anderen Rumänen in einem Zeltlager. Immer wieder wird es geräumt, was rechtlich grenzwertig ist. Denn eigentlich wären die Bezirke verpflichtet, alle Bürger, die wohnungslos sind, unterzubringen, auch EU-Bürger. Doch wohin, wenn es den Wohnraum nicht gibt?

Das Versagen der Wohnungspolitik bekommt in Berlin ein immer schärferes Gesicht. Die Hauptstadt ist wie ein Brennglas, sie könnte aber auch zum Motor der Lösung der Wohnungsmisere werden. Denn Politik kann und will hier nicht mehr wegsehen.

 

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Der stille Frühling wird erneut Realität

Erneut schockieren Zahlen Europas Naturschützer: In Frankreich brach die Zahl der Feldvögel dramatisch ein. Im Verdacht stehen Pestizide. Daniel Lingenhöhl kommentiert.

 

“Unser ländlicher Raum wird zu einer Wüste.” Mit diesen drastischen Worten kommentierte der französische Biologe Benoit Fontaine vom Nationalen Museum für Naturgeschichte zwei Studien, die einen brutalen Rückgang von Vögeln der Agrarlandschaft beschreiben.

Ihre Zahl ist demnach in den letzten 15 Jahren durchschnittlich um ein Drittel zurückgegangen, bei manchen Arten sind die Verluste sogar noch gravierender: So verschwanden 70 Prozent der Wiesenpieper und zwei Drittel der Ortolane während dieser Zeit, bei den Rebhühnern beträgt der Rückgang sogar 80 Prozent (über einen Zeitraum von 23 Jahren). “Das hat ein Ausmaß erreicht, dass man bald von einer ökologischen Katastrophe sprechen kann”, so Fontaine weiter.

 

Die Ursachen sind also offenbar in der intensivierten Landwirtschaft der letzten Jahrzehnte zu suchen, wobei sich dieser Prozess seit etwa zehn Jahren nochmals verschärft haben muss. Denn in dieser Zeit ging es mit den Vogelzahlen nochmals richtig nach unten. 2017 markiert bislang den absoluten Tiefpunkt dieser Entwicklung in Frankreich. Einzelne Ausreißer nach unten lassen sich noch mit schlechtem Wetter oder anderen Einflüssen erklären. Doch langfristig betrachtet müssen landwirtschaftsimmanente Faktoren verantwortlich sein.

 

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Siehe auch unser Grundsatzprogramm S 59:  Grundsatzprogramm

 

IW empfiehlt Privatisierung kommunaler Wohnungen

Die Kommunen sollen von den hohen Immobilienpreisen profitieren, dazu rät das Institut der deutschen Wirtschaft, damit die Schulden größtenteils oder ganz getilgt werden können! Wir empfinden, dass die Steuerschenkungen an die Industrie, Banken, Investoren, Immobilienbranche und Reichen endlich gestoppt werden sollten, dann hätten die Kommunen erst gar keine Schulden!

Was uns nun auch verärgert, ist der berechtigte Verdacht, dass es in unserem Steuersystem eine Vielzahl von Sondervergünstigungen für unterschiedlichste Gruppen gibt – zum Beispiel für Finanzwohnungsbauunternehmen (aktuell wieder durch die GROKO beschlossen), Investoren, Großkonzerne, Banken und Aktionäre. Es schleicht sich das Gefühl ein, dass der einfache Lohn- und Mehrwertsteuerzahler der Dumme in dieser Sache ist, dieses möchten wir ändern, wir fordern ein Beteuerungssystem wie in den USA bisher üblich war, wer unsere Staatsbürgerschaft innehat, zahlt auch hier seine Steuern, wenn er die Staatsbürgerschaft aufgeben will muss er mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens besteuern, dadurch hat niemand mehr die Absicht seine Staatsbürgerschaft aufzugeben, wenn er nicht mehr beschenkt wird und endlich zur Kasse gebeten wird – ohne Ausnahmen! Dann wären unsere Kommunen auch nicht mehr verschuldet, weil die Gewerbesteuer aus Angst um den Verlust der Firmensitze gegenüber benachbarten Gemeinden immer wieder nur gesengt werden, auch hier sollte es eine Versteuerung von 15 % des Gesamtvermögens veranschlagt werden.

In den USA wurden bis jetzt reiche nach ihrer Staatsbürgerschaft besteuert und hierzulande nur beschenkt!

 

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