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Klage gegen Bauvorbescheid eingereicht!

Nach der juristischen Auffassung der Senatsverwaltung darf die massive Investorenplanung der Bauwert Investment Group auf dem Freudenberg-Areal ohne Bebauungsplan entstehen – ein Skandal!
Nie zuvor wurde ein derart großes Gelände (2,6 Hektar) ohne Bauleitplanung entwickelt. Es ist die größte “Baulücke” der Welt.

Nur ohne Kläger wäre das möglich – wo kein Kläger, da kein Richter.

Der Naturschutzverband NaturFreunde Berlin hat am 18.02.2015 eine Verbandsklage eingereicht, um den vom Senat erteilten Bauvorbescheid aufzuheben. Zudem wurde ein Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt und ein Eilverfahren begonnen.

Die Verbandsklage soll verhindern,

  • dass ein so großes Grundstück ohne Bebauungsplanverfahren bebaut wird,
  • dass Baurecht nach dem Baulückenprinzip erteilt wird (§34 BauGB)
  • dass es dadurch weder einen städtebaulichen Vertrag noch eine Gewinnabschöpfung mittels der neuen  „Kooperativen Baulandentwicklung Berlin“ gibt,
  • dass dadurch jegliche Bürgerbeteiligung ausgeschaltet wird,
  • dass dadurch keine Umweltverträglichkeitsprüfung stattfindet,
  • dass der Notstand an sozialer Infrastruktur und an Grünflächen im Kiez durch solche Bauprojekte weiter drastisch verschlimmert wird.

Die Grundlage der Klage ist die Feststellung, dass eine Genehmigung ohne Umweltvorprüfung und ggf. auch Bebauungsplanverfahren auf Grund der Größe der Bauvorhaben (Freudenberg-Areal und Schreibfederpassage) und des geplanten Einzelhandels offenbar rechtswidrig ist. Zudem hat das Bauvorhaben schädliche Auswirkungen auf zentrale Versorgungsbereiche des Bezirks wie z.B. die Grünflächen-, Grundschul- und Kitaplatzversorgung.

Wir wollen erreichen, dass der im Sommer 2014 erlassene Bauvorbescheid aufgehoben wird. Für das Areal soll ein reguläres Bebauungsplanverfahren in Gang gesetzt werden, in dem eine deutlich weniger dichte Bebauung festgelegt wird – so, wie es 2010 vom Bezirksamt für die letzte große Freifläche in einem der am dichtest besiedelten Kieze Berlins beschlossen wurde. In einem Bebauungsplanverfahren würde auch unser laufendes Bürgerbegehren Berücksichtigung finden.

Die skandalöse Vorgehensweise zum Freudenberg-Areal hätte sonst gravierende Folgen für die künftige Stadtplanungspolitik in Berlin. Die Anwendung des §34 BauGB auf ein Bauvorhaben dieser Größenordnung hätte Vorbildcharakter, wodurch kommunale Steuerungsmöglichkeiten sowie Bürgerbeteiligung komplett ausgeschaltet werden. Daseinsvorsorgliche Stadtplanung soll in Berlin in Zukunft Investorenplanungen geopfert werden, die jeglicher sozialer Verantwortung entbunden sind? Dies wäre das Ende von geordneter Stadtplanung und Bürgerbeteiligung!

Alle Bäume sind gefällt…

Am Freitag, den 13.02.2015, wurden alle Bäume auf dem Freudenberg-Areal gefällt. Damit ist das “Wäldchen”, das so lange den Kiez an der Ecke Boxhagener Str./Holteistraße geprägt hat, Geschichte.

Die Bauwert Investment Group hat kurz zuvor die Baugenehmigung erhalten und dann “kurzen Prozess” mit den Bäumen gemacht. Wir als AnwohnerInnen bekommen das Ganze erst durch den Lärm von Kettensägen und umstürzenden Bäumen mitgeteilt. Noch drei Tage vor der Rodung hieß es telefonisch bei der Bauaufsicht, die den Bauantrag bearbeitet, die Baugenehmigung könne auch erst im nächsten Monat erfolgen – da war sie aber bereits erteilt…

Ein Papiertiger verirrt sich in der Wilhelmstraße, Berlin Mitte: Entmietungsspezialisten geben sich die Klinke in die Hand; Die Menschen jedoch bleiben & B L E I B E N

Die Bewohner der Häuser Wilhelmstraße 56 – 59 (10117 Berlin Mitte) werden zurzeit mit Briefen von Entmietungsspezialisten regelrecht bombardiert. In den letzten Wochen und Tagen waren es bereits mehrmals eine sogenannte „Beratungsfirma“, eine Hausverwaltung, die vorherigen Eigentümer, pfiffige Anwälte, die lukrative Provisionen zu kassieren hoffen und so weiter und so fort… Inzwischen wurde sogar ein […]

Besuch im Bundesrat

Die gemeinnützige BürgerinitiativeWilhelmstrasse Berlin Mitte e.V. hat den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, am 23. Januar 2015 den Bundesrat zu besuchen, ein Haus, welches schon seit 111 Jahren existiert. Die Gruppe wurde sehr freundlich von Herrn Dr. Harald Grüning empfangen, der auch in der Nachbarschaft wohnt, Mitglied der Bürgerinitiative ist und mehrere Teilnehmer persönlich kennt. Es […]

Alles Lug und Trug

Mit Versprechungen eines Bürgerzentrums, dem Bau einer Kita, billigen Wohnungen und eines angeblich großen Parks hat die Bauwert Investment Group den Bezirk überzeugt, die ursprünglich geplante Wohnungsanzahl von 230 auf nunmehr 659 fast verdreifachen zu dürfen.

  • Der Deal, der ohnehin zum großen Teil auf leeren Versprechungen und Übertreibungen beruhte, wurde über Bord geworfen, als es dem Investor 2014 nicht mehr schnell genug ging. Die Senatsverwaltung erteilte ihm im Widerspruchsverfahren einen Bauvorbescheid.
  • Nun bezahlt alles, was irgendwie sozial ist, das Land Berlin mit Förderungen (Steuergeldern) – den “bezahlbaren” Wohnraum, die Kita. Das versprochene Bürgerzentrum entfällt komplett, obwohl Bauwert mit dem Projekt bisher ca. 40 – jetzt sogar rund 50 Millionen Euro Gewinn machen wird.
  • Und die Kita ist im Bauantrag der Bauwert GmbH gar nicht enthalten – wenn sie gebaut wird, dann mit einer viel zu kleinen Freifläche, die zudem noch mit den BewohnerInnen des Hauses darüber (20 Wohnungen) geteilt werden muss.
  • Das Cafe-Restaurant am Innenhof, auch “Park” genannt, hat im Bauantrag eine Größe von nur 120 m² und soll um 18 Uhr schließen. Das wars mit dem Kulturangebot. Die Wohnungen werden teuer und haben Vorgärtchen. Das hat alles nichts mit dem Kiez zu tun.
  • Der sog. “Park” hat mitnichten eine behauptete Fläche von “knapp 6.000 m²”. Auf der tatsächlich nutzbaren Grünfläche von rund 3.000 m² sind 1.175 m² Spielplatzfläche ausgewiesen – als öffentliche Grünfläche verbleiben also nur 1.810 m². Entgegen vorausgegangener Versprechungen bleibt die Fläche nun Privatgrundstück und wird nicht dem Bezirk übertragen.

Wie das einmal im Kiez aussehen soll, hat Bauwert zwar auf der Infoveranstaltung des Bezirks am 19.01.2015 auf Fotomontagen dargestellt – Bauwert verbietet uns jedoch unter Androhung juristischer Schritte, Darstellungen daraus hier zu zeigen.
Wir empfehlen daher, sich notgedrungen über die übrigen Bauwert-Projekte ein Bild zu machen, wie es hier einmal aussehen soll: Link zur Bauwert-Seite HIER. Auf dem Freudenberg-Areal kann man sich auf Mieten von 13,50 Euro kalt/m² einstellen.

Hier ein Bild aus einer Broschüre der Senatsverwaltung (Arno Bonanni Architeken) – so soll es also einmal aussehen hier im Kiez:

 

Wohnen auf dem Friedhof

Eine Kuriosität ist auch, dass Bauwert auf dem ehemaligen städtischen Friedhof der Landgemeinde Boxhagen bauen will, wo auch das Erbbegräbnis der Familien Sonntag und Wühlisch liegt. Der Friedhof mit einer Fläche von 4.000 m² war noch 1960 in den Stadtplänen so eingezeichnet, wie rechts abgebildet. Bedauerlicherweise hat es irgendwann eine Privatisierung des Geländeteils gegeben, sonst stände heute eine öffentliche Fläche zur Verfügung.

Die Senatsverwaltung – nicht Bauwert – ist zuständig für die denkmalpflegerischen Maßnahmen. Die Gräbstätten wurden hinter weißen Sichtschutzwänden umgebettet.
Peinlich dabei: Bauwert fürchtet offenbar ein negatives Image und möchte davon nichts wissen bzw. gewusst haben – die seltsamen Äußerungen hier: Artikel in der Berliner Woche

Wie das auf dem Freudenberg-Areal aussah:


Theaterbesuch, Stammtisch, Adventsfeier und Besuch im Bundesrat – wichtige Termine stehen bevor

Liebe Bürger und Bürgerinnen, unsere gemeinnützige Bürgerinitiative Wilhelmstraße Berlin Mitte e.V. möchte Sie auf die nächsten Aktivitäten aufmerksam machen. Theaterbesuch Wir planen für Freitag, den 14. November um 20 Uhr einen gemeinsamen Theaterbesuch im Deutschen Theater und haben uns das Stück „Tabula rasa“ von Carl Sternheim ausgewählt – ­ eine bösartige-­rasante Kömödie. Hier weitere Informationen […]

Wilhelmstraße – ein geschichtsträchtiger Ort, indem heute viele Bürger ein ganz normales Zuhause finden

Der folgende Vortrag wurde neulich bei einer Bürgerversammlung der Bürgerinitiative Wilhelmstraße Berlin Mitte e.V. gehalten. Wir bringen Auszüge. Die Wilhelmstraße, seit den 1980er Jahre konzipiert, neu bebaut und bis heute genutzt als ein Ort des alltäglich-profanen Lebens und Wohnens, ist die eigentlich adäquate Antwort auf den einstigen Schrecken, der von den in dieser Straße beheimateten […]

Bürgerbegehren mit 10.938 Unterschriften erfolgreich!

Nach nur fünf Monaten hatten wir 10.938 Unterschriften zusammen! Am Mittwoch, den 18.02.2015 haben wir die Unterschriften beim Rechtsamt eingereicht.

Die BVV hat am 25.03.2015 die Forderungen des Bürgerbegehrens voll umfänglich übernommen und ohne Gegenstimmen beschlossen (Beschluss HIER). Der Bürgerentscheid wird dadurch nicht notwendig.

Das Bezirksamt ist nun also durch die BVV beauftragt, ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten mit dem Ziel, die Baumasse der Planung um fast die Hälfte zu reduzieren. Allerdings wäre die Vorraussetzung, dass das Verwaltungsgerichtdas Baurecht im Zuge der laufenden Verbandsklage aufgehoben hat.


Die Diskussionen der letzten Jahre haben deutlich gezeigt: Der Kiez verträgt die geplante Verdreifachung der Wohnungsanzahl gegenüber der beschlossenen Planung aus 2010 nicht. Waren einmal laut Schulentwicklungsplan 230 Wohnungen geplant, so sind es heute 650. Die notwendige Versorgung mit Grünflächen, Kitas und Grundschulplätzen ist für so viele Neubewohner nicht zu erbringen!
Die Mehrheitsparteien im Bezirk Grüne und SPD haben diese Mahnungen ignoriert. Als der Investor Bauwert Investment Group mit einer Bauvoranfrage kam, tat das Bezirksamt nichts, um das Bebauungsplanverfahren rechtlich zu sichern. Mit ein paar Tricks konnte sich der Investor daraufhin mit Hilfe der Senatsverwaltung Baurecht sichern. Nun kann er seine Monsterblocks ohne Bebauungsplan hochziehen – ein Skandal!
Das begonnene Bürgerbegehren wurde dadurch nahezu zur Farce. Dennoch führten wir es als politische Willensbekundung durch, die deutlich machte, dass wir diese über unsere Köpfe hinweg getroffene Entscheidung ablehnen.
Die Verbandsklage kann die Entscheidung wieder aufheben. Ein reguläres Bebauungsplanverfahren könnte die Folge sein, in das ein Bürgerentscheid großen Einfluss hätte.

  • Wir wollen erreichen, dass die Baumasse von maximal 42.000 m², die 2010 Grundlage für den Planaufstellungsbeschluss war, nicht überschritten wird.
  • Dem Bauwunsch der Bauwert Investment Group, insgesamt 74.500 m² zu realisieren, muss eine Absage erteilt werden.
  • Die letzte große Freifläche mit Blocks für über 1.600 NeueinwohnerInnen vollzubauen, wäre für die Bauwert Investment Group zwar lukrativ, für den Bezirksteil jedoch nicht zu verkraften.
  • Es sind nicht ausreichend Flächen für Kita- und Grundschulneubau und für mehr Grün im Kiez vorhanden.
  • Die Bevölkerungsdichte im Großraum um das Freudenberg-Areal gehört zu den dichtest besiedelten Stadtgebieten Berlins.

Wir sehen es als angemessen an, hier maximal 300 Wohnungen zu schaffen. Mit diesem Modell entstünde mit einer öffentlichen Frei- und Grünfläche ein neues Kiezzentrum für alle, was eine Entlastung für die vorhandenen zu kleinen Plätze bringt.

 

Der Volksentscheid Tempelhofer Feld und der Bürgerentscheid Oeyenhausen haben gezeigt, wie wichtig den BerlinerInnen eine behutsame Stadtentwicklung und die Sicherung von Frei- und Grünflächen ist.

Häufig liest man, dass nun wichtige Wohnungsbaupotentiale wegfallen, was die Mietpreise aufgrund der Nachfrage weiter ansteigen lasse. Der Gesetzgeber hat aber für diesen Spannungsfall im §5 Wirtschaftsstrafgesetz das Verbot der Mietpreisüberhöhung festgesetzt. Auch ohne auf die Mietenbremse der Bundesregierung warten zu müssen, die absehbar zu viele Ausnahmen beinhalten wird, kann der Senat etwas gegen Mietwucher tun, z.B. die Bezirke mit Personal ausstatten, um Mietpreisüberhöhungen zu ahnden. Infos: http://berlinappell.blogsport.de/

Noch nicht “gewonnen” – und schon ein schlechter “Sieger”

Stellungnahme der Ideenwerkstatt Freudenberg-Areal zu den Diffamierungen durch die Bauwert Investment Group im Internet: http://freudenberg-areal.de/buergerinitiative-3/

Die Bauwert Investment Group hat auf ihrer Webseite einen Propagandafeldzug gestartet. Mit unglaublichen Behauptungen wird versucht, das Monsterprojekt schön zu rechnen und unsere Initiative zu diffamieren.

Mit der jüngsten Aneinanderreihung von verdrehten Tatsachen und Angriffen auf einzelne unserer MitstreiterInnen hat Bauwert auf seiner Webseite das Maß des Erträglichen weit überschritten. Insgesamt ist das ein ganz schlechter Stil, wie ein Großinvestor ehrenamtliches bürgerschaftliches Engagement verunglimpft. Zum Artikel HIER

Dichtung und Wahrheit – Kommentare zu den Bauwert-Darstellungen im Internet

1. Legendenbildung um Initiativenbildung
Zitat Bauwert-Webseite: ” Herr Carsten Joost hatte sich 2012 bei der Bauwert um einen Planungsauftrag zur Entwicklung des Freudenberg-Areals beworben.”
Unser Mitstreiter Carsten Joost hat sich nie bei Bauwert beworben. Vielmehr hat er als Mitglied und im Auftrag des Bürgervereins Travekiez.Ostkreuz e.V. 2012 einen Gegenentwurf zur Bauwert-Planung erstellt. Dieser sollte als Einstieg in die Diskussion mit dem Investor zunächst eine relativ hohe Nutzung des Grundstücks abbilden, damit diese überhaupt entsteht. Das hat Bauwert sehr gefallen und man darum gebeten, die Häuser statt mit 5 Geschossen mit 6 Geschossen zu berechnen. Deshalb gab es dann zwei Zahlen für die Baumasse in der Berechnung. Daraufhin hat Bauwert den Eindruck erweckt, mit dem Bezirk ernsthaft über diesen (überarbeiteten) Planungsvorschlag als Alternative zu verhandeln (was der Bezirk allerdings ablehnte). Die Ideenwerkstatt Freudenberg-Areal hat sich bereits gegründet bevor der Diskussionsprozess über eine mögliche Planungsalternative abgeschlossen war. Später hat der Bürgerverein den Planungsvorschlag zurückgezogen, denn der Gesprächseinstieg war vollzogen. Mit dem Wachsen der Initiative und dem Fortschreiten der Analyse hatte sich auch die Zielvorstellung geschärft. Die weiteren Alternativvorschläge bildeten das ab, was der Kiez an dieser Stelle tatsächlich braucht – eine noch wesentlich weniger dichte Bebauung (HIER).

Die Ideenwerkstatt Freudenberg-Areal hat sich nicht deshalb gegründet, weil Bauwert 2012 Carsten Joost keinen Planungsauftrag erteilt hat (was ohnehin eine absurde Vorstellung war), sondern weil viele AnwohnerInnen entsetzt waren über die gigantische Fehlplanung, die unseren Kiez völlig überlastet und auf Initiative des Bürgervereins Travekiez-Ostkreuz e.V. Und dass dieser Gegenentwurf (neben vielen anderen) auf unserer Internetseite zu sehen ist, zeigt einerseits, dass auch wir einem Entwicklungsprozess unterliegen und andererseits, dass wir nichts zu verbergen haben.

2. Die Zahlenspiele der Bauwert werden immer absurder.
Zitat Bauwert-Webseite: “Der Siegerentwurf der Architekten Beyer-Schubert aus dem Jahr 2009 sah eine Baumasse von 58.179 m² (ohne Staffelgeschosse) vor. (..) Die nun von Bauwert geplante Bebauung sieht eine Baumasse von rund 68.500 m² (ohne Staffelgeschosse) vor. Dies stellt eine Erhöhung von rund 11,77 % dar.”
Die Zahl 58.179 m² dient der Irreführung. Um die Zunahme der Baumasse ihrer Planung gegenüber den Vorgängerplanungen klein erscheinen zu lassen, wird der Altbaubestand des Nachbargrundstücks (Wohnen im Bestand der Weserstr. 35/36) in die Vorgängerberechnung hinzugezählt. Tabelle HIER
Wollte man zur derzeitigen Planung auch den Altbaubestand dazuzählen, dann wären statt 68.700 m² dann 79.441 m² geplant.
Bei der aktuellen Planung wird der Altbaubestand natürlich ausgelassen, denn er gehört nicht zum Planungsgebiet. U.a. dadurch wird die Zunahme der Baumasse im Vergleich auf „11,77%“ klein gerechnet. In Wirklichkeit sind es nach unserem derzeitigen Kenntnisstand rund 60% gegenüber der Planung, die dem Bezirk als Grundlage des Aufstellungsbeschlusses diente.
Diese war die Überarbeitung des Siegerentwurfs (Beschluss HIER) und nicht der Siegerentwurf selbst, wie von Bauwert behauptet: “Wie selbst aus der Vorlage zu der im Jahr 2010 vorgesehenen Aufstellung eines Bebauungsplans ersichtlich, wurde stets die Siegerplanung des Architekturwettbewerbs von 2009 als Grundlage und Maßstab herangezogen.”

3. Streitpunkt Wohnungsanzahl
Bei der Angabe der Zahl der Wohnungen wurde von Bauwert stets versucht, diese möglichst klein zu halten. Denn je höher die geplante Wohnungsanzahl, desto größer die Anforderungen an die öffentliche Infrastruktur. Nachdem die Zahl bis Sommer 2014 mit 550 viel zu gering angegeben wurde, sind es jetzt 650.
Jedoch rechnet Bauwert nun die Wohnungsgrößen klein, denn daraus leitet sich die Zahl der zu erwartenden NeueinwohnerInnen ab.
Aus der Webseite der Bauwert: “Der überwiegende Teil aller Wohnungen sind 1 bis 3 Zimmer Wohnungen, ebenso entstehen familiengerechte 4-5 Zimmer Wohnungen. Die durchschnittliche Zimmeranzahl liegt bei 2,66.” Das stimmt nicht. Der überwiegende Anteil sind mit 361 die 4-6-Zimmer Wohnungen. Es sind nur 261 1-3-Zimmer-Wohnungen im Bauantrag eingezeichnet. Aus den Angaben des Bezirksamtes zum Bauantrag errechnet sich eine durchschnittliche Zimmeranzahl von 3,37. Der Angabe von Bauwert “2,66″ ist falsch.
Die Angabe der Bauwert von “weniger als 1.200″ NeueinwohnerInnen ist ebenso zu niedrig. Nach unseren Berechnung ist von ca. 1546 bzw. 1601 NeueinwohnerInnen auszugehen.
Alle Werte sind hier zusammengefasst:

4. Verschattete Freiflächen im Blockinnenbereich
Wir sprechen von der gesamten Grünfläche im verschatteten Blockinnenbereich und nicht nur von einem verschatteten Spielplatz.
Es gehört zu den üblichen Planungsgrundsätzen, dass hohe Gebäude tiefe Schatten werfen und die Aufenthaltsqualitäten von Freiflächen in Blockinnenbereichen darunter leiden. Deshalb sieht unsere Alternative „Modell 1“ die große Freifläche entlang der Boxhagener Straße vor, denn die Verschattung liegt zum großen Teil im Straßenraum und nicht auf der Grünfläche.
Bauwert hat immer wieder dargestellt, dass eine Freifläche an der Boxhagener Straße zu viel Publikum anziehen würde. Deshalb hat man Freiflächen im Blockinneren angeordnet. Denn hier gibt es mehr soziale Kontrolle (Gated Community) und weniger Aufenthaltsqualität.

5. Streitpunkt Anzahl der NeueinwohnerInnen
Auch hier wird versucht, die Gesamtzahl niedrig zu halten, denn daran hängt der rechnerische Bedarf an Grünflächen und Spielplätzen.
Nimmt man alle Wohnungen (ca. 730) inklusive der rund 100 geplanten Wohnungen der Schreibfederpassage an, so kommt man auf rund 830 Wohnungen in diesem Bereich. Diese können nach dem Rechenschlüssel des Jugendamtes mit Drei multipliziert werden, so kommt man auf fast 2.500 NeubewohnerInnen. Der Rechenschlüssel des Jugendamtes ist jedoch sehr hoch, realistischer erscheint ein etwas geringerer Rechenwert – die Senatsverwaltung verwendet unseres Wissens 2,1 Bewohner/Wohnung. Dann hätten wir einen BewohnerInnenzuwachs von rund 1.500 auf dem Freudenberg-Areal, insgesamt rund 1.700. Weder die Kita- und  Grundschulversorgung, noch die Grünflächenversorgung ist dafür ausreichend möglich.

6. ”Dicht bebautes Luxusquartier”
In einem der am dichtest besiedelten Stadtquartiere Berlins verbietet sich die Annahme, man könne die Baudichte einfach fortsetzen – es füge sich ja ein.
Je nachdem, wie die geplante Baudichte berechnet wird, kommt man auf Werte, die nicht weit von denen der Umgebung entfernt sind. Das ist zu viel. Das mahnen wir seit Jahren an. Anstatt die Baudichte der Umgebung als Referenz fortzuführen, muss auf dem Grundstück eine (Teil)Kompensation der ungesunden Wohndichteverhältnisse der Umgebung angegangen werden. Der günstige Grundstückspreis würde das – auch einem Privatinvestor – ermöglichen.

7. Legendenbildung Fachgespräche
Bauwert behauptet, dass sie die Initiatorin der drei Runden Tische im Frühjahr 2013 war. Diese Aussage ist falsch.
Durch die Intervenierung des Bürgervereins Travekiez-Ostkreuz e.V. und der Ideenwerkstatt Freudenberg-Areal im Stadtplanungsausschuss hat dieser die drei Freudenberger Fachgespräche festgesetzt. Zudem gab es dazu einen Antrag der Piraten-Fraktion, der von den Grünen übernommen wurde. Die Durchführung der Fachgespräche oblag der Asum.

8. Legendenbildung Bürgerwille
Die Behauptung, dass die überwiegende Mehrheit der AnwohnerInnen die Bauwert-Pläne unterstützt, ist falsch. Im Gegenteil: Wie die Auswertung des bei der Bauwert-Informationsveranstaltung im Januar 2013 verteilten Fragebogens ergeben hat, sind weit über 80% klar gegen diese extrem dichte Bebauung.

9. Legendenbildung 6000 m² öffentliche Grünfläche
Selbst die von Bauwert behauptete öffentliche Grünfläche von 6.000 m² würde nicht zur Grünflächenversorgung der 660 Wohnungen ausreichen. Tatsächlich und keineswegs “frei erfunden” ist die nutzbare Grünfläche aber kaum halb so groß, weil der öffentliche Spielplatz, eine Straße und eine gepflasterte Feuerwehrdurchfahrt darin liegen und abgezogen werden müssen (Grafik unten). Wenn laut gängigem Rechenschlüssel durchschnittlich 2,1 Personen in jeder der 660 Wohnungen wohnen, dann ist mit fast 1.400 Neubewohnern zu rechnen. Der Bedarf an Grünflächen würde laut Richtwerten (6m²/EW) 8.400 m² betragen, der Spielplatzflächenbedarf (1m²/EW) 1.400 m².
Bereits jetzt besteht eine über 90%ige Grünflächenunterversorgung im Bezirksteil. Das Vorhaben verschärft die Übernutzung der kleinen Plätze des Bezirksteils wesentlich, was faktisch nicht mehr vorstellbar ist. Auch von daher hat das Vorhaben schädliche Auswirkungen auf zentrale Versorgungsbereiche des Bezirksteils.

10. Unser Bürgerbegehren
Die Einreichung des Bürgerbegehrens “Das Freudenberg-Areal retten” ist durch einen einstimmigen Beschluss der Ideenwerkstatt entschieden worden und wird vom Bürgerverein tatkräftig unterstützt. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat die rechtliche Zulässigkeit geprüft und voll umfänglich bestätigt. Da half auch die mehrseitige Klageschrift eines Bauwertanwalts nichts. Die Kostenschätzung ist nicht von uns, sondern vom Bezirk festgelegt.

11. Absurder Kriminalisierungsversuch
Weder der Bürgerverein, noch die Ideenwerkstatt, noch einzelne Mitglieder davon haben jemals die Einzäunung aufgebrochen oder teilweise zerstört. Das war nicht nötig, da der Bauzaum monatelang an vielen Stellen offen war. Und der “andauernde Hausfriedensbruch” bestand darin, dass wir gemeinsam mit vielen AnwohnerInnen einen kleinen Nachbarschaftsgarten auf einem offenen Gelände bepflanzt haben. Wenn das Hausfriedensbruch ist, dann stellt sich die Frage, warum Herr Dr. Leibfried nicht sofort eingeschritten ist, als er mit dem damaligen Bezirksbürgermeister Franz Schulz das Gelände besichtigt hat und ein “kleines Pläuschchen” mit uns gehalten hat. Wir fordern hiermit die Bauwert Investment Group auf, diese Behauptungen sofort von ihrer Internetseite zu entfernen und diese Kriminalisierungsversuche ein für alle Mal einzustellen. Rechtliche Schritte behalten wir uns vor. Wir sind keine Bande von halbkriminellen Individuen, sondern AnwohnerInnen mit einer sehr berechtigten Sorge um unseren Kiez.