big-berlin.land

Aktuelle Politik

Trotz 87% Gegenstimmen – In Friedrichshain entsteht eine neue US-Kleinstadt

Berlin-Friedrichshain –

Als Sandra Zilliges ihrem Großvater vor eineinhalb Jahren erzählte, wo sie bald arbeiten würde, stutzte er: Dort stehen mittlerweile Häuser? Der alte Mann, der Berlin schon als Kriegsstadt kannte, hatte nichts mitbekommen von der Bebauung der bekannten Bahnbrache zwischen Warschauer Brücke und Ostbahnhof.

Hier, wo vor zehn Jahren, am 10. September 2008, eine Veranstaltungshalle auf einer grünen Wiese eröffnete, umringen heute Neubauten die Mercedes-Benz Arena. Ein Quartier ist gewachsen aus Büros und schicken Wohnungen. Weitere Hochhäuser sind im Bau – aber Leben herrscht bisher kaum.

Das blühende Leben

„Wir verlieren die Stadt“ – mit diesen Worten habe ihr Opa ihren neuen Job kommentiert, berichtet Zilliges. Die 30-Jährige ist bei Zalando beschäftigt, aus großen Bürofenstern guckt sie auf die Spree. Sie arbeitet gern hier, die Verkehrsanbindung ist gut, zum Mittagessen überquert sie die Brücke nach Kreuzberg. Trotzdem versteht sie ihren Opa: „Zu seiner Zeit gab es in Berlin noch keine Büroviertel.“

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

“Es herrscht in den Städten die nackte Wohnungsnot”

Im 21. Jahrhundert hingegen gehe es nicht mehr um das Wie des Wohnens – sondern um das Ob. Der Staat hat sich seit den 90er Jahren aus dem Wohnungsbau zurückgezogen, Flächen und Häuser verkauft. Er hat also nicht einmal mehr schlechte Varianten des Wohnens im Angebot. “Es herrscht in den Städten die nackte Wohnungsnot”, sagt Mayer. “Einkommensschwache Menschen werden verdrängt und vertrieben. Die Nachbarschaften verändern sich.” Erst seitdem der Boom der Städte und die Folgen der Gentrifizierung unübersehbar sind, versucht die Politik gegenzusteuern. Viele sagen: zu spät.

Die Proteste werden dadurch größer und breiter, sprechen Schichten bis weit in die Mitte der Gesellschaft an. Sie äußern sich außerdem in Formen, die früher selten genutzt wurden. “Dass es jetzt zum Beispiel so viele Referenden zum Thema Wohnen gibt, liegt daran, dass auch zutiefst bürgerlich geprägte Schichten beteiligt sind”, sagt Mayer.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

Bezahlbarer Wohnraum – “Für viele geht es um die Existenz”

Bezahlbarer Wohnraum ist knapp – in keiner anderen Großstadt ist es so schlimm wie in München. Wie lässt sich das ändern? Fünf Beteiligte geben Antworten.
n München steigen Mieten und Immobilienpreise seit Jahren. Inzwischen kostet der Quadratmeter Neubau am Rande der Stadt mindestens 8.000 Euro. Die Mieten fangen bei 17 Euro an und liegen bei Neubauten oft bei 25 Euro pro Quadratmeter. Am Samstag werden Tausende Münchner und Münchnerinnen zu einer Demonstration für bezahlbaren Wohnraum erwartet. Wie konnte es so weit kommen? Was muss sich ändern, damit Krankenschwestern und Friseure nicht aus der Stadt verdrängt werden? Wir haben fünf Beteiligte gefragt: einen Aktivisten, einen Bauträger, einen Politiker, eine Stadtplanerin und einen Immobilienforscher.

Tausende Münchner demonstrieren gegen Mietwucher

In München sind Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Mietpreis-Explosion in der Stadt zu protestieren. Die Demonstranten forderten mehr bezahlbaren Wohnraum. Das Motto der Veranstaltung lautete “#ausspekuliert”.

 

In der Münchner Innenstadt haben am Samstag Tausende Menschen für bezahlbare Mieten demonstriert. Die Polizei München sprach am Abend von 10.000 Demonstranten. Diese prangerten Mietwucher, Luxussanierungen und Wohnungsnot an.

Auf Plakaten waren Aufschriften zu lesen wie etwa “Wohnst Du noch oder suchst Du schon?”, “Immobilienhaien die Zähne ziehen – wir bleiben!” und “3.000 Euro Miete, ihr habt doch eine Meise”. Die Demonstranten marschierten durch die Innenstadt zum Siegestor. Dort fand die Abschlusskundgebung statt.

Gegen Luxussanierungen

Unter dem Motto “#ausspekuliert” hatte ein Bündnis aus mehr als 90 Mietergemeinschaften, Gewerkschaften und Parteien zu dieser Kundgebung aufgerufen. Die Initiatoren sprachen von einer zügellosen Gier der Investoren und von Gesetzen, die Steilvorlagen für Entmietung seien. Sogar der Oberbürgermeister der Stadt, Dieter Reiter (SPD), hatte zur Teilnahme aufgefordert.

Kommenden Freitag findet im Kanzleramt ein Wohngipfel statt: Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen, die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, der Mieterbund, die Gewerkschaften und die Bauwirtschaft wollen über die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen beraten.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

Bauen nach Wiener Art?

Für viele Menschen in Deutschland ist die Wohnungsfrage inzwischen zu einem fast unlösbaren Problem geworden. Mehr als eine Million Wohnungen fehlen. Mögliche Lösungsansätze gibt es unter anderem in Wien.

 

Manche der kleinen Häuschen haben schon ziemlich detaillierte Fassaden, andere sind flächig, wirken unfertig – reine Entwürfe eben. Das raumfüllende Architekturmodell zeigt Wohnhäuser, Einkaufszentren, Schulen und Kitas. In der Mitte liegt ein künstlicher See, es gibt breite Wege und weite Plätze, Fußgänger haben Vorfahrt. “Seestadt Aspern” heißt der Wiener Vorort, der zu drei Vierteln noch Vision ist.

20.000 Menschen sollen hier einmal leben, am Rande der boomenden österreichischen Metropole Wien. 3000 Wohnungen sind bereits gebaut, fast alles kommunaler oder geförderter Wohnungsbau. Am Ende sollen etwa 75 Prozent der Wohnungen hier zu günstigen Mieten zu haben sein.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

Warum Wiener besser wohnen: Das Wiener Modell 28.07.2014

Warum Wiener besser wohnen: Das Wiener Modell

Was ist das Geheimnis für eine Nettokaltmiete von durchschnittlich drei Euro pro Quadratmetern in Wien und wie und was könnte Berlin von der Wiener Stadtentwicklung lernen?
Deutschland im Sommer 2014: Die meisten Menschen wollen in die Großstädte. Die Jungen, die Arbeitssuchenden, die Aufstrebenden, die, die auf dem Land wohnen, die, die sich lieber in Deutschland aufhalten als in ihren teureren Heimatländern, die, die in Speckgürteln wohnen und pendeln müssen.

Deutsche Mietpreisspiegel zu lesen ähnelt der Erfahrung, die man beim lesen der Lektüre lernt, die in gentrifizierten Städten spielt: die arme Peripherie läuft Sturm gegen die superreichen Innenstädte – wie schon in Paris geschehen…

Es mehren sich die Rufe, dass die Mietpreisbremse, wie vom Justizminister Heiko Maaß verordnet, da auch nichts reißen wird. Auch wenn der heute ankündigte, noch mal hier und da nachzubessern. Dabei könnte man doch von Wien lernen – wie man es nicht hätte machen sollen und was man jetzt noch machen muss.

Wir sprachen darüber mit dem Wiener Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig. 28.07.2014

Interview Wiener Baustadtrat

Regierungsberater fällen vernichtendes Urteil über Wohnungspolitik

Regierungsberater haben ein vernichtendes Urteil über die Wohnungspolitik des Bundes gefällt. Sowohl die Mietpreisbremse als auch der soziale Wohnungsbau würden nicht viel gegen Mietwahnsinn und Wohnungsnot helfen, teilte der Wissenschaftliche Beirat des Wirtschaftsministeriums bei der Vorstellung eines neuen Gutachtens (hier das PDF) in Berlin mit.

Mieter können demnach froh sein, dass die Mietpreisbremse immer noch nicht funktioniert. “Würde die Mietpreisbremse wirken, wäre die Wirkung verheerend”, sagt der Konstanzer Ökonom Friedrich Breyer, der das Gutachten federführend betreut hat. Die Nachfrage nach jeder einzelnen Wohnung würde durch die gebremsten Mieten umso größer, und obendrein gebe es weniger Anreiz zum Bau neuer Wohnungen – weil die ja nicht so viel abwerfen würden. Für “Randgruppen” werde es damit noch schwerer, Wohnungen zu finden. Dies sei einmütige Meinung im Beirat. Ihm gehören insgesamt 34 Ökonomen an.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

IHK will Privatinvestoren Neubau von Wohnungen erleichtern

In Berlin fehlen 77.000 Wohnungen. Die Kammer fordert weniger Regeln – und will die Bebauung des Tempelhofer Felds.

 

Die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) fordert den Senat zu einer Neuausrichtung der Bau- und Flächenpolitik auf. Der Kammer-Hauptgeschäftsführer, Jan Eder, sagte am Freitag, derzeit sei der Erfolg der Landespolitik in diesen Politikfeldern „mäßig“. Rot-Rot-Grün verfehle nicht nur selbst gesteckte Ziele beim Wohnungsbau, sondern vergrelle auch private Investoren und vertreibe Unternehmen aus Berlin. Firmen beklagten seit mehreren Monaten verstärkt, keine Flächen mehr in der Stadt zu finden, erklärte Eder.

Der größte Handlungsbedarf besteht laut IHK beim Wohnungsneubau: Nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen waren bereits in den vergangenen Jahren rund 77.000 Wohnungen zu wenig gebaut worden. Bis 2030 werden, so konservative Schätzungen, insgesamt sogar etwa 200.000 neue Wohnungen in Berlin benötigt. Um die Ziele zu erreichen, seien eine Reihe an Maßnahmen nötig, so Eder.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

“Es darf kein privates Eigentum mehr an Baugrund geben”

Boden und Wohnen dürfen keine Ware sein, sagt der Berliner Architekt Christian Schöningh. Aus der SZ-Serie “Zukunft der Stadt”.

 

Der Berliner Architekt Christian Schöningh zweifelt manchmal selbst daran, ob das noch Architektur ist, was er macht: Er interessiert sich dafür, welche Strukturen überhaupt erst bezahlbaren Wohnraum möglich machen und stellt dabei die großen Fragen: Wem gehören die Häuser? Wie verhält man sich zur Stadt?

Wo sehen Sie die größten Probleme?

Das größte Problem ist, dass Immobilien und damit in Summe auch Stadtentwicklung, kurz: all unsere gebaute Umwelt, zunehmend aus der Sicht der Finanzinvestoren gehandhabt werden. Grund und Boden sowie die Gebäude darauf haben wichtige Funktionen im Finanzsystem. Dort werden die Schulden gemacht und untergebracht, die erforderlich sind, um auf der anderen Seite Unmenge an Guthaben zu erzeugen. Was in den Häusern oder mit einem ganzen Stadtgefüge passiert, hat nur noch sekundäre Bedeutung. Aber es ist offensichtlich ein Bewusstseinswandel im Gange, für den ich den Durchbruch erhoffe: Wohnen als Infrastruktur der Stadt zu verstehen.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel

Hochhaus-Mieter in Duisburg müssen ihre Wohnung räumen

Familie Kühnel aus Duisburg sitzt am Donnerstag (06.09.2018) gemütlich zu Hause und ahnt nichts Böses. Plötzlich steht das Bauordnungsamt vor der Tür und spricht von Brandschutzmängeln in ihrer Wohnung im 8. OG.

 

Man kann sich das nicht vorstellen. Da stehen fremde Leute vor einem und sagen, dass man sofort raus muss. Es gibt keine Diskussion“, erzählt Dominik Kühnel. Die Familie muss mit ihren vier Kindern Hals über Kopf ihre Wohnung verlassen und darf nur das Nötigste einpacken. “Die Herren vom Bauamt sagten, dass wir nicht mehr zurückkommen dürfen. Wir müssen uns jetzt eine neue Wohnung suchen“, so Dominik Kühnel.

Mängel am Brandschutz

Wohnung war ein Trockenraum

Zum Hintergrund: Einige Tage vorher, am 03.09.2018, kam es zu einem Einsatz der Feuerwehr in den Wohnungen im 8. OG. “Hierbei ist der Feuerwehr aufgefallen, dass die Nutzungseinheiten vermutlich oberhalb der Hochhausgrenze von 22 Meter liegen“, teilt die Stadt Duisburg in einer schriftlichen Erklärung mit.

 

weiterlesen – Quelle – kompletter Artikel