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Archiv des Autor: Nicole Lindner

Gentrifizierung der Gräber in Prenzlauer Berg

In Prenzlauer Berg soll ein früherer Friedhof bebaut werden. Anwohner protestieren. Eine Geschichte über Nazis, DDR, Enteignungen und Gerechtigkeit.

Fast totenstill ist es, nur im Hintergrund rumpelt eine Straßenbahn vorbei. Anke Reuther bleibt stehen, „da hinten kommt wieder eine Kita“, sagt sie. Schweigend sieht sie zu, wie die Erzieherinnen den Wagen vor einem Grabstein parken. Die Kinder springen heraus und stürzen auf den von Bäumen umringten Spielplatz zu.

Der Friedhofspark in der Pappelallee wirkt wie ein unberührtes Idyll inmitten der tobenden Großstadt. Doch das grüne Kleinod ist vermutlich das am heftigsten umkämpfte Gebiet der Großkampfzone Prenzlauer Berg. Fast jeder Nachbar will ein Stück davon. In den Wirren der Nachwendezeit ließen sich die Nebenhäuser eigene Zugangstore vom Bezirk bauen, um dort Grillfeste feiern zu können.

Ein Musikstar wollte eine Stadtvilla bis über die Friedhofsmauer bauen lassen. Die Kitas beanspruchen das Gelände als exklusiven Spielplatz, der Bezirk wollte es mehrfach als öffentlichen Park erwerben. Gegen all diese Ansprüche wehrt sich die Freireligiöse Gemeinde Berlin als Eigentümerin seit Jahrzehnten. Doch nun will die Vorsitzende Anke Reuther den Park selbst bebauen. Und die Nachbarn laufen Sturm.

Inzwischen ist die Sache eskaliert

Auf der anderen Seite, am inzwischen versperrten östlichen Parkausgang, sitzen Thomas Reimer und Friedemann Vorbäumen in einem Café. Beide wohnen in der Lychener Straße, direkt vor ihrem Haus soll der Neubau errichtet werden. Reimer hörte vor zwei Jahren von den Plänen und trat daraufhin in die Gemeinde ein. Er ist dagegen, aber nein, er wolle den Verein nicht zerstören, sagt der Fotograf, ihm gehe es um das Interesse der Allgemeinheit.

Hier soll nach Willen der Gemeinde ein Wohnhaus gebaut werden.

Hier soll nach Willen der Gemeinde ein Wohnhaus gebaut werden.VISUALISIERUNG: TSP/US

Inzwischen ist die Sache eskaliert. Mitglieder der von Reimer gegründeten Initiative fühlen sich verfolgt und ausspioniert. Der Vereinsvorstand sieht sich von Reimer bedroht und rief zuletzt sogar die Polizei. Nun hat er Hausverbot, in der kommenden Woche soll er ausgeschlossen werden. „Dabei leiste ich mir nur das Recht einer eigenen Meinung“, sagt Reimer. „Ich bin also eigentlich ein Freidenker.“

Wer unter die Oberfläche des Konflikts blickt, befördert alle erdenklichen Widersprüche und Brüche der jüngeren deutschen Geschichte zutage. Als der erste Dissidentenfriedhof Berlins 1845 als Gegenpol zur Kirche und Keimzelle der Arbeiterbewegung gegründet wurde, da war er noch von Ackerland umgeben. Mehr als eineinhalb Jahrhunderte später liegt er im Herzen eines hochverdichteten und weltweit beliebten Metropolenviertels.

So viel ist seither geschehen, dass die Deutungshoheit über diesen kostbaren Ort und seine bewegte Geschichte kaum noch ohne Anmaßung zu erlangen ist. Die Frage, die sich an so vielen Stellen im Osten der Republik aufwirft, wird hier auf die Spitze getrieben. Kann es nach Monarchien, Diktaturen, Weltkriegen und Republiken, nach Enteignungen, Umwidmungen, Entschädigungen und Verkäufen überhaupt noch so etwas wie Gerechtigkeit geben?

“Wir fühlen uns wie bei der dritten Enteignung”

Ja, zumindest wenn es nach Anke Reuther geht. „Wir sind von zwei Diktaturen zweimal enteignet worden“, sagt die 76- Jährige. „Und wir fühlen uns wie bei der dritten Enteignung.“ Sie meint die Anwohnerinitiative, die nicht nur gegen die Baupläne kämpft, sondern das Grün endgültig zum Stadtpark umwidmen lassen will. „Wenn sie die Verstaatlichung fordern, stellen sie das in den historischen Kontext der vorherigen Enteignungen“, sagt Reuther. „Das ist eine Zumutung für uns.“

Reuther wuchs in Ost-Berlin auf, sie ist die Nichte des SPD-Idols Franz Neumann. Seit 1995 steht die SPD-Politikerin der Gemeinde vor. Sie hat in dieser Zeit kistenweise Akten studiert und die Geschichte der Freireligiösen bis ins kleinste Detail bis zum Ursprung rekonstruiert.

Das Grundstück sei ein aktiver Friedhof gewesen, als es durch die Nazis enteignet wurde. Die DDR habe das Unrecht fortgeführt, 1970 sei der Friedhof ganz stillgelegt worden, um ihn zum Park umzugestalten. 1955 hätten nachweisbar einstige Mitglieder den Verein in West-Berlin wiedergegründet, seit 1998 sei der Friedhof wieder in seinem Eigentum. Und nun wolle er eben wieder selbst darüber bestimmen.

PRENZLAUER BERG IM WANDEL DER ZEIT

Die Umwandlung in ein Gartendenkmal Anfang der 90er Jahre erscheint in diesem Narrativ als Fortführung der Enteignung. Während die Anwohner fürchten, der Verein wolle den „ursprünglichen Charakter“ des Parks zerstören, entgegnet der Verein, das sei schon vor langer Zeit geschehen.

“Ist Mülltonnengeklapper besser als Kinderlachen?”

Das Bezirksamt habe den durch Vandalismus und Verwilderung beschädigten Friedhof nach der Wende noch vor der Restitution abräumen lassen, sagt Reuther. Bedeutende Grabsteine seien im Müll gelandet, mit Billigung des Denkmalschutzes. Der habe nach der Umgestaltung zum Park mit Spielplatz erklärt, das Grün sei nun als Unikat unantastbar.

Der Kampf um die paar Quadratmeter Sand mit Schaukel und Wippe portiert den Konflikt ins Hier und Jetzt des Helmholtzkiezes. Seit Jahren liefert sich die Gemeinde einen Kleinkrieg mit Kitas aus der Umgebung. Anfangs habe man Schlüssel für das Tor an der Lychener Straße ausgehändigt, sagt Reuther. Doch bald sei die Lage außer Kontrolle geraten. Kinder seien auf Grabsteinen herumgeturnt, Erzieher nicht eingeschritten, Schlüssel kopiert und weitergegeben worden.

Die Kitas wiederum beklagen Schikanen durch die Gemeinde wie den Austausch des Schlosses und verweisen auf den Nutzungsvertrag mit dem Bezirksamt. Eine Kita versuchte in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) erfolglos, ihr Recht auf den Schlüssel zu erwirken.

Der Kinderladen Domino sieht sich nun selbst bedroht, da sein Bestand von einer geeigneten Freifläche abhängt. Es gehe für 30 Kinder „um eine Existenzberechtigung ihrer Kita“, sagt der ehemalige Kita-Vorstand Alexander Wassiltschenko. „Ist Mülltonnengeklapper besser als Kinderlachen?“, fragt Vorbäumen.

Die Biografie wird zur Waffe

2020 läuft der Vertrag für den Spielplatz mit dem Bezirk aus, dort ist der Neubau geplant. „Hier stand mal das Gartenhaus“, sagt Reuther. Dass der Südflügel des Hauses daneben auf einstigen Gräbern errichtet werden soll, hält sie für unproblematisch: „Auch die Kirche lässt auf entwidmeten Friedhöfen Häuser bauen.“

Der Verein betont die Bedeutung des Baus als „ideelle und materielle Grundlage für unsere Zukunft“, wie Anne-Kathrin Pauk sagt, die Reuther bald als Vorsitzende folgen soll. Derzeit hat die Gemeinde 30 Mitglieder, Pauk will sie sichtbarer und größer machen, vor dem Haus soll auch ein Konzertplatz entstehen. „Wir brauchen eine Heimat für unser weltlich-humanistisches Kulturleben, um in die Gesellschaft hineinwirken zu können. Deshalb müssen wir notgedrungen auf das verbliebene Grundstück zurückgreifen.“

Auf der Hauptversammlung habe er davon nichts gehört, sagt Reimer. „Es ging um finanzielle Motive, sie streben Einnahmen von monatlich 5000 Euro oder mehr an.“ Der Bau ist in der Tat als Wohnhaus geplant, das auf 99 Jahre verpachtet werden solle, der Verein will sich darin mietfreie Räume zusichern lassen. Der gedankliche Sprung zum renditeorientierten Investor ist kürzer als ein Spaziergang im Park.

Ein Großteil der Auseinandersetzung dreht sich auf beiden Seiten längst um die Diffamierung des Gegners. Es geht um „Verleumdung“ und „Verrat“, die Biografie wird zur Waffe. Vor ein paar Tagen stießen die Anwohner auf alte Vorwürfe des Journalisten Peter Kratz gegen die Gemeinde, eine „Nazi-Sekte“ gewesen zu sein.

kompletten Artikel weiterlesen … Quelle … der Tagesspiegel vom 17.02.2018

Ein Ministerium verschwindet

Einst hatte Bauen in der Bundesrepublik ein eigenes Ministerium. Kommt die GroKo, verschwindet es in Horst Seehofes neuem Super-Innenministerium. Und das in Zeiten neuer Wohnungsnot.

Horst Seehofer wird – immer vorausgesetzt, die Groko kommt tatsächlich zustande – der Minister eines Ressorts, das die Bundesrepublik Deutschland noch nicht gesehen hat. Innen, Bauen und „Heimat“ unter einem Dach – wenn, dann ist hier das Epitheton „Superministerium“ am Platz.

Über den Tätigkeitsbereich „Heimat“ wird aufs Heftigste lamentiert. Worüber nicht geredet wird, ist die Ansiedlung des Bereichs Bauen und Stadtentwicklung beim Innenressort. Dabei ist das der eigentliche Paukenschlag. Denn die Wohnungsproblematik – plakativer noch „Wohnungsnot“ – wird eines der zentralen Themen deutscher Politik der kommenden Jahre sein, in Bund, Ländern und Gemeinden gleichermaßen. 1949, zur Gründung der Bundesrepublik, herrschte bitterste Wohnungsnot. Folglich war das Bundesbauministerium eines der ersten mit Kabinettsrang, 1961 um Städtebau erweitert; 1972 auch noch um „Raumordnung“ – es war das sozialdemokratische Jahrzehnt der Planungsgläubigkeit.

Alles wird in ein aufgeblasenes Super-Innenministerium verlegt

Wie auch immer, an der Berechtigung und Notwendigkeit eines eigenen Ministeriums wurde nicht gezweifelt, und erst der allseits triumphierende Neoliberalismus rückte die staatliche Wohnungsvorsorge in den Hintergrund. Mit der zu Ende gehenden Regierung Merkel III musste sich das Bauwesen mit dem Umweltschutz die – in diesem Falle – Ministerin teilen. Jetzt aber, Anfang 2018, da die Versäumnisse der vergangenen zehn, fünfzehn Jahre in allen deutschen Städten schmerzlich spürbar sind, werden Bauwesen und Städtebau in ein aufgeblasenes Super-Innenministerium verlegt. Was immer man vom Wartestands-Minister Seehofer halten mag – und das muss überhaupt nichts Schlechtes sein –, als Verfechter staatlicher Bau- und Wohnungspolitik ist der eingefleischte Sozialpolitiker bislang nicht aufgefallen. Und als Innenminister eigener Machtfülle werden ihm Migrations- und Integrationsfragen allemal näher liegen und liegen müssen.

Kann das neue 3-Stufen-Modell in Berlin den Bau an Wohnungen beschleunigen?

In 3 Schritten will der Senat Konflikte um große Bauprojekte innerhalb von 5 Monaten lösen.

Zur Konfliktlösung wurde die erste Instanz, die schon vorhandene Wohnungsbauleitstelle, personell aufgestockt. Bei einem Scheitern nach 2 Monaten übernimmt der Steuerungsausschuss diese Aufgabe und hat ebenfalls 2 Monate Zeit. Falls Konflikte nach dieser Zeit nicht aufgelöst sind übernimmt der Senat die Entscheidung.

Mieterhöhung durch Wärmedämmung

Ca. 100 Wohnung im Löwensteinring in Gropiusstadt sind von Verdrängung bedroht.

Die Mieter der ehemaligen Sozialwohnungen bekamen ein unerfreuliches Weihnachtsgeschenk!  Eine Modernisierungsangkündigung durch die, die Häuser energetische modernisiert werden,  was die Miete um ca. 30%  erhöht, denn die Investitionskosten werden zu 11 % pro Jahr auf die Mieter abgewälzt und dies dauerhaft.  Der versprochene Effekt  der Senkung der Heizkosten  ist geringer als die Mietsteigerung.

Rainer Wild vom Berliner Mieterverein dazu im Interview.

 

 

Aus unserem Grundsatzprogramm:

Ein großer Teil energetischer Modernisierungsmaßnahmen ist unwirtschaftlich und spart nach den tatsächlichen Verbrauchswerten vor
und nach Modernisierung verhältnismäßig wenig oder gar keine Energie ein. Die erzielbaren Heizkosteneinsparungen gleichen die hohen Kosten
der Maßnahmen bei Weitem nicht aus, was de facto sehr hohe und viele Haushalte überfordernde Mieterhöhungen bedeutet. Mieter werden so
zu Sozialfällen gemacht, Wohnraum wird auf einen Schlag um 30/50/80 Prozent oder mehr verteuert, ganze Quartiere machen Preissprünge
nach oben – weit über den Mietspiegel. Unwirtschaftliche energetische Modernisierungsmaßnahmen vernichten bezahlbaren Wohnraum auf
Dauer, unwiederbringlich.

weiterlesen…

Wir fordern die ersatzlose Streichung des “Mietpreistreiber”-Paragraphen 559 BGB!

 

 

Behörde knöpft sich Vermieter Vonovia vor

Auffällig hohe Abrechnungen hat die Vonovia SE aus Bochum an ihre Mieter in Blumenthal verschickt. Das könnte jetzt ein juristisches Nachspiel haben. Die Umweltbehörde prüft den Sachverhalt.

Die Vonovia SE aus Bochum ist Deutschlands größter Vermieter. In Lüssum hat der Immobiliengigant seine Mieter in der Vergangenheit mehrfach mit extrem hohen Heizkosten in Bedrängnis gebracht. Nach zwei Berichten im WESER-KURIER und dessen Regionalausgabe DIE NORDDEUTSCHE haben sich nun die Bremer Behörden eingeschaltet. Das Umweltressort lässt prüfen, ob die Vonovia gegen Kartellrecht verstößt. Das Wohnungsunternehmen indes kündigt vier Wochen nach den Berichten an, dass es seine Heizkosten senken will.

Unter dem Titel „Auffällig hohe Abrechnungen“ hatte der WESER-KURIER unter anderem über die Heizkostenabrechnung von Viktoria Azhgirevich-Popek aus der Lüssumer Heide berichtet. Die allein erziehende Mutter von vier Kindern sollte der Vonovia für fünf Monate einmalig 4744,52 Euro nachzahlen. Hohe Nachzahlungsforderungen sind in dem ökonomisch schwachen Gebiet im Norden der Hansestadt, wo die Vonovia 224 Wohnungen unterhält, keine Seltenheit. Das belegen interne Verwaltungsunterlagen, die der Redaktion vorliegen. In einigen Fällen laufen die Heizungen demnach seit Monaten oder sogar Jahren auf Hochtouren. Sie sollen sich nicht abstellen lassen. Bremen hat die Rechnungen offenbar in vielen Fällen trotzdem für Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose gezahlt – nach Auskunft des Bremer Mieterschutzbunds ohne vorherige Prüfung.

Das soll sich ändern. „Das Bremer Umweltressort ist aufgrund der Berichterstattung in der NORDDEUTSCHEN und dem WESER-KURIER auf den Fall aufmerksam geworden und wird nun als Energiekartellaufsicht seiner Aufsichtspflicht nachkommen“, sagt Ressortsprecher Jens Tittmann. Es gehe nicht um einzelne Abrechnungen: „Es geht darum zu schauen, ob der Fernwärmepreis kartellrechtlich statthaft ist.“

Kartellrechtliche Ermittlungen

Die Behörde will vor allem feststellen, warum die Nebenkostenabrechnungen so hoch sind. Tittmann: „Wenn die Preise überhöht sind, muss man gucken: Ist der Schlusspreis überhöht, weil jemand aus seiner Wohnung eine Saunalandschaft gemacht hat? Wenn man aber feststellt, dass der Fernwärmepreis überhöht ist, wenn das also Strukturen sind, die durch zentrale Zulieferverträge zu überhöhten Marktpreisen bei der Vonovia führen, aus denen die Mieter nicht rauskommen, dann hat jemand ein Kartell gegründet – gemeinsam mit der Vonovia – um überhöhte Marktpreise zwangsmäßig durchzuleiten.“

Die Umweltbehörde hat die Verbraucherzentrale Bremen beauftragt, sie bei der Überprüfung zu unterstützen. „Geprüft wird, ob Kosten für die Fernwärme, die in Rechnung gestellt wurden, zu hoch sind“, sagt Inse Ewen, Beraterin der Organisation. Die Verbraucherzentrale hatte bekanntlich festgestellt, dass der Fernwärmepreis, den die Vonovia ihren Mietern für das Jahr 2014 berechnet hat, bei 15,8 Cent pro Kilowattstunde lag. Die Beraterin hat sich inzwischen auch aktuelle Abrechnungen angeschaut, die die Vonovia kurz vor Weihnachten in die Lüssumer Heide geschickt hatte. „Der Fernwärmepreis war jetzt zwar mit elf Cent deutlich günstiger, aber immer noch deutlich höher als bei der SWB.“ Die SWB verlangt nach eigenen Angaben einen Fernwärmepreis von rund 8,5 Cent pro Kilowattstunde. Die Vonovia bezieht ihre Fernwärme von der Firma Fernwärme Nord.

Verunsicherte Anwohner

Viele Anwohner in der Lüssumer Heide sind wegen der Nachforderungen verunsichert. Einige haben sich bereits hilfesuchend an die Quartiersmanagerin Heike Binne gewandt. Die höchste Nachzahlungsforderung beläuft sich zurzeit auf rund 1500 Euro. „Bei der Überprüfung der Heiz- und Betriebskosten konnten keine Unstimmigkeiten festgestellt werden“, betont jedoch Vonovia-Sprecherin Bettina Benner auf Anfrage. Die Unternehmenssprecherin versichert, dass die „gemeldeten Mängel beziehungsweise Defekte an Heizköpern schnellstmöglich behoben“ würden. „Danach erfolgt eine Korrekturabrechnung auf Basis eines Mittelwertes.”

Artikel weiterlesen … Quelle…weser kurier

Mietpreisbremse nach den GroKo-Verhandlungen – Ein zahnloser Tiger!

Was genau soll die Mietpreisbremse bewirken, und vor allem: Wie funktioniert sie?

So soll der Anstieg gebremst werden

Zum Start der Mietpreisbremse 2015 versprach die große Koalition, den Anstieg der Mieten bei der Neuvermietung von Wohnungen abzubremsen. Bei einem Mieterwechsel sollte eine Wohnung maximal zur ortsüblichen Miete plus zehn Prozent vergeben werden dürfen.

Doch Ausnahmen durchlöchern die Regel. Die wichtigste: Forderte ein Vermieter vor Einführung der Bremse mehr als nach derselben zulässig, durfte er dies auch weiterhin.

Bisher: Rügen und Offenlegen

Hinzu kam: Wer eine Wohnung gemietet hatte und mehr zahlte als das Ortsübliche plus zehn Prozent, konnte nur mutmaßen, ob sein Vermieter dies durfte oder nicht. Wollte er es genau wissen, musste er diesen auf Verdacht hin „rügen“ und um Auskunft darüber bitten, wie es zur Erhebung dieser Miete kommt. Das aufwendige Verfahren scheuten die meisten Mieter, nur wenige überprüften ihre teure Miete.

Neu: Offenlegung einfacher möglich

Bei der Offenlegung bringt die geplante Novelle der Mietpreisbremse durch die große Koalition Erleichterungen für den Mieter. Der Hauseigentümer muss die Höhe der Vormiete offenlegen im neuen Mietvertrag, so stellt es der Berliner Mieterverein dar.

Aber selbst dann weiß der Mieter nicht eindeutig, ob die neue Miete rechtmäßig (mit Berufung auf eine der Ausnahmen) ist oder nicht. Und der CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak sagt sogar: „Es wird keine allgemeine Auskunftspflicht geben.“ Wer recht hat, dürfte erst mit Vorlage des Koalitionsvertrages feststehen.

Kritik der Mietervertreter

„Das wird die Mietsteigerungen nicht ausbremsen“, sagt Berlins Mietervereinschef Reiner Wild. Der Verein hatte die Streichung von Ausnahmen gefordert. Diese bleiben aber bestehen und machen die Mietpreisbremse aus Sicht der Mietervertreter zu einem symbolischen Instrument ohne große Wirkung.

Schuld daran sind die Ausnahmeregelungen, also beim „Bestandsschutz“ für überhöhte Altmieten – und bei Sanierungen.

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Die Modernisierungsumlage ist nicht mehr zeitgemäß!

Sie sollte einst dazu beitragen, dass Eigentümer Geld in die Sanierung ihrer Immobilien steckten. Nun lässt sie Mieten in Großstädten explodieren.

Kommentar von Anna Hoben

Diese Vorher-Nachher-Vergleiche haben es in sich. Vorher: 564Euro, nachher: 2109 Euro. Vorher: 298 Euro, nachher: 672 Euro. Vorher: 810 Euro, nachher: 1767 Euro. Diese Mieterhöhungen haben die jeweiligen Eigentümer den Mietern zusammen mit geplanten Modernisierungsmaßnahmen angekündigt.

Von heute auf morgen sollen die Bewohner doppelt oder – im krassesten der Fälle, die der Mieterverein veröffentlicht hat – fast viermal so viel bezahlen. Besonders bitter ist es, wenn Mieter selbst schon über Jahre sehr viel Geld in Renovierungsarbeiten gesteckt haben. Ach ja: Diese Art der Mieterhöhung ist völlig legal. Eine Kappungsgrenze gilt in solchen Fällen nicht. Bisher jedenfalls.

Mietsteigerung um 273 Prozent 

Die Modernisierungsumlage wurde 1974 mit dem damaligen Miethöhegesetz eingeführt. Sie sollte den Eigentümern Anreize geben, ihren Wohnungsbestand zu verbessern. Damals hatten in der Bundesrepublik noch etwa elf Millionen Wohnungen keine Sammelheizung und drei Millionen kein Bad. Und die Zinsen waren hoch. Im Jahr 2001 wurde die Umlage ins Bürgerliche Gesetzbuch aufgenommen. Vor allem in den neuen Bundesländern bestehe noch ein hoher Investitions- und Modernisierungsbedarf, hieß es damals zur Begründung – ein Anreiz für Eigentümer sei weiterhin erforderlich.

weiterlesen … Quelle … sueddeutsche zeitung sz.de

Berlin: Neuer Masterplan Hier könnten die Türme am Alex schrumpfen

Die umstrittene Hochhaus-Planung für den Alexanderplatz soll verändert werden. Wenn es nach Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) geht, sollen die geplanten Türme nicht 150 Meter in den Himmel ragen, sondern sich am etwa 130 Meter hohen Hotel Park Inn orientieren. Das ist jedoch nicht überall problemlos möglich. Ein Überblick über die derzeitige Grundstückssituation:

Das ist der neue Masterplan für den Alexanderplatz. – Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/29628178 ©2018

 

Monarch

Der russische Investor Monarch will neben dem Einkaufszentrum Alexa einen 150 Meter hohen Wohnturm errichten. Der Bezirk Mitte hat dem Investor bereits einen positiven Bauvorbescheid erteilt, womit das Projekt grundsätzlich für genehmigungsfähig erklärt wurde. Der Investor hat bereits einen Bauantrag eingereicht. Damit ist dieses Vorhaben am weitesten von allen Hochhaus-Projekten.

Planungsrechtlich ist der Bau eines Hochhauses an dem Standort möglich. Deswegen dürfte die Genehmigung des Hochhauses schwer zu versagen sein. Ob das Projekt von Monarch tatsächlich realisiert wird, ist aber offen. Marktbeobachter rechnen damit, dass Monarch das Projekt nach Erhalt der Baugenehmigung verkaufen könnte, selbst wenn Projektbeteiligte solche Absichten bisher bestritten haben.

Klar ist: Mit einem genehmigten Bauantrag ist ein solches Grundstück mehr wert als ohne. Wenn mit dem Grundstück nur spekuliert werden sollte, würde die Baugenehmigung aber irgendwann erlöschen. Positive Bauvorbescheide und Baugenehmigungen gelten nur für drei Jahre.

Hines

Der US-Investor Hines will auf dem Grundstück neben dem Elektronikmarkt Saturn ein Wohnhochhaus errichten. Weil das Hochhaus gegenüber der ursprünglichen Planung an einem anderen Standort entstehen soll, wird dafür aber ein neuer Bebauungsplan nötig. Dieser befindet sich nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im sogenannten Aufstellungsverfahren. Es wird also noch daran gearbeitet.

weiterlesen … Quelle … berliner zeitung

Berlin: Neuer Masterplan Hier könnten die Türme am Alex schrumpfen

Die umstrittene Hochhaus-Planung für den Alexanderplatz soll verändert werden. Wenn es nach Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) geht, sollen die geplanten Türme nicht 150 Meter in den Himmel ragen, sondern sich am etwa 130 Meter hohen Hotel Park Inn orientieren. Das ist jedoch nicht überall problemlos möglich. Ein Überblick über die derzeitige Grundstückssituation:

Das ist der neue Masterplan für den Alexanderplatz. – Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/29628178 ©2018

 

Monarch

Der russische Investor Monarch will neben dem Einkaufszentrum Alexa einen 150 Meter hohen Wohnturm errichten. Der Bezirk Mitte hat dem Investor bereits einen positiven Bauvorbescheid erteilt, womit das Projekt grundsätzlich für genehmigungsfähig erklärt wurde. Der Investor hat bereits einen Bauantrag eingereicht. Damit ist dieses Vorhaben am weitesten von allen Hochhaus-Projekten.

Planungsrechtlich ist der Bau eines Hochhauses an dem Standort möglich. Deswegen dürfte die Genehmigung des Hochhauses schwer zu versagen sein. Ob das Projekt von Monarch tatsächlich realisiert wird, ist aber offen. Marktbeobachter rechnen damit, dass Monarch das Projekt nach Erhalt der Baugenehmigung verkaufen könnte, selbst wenn Projektbeteiligte solche Absichten bisher bestritten haben.

Klar ist: Mit einem genehmigten Bauantrag ist ein solches Grundstück mehr wert als ohne. Wenn mit dem Grundstück nur spekuliert werden sollte, würde die Baugenehmigung aber irgendwann erlöschen. Positive Bauvorbescheide und Baugenehmigungen gelten nur für drei Jahre.

Hines

Der US-Investor Hines will auf dem Grundstück neben dem Elektronikmarkt Saturn ein Wohnhochhaus errichten. Weil das Hochhaus gegenüber der ursprünglichen Planung an einem anderen Standort entstehen soll, wird dafür aber ein neuer Bebauungsplan nötig. Dieser befindet sich nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im sogenannten Aufstellungsverfahren. Es wird also noch daran gearbeitet.

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Darmstadt: Leben in der „Waldvilla“ oder der Sozialwohnung

Der städtebauliche Wettbewerb zur Umwandlung der Darmstädter Cambrai-Fritsch-Kaserne in ein Wohngebiet ist entschieden. Jetzt muss die Stadt das Grundstück aber auch in ihren Besitz bekommen.

Während in der Lincoln-Siedlung einige der früher von amerikanischem Militärpersonal bewohnten Wohnblöcke schon modernisiert und neu vermietet wurden und an anderen Stellen die Bagger den Boden für die nächsten Neubauten ausheben, steht die frühere Cambrai-Fritsch-Kaserne weiterhin leer. Allerdings mehren sich die Zeichen, dass diese 1938 von der Wehrmacht errichtete und 1945 von der amerikanischen Armee übernommene und um die Jefferson-Siedlung erweitere Anlage bald auch ins Eigentum der Stadt übergehen wird. Und dann die Arbeiten für ein neues Wohnquartier beginnen können, in dem in einigen Jahren mehr als 3000 Menschen leben sollen.

Die Verhandlungen mit der Bundesagentur für Immobilienaufgaben (Bima) als Eigentümerin laufen jedenfalls schon seit dem Abzug der Amerikaner im Jahr 2008. Bei diesen Gesprächen hat es die Stadt natürlich nicht belassen. Die Vorbereitungen auf den Beginn der Konversion sind schon so weit gediehen, dass Baudezernentin Barbara Boczek (Die Grünen) eine ziemlich genaue Vorstellung haben dürfte, wie das „Neue Quartier Ludwigshöhe“ einmal aussehen wird.

Vermutlich so ähnlich, wie es das Büro AS+P Albert Speer + Partner aus Frankfurt geplant haben. Sie sind aus dem städtebaulichen und landschaftsplanerischen Realisierungswettbewerb für die 34 Hektar große Fläche zwischen den Stadtteilen Bessungen und Eberstadt, den die Stadt durchgeführt hat, als Sieger hervorgegangen. Insgesamt vergab die Jury vor wenigen Tagen in dem Wettbewerb, an dem sich 16 Büros beteiligt hatten, vier Preise und tätigte einige Ankäufe. Die Entscheidung für Albert Speer und Partner fiel knapp mit einer Stimme Unterschied zu den folgenden Preisträgern.

Wie Boczek mitteilte, ist nach der Entscheidung des Preisgerichts vorgesehen, den Sieger mit der Überarbeitung seines Entwurfs „unter Würdigung der Empfehlung des Preisgerichts“ zu beauftragen. Diese Überarbeitung werde anschließend dem Magistrat und den Stadtverordneten zum Beschluss vorgelegt und diene als Grundlage für die Erarbeitung eines Bebauungsplans. Das Areal solle zügig entwickelt werden, sagte die Baudezernentin. Doch dazu müsse das Gelände erst einmal von der Bima erworben werden. „Die Verhandlungen laufen, ein Vertreter der Bima war am Preisgericht beteiligt.“

Cambrai-Fritsch und Jefferson liegen der Lincoln-Siedlungen quasi gegenüber. Für Darmstadt handelt es sich bei der Fläche um ein städtebauliches Filetstück. Und das nicht nur, weil die Stadt keine zusammenhängenden Bauflächen dieser Größenordnung mehr hat. Das Areal etwas abseits der Heidelberger Landstraße befindet sich mitten im Grünen und bildet den Lückenschluss zwischen dem reizvollen Stadtteil Bessungen und der Villenkolonie Eberstadt. Anders als bei Lincoln stehen einige der Bestandsgebäude der Cambrai-Fritsch-Kaserne unter Denkmalschutz, so dass die Chance besteht, diese historischen Bauten in das neu zu bauende Quartier zu integrieren.

kompletten Artikel weiterlesen … Quelle … Frankfurter Allgemeine