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„Kreuzmitte“: Mieten verdoppelt – Mieterverein: Zeigt den Miethaien klare Kante

Die Deutsche Wohnen setzt mit ihrer knallharten Modernisierungsstrategie die Berliner Politik unter Druck. Nachdem die Berliner Zeitung am Montag aus einer internen Präsentation des Wohnungsunternehmens zitiert hatte, in der für ein Kreuzberger Wohngebiet („Kreuzmitte“) mittelfristig eine Verdoppelung der Miete vorhergesagt wird, werden Forderungen nach Konsequenzen laut.

„Einmal mehr bestätigt die Deutsche Wohnen ihren Ruf als ausschließlich renditeorientiertes Unternehmen, das knallhart auf Kosten der Mieter agiert, um seine Investoren zu befriedigen“, erklärte Wibke Werner, die stellvertretenden Geschäftsführerin des Berliner Mietervereins (BMV). Auf Einsicht könne man bei dem Unternehmen nicht hoffen, daher sei jetzt der Gesetzgeber gefragt.

Wie berichtet, beschreibt die Deutsche Wohnen in der Präsentation, die sich an Investoren richtet, dass sie in den nächsten drei Jahren rund 94 Millionen Euro in Kreuzmitte investieren will. Zu Kreuzmitte zählt das Unternehmen die Otto-Suhr-Siedlung sowie die benachbarte Spring-Siedlung in der Nähe des Bezirks Mitte. Die Investitionen werden laut Deutscher Wohnen zu einer deutlichen Aufwertung des Gebiets führen, in dem zurzeit eine Miete von rund 6 Euro je Quadratmeter gezahlt werde. Die erwartete Marktmiete, also die Miete beim Abschluss neuer Verträge, werde sich mittelfristig auf 11 bis 12 Euro je Quadratmeter (kalt) erhöhen.

Milieuschutz soll kommen

Auf Nachfrage erklärte Deutsche-Wohnen-Sprecher Marko Rosteck: „Wie viele weitere Akteure auf dem Wohnungsmarkt halten auch wir es für möglich, dass in Kreuzberg sehr langfristig eine Marktmiete von 11-12 Euro aufgerufen werden könnte.“ An der Kritik ändert das nichts. „Die Aussagen in der Präsentation der Deutschen Wohnen sind einmal mehr Beleg dafür, dass dringend Handlungsbedarf für eine gesetzliche Änderung der Modernisierung gegeben ist“, sagte Wibke Werner vom Mieterverein.

Die jetzige Mieterhöhungsmöglichkeit nach einer Modernisierung, wonach Vermieter die Miete um 11 Prozent der Investitionskosten erhöhen dürfen, müsse beseitigt werden. Sie sollte durch eine Zulage ersetzt werden, die sich an der erzielten Energieeffizienz orientiere. „Nur so kann vermieden werden, dass die Mieterhöhung nach einer Modernisierung für eine Verdrängung von Mietern missbraucht wird“, so Wibke Werner.

„Von der Berliner Politik erwarten wir, dass klare Kante gegenüber der Deutschen Wohnen gezeigt wird, dort wo Einwirkungsmöglichkeiten bestehen“, fordert Werner. Es gebe derzeit Vorbereitungen, um das Viertel rund um die Otto-Suhr-Siedlung als Milieuschutzgebiet auszuweisen. „Die Pläne der Deutschen Wohnen zeigen, dass die Zeit rennt und die Ausweisung des Milieuschutzgebietes zügig vorangetrieben werden sollte“, so Werner.

Genehmigungen stehen aus

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