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Aufstand gegen Zalando-Pläne

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Mit einem riesigen Paukenschlag verkündete der Internet-Riese Zalando am Mittwoch: Ja, es stimmt. Wir ziehen auf die Cuvry-Brache. Doch glücklich über diese Ende des jahrelangen Tauziehens um das geschichtsträchtige Gelände in Kreuzberg ist bis den Grundstückeigentümer und natürlich Zalando niemand. Jetzt wird im Kiez der Aufstand geprobt.

Auf dem 10.000 Quadratmeter großen Wassergrundstück an der Spree will das Versandunternehmen satte 34.000 Quadratmeter Büroflächen errichten, allein in diesem Jahr 1000 neue Mitarbeiter in der Hauptstadt einstellen. Doch jetzt gehen die Anwohner rund um das Filetgrundstück auf die Barrikaden.

„Wenn die glauben, dass sie hier ganz entspannt neue Bürobunker bauen können, haben sie sich geschnitten“, sagt ein Kreuzberger aus der autonomen Szene. Farbbeutelwürfe, Vandalismus oder sogar Brandanschläge auf Baufahrzeuge oder den Rohbau seien „ja wohl völlig gerechtfertigt“, so der Mann weiter.

Anwohner Christian K. hält zwar nichts von solchen Methoden. Doch auch der 47-jährige Architekt ist gegen die Zalando-Pläne: „Grünflächen und einen Park für alle, das wollten wir hier!“ Auch mit „bezahlbaren und preisgebundenen Wohnungen“ hätte sich der Mann „arrangieren können.“

„Bezahlbares Wohnen, dazu eine Kita, dies war auch alles so zwischen Investor und Senat abgesprochen“, sagt der Friedrichain-Kreuzberger SPD-Abgeordnete Sven Heinemann. „Dass nun der Investor ältere Pläne durchsetzt, in denen diese Punkte nicht relevant waren, ist nicht in Ordnung.“

Auch Anwohner Ralf H. hält die jetzt beschlossenen Pläne für „das denkbar schlechteste Szenario.“ Den 49-jährigen Grafiker stört, dass „wir Anwohner letztlich überhaupt nicht berücksichtigt wurden.“„Deren Mitsprache wäre wichtig gewesen“, sagt Julian Schwarze, Sprecher der Grünen-Fraktion im Bezirksparlament.

Wohnen, arbeiten, leben – das habe man sich für das Areal gewünscht. „Oder, dass das Grundstück zu eine für alle Bürger zugängliche Grünfläche wird“, sagt Schwarze. „Nun müssen wir wohl oder übel die Tatsachen zur Kenntnis nehmen.“

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