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Diese deutsche Stadt gerät ins Visier der Superreichen

Trotz Warnungen machen Käufer weiter Jagd auf Luxusobjekte in Großstädten. Eine Analyse zeigt, wo genau die Multimillionäre investieren. Eine deutsche Stadt gerät in den Fokus. Es ist nicht München.

 

Die Sorgen vor einer Überhitzung auf dem Immobilienmarkt nehmen weiter zu. Erst vor wenigen Wochen sorgte ein Gutachten aus der Immobilienwirtschaft für Aufregung: Die Preise in vielen Großstädten seien viel zu hoch, um über die erzielbaren Mieten wieder eingespielt werden zu können, hieß es darin.

Während bei normalen Käufern und Eigentümern die Zweifel wachsen, gibt sich eine erlesene Gruppe von Immobilienkäufern unbeirrt und strebt weiterhin in die edelsten Lagen der Topmetropolen: die „Ultra High Net Worth Individuals“ (UHNWI). Dabei handelt es sich um wohlhabende Anleger aus dem In- und Ausland mit einem Vermögen von mehr als 30 Millionen Dollar.

Diese ganz spezielle Käufergemeinde wird regelmäßig von dem internationalen Beratungsunternehmen Knight Frank durchleuchtet. Heraus kommt dabei der „Wealth Report“, den Knight Frank jedes Jahr aus der Befragung wohlhabender Anleger und der Analyse Dutzender Immobilienmärkte weltweit erstellt. Der Kompass zeigt zwar die Denkrichtung reicher Immobilienkäufer an, lässt aber interessante Schlüsse auch für Normalanleger zu.

Berlin rückt in den Fokus der Multimillionäre

So suchen die oberen Zehntausend unter den Hauskäufern rund um den Globus nach einer bestimmten Art von Stadtvierteln, die eine vielversprechende Entwicklung vor sich haben könnten. Je nach Land gelten dabei unterschiedliche Kriterien. Mal steht die Sicherheit im Vordergrund, mal die Lebendigkeit eines Quartiers. Der Preis hingegen ist meistens Nebensache.

Das erste Mal in der Geschichte des Reports ist nun die deutsche Hauptstadt in der Liste der beobachteten Standorte aufgetaucht. „Berlin ist ein Vorbild in Sachen erfolgreicher Erneuerung“, heißt es in dem Report. Hervorgehoben werden die Stadtteile Mitte, Kreuzberg und Friedrichshain – als „Horte der Kreativen“.

„In den letzten Jahren hat es eine explosionsartige Entwicklung bei Start-up-Unternehmen mit mehr als 40.000 Gründungen pro Jahr gegeben“, hält der Report fest. Dabei seien die Lebenshaltungskosten im internationalen Vergleich weiterhin niedrig. Und die Hälfte der Berlinzuwanderer komme inzwischen aus dem Ausland, was für die Wohlhabenden ein besonderer Pluspunkt sei.

Die Hauptstadt überholt auf Anhieb München

Für dieses und die nächsten Jahre stehe Berlin deshalb unter besonderer Beobachtung der Analysten von Knight Frank – neben Städten wie Miami, Mexico City, Melbourne oder Bangalore in Indien. Im Prime International Residential Index (PIRI), einer Liste der 100 Topstandorte weltweit, liegt Berlin wegen stark gestiegener Preise schon vor Frankfurt/Main und sogar München, wo es normalerweise die reichen Anleger hinzieht.

Der PIRI-Index von Knight Frank stellt die Entwicklung im Zweitwohnungsmarkt im Luxusbereich dar. Denn der typische Multimillionär sucht nicht unbedingt eine dauerhafte Bleibe für sich selbst in den Metropolen, sondern er will eine gut funktionierende Geldanlage. In dem betreffenden Segment stiegen in Berlin die Preise im vergangenen Jahr um 8,7 Prozent pro Quadratmeter. In München waren es acht Prozent. Deutlich stärkere Aufschläge gab es in Shanghai mit 27,4 Prozent Preisanstieg und in Amsterdam mit 10,1 Prozent. In Moskau dagegen gab es einen Rückgang um mehr als elf Prozent.

Auch die Onlineplattform Luxuryestate.com verzeichnet eine hohe Nachfrage nach Luxus in der Hauptstadt. Eine Auswertung des Verhältnisses von Nutzeranfragen zum Angebot im entsprechenden Segment habe ergeben: Berlin ist inzwischen stärker gefragt als Frankfurt (Platz zwei), Hamburg und München. So nähmen Investoren in der Hauptstadt im Schnitt eine halbe Million Euro mehr in die Hand als für Münchner Luxusimmobilien (2,6 Millionen Euro versus 2,2 Millionen Euro). 56 Prozent der Kaufinteressenten suchten in Berlin nach edlen Apartments, meldet das Portal.

18.200 Euro für einen Quadratmeter Wohnung

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