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Die Innenstädte den Reichen

Seit Jahren steigen die Wohnkosten, vor allem in attraktiven Innenstädten Nordrhein-Westfalens. Eine Wohnung zu kaufen, war früher ein Lebensziel, heute ist es oft nur noch ein Traum. Wer mietet, muss einen immer höheren Anteil seines Gehalts dafür einplanen. Ein Ende der Spirale ist nicht in Sicht. In vielen Städten fehlt zunehmend bezahlbarer Wohnraum.
Dieter Könnes hakt nach.

Luxussanierungen

In vielen Städten Nordrhein-Westfalens explodieren seit Jahren die Wohnkosten. Investoren kaufen die Häuser ganzer Straßenzüge auf und sanieren sie zu Luxus-Objekten. Die Mieter werden dabei oft zum Auszug gedrängt. Wer bleibt, muss Baulärm und Kernsanierung ertragen – und die anschließende Mieterhöhung. Denn die folgt meist prompt auf die Sanierung. Passiert dies in mehreren Gebäuden eines Viertels, wird das zu einem Problem für alle Anwohner in der Umgebung. Grund: Der Mietspiegel des gesamten Viertels wird durch die Mieterhöhungen der luxussanierten Häuser in die Höhe getrieben. Denn der Mietspiegel ist der Richtwert für alle Vermieter bei der Berechnung der Miete.

Problemfall sozialer Wohnungsbau

Viele Städte haben den sozialen Wohnungsbau in der Vergangenheit zurückgefahren. Wer sozialen Wohnraum baut, schafft Platz für Menschen, denen die Stadt im Zweifel die Miete und andere Sozialleistungen bezahlen muss. Gutsituierte Arbeitnehmer hingegen bringen der Stadt Geld, indem sie zum Beispiel Einkommensteuer zahlen.

Der Bestand an Sozialwohnungen ist in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen fünf Jahren um über 50.000 geschrumpft. In NRW gab es im vergangenen Jahr nur noch knapp 477.000 Sozialwohnungen. Im Vergleich zum Höchststand, 1979, ist das weniger als ein Drittel von einst über 1,6 Millionen Sozialwohnungen.

Was bedeutet es für mich als Mieter, wenn meine Wohnung modernisiert wird?

Drei Monate müssen Mieter Modernisierungsarbeiten dulden, ehe die Miete gemindert werden kann. Allerdings trifft das nur zu, wenn das Gebäude energetisch saniert wird. Die Kosten einer solchen Maßnahme dürfen auf die Miete umgelegt werden. Bis zu 11 Prozent der Gesamtkosten darf der Vermieter pro Jahr auf die Jahresmiete aufschlagen. Von der Reform unberührt bleiben andere Baumaßnahmen. Ist zum Beispiel ein Zimmer aufgrund von Bauarbeiten lange nicht nutzbar, kann dies nach wie vor ein Grund für eine Mietminderung sein. Bei Mietrechtsfragen handelt es sich oft um komplizierte juristische Sachverhalte, die individuell geklärt werden müssen. Daher empfiehlt es sich, in Streitfällen einen Anwalt um Rat zu fragen.

Quelle: http://www1.wdr.de/fernsehen/servicezeit/sendungen/innenstaedte-den-reichen-100.html

 

 

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