big-berlin.land

Platzt sie oder platzt sie nicht?

Gekauft wird heute nur, um morgen teurer zu verkaufen: Die Angst vor einer Immobilienblase ist groß. Doch manches spricht dagegen, dass der Wohnungsmarkt zusammenbricht.

Die Geschichte der Immobilienblasen beginnt im siebten Jahrhundert vor Christus, im heutigen Anatolien. Dort herrschte König Midas, der – wie sein Namensvetter aus den griechischen Sagen – für seinen Reichtum berühmt war. Weil Gold und Silber damals knapp waren, vermehrte Midas sein Vermögen mit einem Trick: Er ließ den Metallgehalt der Münzen reduzieren, was für eine Geldflut auf den anatolischen Märkten sorgte. Dieser vermeintliche Wohlstand löste einen massenhaften Ansturm auf Villen und Landhäuser aus: Die Preise schossen erst in den Himmel und stürzten dann wieder ab, als der Münzbetrug aufflog. Die erste Immobilienblase war entstanden.

Der König Midas des 21. Jahrhunderts heißt für viele Kritiker Mario Draghi. Sie glauben, dass der Chef der Europäischen Zentralbank die Fehler aus der Antike wiederholt: Die zu starke Ausweitung der Geldmenge, verbunden mit historisch niedrigen Zinsen, führe früher oder später zu einer Immobilienblase.

Schon seit einiger Zeit streiten Ökonomen und Anleger über die Frage: Wie real ist diese Gefahr einer Immobilienblase für Deutschland? Erst in der vergangenen Woche veröffentlichte der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) sein jährliches Frühjahrsgutachten. Der Tenor: Vorbei ist die Zeit scheinbar unbegrenzt steigender Preise in Städten wie München, Hamburg oder Köln.

Indiz: Der Boom erreicht das Umland

Die Kaufpreise dort seien schon heute weit überzogen, in München etwa um 75 Prozent. Das Limit sei erreicht – auch weil die Mieten den Kaufpreisen hinterherhinken: “Seit nunmehr fünf Jahren in Folge steigen die Kaufpreise relativ stärker als die Mieten, was allgemein die Sorge um eine Immobilienblase wachsen lässt”, heißt es im Gutachten. Die Logik dahinter: Wenn die Kosten einer Wohnung deutlich schneller steigen als die Rendite durch Mieteinnahmen, ist das ein Indiz für reine Spekulationskäufe. Gekauft wird heute nur, um morgen teurer zu verkaufen.

Unter den Ökonomen ist man bei der Frage nach einer Immobilienblase gespalten. Zu den Warnern gehört etwa Karl-Werner Hansmann, emeritierter Wirtschaftsprofessor der Universität Hamburg. Er sagt: “Wir befinden uns längst in einer Immobilienblase.”

Weiterlesen http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-02/immobilienblase-deutschland-wohnungsmarkt-zusammenbruch-prognose?utm_content=zeitde_redpost_zon_link_sf&utm_campaign=ref&utm_source=facebook_zonaudev_int&utm_term=facebook_zonaudev_int&utm_medium=sm&wt_zmc=sm.int.zonaudev.facebook.ref.zeitde.redpost_zon.link.sf

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.