big-berlin.land

Büroklötze statt Cuvrybrache

Wohnungspläne gescheitert

 

»Wir haben die Erlaubnis, Steine ins Wasser zu werfen«, sagt Investor Artur Süsskind vergnügt am Telefon. »Ende des Monats beginnen wir mit dem Aushub der Baugrube.« Die Steine sollen verhindern, dass sich die Spree einen Weg in das direkt am Ufer entstehende Loch bahnt. Damit sind die Pläne für Wohnungsbau auf dem Areal an der Schlesischen Straße in Kreuzberg endgültig ad acta gelegt.

Stattdessen realisiert Süsskind mit seiner Firma Terra-Contor das Projekt Cuvryhöfe, für das der ehemalige Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) bereits 2002 die Baugenehmigung erteilt hatte. Es besteht aus zwei massiven siebenstöckigen Gebäuderiegeln, die sich v-förmig von der Straße Richtung Ufer öffnen. Auf 40.000 oberirdischen und 10.000 unterirdischen Quadratmetern sollen Büros, Gewerbeflächen, ein Hotel sowie eine Tiefgarage untergebracht werden. Wie auch bei anderen Projekten kümmerte sich Strieder auch um den Fortgang dieses Projekts im Investorenauftrag. Persönlich studierte er die Baugenehmigung im bezirklichen Bauamt.

»Kreuzberg und speziell der Wrangelkiez wird heftig darunter leiden und für die Stadt wird die große Chance verspielt, ein Kreuzberger Spreeufer für alle wahr werden zu lassen«, sagt Anwohner Magnus Hengge. Er engagiert sich in der Stadtteilinitiative »Bizim Kiez – Unser Kiez«, die seit geraumer Zeit gegen Verdrängung kämpft. »Wir werden uns klar als Gegner des Projekts positionieren«, sagt er. »Das Areal soll zur Lösung von Problemen im Sozialraum genutzt werden und nicht zur Schaffung von mehr Verdrängung und Touristifizierung«, so die Ansicht von Bizim Kiez. Eine Arbeitsgruppe zum Thema sei in Gründung.

Nach jahrelangem Stillstand stellte Süsskind 2013 neue Pläne vor. Statt Büros sollten 250 Wohnungen entstehen, statt sechs sollten die Gebäude 20 Meter Abstand zum Ufer halten. Die auf der Brache etablierte Hüttensiedlung, wurde nach einem Brand im Jahr 2014 geräumt. Für Süsskind war im Frühjahr 2016 Schluss mit den Plänen, als statt zehn Prozent, wie ursprünglich angeboten, ein Viertel der Wohnungen preisgebunden vergeben sollte. Die Rendite stimmte nicht mehr.

 

weiterlesen  https://www.neues-deutschland.de/artikel/1028646.buerokloetze-statt-cuvrybrache.html

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.