big-berlin.land

Die letzten Bewohner verlassen die Kolonie Oeynhausen

Kleingärtner der Kolonie Oeynhausen haben sich mit der Groth-Gruppe geeinigt. Auf dem Areal sollen insgesamt 900 Wohnungen entstehen.

Die letzten Dauerbewohner der Kleingartenkolonie Oeynhausen, Sylvia und Klaus Meißner, haben sich mit der Groth-Gruppe geeinigt. Mit einem von der Groth-Gruppe zur Verfügung gestellten zinslosen Darlehen in Höhe von 70.000 Euro hat sich das Paar nach eigener Auskunft ein Häuschen in Karstädt bei Ludwigslust in Mecklenburg gekauft, das es selbst renovieren wird. Schon in Kürze soll der Auszug aus dem orangefarbenen Häuschen auf dem früheren Kleingartengelände an der Forckenbeckstraße 67 in Schmargendorf sein. “Wir haben die Pächter bei der Suche nach einem neuen Zuhause unterstützt und sind sehr froh, dass wir uns auf diesem Weg geeinigt haben”, sagte Anette Mischler, Sprecherin der Groth-Gruppe.

Rentner Klaus Meißner hatte das Grundstück mit dem Häuschen, wie berichtet, vor 57 Jahren von seinem Onkel übernommen. Dieser hatte das Haus 1936 ausgebaut, damals sei Wohnraum in Berlin so knapp gewesen, dass vielen Kleingärtnern erlaubt worden sei, ihre Lauben zu dauerhaften Wohnhäusern umzubauen. Schon für den Ausbau der Forckenbeckstraße war allerdings ein Teil des Gartens abgezwackt worden. Und jetzt steht das Grundstück den Bauplänen des Unternehmens Groth im Wege. Mit der Einigung mit den letzten Dauerbewohnern kann das geplante Bauprojekt starten. “Wir werden Ende September ausziehen”, bestätigte Klaus Meißner am Dienstag der Berliner Morgenpost.

Im nächsten Jahr soll der Wohnungsbau starten

Noch stehen die vertrockneten Sonnenblumen auf dem Baugrundstück an der Forckenbeckstraße. Ende Januar waren die Bagger angerückt und hatten begonnen, 150 Lauben abzureißen. Das war die Hälfte der Lauben, die auf dem Groth-Grundstück standen. Die andere Hälfte darf bleiben. In einem Kompromiss mit dem Bezirksamt hatte sich die Groth-Gruppe dazu bereit erklärt, wenn sie auf der Hälfte des Grundstücks entsprechend höher bauen darf. Noch gibt es keine Baugenehmigung, aber rund 900 Wohnungen sollen dort auf dem 46.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen.

Momentan wird der Bebauungsplan überarbeitet. “Wenn alles planmäßig läuft, können wir noch in diesem Jahr mit der Erschließung beginnen und im ersten Quartal 2017 mit den Hochbauarbeiten”, so die Sprecherin der Groth-Gruppe. Der Architekten-Wettbewerb laufe noch.

Ebenfalls bereits abgestimmt mit der Groth-Gruppe ist nach Auskunft des Bezirksverbands der Kleingärtner der Zeitplan für die Räumung der Kleingärten, die für die neue Kita am Rosenweg weichen müssen. Den dortigen Pächtern seien auf dem Kleingartengelände bereits Ersatzgärten angeboten worden. Möglichst noch in diesem Jahr soll auch mit dem Bau des neuen Vereinsheims begonnen werden. Die Kleingärtner wollen es in Eigenregie errichten. Als Entschädigung für das alte Vereinsheim und das dort verlegte Stromnetz zahlt die Groth-Gruppe nach Angaben der Kleingärtner 160.000 Euro.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.