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Die DDR heißt jetzt GESOBAU

Es war eine Forderung des Mietenvolksentscheides, die in das Berliner Wohnraumversorgungsgesetz aufgenommen wurde: Bei jedem landeseigenen Wohnungsunternehmen wird ein Mieterrat zur Beteiligung der Mieterschaft an Unternehmensentscheidungen eingerichtet.
„Die Mieterräte“, so steht es im Gesetz, „befassen sich mit und nehmen Stellung insbesondere zu den Unternehmensplanungen bei den Neubau-, Modernisierungs- und Instandsetzungsprogrammen, bei der Quartiersentwicklung sowie bei Gemeinschaftseinrichtungen und erhalten die dazu erforderlichen Informationen.“

Toll, dachte sich der Pankower GESOBAU-Mieter Tilo Trinks, hier kann ich mich einbringen. Trinks engagiert sich seit längerem nicht nur für die eigenen Belange, sondern auch für andere modernisierungsbetroffene Mieter und ist Gründungsmitglied des „Pankower Mieterprotest“. In dieser Bürgerinitiative haben sich Betroffene von Sanierungsauswüchsen und Mietpreistreiberei zusammengefunden, um auf Fehlentwicklungen in der Wohnungs- und Mietenpolitik hinzuweisen und Alternativen zu diskutieren.

Also schickte er seine Bewerbung in Richtung GESOBAU ab und harrte der Dinge die da kommen mochten.

Und sie kamen. In Form eines Briefes.

Sehr geehrter Herr Trinks,
Sie haben sich um eine Kandidatur für den GESOBAU-Mieterrat beworben. der dieses Jahr zum ersten Mal gewählt wird. Vielen herzlichen Dank dafür! Die unabhängige Wahlkommission hat Ihre Bewerbung geprüft und entschieden, dass Sie nicht als Kandidatin bzw. als Kandidat zugelassen werden können. Nach $ 53. Absatz 4 der Wahlordnung zur Bildung von Mieterräten bei der GESOBAU AG im Sinne des Artikel 2 55 6 und 7 WoVG Bln kann die Wahlkommission Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl zum Mieterrat ausschließen, sofern in der Person schwerwiegende Verstöße gegen das friedliche Zusammenleben oder gegen die Hausordnung oder nachhaltige Vertetzungen der mietvertraglichen Pflichten vorliegen. lhr Ausschluss beruht auf dem Vorliegen einer der zuvor genannten Kriterien.

Um dann – wie zum Hohn – zu schließen:

Als Mieter und Wähler sind Sie natürlich herzlich willkommen, die anderen Kandidaten in Augenschein zu nehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre GESOBAU-Wahlkommission

„Zweifelhafte Kandidaturen“

 

Weiterlesen http://www.prenzlberger-stimme.de/?p=104651

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