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Verheddert in alten Netzwerken

Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel sieht sich wieder mit Filzvorwürfen konfrontiert. Er lädt selbst dazu ein

 

Andreas Geisel (SPD) ist ein unprätentiöser Politiker. Ganz allein, ohne Entourage, begrüßt der Senator für Stadtentwicklung die Gäste seines Sommerfestes mit Handschlag. Das ist das eine Gesicht des Sozialdemokraten. Volksnah ist der Mann aus Lichtenberg.

Bei der Veranstaltung fällt Besuchern die Diashow auf. Geisel beim Streicheln von Kinderköpfen, beim Setzen erster Spatenstiche, Geisel auf Baustellen, Geisel im Kreise von Planern. Ein Senator, der alles macht. Dessen Ressort für die wichtigsten Zukunftsthemen der Stadt verantwortlich zeichnet. Der Erbe von Leuten wie Peter Strieder. Strieder war derjenige, der Ende der 90er-Jahre die Megabehörde zusammenbaute und den sie Supersenator nannten.

Geisel, den früheren Bezirksbürgermeister von Lichtenberg, und Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen hat Michael Müller Ende 2014 in den Senat geholt, als er Regierender Bürgermeister wurde. Sie sind seine Verbündeten. Weil der 50-jährige Geisel in seinem Bezirk schon Erfahrungen mit der wachsenden Stadt gemacht hat, holte ihn Müller als seinen Nachfolger an der Spitze der Stadtentwicklungsverwaltung. Der Diplom-Ökonom aus Ost-Berlin ist seither omnipräsent. Zumal Müller den Wohnungsbau zum zentralen Thema für die SPD ausgerufen hat. Daraus ergibt sich für den zuständigen Senator eine besondere Rolle. Geisel stürzte sich in die neue Aufgabe als Chef von 2000 Mitarbeitern und zwei Milliarden Euro Budget. Aber nach anderthalb Jahren häufen sich die Widerstände für den selbstbewussten Politiker, der nach dem Fall der Mauer bei der Unternehmensberatung PWC das ABC des Kapitalismus erlernt hatte.

Jetzt steigt der Druck: Geisel verheddert sich immer wieder in den Fallstricken der alten Berliner Netzwerke. Es fehle ihm an Gefühl für “good governance”, also für die Regeln guten Regierens, so ein Parteifreund. Ein Gefühl, das gerade für einen Senator in der korruptionsanfälligen Bauszene unabdingbar ist.

Parteispenden hinterließen einen Nachgeschmack

 

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