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Hartz-IV-Empfängern reicht das Geld zum Wohnen nicht

Die wahre Miete von Mietwohnungen in Berlin weicht immer stärker von den Mieten laut Mietspiegel ab.

Bei 120.000 Hartz-IV-Haushalten in Berlin decken die bewilligten Wohnkostenerstattungen nicht die tatsächlichen Kosten.

Seit einem Jahr regelt in Berlin die neue “Aufwendungsverordnung Wohnen” (AV Wohnen), wie viel Geld Hartz-IV-Empfängern zur Deckung ihrer Wohnkosten zugesprochen wird. Mehrere Gerichtsinstanzen hatten die alte Regelung zuvor für ungültig erklärt. Doch die Situation für die gut 300.000 Berliner Bedarfsgemeinschaften hat sich dadurch nicht verbessert. Das geht aus den Zahlen hervor, die Sigmar Gude, Leiter des Stadtforschungsinstituts Topos, am Donnerstag vorgelegt hat. Demnach hat sich die Zahl der Haushalte, denen die Zuzahlungen zu ihren Wohnkosten nicht ausreichen, sogar deutlich erhöht.

Aktuell haben 288.500 Berliner Bedarfsgemeinschaften, in denen rund 550.000 Menschen leben, Anspruch auf Leistungen zur Deckung ihrer Wohn- und Heizkosten. Bei 120.540 von ihnen – das sind 41,7 Prozent – liegen die Nettokaltmieten jedoch auch nach der derzeit gültigen AV Wohnen über den Richtsätzen. 2014 waren es nach Angaben von Topos noch 75.000 Hartz-IV-Haushalte.

“Die Steigerung zeigt, dass die Regeln, nach denen die Höhe der Mietkostenzuschüsse ermittelt werden, mehr denn je nicht mit der Realität auf dem Mietenmarkt einhergehen”, so Gude. So legt die Verwaltung von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) Nettokaltmieten von 5,33 bis 5,71 Euro je Quadratmeter und Monat zugrunde.

Verwaltung legt nicht wahre Mieten zugrunde, sondern Mieten laut Mietspiegel

Tatsächlich liege die Miete, die die Bedarfshaushalte zahlen, durchschnittlich bei 7,47 Euro und damit rund zwei Euro höher. “Hauptproblem ist, dass die Senatsverwaltung nicht die realen Mieten, sondern die amtlichen Mietspiegelwerte zugrunde legt”, so der Wissenschaftler. Dieser weise aber deutlich niedrigere Mieten aus, als am Markt gefordert würden.

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