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Berlin entgehen Grunderwerbssteuern in Milliardenhöhe

Wer eine Immobilie kauft, muss dafür eine Grunderwerbssteuer zahlen – normalerweise. Doch gerade bei großen Immobiliengeschäften kann diese Steuer umgangen werden. Und das sogar ganz legal. Dem Land Berlin ist dadurch in den vergangenen zehn Jahren ein Vermögen an Steuern entgangen.

Sogenannte Share Deals im Immobilienhandel verursachen im Land Berlin Steuerausfälle in Milliardenhöhe. Große Immobilienfirmen zahlen dabei keinen Cent Grunderwerbssteuer, weil sie die Grundstücke zuvor in eine Gesellschaft überführen und diese Gesellschaften dann steuerfrei veräußern können. Nach einer Recherche des rbb beliefen sich diese Geschäfte allein in den vergangenen fünf Jahren auf geschätzte 13 Milliarden Euro. Dem Land Berlin entgingen in diesem Zeitraum demnach 690 Millionen Euro an Grunderwerbssteuern.

Bereits seit zehn Jahren schon wird das Steuerprivileg immer stärker genutzt, wobei die Steuerausfälle hier die Milliardengrenze überschreiten. Für Immobilienkäufe gilt in Berlin normalerweise eine Grunderwerbsteuer von 6 Prozent.

Steuergewerkschaft kritisiert Privileg

Besonders Filetgrundstücke wie das Ku’damm-Karree werden als Share Deals veräußert. Das Ku’damm-Karree hat in den vergangenen Jahren vier Mal seinen Besitzer gewechselt und immer sind es weltweit agierende Immobilienkonzerne: db-Real-Estate, Fortress, Ballymore Properties und aktuell Cells Bauwelt GmbH. Zumindest beim letzten Verkauf des Millionenprojekts wechselte die Immobilie grunderwerbsteuerfrei den Besitzer.

Und so funktioniert das Modell: Wenn die Gesellschaft zu maximal 95 Prozent verkauft wird, ist das mitverkaufte Grundstück von der Grunderwerbsteuer befreit. Fünf Jahre später dürfen auch die übrigen 5 Prozent steuerfrei den Besitzer wechseln. Das ganze laufe “kaskadenförmig” ab und entziehe sich in der Regel den Möglichkeiten der Steuerfahndung, erklärte Thomas Eigenthaler, Chef der Deutschen Steuergewerkschaft (DSTG) dem rbb. Er kritisierte das Steuerprivileg, weil es gegen den Grundsatz der “gleichmäßigen Besteuerung” verstoße “und das auch noch zu Lasten der öffentlichen Hand”.

 

Spiel von Hase und Igel für Steuerfahnder

 

Weiter lesen  http://www.rbb-online.de/wirtschaft/beitrag/2016/05/milliarden-steuerausfaelle-durch-share-deals-in-berlin.html

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