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Die abgrundtiefe Hässlichkeit der Berliner Shopping-Malls

 

Charakterlose Klötze mit immer gleichen Läden verschandeln die Stadt. Warum werden noch mehr gebaut? Eine Kolumne von Nina Paulsen.

Dass sich über Geschmack nicht streiten lässt, ist eine Lebensweisheit. Trotzdem kommt immer auch mal der Zeitpunkt, an dem man mit solchen Regeln brechen muss – in diesem Fall: jetzt.

Der Grund: Berlin bekommt eine neue Shopping-Mall. Hurra! Immerhin haben wir ja noch nicht genug, gerade mal 60 Einkaufscenter gibt es in dieser Stadt, das ist ja nicht mehr auszuhalten. Jetzt also noch eines, in Friedrichshain auf dem Areal neben der East Side Gallery.

120 Geschäfte sind geplant, natürlich auch Gastronomie und ein Supermarkt. Da es extrem viele Touristen in der Gegend gibt, viele Hostels und Hotels, ist das ganze aus wirtschaftlicher Sicht sicherlich nicht dumm. Aber wenn man jetzt mal aus ästhetischer und rein geschmacklicher Sicht argumentiert, fällt mir eigentlich nur noch eines ein: Geht’s noch?

“Rosafarbener Kotzbrocken” – ein passender Spitzname

Viele der Berliner Shopping-Malls sind potthässlich. Das Alexa zum Beispiel, das übrigens gerade mal 2,5 Kilometer Luftlinie von der neuen Mall entfernt liegt: ein Alptraum in Schweinchenrosa, der durch ein paar total abgefahrene Art-Déco-Elemente noch gruseliger aussieht. Den Spitznamen “rosafarbener Kotzbrocken” trägt das Gebäude völlig zu recht.

Verstörend ist auch das Shoppingcenter Eastgate in Marzahn-Hellersdorf. Das Haus ist in einen futuristischen Metalllappen eingewickelt. Und sieht damit wie die städtebauliche Variante des Döners aus.

Auch unschön: das Märkische Zentrum in Reinickendorf. Beim Anblick der hell-türkis-grünen Lamellenfassade wartet man nur darauf, dass das Telefon klingelt, die 80er-Jahre anrufen und fordern, man möge ihnen endlich ihr Design zurückgeben.

Beim Gesundbrunnencenter wurde dagegen ganz auf Gestaltung verzichtet und einfach ganz viel Glas und ein bisschen Metall verbaut. Warum auch kreativ werden?

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