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Aufstand im ehemaligen Alliiertenviertel in Westend

Abriss und Neubau für die wachsende Stadt: Die Deutsche Wohnen will ihre Siedlung am Dickensweg in Westend massiv erweitern – doch die Mieter wehren sich erbittert.

 

Schatten legen sich über die einfachen Fassaden der früheren Soldatenheime. Und aus allen Eingangstüren treten Bewohner hinaus in ihre gepflegten Gärten, eilen einer Konferenz in der Aula der Charles-Dickens-Grundschule entgegen, bei der es darum gehen wird, ob und wann sie ihr bisheriges Zuhause verlieren.

Nachverdichtung für die wachsende Stadt

Es ist ein Abend, an dem sich bei einer Anwohnerversammlung der aufgestaute Ärger entladen wird. Denn die ehemalige Alliiertensiedlung am Dickens- und Scottweg mag in den 50er-Jahren auf einfachste Weise errichtet worden sein – die jetzigen Mieter aber hängen an ihren Flachbauten im Grünen. Sie organisieren sich mit Sachverstand und Ausdauer gegen die Deutsche Wohnen. Die Eigentümerin, die die Siedlung abreißen lassen und auf moderne Weise neu erbauen will. Statt der bisherigen 212 Mieteinheiten soll dann die dreifache Zahl den angespannten Wohnungsmarkt entlasten. Nachverdichtung für die wachsende Stadt. Etwas, das in Berlin vielerorts stattfindet.

“Kein Standard mehr für die nächsten 50 bis 80 Jahre”

Aber muss man dafür ein intaktes Viertel zerstören? Klaus Zahn von der Deutschen Wohnen hat bei der Versammlung Mühe, Mieter und Bezirkspolitiker zu überzeugen. Er legt Zahlen vor, wonach eine Sanierung der vorhandenen Bausubstanz 2000 Euro pro Quadratmeter kosten dürfte. Ein Abriss und Neubau läge bei 2100 Euro. Und nur so erreicht die Siedlung laut Zahn den Stand der Zeit. „Mit dem Bestand bekommen wir einfach nicht mehr den Standard für die nächsten 50 bis 80 Jahre hin“, wirbt der Experte für das Konzept seiner Gesellschaft.

Garantierter Wiedereinzug in die neuen Häuser

Auf Zweifel an den bisherigen Berechnungen und Planungen seitens der örtlichen Bürgerinitiative „Siedlung Westend“ reagiert er mit Hinweisen auf gelungene Projekte der Deutschen Wohnen mit ähnlichem Stickmuster. „Wir sind Profis“, verspricht Zahn den Kritikern, die den Istzustand bewahren wollen. So garantiert er den Mietern eine Unterbringung in Ersatzwohnungen und den Wiedereinzug in die neu erbauten, drei bis vierstöckigen Wohnhäuser. Und zwar zur gleichen Gesamtmiete wie in den alten Baracken.

Keine Erkenntnisse zur steigenden Verkehrsbelastung

 

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