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Rettet das Magnus-Haus!

 

Wem man sich zu Füßen legt: Berlins Regierende schleifen das baukulturelle Erbe zugunsten eines Großkonzerns/ Ein Gastbeitrag.

Klaus Lederer
 
Dies ist eine Geschichte von Arroganz und Unterwürfigkeit. Über die ungute Verbindung zweier schlechter Eigenschaften also, die verheerende Folgen hat, geht sie mit politischer Macht einher.

Im Jahr 2001 – Eberhard Diepgen regierte noch und alles, was nicht niet- und nagelfest war, wurde zu Geld gemacht – verkaufte das Land Berlin dem Siemens-Konzern das denkmalgeschützte Magnus-Haus samt Garten. Das barocke Stadtpalais Am Kupfergraben 7, eines der wenigen noch verbliebenen Zeugnisse friderizianischer Baukunst in Berlin, wechselte für 2,86 Millionen Mark den Besitzer. Der Verkehrswert betrug 9,8 Millionen Mark. Es war also ein sensationell niedriger Preis, der mit der mangelnden Nutzungsmöglichkeit für Siemens begründet wurde. Denn die Deutsche Physikalische Gesellschaft war und ist Nutzerin des Hauses mit einem Vertrag, der bis 2024 läuft.

Siemens hatte offenbar von Anfang an vor, das Magnus-Haus zur Befriedigung seiner hauptstädtischen Repräsentationsgelüste zu nutzen. Weil es Teil der Pufferzone des Unesco-Weltkulturerbes Museumsinsel und im Geltungsbereich einer Erhaltungsverordnung gelegen ist, außerdem das Palais selber ein Baudenkmal, war an eine Bebauung allerdings nicht zu denken. Versuche von Siemens, unterstützt vom Senat, das Nutzungsrecht der DPG vorzeitig zu beenden, schlugen fehl.

Nun ist auf einmal alles anders. Und für Siemens wird doch noch alles gut. Für die Hauptstadtrepräsentanz soll es einen Neubau im Garten geben, eine Tiefgarage muss ebenfalls sein. Das stört alles nicht, weil das Palais ja bleiben wird, wie es ist. So von außen betrachtet.

Siemens bekam für seine geplante Hauptstadtrepräsentanz, was Klaus Wowereit versprochen hatte

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