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Konzept gegen Wohnungsnot: Höher, enger, dichter

In deutschen Großstädten fehlen Wohnungen und freie Flächen. Die sogenannte “Nachverdichtung” könnte die Wohnungsnot mindern. Das Potenzial ist groß – doch Anwohner sind oft alles andere als begeistert.

Der Hamburger Stadtteil Altona ist beliebt. Es gibt kleine Cafés, Restaurants, eine Einkaufsstraße, Kitas und Spielplätze, bis ins Zentrum der Hansestadt sind es nur wenige Kilometer. Besonders junge Menschen und Familien zieht diese Mischung an. Einzig: Hinziehen ist alles andere als einfach. So beliebt das Viertel, so knapp das Wohnungsangebot.

In vielen anderen Stadtteilen beliebter Großstädte ist es ähnlich. Es mangelt an bezahlbarem Wohnraum und freien Flächen, trotzdem wollen immer mehr Menschen dort leben. Daran wird sich in den kommenden Jahrzehnten kaum etwas ändern, wie eine Studie der Allianz jüngst zeigte. Wenn sich nichts ändert, entstehen pro Jahr lediglich 200.000 neue Wohnungen. 2030 würden dann bereits eine Million Wohnungen fehlen.

Wie also kann in großen Städten weiterer Wohnraum entstehen? Diese Frage beschäftigt Stadtplaner, Politiker und Vertreter der Bauindustrie seit Jahren. Ihre Antwort lautet: Nachverdichtung. Zum Beispiel durch neue Stockwerke auf alten Häusern.

In die Höhe bauen ist nicht die einzige Möglichkeit der Nachverdichtung. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung für Stadtentwicklung (BBSR) beschreibt noch fünf weitere gängige Ansätze:

  • Anbau: Gebäude werden um neue Teile erweitert, weitere Wohneinheiten werden geschaffen.
  • Baulücken schließen: Diese Methode wird vor allem im Innenstadtbereich angewandt. Dazu gehört auch, unattraktive Freiflächen aufzuwerten.
  • Innenhöfe gelten als grüne Inseln – gleichzeitig bieten sie Platz für neue Gebäude in ansonsten dicht bebauten Stadtteilen. Bei Investoren ist dieser Ansatz sehr beliebt, bei Anwohnern freilich nicht.
  • Umstrukturierung: Parkplatzplätze, Gewerbe oder Kleingärten werden mit neuen Wohnflächen bebaut.
  • Konversion: Ungenutzte Gebäude, wie zum Beispiel ehemalige Militärbauten oder Bauhöfe, werden abgerissen, und die Fläche wird neu bebaut.

Insbesondere in prosperierenden Städten haben diese Methoden in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. In Hamburg macht Nachverdichtung nach Angaben der Behörde für Stadtentwicklung mittlerweile 90 Prozent des Wohnungsbaus aus – “Mehr Stadt in der Stadt”, lautet das euphemistische Motto. Die Behörde schätzt das Potenzial für weitere Nachverdichtung als sehr hoch ein.

In der vergangenen Woche präsentierten Bauindustrie und Immobilienbranche die Ergebnisse einer Untersuchung – demnach könnten durch solche Maßnahmen der Nachverdichtung bis zu 1,5 Millionen neue Wohnungen entstehen.

Das richtige Maß finden

 

Weiter lesen  http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/stadtplanung-wie-mehr-menschen-in-die-staedte-passen-sollen-a-1083766.html

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