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Erster Neubau feiert Richtfest

Der Mauerpark wächst. Ab Mai sollen neue Erholungsflächen entstehen und das Parkgebiet um sieben Hektar erweitert werden. Zugleich sind 700 neue Wohnungen geplant.

Auf den Stufen liegt eine leere Prosecco-Flasche neben ausgebrannten Böllern. Eine Läuferin zieht ihre Runden, ein Kamerateam dreht eine Szene. Weiter oben drehen junge Frauen die Hüften – Schwangerschaftsgymnastik. Temperaturen um den Gefrierpunkt ändern nichts daran: Der Mauerpark ist die wichtigste Outdoor-Spielwiese in Prenzlauer Berg.

Und weil der Kiez zu den bewegteren gehört, war 20 Jahre lang gestritten worden um die Zukunft der oft abgerockten weil meist gut besuchten Grünfläche Berlins. Und obwohl Bausenator Andreas Geisel (SPD) die Planung vor gut einem Jahr gegen den Willen des Bezirks an sich zog und die Erweiterung des Parks samt Bau von 700 Wohnungen mit der rot-schwarzen Mehrheit durchs Abgeordnetenhaus brachte, blieb der befürchtete ganz große Proteststurm aus.

Miriam Schubert ist mit zwei Hunden im Park unterwegs. „Am schlimmsten ist der viele Dreck“, sagt sie. Ja, der Flohmarkt sei vom Treffpunkt zur „Touriveranstaltung“ runtergekommen. „Geil“ sei der Mauerpark aber immer noch, mit „den Bands“ und so am Wochenende.

Bausenator muss liefern

Ein paar hundert Meter weiter nördlich fährt eine schwarze Dienstlimousine des Senats vor dem Rohbau Graunstraße 13 vor. Bausenator Geisel eilt in den Hof unmittelbar am Mauerpark, wo der Richtkranz hochgezogen wird. Die landeseigene Gesellschaft Degewo baut 104 Wohnungen und vermietet diese ab 6,50 Euro je Quadratmeter im Monat. Über die günstige Miete ist Geisel hocherfreut und auch darüber, dass die neuen Wohnungen in nur einem Jahr entstehen.

Denn der Bausenator muss liefern: 12 000 zusätzliche Wohnungen im vergangenen Jahr, das ist viel zu wenig, bei einem Zuzug von jährlich annähernd 50 000 Menschen. Zumal „nur Neubau“ die Wohnungsnot lindern kann, wie er selbst sagt. „Bezahlbaren Wohnungsbau“ brauche es, damit jeder in der Innenstadt wohnen kann. Das gehöre zur „Wahrheit“. Wobei dazu auch gehört, dass zurzeit fast nur private Bauträger bauen: teure und luxuriöse Wohnungen.

Umgestaltung geht voran

Gut voran geht es mit der Umgestaltung des Mauerparks: Im Mai kommen die Gärtner und Landschaftsplaner, beseitigen Gestrüpp, befestigen Wege, schaffen Grillplätze und werden so den Umfang des Parks fast verdoppeln. 15 statt bisher acht Hektar stehen dann zur Verfügung. Gewerbliche Flächen am Rande des Parks wandelt der Senat in Grünflächen um. Das Geld kommt teilweise von der Allianz Umweltstiftung (2,5 Millionen Euro) und teilweise aus der lukrativen Umwandlung von Grünflächen im Norden des Areals in Bauland.

 

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