big-berlin.land

Neueste Nachrichten

Wo die Deutschen leben wollen: Stadt, Land, Flucht

Zum ersten Mal seit 20 Jahren ziehen mehr Deutsche aus den großen Metropolen weg als zu. Günstigere Miete, mehr Ruhe: Gründe für die Stadtflucht gibt es viele. Ex-Großstädter erzählen.

Beim Umzug in das Traumhaus gab es Tränen – und es waren keine Freudentränen. Ebba Durstewitz sei richtig unglücklich gewesen, sagt ihr Mann Jakobus. “Die letzte Fahrt von Hamburg hierher war heftig.”

Hier, das ist Schneverdingen in der Lüneburger Heide. Im Sommer 2015 sind die beiden dorthin gezogen. Es ist ein idyllischer Ort in Niedersachsen, die Heide blüht, manchmal laufen Rehe über das Grundstück.

Aber Ebba Durstewitz fürchtete die Einsamkeit. “Du bist doch ein Stadtmensch”, sagten ihre Freunde. 24 Jahre hatte das Paar in Hamburg gelebt. Nun brauchen sie für die Fahrt in die Stadt eine Stunde, mit dem Zug müssen sie umsteigen, in Buchholz in der Nordheide.

Vor der Entscheidung, die Ebba und Jakobus Durstewitz trafen, stehen viele Großstädter: Raus aufs Land? Billiger und schöner wohnen, aber dafür die Vorteile einer Metropole aufgeben? Sich mal schnell mit Freunden auf einen Kaffee verabreden, spontan ins Theater oder Kino gehen – all das ist auf dem Land meist nicht möglich.

Trotzdem verlassen immer mehr Einwohner die Großstädte. Vor zwei Jahren zogen zum ersten Mal mehr Deutsche aus Berlin, Hamburg und den fünf anderen größten deutschen Städten weg als neu hinzukamen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor, die Konstantin Kholodilin für das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ausgewertet hat.

Auf den ersten Blick ist das irritierend: Seit Jahren beklagen Experten und Politiker eine Landflucht – wonach immer mehr Menschen in die Städte ziehen und ganze Regionen veröden. Das stimmt weiterhin, doch wahr ist auch: Erstmals seit zwanzig Jahren war 2014 in den sieben größten Städten der Wanderungssaldo, wie Wissenschaftler die Differenz aus Zu- und Fortzügen nennen, negativ. 2015 hat sich die Trendwende fortgesetzt – darauf deuten vorläufige Zahlen hin.

Wanderungssalden für die sieben größten Städte

Die letzten Bewohner verlassen die Kolonie Oeynhausen

Kleingärtner der Kolonie Oeynhausen haben sich mit der Groth-Gruppe geeinigt. Auf dem Areal sollen insgesamt 900 Wohnungen entstehen.

Die letzten Dauerbewohner der Kleingartenkolonie Oeynhausen, Sylvia und Klaus Meißner, haben sich mit der Groth-Gruppe geeinigt. Mit einem von der Groth-Gruppe zur Verfügung gestellten zinslosen Darlehen in Höhe von 70.000 Euro hat sich das Paar nach eigener Auskunft ein Häuschen in Karstädt bei Ludwigslust in Mecklenburg gekauft, das es selbst renovieren wird. Schon in Kürze soll der Auszug aus dem orangefarbenen Häuschen auf dem früheren Kleingartengelände an der Forckenbeckstraße 67 in Schmargendorf sein. “Wir haben die Pächter bei der Suche nach einem neuen Zuhause unterstützt und sind sehr froh, dass wir uns auf diesem Weg geeinigt haben”, sagte Anette Mischler, Sprecherin der Groth-Gruppe.

Rentner Klaus Meißner hatte das Grundstück mit dem Häuschen, wie berichtet, vor 57 Jahren von seinem Onkel übernommen. Dieser hatte das Haus 1936 ausgebaut, damals sei Wohnraum in Berlin so knapp gewesen, dass vielen Kleingärtnern erlaubt worden sei, ihre Lauben zu dauerhaften Wohnhäusern umzubauen. Schon für den Ausbau der Forckenbeckstraße war allerdings ein Teil des Gartens abgezwackt worden. Und jetzt steht das Grundstück den Bauplänen des Unternehmens Groth im Wege. Mit der Einigung mit den letzten Dauerbewohnern kann das geplante Bauprojekt starten. “Wir werden Ende September ausziehen”, bestätigte Klaus Meißner am Dienstag der Berliner Morgenpost.

Im nächsten Jahr soll der Wohnungsbau starten

Noch stehen die vertrockneten Sonnenblumen auf dem Baugrundstück an der Forckenbeckstraße. Ende Januar waren die Bagger angerückt und hatten begonnen, 150 Lauben abzureißen. Das war die Hälfte der Lauben, die auf dem Groth-Grundstück standen. Die andere Hälfte darf bleiben. In einem Kompromiss mit dem Bezirksamt hatte sich die Groth-Gruppe dazu bereit erklärt, wenn sie auf der Hälfte des Grundstücks entsprechend höher bauen darf. Noch gibt es keine Baugenehmigung, aber rund 900 Wohnungen sollen dort auf dem 46.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen.

Momentan wird der Bebauungsplan überarbeitet. “Wenn alles planmäßig läuft, können wir noch in diesem Jahr mit der Erschließung beginnen und im ersten Quartal 2017 mit den Hochbauarbeiten”, so die Sprecherin der Groth-Gruppe. Der Architekten-Wettbewerb laufe noch.

Ebenfalls bereits abgestimmt mit der Groth-Gruppe ist nach Auskunft des Bezirksverbands der Kleingärtner der Zeitplan für die Räumung der Kleingärten, die für die neue Kita am Rosenweg weichen müssen. Den dortigen Pächtern seien auf dem Kleingartengelände bereits Ersatzgärten angeboten worden. Möglichst noch in diesem Jahr soll auch mit dem Bau des neuen Vereinsheims begonnen werden. Die Kleingärtner wollen es in Eigenregie errichten. Als Entschädigung für das alte Vereinsheim und das dort verlegte Stromnetz zahlt die Groth-Gruppe nach Angaben der Kleingärtner 160.000 Euro.

Kotti retten?!

Kotti retten? Wie können wir die steigenden Mieten und die Verdrängung stoppen? Wir stellen 5 Kandidaten von Parteien dazu zur Rede. Veranstaltung der Mietergemeinschaft Kotti & Co Mit: Cansel Kiziltepe (SPD) | Matthias Brauner (CDU) | Katrin Schmidberger (Grüne) | Ulrich Zedler (Piraten) | Katrin Lompscher (Linke)  Dienstag 6. September / 18Uhr Am Protest-Gecekondu / Kotti Süd / Admiralstrasse (Bei … Weiterlesen

Der Kiezer Weblog vom Klausenerplatz berichtet über unsere Siedlung Westend

Der Kiezer Weblog vom Klausenerplatz – Teil des Netzwerkes „Klausenerplatz Kiez“ – berichtet über unsere Siedlung Westend und den drohenden Abriss seitens der Politik sowie der Deutsche Wohnen AG.

Das „Netzwerk“ rund um den Kiez vom Klausenerplatz gibt es schon seit 2002 und ist vermutlich eines der ältesten digitalen Netzwerke eines Kiezes in Charlottenburg-Wilmersdorf, wenn nicht sogar in ganz Berlin.

Mieterräte Senator soll zum Ausschluss der Bewerber befragt werden

Berlin –

Der Ausschluss von mehr als 100 Bewerbern zu den Mieterratswahlen der landeseigenen Wohnungsunternehmen hat ein parlamentarisches Nachspiel. Der Vorsitzende des Bauausschusses, Andreas Otto (Grüne), sagte am Mittwoch, das Thema stehe bei der nächsten Sitzung des Gremiums auf der Tagesordnung. „Da muss Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) erklären, wie es dazu gekommen ist“, so Otto.

Die Mieter der 300.000 landeseigenen Wohnungen sind in diesen Tagen aufgerufen, Mieterräte zu wählen. In den neuen Mitbestimmungsgremien dürfen die Mieter künftig Stellung nehmen zu Neubau-Plänen, zu Modernisierungen und Instandsetzungen. 100 Bewerber waren von den Wahlkommissionen ausgeschlossen worden. Das stößt vor allem deshalb auf Kritik, weil darunter mehrere Mieter sind, die sich zuvor kritisch gegenüber den Unternehmen geäußert haben. Nur bei der Stadt und Land wurde kein Bewerber aussortiert.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung teilte auf eine Anfrage des Abgeordneten Otto mit, dass 41 Mieter wegen Mietschulden nicht als Kandidaten zugelassen wurden. Auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Katrin Lompscher antwortete die Behörde, dass die Bewerber in zwölf Fällen wegen „schwerwiegender Verstöße gegen das friedliche Miteinander“ und in 14 Fällen wegen „beschränkter Geschäftsfähigkeit“ nicht zugelassen wurden.

In neun Fällen habe das Mietverhältnis noch nicht die erforderlichen sechs Monate bestanden, in acht Fällen sei der Bewerber nicht Hauptmieter gewesen. Lompscher kündigte an, mehrere Fragen zur Rechtmäßigkeit der Wahlen vom wissenschaftlichen Parlamentsdienst überprüfen zu lassen.

Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/mieterraete-senator-soll-zum-ausschluss-der-bewerber-befragt-werden-24641608

Tipp: Buch & Veranstaltung

Berliner Hefte zu Geschichte und Gegenwart der Stadt, Kotti & Co und Südblock laden ein DIE LEGENDE VOM SOZIALEN WOHNUNGSBAU Buchpräsentation und Gespräch mit Andrej Holm, Ulrike Hamann und Sandy Kaltenborn Mittwoch, 31. August 2016, 19 Uhr aquarium (neben Südblock / Kottbusser Tor) | Skalitzer Str. 6  | 10999 Berlin Die Wohnungsfrage ist zurück im gesellschaftlichen Diskurs. Es … Weiterlesen