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Sonnabend, 17. 11. 2018: Arbeitseinsatz auf dem Teute

Liebe Anwohner und Nutzer des Teutoburger Platzes, liebe Freunde und Unterstützer des Vereins!

Am kommenden Sonnabend wollen wir wieder den Platz pflegen, instand setzen und auf den Winter vorbereiten.

Klappt den Laptop zu, legt das Smartphone beiseite und freut euch auf echte Arbeit an der frischen Luft! Vielfältige Aufgaben sind im Angebot, so muss zum Beispiel das eine oder andere Blatt eingesammelt werden. Wir freuen uns über jeden, der mit dabei sein möchte, auch Freiwillige mit zwei linken Händen sind herzlichst willkommen.

Kommt gern alle schon um zehn Uhr zum gemeinsamen Frühstück ins Platzhaus. Mit Kalorien gestärkt und durch die lustige Runde motiviert geht es dann ab 11 Uhr los mit der Arbeit. Gegen drei Uhr machen wir Feierabend.

Kommt bitte recht zahlreich und helft uns, wir freuen uns auf euch!

Eure Leute am Teute

Der Mercedes-Platz und seine Umgebung – Große Verdummungsmaschine

Das Viertel um den Mercedes-Platz am Friedrichshainer Spreeufer und dem Ostbahnhof nimmt Formen an. Nur fehlt es ihm an Identität und Urbanität.

 

Seit sie 2008 am Friedrichshainer Spreeufer gelandet war, wirkte die erst O–2-, dann Mercedes-Benz-Arena heißende Mehrzweckhalle wie ein bulliges und sehr einsames Ufo. Das Gelände, auf dem sie steht, ist nie schön gewesen. Mit typisch Berliner Wurschtigkeit war hier ausgerechnet die nördliche, also die Sonnenseite des Flusses der Industrie und den großen Bahnsträngen nach Osten überlassen worden. Wobei, so typisch berlinerisch ist das auch wieder nicht. Dass man sich am Wasser erholen kann, ist eine Erfindung des späten 20. Jahrhunderts, in vielen Städten war die Wasserlage historisch ganz selbstverständlich für Verkehr und Produktion reserviert.

   

Malls sind das Gegenteil von Urbanität.

 

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Deutsche kapitulieren vor dem Mietpreisboom

Wohnen in Großstädten wird immer teurer. Um in zentraler Lage zu leben, nehmen viele drastische Einschränkungen in Kauf, wie eine neue Studie zeigt. Die steigenden Kosten stellen vor allem für ältere Haushalte ein wachsendes Risiko dar.

 

Die steigenden Wohnkosten zwingen viele Mieter in größeren Städten zum Umdenken. Sie verzichten immer häufiger auf Wohnfläche, um sich eine Bleibe in einer zentralen Lage leisten zu können. Das geht aus der Studie „Wohntrends 2035“ hervor, die der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW veröffentlicht hat.

Grundsätzlich möchten Mieter zwar nach wie vor in einer möglichst großen Wohnung leben. In einer telefonischen Umfrage unter rund 3000 Personen ab 18 Jahren äußerten 72 Prozent den Wunsch nach einer mittelgroßen bis sehr großen Wohnung, wie aus der Studie hervorgeht. Nur sechs Prozent wollen von vornherein freiwillig lieber in einer kleinen Wohnung leben.

Doch angesichts der hohen Mieten geht dieser Wunsch immer seltener in Erfüllung. Auf die Frage, welche Einschränkungen sie am ehesten in Kauf nehmen würden, um Mietkosten zu sparen, antworteten 44 Prozent deshalb mit „eine geringere Wohnfläche“. 37 Prozent würden in eine günstigere Gegend ziehen, aber lediglich 19 Prozent eine schlechtere Ausstattung akzeptieren. Die Studie wurde von den Forschungsinstituten Analyse & Konzepte und Inwis erstellt. „Wo früher 70 Quadratmeter gemietet wurden, sind es heute manchmal nur noch 45“, sagte Bettina Harms, Gesellschafterin bei Analyse & Konzepte.

An der zunehmenden Knappheit und steigenden Preisen in Ballungszentren wird sich auf absehbare Zeit auch nichts ändern. Das machte der Präsident des GdW, Axel Gedaschko, erstmals in unmissverständlichen Worten deutlich. Bei allen Anstrengungen werde es auf absehbare Zeit einfach zu wenig neue Wohnungen geben.

 

 

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„Wir befinden uns mitten in einem Albtraum“

75 Prozent weniger Insekten

Das Insektensterben lässt sich nicht mehr abstreiten. Der oft kritisierte Krefelder Entomologen-Verein hat jetzt in einer Langzeitstudie gezeigt: Die Populationen sind seit der Wende um drei Viertel geschrumpft. Welchen Anteil hat die Landwirtschaft, welchen das Klima?

 

Das Insektensterben in Deutschland ist ganz offensichtlich nicht die Erfindung einzelner Insektenliebhaber oder Entomologen-Vereine, wie das nach einer Anhörung im Bundestag vor anderthalb Jahren und in einigen Medienberichten behauptet worden war. Jetzt kommt eine von Caspar Hallmann von der Radboud-Universität in Nijmwegen geleitete und mit der Unterstützung von ehrenamtlichen Insektenkundlern des Entomologenverieins Krefeld  vorgenommene Studie in der Online-Zeitschrift „PlosOne“ zu dem Schluss: Die drastischen Bestandseinbrüchen sind real, sie lassen sich über 27 Jahre mit Standard-Flugfallen für geflügelte Insekten klar nachweisen

Bei der Erhebungen in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 ist ein Rückgang von 76 Prozent (im Hochsommer bis zu 82 Prozent) der Fluginsekten-Biomasse festgestellt worden. Die Verluste betreffen offenbar die meisten Arten, von Schmetterlingen, Bienen und Wespen bis zu Motten und anderen flugfähigen Arten, die praktisch ausnahmslos als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen oder zumindest als Beutetiere für Vögel wichtig sind. Etwa 80 Prozent der Wildpflanzen sind abhängig von Insektenbestäubung, und 60 Prozent der Vögel in der heimischen Natur ernährt sich hauptsächlich von Insekten.

 

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Eigenbedarfs-Kündigung Mieterin kämpft gegen Rauswurf – viele Berliner stehen ihr bei

Dieser Rechtsstreit sorgte am Mittwoch vor dem Landgericht an der Littenstraße für Aufsehen: Rund 50 Menschen aus der Stadt waren gekommen, um einer Mieterin, die wegen Eigenbedarfs aus der Wohnung geklagt werden soll, zur Seite zu stehen. Das Interesse war so groß, dass die Richterin in einen größeren Sitzungssaal umziehen musste.

Die Demonstranten stehen mit Transparenten vor dem Landgericht und stehen der Klägerin bei.
Foto: Bernd Friedel (Quelle: https://www.berliner-zeitung.de/berlin/eigenbedarfs-kuendigung-mieterin-kaempft-gegen-rauswurf—-viele-berliner-stehen-ihr-bei-31557100?dmcid=sm_tw)

Im Fokus: Eine junge Frau (30), die anonym bleiben möchte und im Berufungsverfahren gegen ihren Vermieter klagt, weil er ihr wegen Eigenbedarfs kündigte. Zuvor hatte sie eine Mieterhöhung bekommen und daraufhin die Einhaltung des Mietspiegels angemahnt. Bereits im Juni urteilte das Amtsgericht Neukölln im Sinne des Eigentümers.

Die Beklagte erschien nicht vor Gericht

Doch die Pädagogikstudentin ließ nicht locker, sie glaubte ihrer Vermieterin Gabriele W. (60) nicht, dass sie mit ihrem Ehemann Klaus W. (61) in die „Bruchbude“ einziehen wolle, wie sie ihre Zweizimmerwohnung (40 Quadratmeter) im Schillerkiez nennt. Sie beziehe ihr Warmwasser über einen Boiler, der 40 Minuten zum Erhitzen benötige und habe die Dusche in der Küche. Hier wollen die Vermieter, eine Rechtsanwältin und ihr Ehegatte, ein Kaufmann aus der Immobilienbranche, selbst einziehen.

Allerdings nur in den Wintermonaten von Oktober bis März. Das Paar besitzt ein Einfamilienhaus in Karolinenhof und das Wohnhaus in Neukölln mit 26 Eigentumswohnungen, an dem ein weiterer Gesellschafter beteiligt ist sowie eine Immobilie an der Schönhauser Allee und eine in Lichtenberg. Die Beklagte selbst erscheint nicht vor Gericht , obwohl persönliches Erscheinen angeordnet wurde.

Eine Einigung gibt es noch nicht

Klaus W. soll als Zeuge noch einmal deutlich machen, warum das Paar das Objekt als Zweitwohnsitz nutzen will. Als Grund gab er den eineinhalbstündigen Fahrtweg seiner Frau von Karolinenhof in die Kanzlei nach Mitte an. Das belaste die Familie. Seine Angaben sorgten für Kopfschütteln im Publikum. Hintergrund: Anwältin Gabriele W. hat seit 23 Jahren den gleichen Fahrtweg und die Kinder sind längst aus dem Haus und haben schon eigene Kinder.

Ob man sich nicht gütlich einigen könne, fragte die Richterin. Die Klägerin schlug vor, in eine weitere, leerstehende Dreizimmerwohnung im Haus umzuziehen. Das ginge nicht, da solle ihr „syrisches Mündel mit Geschwistern einziehen“, die in einem Flüchtlingsheim leben.

Eine Einigung gab es nicht. Mehr dazu in zwei Wochen.

zitiert aus Quelle: Berliner Zeitung vom 07.11.2018

20 Jahre „Geschütztes Marktsegment“ in Berlin

Vor knapp zwei Jahrzehnten rief der Berliner Senat das „Geschützte Marktsegment“ ins Leben. Dieses wohnungspolitische Instrument soll Menschen in prekären Lebensverhältnissen den Zugang zum Wohnungsmarkt erleichtern. Doch die mit dem „Geschützten Marktsegment“ verbundenen Ziele wurden zu keinem Zeitpunkt erreicht.

Der Kontrast könnte nicht größer sein. Im größten Hotel Europas mit Konferenz- und Entertainmentcenter steigen Prominente ab und finden Parteitage statt. In unmittelbarer Nähe gibt es Häuser mit bis zu 18 Stockwerken, die zu den Großtafelbauten zählen, dem westlichen Pendant der DDR-Plattenbauten. Die Rede ist von der Sonnenallee im Bezirk Neukölln. Viele, die hier leben, stehen nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Dazu gehört auch Helmut Schrön*, der seit sieben Jahren, als ihm die Wohnung zugewiesen wurde, mit seinem Sohn eine Parterre-Wohnung in der Dieselstraße bewohnt. Helmut Schrön wohnt hier, weil er zu jenen Personen gehört, die sich aufgrund von Arbeitslosigkeit und Verschuldung nicht selbst auf dem Wohnungsmarkt mit Wohnraum versorgen können, wie es im Amtsdeutsch heißt. Für diese schuf der Berliner Senat vor 20 Jahren das „Geschützte Marktsegment“.

Das wohnungspolitische Instrument „Geschütztes Marktsegment“ soll Menschen in schwierigen Lebenslagen Hilfestellung bieten und hat seinen Vorläufer in den 80er Jahren. Seinerzeit hatte die Stadt Wohnungen, an denen es kommunale Besetzungsrechte für Dringlichkeitsfälle besaß, den landeseigenen Wohnungsunternehmen zur eigenverantwortlichen Belegung überlassen. Nachdem sich die öffentliche Hand infolge der einsetzenden Wohnungsnot Ende der 80er Jahre nicht mehr in der Lage sah, hinreichend Wohnraum zur Verfügung zu stellen, kam es zum Abschluss eines Kooperationsvertrags mit den städtischen Wohnungsgesellschaften. Zwar stellte das Land in dem Vertrag die Besetzungsrechtswohnungen weiterhin frei, verlangte im Gegenzug jedoch die Unterbringung von jährlich 3.500 Dringlichkeitsfällen in den Beständen der Wohnungsunternehmen. In diesen als „Feuerwehrfonds“ bezeichneten Wohnungspool gingen 1991 auch im Ostteil der Stadt gelegene Wohnungen ein. Im Jahr 1993 trat schließlich der Kooperationsvertrag „Geschütztes Marktsegment“ zwischen Wohnungsgesellschaften, den Bezirksämtern und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales in Kraft. Letzteres koordiniert die Vermittlung der Wohnungen.

Wohnraumvergabe an Bedingungen geknüpft

Die Zuweisung einer Wohnung ist an Bedingungen geknüpft. Bei der Zielgruppe wird zwischen sogenannten A- und B-Berechtigten differenziert. Demnach sind vorrangig Personen zugangsberechtigt, die sich aufgrund ihrer Verschuldungssituation nicht ohne Hilfe mit Wohnraum versorgen können, für die sämtliche sozialhilferechtliche Möglichkeiten zum Erhalt des bestehenden Mietverhältnisses erfolglos ausgeschöpft wurden, deren Aufenthalt in einer betreuenden Einrichtung der Wohnungslosenhilfe oder in einer Haftanstalt beendet werden kann und denen eine Entlassung in die Wohnungslosigkeit unmittelbar bevorsteht. Nachrangig behandelt werden Menschen, die in Notunterkünfte eingewiesen wurden – beziehungsweise einen Unterbringungsanspruch haben – und die mindestens 1 Jahr lang ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Berlin haben. „Die Wohnungsvergabe folgt dem Grundsatz des Vorrangs der Vermeidung von Wohnungslosigkeit vor der Beseitigung bestehender Wohnungslosigkeit“, heißt es in § 2 des Kooperationsvertrags. Zudem erfolge die Wohnungsvergabe „nur an Personen und Haushalte, die zu einer eigenständigen und eigenverantwortlichen Lebens- und Haushaltsführung in einem Wohnhaus fähig sind und die im Einzelfall eine entsprechende begleitende persönliche Hilfe erhalten und für die eine positive sozialpädagogische Prognose erstellt und aktenkundig gemacht wurde“. Die Wohnungsunternehmen haben das Recht, die von der zuständigen Koordinierungsstelle beim Landesamt für Gesundheit und Soziales vermittelten Marktsegment-Berechtigten abzulehnen.

Umfang und Qualität weit hinter Erwartungen zurück

  1. allem im Umfang sind Senat und Wohnungsunternehmen weit hinter den angekündigten Zielen zurückgeblieben. Der Kooperationsvertrag verpflichtete die Unternehmen, zunächst pro Jahr 2.000 Wohnungen, später 1.350 zur Verfügung zu stellen, davon 1.100 Wohnungen an 1-Personen-Haushalte. Mittlerweile liegt die Zahl bei 1.376. Bei Bedarf können die Wohnungsunternehmen allerdings verlangen, ihren Anteil zu verringern und neu zu vereinbaren. Zu keinem Zeitpunkt seit 1993 ist die vereinbarte Zahl von den Wohnungsgesellschaften erfüllt worden. Wurde das Kontingent in den ersten drei Jahren noch zu rund 80% bedient, sank die Quote anschließend immer weiter. Der Tiefpunkt war das Jahr 2006 mit nur 677 vermittelten Wohnungen. Selbst als der Mangel an preisgünstigem Wohnraum immer größer wurde und die Nachfrage von Berechtigten aus dem Geschützten Marktsegments stieg, reagierte die Politik nicht. Als aktuellen Stand nennt das Landesamt für Gesundheit und Soziales eine Erfüllungsquote von gerade einmal 74% im Jahr 2011. Insbesondere bei den 1-Personen-Haushalten werden die vereinbarten Quoten deutlich unterschritten.

Kritisiert wurde diese Praxis bereits im Rahmen einer Studie des Darmstädter Instituts Wohnen und Umwelt. „Die Nichterfüllung des Kontingents wiegt umso schwerer, als die vereinbarten Kontingente gemessen am Bedarf von vornherein als zu niedrig angesehen werden müssen. Das zu niedrig angesetzte und zudem nicht erfüllte Kontingent führt dazu, dass die Zielgruppen des ‚Geschützten Marktsegments’ letztlich stärker außerhalb des Programms mit Wohnraum versorgt werden müssen. Was die Bedeutung dieses wohnungspolitischen Instruments entscheidend schwächt.“ So lautet das Fazit der Studie mit dem Titel „Geschütztes Marktsegment in Berlin – Konzeption, Umsetzung, Ergebnisse und Erfahrungen“ aus dem Jahr 2005.

Auch die regionale Verteilung blieb weit hinter den Erwartungen zurück. „Die Wohnungsunternehmen erklären ihre Bereitschaft, im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine Konzentration des Wohnungsangebots auf bestimmte Bezirke zu vermeiden und dazu die in allen Bezirken vorhandenen Wohnungsbestände angemessen einzubeziehen“, heißt es im Kooperationsvertrag. Die Mitarbeiter/innen freier Träger berichten jedoch, dass die Unternehmen in der Regel Objekte in unattraktiven Lagen, sozial belasteten Quartieren sowie in Plattenbauten in den Ostbezirken zur Verfügung stellen. Zudem böten die Wohnungsunternehmen nach wie vor Wohnraum an, der auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt nur schwer vermittelbar ist. Dazu gehörten Parterre-Wohnungen sowie dunkle Hinterhaus-Wohnungen und nichtsanierte Objekte.

Aufstockung des Angebots an den Bedarf steht aus

Auch die Landesarmutskonferenz Berlin charakterisiert in einer Bilanz die Umsetzung des Marktsegment-Programms als weitgehend wirkungslos. Mit der negativen Einkommensentwicklung in der Hauptstadt und dem Inkrafttreten der Arbeitsmarktreformen, insbesondere von Hartz IV, habe sich die Zahl der konkurrierenden Gruppen um das wichtigste Kontingent des „Geschützten Marktsegments“, nämlich die Kleinstwohnungen, spürbar verschärft, heißt es in einer Stellungnahme. Aufgrund der allgemeinen Mietsteigerungen und des Wegfalls der Anschlussförderung im Sozialen Wohnungsbau und der Energiekostenentwicklung liege das Mietniveau „der infrage kommenden Wohnungen inzwischen an oder bereits oberhalb der maximal zulässigen Miethöhen für ALG-II-Beziehende.“ Weil der Bedarf nach preisgünstigem Wohnraum gleichzeitig weiter steigt, fordert die Landesarmutskonferenz eine Aufstockung des bisherigen Wohnungspools. „Die Zahl der Wohnungsnotfälle wächst mit der zunehmenden Verknappung auf dem Wohnungsmarkt dramatisch. Aus nahezu allen Berliner Bezirken wird ein wesentlich erhöhter Bedarf an Marktsegment-Wohnungen gemeldet. Um das Kontingent ausbauen zu können, sollte der Senat sich aktiv bemühen, weitere Wohnungsunternehmen zur Zusammenarbeit zu gewinnen.“

Quelle: MieterEcho 359 / April 2013

„Man kann einen Kiez verbessern, ohne zu gentrifizieren“

Gartenstadt Atlantic in Berlin-Gesundbrunnen

Die „Gartenstadt Atlantic“ in Gesundbrunnen hat sich seit 2001 enorm gewandelt – zum Positiven. Wie das sozialverträglich geht, erklärt Eigentümer Michael Wolffsohn.

Drogen, Bandenkriminalität – Gesundbrunnen hat trotz mancher Verbesserungen in den vergangenen Jahren noch immer ein eher negatives Image. Erst vor ein paar Tagen wurde dort eine Frau in einem Café erschossen. Doch auch in diesem teils sozial schwierigen Ortsteil von Mitte gibt es verschiedene Welten. Ein Wahrzeichen des anderen Gesundbrunnen ist die „Gartenstadt Atlantic“ am Bahnhof Gesundbrunnen. Verleger Karl Wolffsohn hat die „Atlantic“ in den Zwanzigern als moderne „Reform-Siedlung“ angelegt. Sein Enkel und Erbe, der Historiker Michael Wolffsohn und dessen Frau ließen die „Atlantic“ ab 2001 modernisieren. Ihre heute denkmalgeschützte Siedlung gilt seither als Vorbild für ein mieterorientiertes Immobilienmanagement.

Man kann eine Gegend auf jeden Fall aufbessern, ohne zu gentrifizieren. Die wichtigste Voraussetzung ist allerdings, dass man dabei nicht nur den schnellen Euro im Kopf hat. Ein Viertel und dessen Bewohner sind so gut, wie das Engagement der Menschen, die dort investieren. Man kann es auch so auf den Punkt bringen: Sage mir, wie Du baust und vermietest. Und ich sage Dir, wie Du bist und sich die Menschen verhalten, die dort wohnen.

 

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Kastanie, Adieu: Stadtgrün im Klimastress

Dass sich das Berliner Stadtgrün unter dem Einfluss des Klimawandels in seiner bisherigen (historischen) Zusammensetzung künftig schützen ließe, wirkt nach neusten Erkenntnissen des Berliner Pflanzenschutzamtes fast unwahrscheinlich. Vergangenen Monat stellte die stellv. Leiterin Dr. Barbara Jäckel ihre Ergebnisse im Rahmen der BUND „Offenen Gesprächsrunde Stadtnaturschutz“ vor und sorgte dabei für ziemlich viel Ernüchterung im Publikum.

Klimaänderungen in neuen Dimensionen

Die seit einigen Jahren zu beobachtenden Klimaveränderungen besitzen eine völlig neue Dimension mit weitreichenden und bislang schwer abzuschätzenden Auswirkungen auf die Physiologie der Berliner Pflanzenwelt. Wenngleich die Folgen des Klimawandels in ihrem vollen Umfang noch nicht absehbar sind, so lassen sich schon jetzt Schädigungen auf die veränderten klimatischen Rahmenbedingungen zurückführen.

Die letzten beiden Sommer zeigten dies eindrücklich. Nachdem Sturmtief Xavier im Herbst 2017 mindestens 56.000 durch Starkregen destabilisierte Wald,- Straßen- und Parkbäume umriss, vertrockneten nach Angaben des landeseigenen Betriebs Berliner Forsten in diesem Sommer etwa 300.000 Jungbäume. Aber auch den ausgewachsenen Bäumen waren Wassermangel und Hitze anzusehen. Sie warfen schon mitten im Sommer Laub und ganze Äste ab und wurden durch erhöhte Ozonkonzentrationen geschädigt. Nur wenige Kilometer südwestlich der Stadtgrenze vernichteten Waldbrände weitere 300 Hektar Wald.

Frühjahre viel zu warm

Die Witterungsverhältnisse hätten in den letzten beiden Jahre kaum unterschiedlicher sein können und doch haben sie eine Gemeinsamkeit: ein viel zu warmes und trockenes Frühjahr. Bei einer seit 2003 durchschnittlichen Erhöhung von 1,7 Grad im April fielen im Mittel 25% weniger Niederschläge. Höhere Temperaturen sorgen für einen verfrühten Blatt- und Knospenaustrieb. Kommt es wie im vergangen Mai zu Spätfrost, gehen diese ein. Gleichzeitig hemmt zu wenig Niederschlag die Keimung, den Blattaustrieb und die Fortpflanzung.

Mehr und andere Schadorganismen

Zu kämpfen hat der Berliner Pflanzenschutz aber vor allem mit Schadorganismen. Das Spektrum an Pilzen, Bakterien und tierischen Schädlingen hat sich in seiner Quantität und Zusammensetzung stark verändert. Während sich bereits bekannte Schädlinge weiter vermehren, kommen nun auch noch nicht-heimische Organsimen hinzu. Dies hat zweierlei Gründe: zum einen verstärken höhere Temperaturen die Taubildung, wodurch Blattpilze wie der fasche Mehltau optimale Bedingungen vorfinden. Zum anderen begünstigen die Temperaturen die dauerhafte Ansiedelung von wärmeliebenden Organismen, die bisher nur in südlicheren Regionen bekannt waren. So hat die Rosskastanie neben der Miniermotte nun noch einen zweiten Feind: das Bakterium Pseudomonas syringae pavia aesculi. Seitdem werden kranke Kastanien gefällt und neue erst gar nicht mehr gepflanzt.

Fatale Kombination: Streusalz und Trockenheit

Unterdessen sind aber auch Globalisierung (weltweiter Handel mit Pflanzen, Baumaterialien und Verpackungen), Bevölkerungsdruck, Freizeitaktivitäten in Parkanlagen, unsachgemäße Pflegemaßnahmen und Streusalze im Winter weitere Stressfaktoren für das Berliner Stadtgrün. Gerade Streusalz wirkt sich bei großer Trockenheit fatal aus. Nach dem Winter verbleibt das Salz im Boden. Je weniger Niederschläge fallen desto höher ist die Streusalz-Konzentration in der Erde und die Bäume nehmen noch mehr von dem tödlichen Stoff auf.

Neue Herausforderungen für den Pflanzenschutz

Diese Entwicklungen erfordern ein Umdenken und vorbeugende Maßnahmen. Wie wir von Frau Dr. Jäckel erfahren, begegne das Pflanzenschutzamt diesen Herausforderungen vor allem mit der Einrichtung eines flächendeckenden Schädlings-Monitorings, Maßnahmen zu Unterstützung der Gesundheit wie fachgerechtes Wässern und Düngen sowie der Pflanzung von stadtklima-toleranten Baumarten aus der sog. Galk-Liste.

Richtig angepasste Bäume haben nur gute Chancen

Dass diese Maßnahmen nicht ausreichen, wurde in der anschließenden offenen Diskussion deutlich. Naturschützer*innen bemängeln vor allem den Verlust gebietseigener Baumschulen. Während es in den 90er Jahren noch bezirkseigene Baumschulen gab, bezieht Berlin seine Bäume mittlerweile ausschließlich von gewerblichen Baumschulen. Nur entsprechen die Aufwuchsbedingungen dort in Bezug auf Nährstoffgehalte und Wasserverfügbarkeit im Boden selten den realen Bedingungen im Berliner Straßenland. Der Umzug eines Jungbaumes von der Baumschule in den Berliner Boden gleiche einem kalten Entzug und könne nur durch eine aufwendige Betreuung aufgefangen werden. Jungbäume können so nur schwerlich an die Berlinspezifischen Verhältnisse und die heimische Fauna angepasst sein. Aber auch das in Baumschulen gängige Klonen von Bäumen führe dazu, dass diese nur eine geringe genetische Vielfalt aufweisen – ein Faktor, der für die Anpassungsfähigkeit von Pflanzen von hoher Bedeutung ist.

Gutes Pflanzenmanagement kostet Zeit, Geld und Expertise

Der BUND Berlin bemängelt schon seit Jahren die Berliner Sparpolitik in den Grünflächenämtern. Denn der Abbau von Personal und know-how trägt in einem erheblichen Maße dazu bei, dass das Berliner Stadtgrün so schlecht mit den neuartigen Witterungsverhältnissen zurechtkommt.
Und leider reichen da auch nicht die vielen wirklich anerkennungswürdigen Aktivitäten von Frau Dr. Jäckel und ihrem Team aus.

 

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Kleingärten müssen in Berlin bleiben

Die Stadt braucht Grün: Die Bestandsgarantie für Gartenkolonien ist die richtige Entscheidung, sagt Joachim Fahrun.

 

Berlin. Es ist nervig, wenn ein wichtiger Lebensinhalt permanent infrage gestellt wird. So ergeht es Tausenden Berliner Kleingärtnern, deren liebevoll gepflegten Parzellen immer wieder als mögliches Bauland gehandelt werden. Der Senat tut nach jahrelanger Debatte nun, was in seiner Macht steht: Alle bisher nicht gesicherten Gärten auf landeseigenen Flächen sollen bis 2030 Bestandschutz bekommen. Diese Entscheidung dürfte in vielen Kolonien erst einmal für Ruhe sorgen.

Für etwas mehr als 5000 Parzellen, die auf privaten Flächen liegen, besteht das Risiko, verdrängt zu werden, jedoch weiter. Hiervon gehören viele Areale der Deutschen Bahn. Sie liegen oft an Gleisen, was die Eignung für hochpreisiges Wohnen eher einschränkt. Zwar sind die Gartenfreunde in Berlin viele, ihre Stimme hat politisch Gewicht. Aber eine Mehrheit der Berliner hat eben keine Laube und sieht die oft für Außenstehende nicht eben einladenden Kleingartenkolonien kritisch. Nicht wenige ziehen deshalb offene Stadtgärten oder Parks für alle den abgezäunten Laubenkolonien vor.

 

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Mieten in Berlin steigen ungebremst

Ein neuer Preisvergleich zeigt: In einfachen und mittleren Wohnlagen kostet der Quadratmeter im Durchschnitt neun Euro.

 

Berlin.  Seit nunmehr zehn Jahren kennen die Preise am Berliner Wohnimmobilienmarkt nur eine Richtung: steil nach oben. Gegenüber dem Vorjahr sind die Durchschnittsmieten dabei in einfachen und mittleren Wohnlagen um 5,9 Prozent auf neun Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und in besseren Wohnlagen um 5,2 Prozent auf 10,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gestiegen. Das geht aus dem Immobilienpreisservice des IVD Berlin-Brandenburg hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Wie schon in den vergangenen Jahren wiesen die Miethöhen in den zwölf Berliner Bezirken große Unterschiede auf. So müssen Charlottenburg-Wilmersdorfer am tiefsten in die Tasche greifen, wenn sie eine Wohnung anmieten wollen. In den sogenannten Vorzugslagen (gut bis sehr gut) werden inzwischen durchschnittlich 12,50 Euro je Quadratmeter und Monat (nettokalt) aufgerufen. In den Standardlagen (einfach bis mittel) sind es durchschnittlich 10,50 Euro. Das entspricht jeweils rund 50 Cent pro Quadratmeter mehr als im Vorjahr. Auf Platz zwei folgt Mitte mit 12,50 beziehungsweise zehn Euro.

 

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